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Wird die Oculus Quest mehr Leute für VR begeistern?

Mit der Oculus Quest will Facebook die Lücke zwischen Oculus Go und Rift schließen. © Oculus

Oculus hat sein neues autarkes VR-System Quest zu einem kritischen Zeitpunkt angekündigt, denn der aufkeimende Markt für Virtual Reality stagnierte zuletzt. Welche Impulse wird die neue VR-Brille senden und wie wahrscheinlich ist ein Erfolg bei der breiten Masse?

In diesem Artikel beantworten wir folgende Fragen:

  • Wie sehen die Erfolgsaussichten der Oculus Quest aus?
  • Welche Auswirkungen auf den VR-Markt wird die neue VR-Brille haben?
  • Warum ist Standalone VR für die weitere Entwicklung des Marktes bedeutsam?

Die Oculus Quest ist ein großes Versprechen für die Zukunft von Virtual Reality. Sie verspricht einerseits, den Komfort von Standalone VR-Brillen mit dem immersiven Roomscale-Erlebnis aktueller PC-Headsets zu verbinden und so eine für jedermann attraktive VR-Erfahrung zu bieten.

Darüber hinaus liegen auf ihr die Hoffnung der VR-Entwickler, endlich eine Plattform für ihre Inhalte zu bekommen, die einen größeren Kreis an potentiellen Käufern erreicht. Welche Erfolgsaussicht hat die neue Quest-Brille am Markt und wie wird sie die zukünftige Marktentwicklung beeinflussen?

Oculus Quest: Das beste aus zwei (virtuellen) Welten?

Das für das Frühjahr 2019 angekündigte Quest-Headset ist nach Oculus Rift und Oculus Go die dritte und letzte VR-Brille von Oculus‘ erster Generation an VR-Hardware. Sie kombiniert das bis jetzt gesammelte Know-How der Facebook-Tochter und stellt uns eine zwischen Nutzerfreundlichkeit und Leistung ausbalancierte VR-Erfahrung in Aussicht.

Die autarke Oculus Quest erscheint im Frühjahr 2019. © Oculus

Die autarke Oculus Quest erscheint im Frühjahr 2019. © Oculus

Auf dem Paper klingt die Oculus Quest vielversprechend: Volles 360 Grad-Bewegungs-Tracking von Headset sowie Touch-Controllern und das ohne externe Sensoren oder nervige Kabel. Darüber hinaus lockt ein potentiell größerer Spielbereich als bei der an den PC gebundenen Highend-Brille Oculus Rift.

Oculus verschreibt sich mit der Quest dabei ganz und gar den Spiele-Fans. Versprochen wurde ein auf VR-Spiele ausgelegtes Stück Hardware, auf dem selbst aufwendige Spieleproduktionen laufen soll. Dieses Bekenntnis stimmt zuversichtlich, wirft aber auch Fragen auf.

Werden Spiele-Fans der Quest zum Durchbruch verhelfen?

Wir wissen inzwischen, dass die Innereien der Quest praktisch eine Weiterentwicklung der Oculus Go darstellen. Ihre Rechenpower soll ungefähr der Leistung der Last-Gen-Konsolen PlayStation 3 und Xbox 360 entsprechen. Werden diese Spezifikationen wirklich ausreichen, um uns eine flüssige, kompromisslose VR-Spielerfahrung zu gewähren?

Wir können uns gut vorstellen, dass ein lineares VR-Abenteuer wie das großartige Moss sicherlich auch auf der Quest gut funktionieren wird. Was ist aber mit einem zukünftigen Highend-Titel wie dem auf der E3 2018 angekündigten Stormland?

Selbst ein Skyrim VR treibt bereits die PlayStation 4 in Kombination mit dem PSVR-Headset an ihre Grenzen. Ist Bethesdas VR-Rollenspiel also überhaupt auf einer Hardware möglich, die der Vorgänger-Konsole PS3 entspricht?

Videospieler sind sicherlich die Zielgruppe, die sich am einfachsten für Investitionen in den VR-Markt begeistern lässt. Aber Spiele-Fans sind eben auch sehr anspruchsvoll. Sollte das Launch-Lineup enttäuschen oder die Performance der Hardware unter den Erwartungen liegen, könnten selbst enthusiastische Spieler die autarke Brille schnell links liegen lassen.

Standalone VR: Die große Hoffnung des VR-Marktes?

Der vielversprechendste Aspekt der Oculus Quest ist eindeutig ihre Standalone-Fähigkeit. Denn während der Markt für PC- oder Konsolen-gebundene VR-Brillen im Laufe des Jahres 2018 stark eingebrochen ist, scheint sich zumindest die autarke Oculus Go ganz gut zu schlagen.

Für genaue Analysen fehlen uns leider aussagekräftige Zahlen – diese hält Oculus nämlich nach wie vor hinter blumigen Aussagen unter Verschluss. Insgesamt scheint sich aber das Interesse der Käufer ganz klar in Richtung autarke Headsets zu verschieben, von PlayStation VR einmal abgesehen. Beste Startvoraussetzungen also für die Quest-Brille.

VR-Spiele ohne Kabelsalat und externe Sensoren; Das verspricht Oculus Quest. © Oculus

VR-Spiele ohne Kabelsalat und externe Sensoren; Das verspricht Oculus Quest. © Oculus

Mit ihren 399 Dollar Eintiegspreis positioniert sich die Oculus Quest neben der Lenovo Mirage Solo und deutlich unter dem Preis der nach wie vor nur in China erhältlichen Vive Focus. Im Umfeld der anderen autarken Brillen bietet sie bis dato allerdings die einzige uneingeschränkte Bewegungserfassung.

Auch wenn die Konkurrenz an eigenen Lösungen arbeitet, wird wohl kein Mitbewerber bis Anfang nächstes Jahres ein so ausgeklügeltes System wie Oculus Insight präsentieren. Das Novum Standalone VR mit vollem Roomscale-Erlebnis könnte – die richtige Vermarktung vorausgesetzt –  der Quest zu einem Höhenflug verhelfen.

Massenmarkt-Katalysator oder Hype-Hardware?

Wird die Oculus Quest also der Katalysator sein, der Virtual Reality vom Nischen- in den Massenmarkt katapultiert? Wahrscheinlich nicht, wenn man der Marktprognose des kalifornischen VR-Beratungsunternehmens Digi-Capital glauben schenkt.

Laut den Experten wird es nämlich noch mindestens zwei weitere Jahre dauern, bis die Verkäufe von VR-Brillen merklich ansteigen werden. So gehen die Marktforscher von rund 50 Millionen eingesetzten VR-Brillen aller Arten weltweit im Jahr 2022 aus. Standalone VR-Brillen wird dabei ein Anteil von 10 bis 15 Millionen Einheiten vorausgesagt.

Schon auffallend: Ein großes Oculus Go-Werbebanner an der Warschauer Straße in Berlin. © VR-World

Die Oculus Go ist in Sachen Werbung durchaus präsent in der Öffentlichkeit – mit Erfolg, wie es scheint. © VR-World

Dem Report zufolge ist die Oculus Quest zwar ein wichtiger Schritt Richtung Massenmarkt, altbekannte VR-Probleme werden aber auch ihr einen disruptiven Erfolg verwehren. Denn so schnell wird niemand das Henne-Ei-Problem bei der Content-Produktion lösen können. Aufgrund einer kleinen Basis an VR-Besitzern fehlt es weiterhin an hochkarätigem VR-Inhalten. Aufgrund des Mangels an Inhalten greifen aber auch nur wenige Menschen zu einer VR-Brille.

Wir sind gespannt, wie sich die neue VR-Brille letztendlich schlagen wird. Die richtigen Maßnahmen vorausgesetzt, hat die Oculus Quest unserer Meinung zumindest das Potential bei vielen bisher unentschlossenen Käufern neues Interesse an der Zukunftstechnologie zu wecken.

Vieles wird deshalb davon abhängig sein, welchen Eindruck die neue Hardware beim ersten Ausprobieren hinterlässt – und das den Leuten überhaupt die Gelegenheit geboten wird, die Technik einmal selbst auszuprobieren.

In einem ausführlichen Beitrag haben wir unsere Meinung dazu geäußert, warum aktuell kaum jemand VR-Brillen kauft. Wie es derweil um Oculus‘ Hauptkonkurrenten HTC steht, erfahrt ihr in dieser Meldung über den Umsatz des taiwanischen Konzerns.

Wollt ihr noch mehr VR? Dann empfehlen wir euch wärmstens unseren Facebook-Kanal, sowie den VR-World-Newsletter (Anmeldung weiter unten auf dieser Seite).

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