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WWDC: Apple entert VR, unterstützt SteamVR und HTC Vive

Kommt Apples AR/VR-Headset schon 2020?

Auf der jährlichen Entwicklerkonferenz des Technologie-Riesen Apple gab es gute Nachrichten für Mac-Nutzer, die sich für VR interessieren.

Fast alle Global Player der Technologie-Branche sind in den vergangenen anderthalb Jahren auf den noch jungen Branchenzug der virtuellen Realität aufgesprungen. Die bislang einzige Ausnahme bildete die Firma Apple, die sich völlig unbeeindruckt von der neuen virtuellen Welt zeigte. Es gab zwar Geflüster, dass Apple irgendetwas mit dem Augmented Reality-Startup Magic Leap zu tun haben könnte, bezüglich VR blieb es aber still. Das lag natürlich nicht zuletzt auch daran, dass Apples Computer schlicht die Hardware-Voraussetzungen für VR nicht erfüllten.

Bis zum gestrigen Tag. Da fand nämlich die jährliche Worldwide Developers Conference statt. Dabei handelt es sich um eine Veranstaltung, die sich in erster Linie an Software-Entwickler richtet, die für Apples Betriebssysteme MacOS und iOS entwickeln. Apple enterte nun über die Keynote zur Konferenz den VR-Markt und hatte dabei einige Überraschungen parat.

SteamVR und HTC Vive offiziell unterstützt

Steam wird ja bereits auf Mac-Geräten unterstützt, allerdings müssen natürlich weiterhin spezielle Versionen von Spielen veröffentlicht werden, damit Spiele auf dem Mac-Betriebssystem laufen. Nun wird Valve seine VR-Plattform SteamVR ebenfalls für den Mac zugänglich machen.

Auf Apples Mac-Geräten wird Steam VR in Zukunft laufen - und die HTC Vive ist ebenfalls komptatibel. © Apple

Auf Apples Mac-Geräten wird Steam VR in Zukunft laufen – und die HTC Vive ist ebenfalls kompatibel. © Apple

Damit einher geht die Kompatibilität der HTC Vive mit Apples Computer-System, was an sich eine kleine Überraschung darstellt, schließlich hätte man vielleicht ein Apple-eigenes VR-Headset erwarten können. Von der Oculus Rift war nichts zu sehen oder zu hören, Oculus muss sein Headset nun für die Nutzung von SteamVR unter einem Mac-Betriebssystem anpassen.

HTC Vive Demo von ILM

Das vom Star Wars-Erfinder George Lucas gegründete Unternehmen für Spezialeffekte und Animationen, Industrial Light & Magic (ILM), zeigte auf der Apple-Keynote eine kurze Demo, die die Möglichkeiten von VR auf einem der neuen Mac-Computer demonstrieren sollte. Als VR-Brille kam eine HTC Vive zum Einsatz.

Mit Hilfe des Unreal Engine VR Editors zeigte das Filmstudio, wie Entwickler in Zukunft auf einem Mac Inhalte für VR in VR bauen können. Verwendet wurden natürlich Star Wars-Assets. Lauren Ridge von Epic Games platzierte etwa ein Imperiales Shuttle und auch Darth Vader hatte einen kurzen Auftritt.

Neue Grafik-API für VR: Metal 2

Die neue VR-Affinität braucht natürlich neue Hardware (dazu gleich mehr in diesem Artikel), aber auch eine gute Grafik-Schnittstelle (API). Die wurde von Apple gleich mitgeliefert und heißt Metal 2. Die neue API soll eine bis zu zehnfach höhere Leistung bringen als die vorherige Version und für die Anbindung an VR-Displays optimiert sein.

Die neue Grafikschnittstelle Metal 2 bringt VR auf den Mac - vorausgesetzt die Hardware stimmt. © Apple

Die neue Grafikschnittstelle Metal 2 bringt VR auf den Mac – vorausgesetzt die Hardware stimmt. © Apple

Im Zuge dessen kündigte Apple an, dass sowohl die Unreal Engine als auch die Unity Engine, welche aktuell die beiden führenden Engines für VR-Kreationen sind, Mac-Unterstützung bekommen und mit der neuen API funktionieren. Entwickler können damit nun auch auf einem Apple-Computer VR-Inhalte erstellen.

Apples Videobearbeitungsprogramm Final Cut Pro X wird zudem ebenfalls aufgerüstet und erlaubt in Zukunft die Bearbeitung von 360-Grad-Videos. Damit zieht Apple mit dem Konkurrenten Adobe gleich, dessen Videosoftware Premiere Pro schon lange VR-Unterstützung hat.

Neue Hardware: iMac Pro und externe Grafik-Einheit für Macbook

Damit VR auf einem Mac laufen kann, muss erstmal die Hardware an die neue Technologie angepasst werden. Apple kündigte deshalb die ersten VR-fähigen Computer an. Dafür bekommt der iMac eine Frischzellenkur. Der 27-Zoll-iMac bekommt Intel’s Kaby Lake CPUs mit bis zu 4,5 GHz sowie bis zu 64 GB Arbeitsspeicher verbaut. AMDs Radeon Pro 570, 575 und 580 sorgen mit bis zu 8 GB VRAM für eine bis zu 80 Prozent höhere Darstellungsleistung. Diese iMacs starten preislich bei knapp 1.800 US-Dollar.

Die iMacs werden für die Anforderungen von VR angepasst. © Apple

Die iMacs werden für die Anforderungen von VR angepasst. © Apple

Im Dezember 2017 erscheint dann der iMac Pro mit spezieller Kühl-Technologie. Die kleinste Version mit einer Achtkern-Xeon-CPU und 32 GB DDR4-RAM, wird von einer AMD Radeon Pro Vega mit 8 GB VRAM befeuert. Alle Komponenten sowie die SSD-Festplatte (1 TB) können auch in größeren Varianten (beispielsweise mit einer 18-Kern-CPU) bestellt werden. Der Preis ist allerdings – wie bei Apple üblich – gesalzen: Die kleine Version des iMac Pro gibt’s für schlappe 5.000 US-Dollar.

Die VR-Lösung für Macbooks ist dagegen erstmal nur für Entwickler vorgesehen: Eine externe Grafikeinheit mit einer AMD Radeon RX 580 GPU wird über den Thunderbolt-Anschluss (Apples Variante eines USB-Anschlusses) verbunden. Damit sollen auch anspruchsvollere Anwendungen (beispielsweise in VR) unterstützt werden. In den folgenden Monaten sollen dann auch für den Endverbraucher solche Grafik-Kits zur Verfügung gestellt werden.

Mit einer externen Grafikeinheit werden sogar Macbooks VR-fähig. Derzeit gibt es das Zusatz-Kit aber nur für Entwickler. © Apple

Mit einer externen Grafikeinheit werden sogar Macbooks VR-fähig. Derzeit gibt es das Zusatz-Kit aber nur für Entwickler. © Apple

Neues Betriebssystem: High Sierra

Bislang läuft alles bei Apple unter dem Betriebssystem Sierra. Damit die ganzen angekündigten Features und Verbesserungen vernünftig laufen, musste auch das MacOS ein Update erfahren: Das neue Betriebssystem High Sierra ist als Entwickler-Beta bereits gestartet und wird im Juni als offene Beta für Mac-Nutzer zur Verfügung stehen.

Fazit

Dass Apple nun ebenfalls im Reigen des jungen VR-Zirkus mittanzt, ist ein weiteres deutliches Zeichen dafür, dass VR eine Zukunft hat. Selbst ohne eigenes HMD ist die Technologie offenbar groß genug, dass auch Apples abgeschlossenes Ökosystem eine Notwendigkeit darin sieht, VR zu integrieren und die Türen (zumindest einseitig) in populäre Plattformen zu öffnen. Steam VR an Bord zu holen ist dabei nichts anderes als smartes Wirtschaftsdenken: Die größte Spieleplattform der Welt nicht einzubinden, wäre schlicht dumm gewesen.

Überraschend ist dabei allerdings die Entscheidung, diesen Weg mit der HTC Vive zu gehen. Nicht aus technischen Gründen, die HTC Vive hat nicht umsonst viele Fans unter Entwicklern und verkauft sich auch besser als die Oculus Rift: Aber es wäre durchaus denkbar gewesen, dass Apple eine eigene VR-Brille auf den Markt schmeißt. Für HTC ist das ein weiterer Coup, der Auswirkungen auf den Wettbewerb mit Oculus haben dürfte. Die Facebook-Tochter muss nämlich hier erst einmal nachziehen, um den Mac-Markt für sich zu erschließen. Auf der Keynote wurde Oculus jedenfalls nicht erwähnt.

Auch wenn die neue VR-Hardware von Apple sich eher an der unteren Einstiegsgrenze für VR befindet (zumindest in der für normalsterbliche Nutzer bezahlbaren Version): Unterm Strich ist Apples Ausrichtung auf den VR-Markt zu begrüßen, denn damit erhöht sich – trotz des abgeschlossenen Apple-Ökosystems – die Kundenbasis für VR. Und je mehr Kunden eine Technologie generieren kann, desto mehr und bessere Elemente werden dafür entwickelt. Für uns VR-Liebhaber kann das nur positiv sein.

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