Windows Mixed Reality: VR-Brillen, Release, Preise & Spiele

Windows MR bekommt fünf VR-Brillen.

Windows Mixed Reality ist die neue VR & AR-Plattform, die Microsoft etablieren will. Ihr wollt wissen, worum es sich dabei genau handelt? Wir haben alle Infos zusammengetragen.

Virtual Reality hat seit über einem Jahr eigentlich nur fünf große Vertreter: PC-basiertes VR findet über HTC Vive und Oculus Rift statt, die Konsolen werden nur mit der PlayStation VR bedient und auf dem mobilen Sektor sind Gear VR und Google Daydream Spitzenreiter.

Der Markt braucht freilich noch mehr Konkurrenz, eine größere Verbreitung und – ganz wichtig! – mehr Inhalte, die potentielle Nutzer in die virtuelle Realität holen.

Microsoft kommt nach der ursprünglichen Ankündigung ihrer VR-Brillen nun mit der Windows Mixed Reality-Plattform auf den Markt. Anlässlich der vielen neuen Infos der letzten Tage fassen wir in unserem FAQ alle Infos zusammen, die wir bisher auftreiben konnten.

Zukünftig aktualisieren wir diesen Artikel, so dass ihr hier ganz zentral alles mitbekommt, was es Neues zum Thema Windows MR und den dazugehörigen Brillen gibt.

Was ist Windows Mixed Reality?

Der Begriff an sich ist im Hinblick auf die VR-Headsets vollkommen irreführend: Die ersten Versionen der Windows-MR-HMDs sind samt und sonders reine VR-Headsets.

Windows Mixed Reality bezieht sich a) auf die gesamte Plattform und b) sollen in Zukunft die Grenzen zwischen augmentierter (AR) und virtueller Realität (VR) verschwimmen. Außerdem ist laut Microsofts Director of Communications for Mixed Reality, Greg Sullivan, schon die Erkennung des realen Fußbodens durch die Headsets Mixed Reality. Kann man so sehen, muss man aber nicht.

Mixed Reality bezeichnet eigentlich eine Technologie, die der Augmentierten Realität sehr nahesteht. Darin wird die Wirklichkeit mit Elementen der digitalen, also virtuellen Realität angereichert (oder umgekehrt). Microsoft möchte zukünftig die Grenzen zwischen realer, digitaler und virtueller Welt nahtlos ineinander übergehen lassen – je nach Anwendung. Wie der Redmonder Technologiekonzern sich das vorstellt, könnt ihr im folgenden Video sehen.

Als Plattform soll Windows Mixed Reality neben Virtual Reality auch die AR-Applikationen beinhalten, die mit der realitätserweitendernden HoloLens kompatibel sind. Microsofts AR-Brille befindet sich aktuell aber noch in der Entwicklung. Das Dev Kit kostet derzeit satte 3.000 Euro, eine bezahlbare Version für Konsumenten erwarten wir nicht vor 2019.

 Systemvoraussetzungen und PC-Check

VR benötigt in der Regel leistungsstarke Rechner, damit dauerhaft die empfohlenen 90 Hz Bildwiederholungsrate erreicht werden. Allerdings unterscheidet Microsoft zwischen Rechnern mit separater und integrierter Grafikkarte und legt dafür unterschiedliche Systemvoraussetzungen fest. Mit einem kostenlosen Tool könnt ihr feststellen, ob euer PC oder Notebook fit für Windows Mixed Reality fit.

 Desktop-PC / Notebook (separate Grafikkarte)Desktop-PC / Notebook (integrierte Grafikkarte)
BetriebssystemWindows 10 Fall Creators UpdateWindows 10 Fall Creators Update
ProzessorIntel Core i5-Reihe oder AMD FX-4350 4,2 GHzIntel Core i5-Reihe
GrafikkarteNVidia GTX 965M oder AMD RX 460 oder besserIntegrated Intel HD Graphics 620 oder besser
Arbeitsspeicher8GB DDR38GB DDR3
Speicherplatz10 Gigabyte10 Gigabyte
Videoausgang1 x HDMI 1.4 oder DisplayPort 1.21 x HDMI 1.4 oder DisplayPort 1.2
USB-Anschluss1 x USB 3.0 Type-A oder Type-C1 x USB 3.0 Type-A oder Type-C
BluetoothBluetooth 4.0Bluetooth 4.0

VR-Brillen für Windows MR

Microsoft produziert die Brillen nicht selbst, sondern lässt sie von Partnern herstellen. Insgesamt wurden bislang acht VR-Headsets von folgenden Herstellern für Windows Mixed Reality angekündigt: Acer, ASUS, Dell, Fujitsu, HP, Lenovo, Medion und Samsung.

Update: Es wurde bekannt (Stand 26.09.2017), dass Samsung wohl ebenfalls an einem Windows MR-Headset schraubt. Diese Gerüchte haben sich mit einem weiteren Leak am 03.10.2017 bestätigt.

Update 2: Medion hat nun ebenfalls ein VR-Headset für Windows MR veröffentlicht.

Update 3: Fujitsu hat offenbar ebenfalls ein Headset in Arbeit, das 2018 erscheinen soll. Allerdings gilt das wohl erstmal nur für den japanischen Markt.

Technische Spezifikationen (Auflösung, Bildwiederholungsrate, FOV)

Die Windows MR-Brillen unterscheiden sich technisch kaum voneinander. Sie besitzen zwei 3-Zoll- LCD-Displays mit je 1.440 x 1.440 Pixeln Auflösung. Das für LCD-Displays typische „Nachziehen“ soll durch eine spezielle Technologie namens „Impulse Backlighting“ verhindert werden. Vive und Rift nutzen hingegen OLED-Displays mit einer Auflösung von lediglich 1.080 x 1.200. Ausreißer ist Samsungs Odyssey-Brille: Sie besitzt OLED-Displays mit einer Auflösung von jeweils 1.440 x 1.600 Pixeln.

Die Bildwiederholungsrate aller Windows-Brillen liegt bei bis zu 90 Hz. Schwächere PCs oder Notebooks (siehe den Abschnitt zu den Systemvoraussetzungen) werden automatisch auf 60 Hz heruntergeregelt. Die geringere Bildwiederholungsrate kann bei anfälligen Personen theoretisch schneller zu Motion Sickness führen.

Das Sichtfeld (FOV) ist allerdings mit 95 Grad satte 15 Grad kleiner als das der Konkurrenz (Vive, Rift: 110 Grad). Samsungs VR-Brille liegt allerdings gleichauf mit Vive & Rift und bringt ebenfalls 110 Grad Sichtfeld mit. Das Gewicht der Brillen liegt durchschnittlich bei rund 400 Gramm, ein Kabel verbindet das Headset mit dem jeweiligen Rechner.

Promo-Bild der vorgestellten VR-Brillen für Windows 10

Schwächere PCs oder Notebooks sorgen dafür, dass die Bildwiederholungrate der Windows MR-Headsets auf 60 Hz herunteregelt wird.

Vergleich der Windows Mixed Reality-Headsets

In der folgenden Tabelle findet ihr alle Informationen zu den technischen Spezifikationen der VR-Brillen für Windows Mixed Reality. Sofern Daten noch nicht vorhanden sind, tragen wir sie nach, sobald sie uns vorliegen.

AcerASUSDell
Visor
FujitsuHPLenovo ExplorerMedion Erazer X1000Samsung Odyssey
Auflösung
Gesamt
2.880
x
1.440
2.880
x
1.440
2.880
x
1.440
2.880
x
1.440
2.880
x
1.440
2.880
x
1.440
2.880
x
1.440
2.880
x
1.600
Auflösung
pro Auge
1.440
x
1.440
1.440
x
1.440
1.440
x
1.440
1.440
x
1.440
1.440
x
1.440
1.440
x
1.440
1.440
x
1.440
1.440
x
1.600
Pixeldichte
Bildwieder-
holungsrate
bis zu
90 Hz
bis zu
90 Hz
bis zu
90 Hz
bis zu
90 Hz
bis zu
90 Hz
bis zu
90 Hz
bis zu
90 Hz
bis zu
90 Hz
Sichtfeld (FOV)bis zu
105 Grad
95 Gradbis zu
105 Grad
100 Gradbis zu
105 Grad
bis zu
105 Grad
bis zu
105 Grad
bis zu
110 Grad
Gewicht400g380g
IPD Anpassungneinneinneinneinneinja
Audio-Ausgang3,5mm
Klinke
3,5mm
Klinke
3,5mm
Klinke
3,5mm
Klinke
3,5mm
Klinke
3,5mm
Klinke
3,5mm
Klinke
3,5mm
Klinke
Anschluss1x HDMI 2.0
1x USB 3.0
1x HDMI 2.0
1x USB 3.0
1x HDMI 2.0
1x USB 3.0
1x HDMI 2.0
1x USB 3.0
1x HDMI 2.0
1x USB 3.0
1x HDMI 2.0
1x USB 3.0
1x HDMI 2.0
1x USB 3.0
1x HDMI 2.0
1x USB 3.0
TrackingInside-OutInside-OutInside-OutInside-OutInside-OutInside-OutInside-OutInside-Out
Extrashochklapp-
bare Brille
hochklapp-
bare Brille
hochklapp-
bare Brille
hochklapp-
bare Brille
hochklapp-
bare Brille
hochklapp-
bare Brille

 Das Tracking-System der Windows-Headsets

Inside-Out. Ein externes System wie das Lighthouse für die HTC Vive ist nicht notwendig. Zwei Kameras am Headset tracken unsere Position und Bewegung im Raum sowie die Bewegungscontroller. Das Tracking soll dabei sehr gut funktionieren und sogar in den „toten Winkeln“ (also beispielsweise seitlich hinter dem Nutzer oder beim Griff über die Schulter zum Rücken) überwiegend zuverlässig arbeiten. Perfekt soll es aber auch nicht sein, Aussetzer kommen wohl vor.

Laut dem Magazin c’t wird dieses Tracking sehr stark durch Software unterstützt. Die Berechnungen verwenden dabei ein Standard-Modell des menschlichen Körpers, das festlegt, welche Handbewegungen möglich sind und welche nicht. Ob sich das auch im Langzeittest mit einem bewegungsintensiven Spiel bewährt, müssen wir abwarten.

Welche Bewegungscontroller unterstützen die Windows MR-Brillen?

Microsoft hat vor einiger Zeit seine Motion Controller für Windows VR angekündigt. Diese werden mit allen Headsets kompatibel sein. Darüber hinaus bietet Dell eine eigene Variante dieser Controller für seine Visor-Brille an. Die Controller kosten voraussichtlich rund 100 Euro.

Während das Tracking der Windows-Bewegungscontroller laut Presseberichten überwiegend akkurat arbeiten soll, wird auch berichtet, dass sie nicht so gut in der Hand liegen wie etwa die Oculus Touch Controller. Letztere werden aufgrund des abweichenden Tracking-Verfahrens (ebenso wie die kommenden Valve Knuckles) aller Voraussicht nach nicht mit Windows MR-Headsets verwendbar sein, es sei denn, Microsofts neue Programmierschnittstelle Direct Reality macht es möglich.

Microsofts neue Bewegungs-Controller für Windows Mixed Reality. © Microsoft

Microsofts neue Bewegungs-Controller für Windows Mixed Reality.

Infos über Preise und Release-Termine

Am 17. Oktober 2017 hat Microsoft das Fall Creators Update für Windows 10 veröffentlicht. Damit wurde die volle Funktionalität für die Windows Mixed Reality-Plattform eingeführt.

HeadsetPreisControllerRelease
Acer449 €nicht inklusive17. Oktober 2017
Asus449 €inkl.Frühjahr 2018
Dell Visor499,99 €inkl.17. Oktober 2017
Fujitsuca. 450 $inkl. Dezember 2017 (Japan)
HP449 €nicht inklusive17. Oktober 2017
Lenovo Explorer449 €nicht inklusive17. Oktober 2017
Medion Erazer X1000449 €inkl.20. Oktober 2017
Samsung Odyssey499 $inkl.06. November 2017 (USA)

Offizielle Angaben zu den Europreisen gibt es bislang für die Geräte von Acer, ASUS, Dell, HP, Lenovo und Medion. Wir werden die Daten natürlich anpassen, sobald sie uns vorliegen.

Die Kosten von Windows Mixed Reality-Headsets inklusive Bewegungscontrollern liegen also voraussichtlich bei rund 450 Euro und damit 140 Euro unter dem künftigen Preis der Oculus Rift und 250 Euro unter der HTC Vive. Die Samsung Odyssey VR-Brille wird vorerst nicht in Europa erscheinen und das Hedset von Fujitsu ist erstmal nur für den japanischen Markt geplant.

 Spiele und Anwendungen

Virtual Reality braucht Inhalte, um erfolgreich zu sein. Während Oculus im Rahmen seiner Exklusivitätspolitik Geld in einzelne Entwicklerstudios buttert, die dann hochwertige Inhalte wie etwa Lone Echo oder Robo Recall entwickeln, sorgen vor allem die Indie-Studios auf Steam für neue (und teilweise großartige) Spielkonzepte. Windows MR bedient sich vor allem bei den existierenden VR-Inhalten, zum Start der Plattform werden keine eigenen Produktionen veröffentlicht.

Microsoft kündigte unter anderem folgende Spiele und Apps für Windows Mixed Reality an:

AnwendungArt
Bemerkung
Ark ParkErfahrung / SpielVR-Auskopplung von ARK: Survival Evolved
Ancient AmuletorSpielHelden-basiertes Tower-Defense-Spiel
Arizona SunshineSpielZombieapokalypse mit Story
BigscreenAnwendungVirtueller Desktop
Bullet Sorrow VRSpielWave-Shooter
Dark Legion VRSpielShooter
HuluAnwendungStreaming-App für TV und Filme
I Expect You To DieSpielEscape-Room / Puzzle
Jaunt VRAnwendungKuratierte 360-Video-App, unterstützt Cortana-Sprachsteuerung
Life VRAnwendungPlattform für immersive VR-Erfahrungen
ObductionSpielUmsetzung des PC-Spiels für VR
RecRoomSocial VRSich mit anderen Leuten in VR treffen, quatschen, Mini-Spiele spielen
SkyworldSpielRundenstrategie meets Echtzeitstrategie
Space Pirate TrainerSpielerWave-Shooter
Superhot VRSpielZeitlupen-Shooter

Wird es Minecraft und Halo in VR geben?

Gut, dass ihr fragt. Denn diese beiden Spielwelten sind tatsächlich für Windows Mixed Reality angekündigt worden. Allerdings war es das auch schon beinahe alles an Infos dazu. Halo VR wird einige VR-Erfahrungen bekommen, diese werden vom Halo-Studio 343 Industries höchstselbst entwickelt.

Update 04.10.2017: Mit Halo: Recruit ist die erste VR-Erfahrung für das Halo-Universum angekündigt worden. Anders als erwartet kommt die sehr kurze und inhaltsarme Erfahrung nicht von 343 Industries, sondern von Endeavor One.

Mit Minecraft besitzt Microsoft eines der erfolgreichsten Spiele aller Zeiten, dass sich ungebremster Beliebtheit erfreut. Da überrascht es nicht, dass Minecraft auch für VR auf die Windows MR-Plattform kommen soll. Wann und wo und wie – darüber schweigt sich Microsoft aber noch aus.

Das Halo-Franchise wird von Microsoft für VR umgesetzt.

Das Halo-Franchise wird von Microsoft für VR umgesetzt.

Kompatibilität mit SteamVR und Oculus Store

Microsoft kündigte an, dass die Windows MR-Brillen SteamVR unterstützen werden. Allerdings befindet sich die Integration der Headsets in SteamVR noch am Anfang und wird nicht mit dem Start des Windows 10 Fall Creators Update am 17. Oktober 2017 kommen. Wann es soweit sein wird, ließ Microsoft offen.

Update 04:10.2017: Auf einem Event in San Francisco kündigte Microsoft an, die SteamVR-Unterstützung noch vor Weihnachten 2017 zu ermöglichen.

Der „Walled Garden“ von Oculus, der Oculus Store, wird nach aktuellem Informationsstand auch zukünftig keine anderen Geräte zulassen. Zwar gab es in der Vergangenheit einige Absichtserklärungen, allerdings wird Oculus – wenn überhaupt – erst bei einem universellen VR-Standard andere Headsets zulassen.

Können Windows-Headsets per Revive auf den Oculus Store zugreifen?

Theoretisch ist das möglich, so Jules Blok, Entwickler des ReviveHacks für HTC Vive gegenüber dem englischen Magazin Road to VR. Allerdings hängt das davon ab, wie die Windows VR-Brillen an SteamVR gekoppelt sind. Nutzt Microsoft hier die offiziellen Open VR-Treiber, dann ist eine Nutzung von Revive für Windows-Brillen kein Problem und kann schnell möglich gemacht werden.

Sollte sich jedoch herausstellen, dass Microsoft eine spezielle, eigene Anbindung an Steam bekommt, wird sich der Hack-Autor nach eigenen Aussagen wahrscheinlich das zeitaufwendige Schreiben eines neuen Codes schenken.

Robo Recall ist ein Oculus-Exclusivtitel, der über Revive mit der HTC Vive gespielt werden kann. Ob es Revive auch für Windows MR-Brillen geben wird, ist noch offen.

Kann ich mit einer HTC Vive oder Oculus Rift auf Inhalte im Windows Store zugreifen?

Das komplett unterschiedliche Trackingsystem könnte hier von vornherein dafür sorgen, dass andere VR-Headsets nicht mit Anwendungen im Windows Store kompatibel sind.  Allerdings arbeitet Microsoft an einer eigenen Programmierschnittstelle namens Direct Reality, die eine Art Standard für VR-Headsets herstellen soll, die dann ungeachtet der Marke gleichermaßen auf alle Anwendungen zugreifen können.

Inwiefern Direct Reality in Konkurrenz zum OpenXR-Standard der Khronos Gruppe steht, muss sich noch zeigen.

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