Welcome to Wacken

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8

VR-World Rating

Welcome to Wacken in der VR-Filmkritik: Perspektive ist alles

Direkt zum Fazit

Ein Metal-Festival erleben, ohne aufs Duschen zu verzichten oder auf schlammigem Boden zu zelten? Die interaktive Musikdokumentation Welcome to Wacken macht das möglich. Mit Erfolg?

Wie wir kürzlich berichteten, ist Anfang Dezember der interaktive VR-Film für Samsung Gear VR, Google Cardboard und iOS erschienen. Jetzt haben wir uns mit einer Gear VR ausgestattet in den virtuellen Moshpit gestürzt um herauszufinden, wie „Metal“ Virtual Reality sein kann.

Die Geschichten hinter der Musik

Beim Wacken Open Air dreht sich natürlich (fast) alles um Musik. Anstatt aber nur ein paar Bandauftritte in VR zu zeigen, haben sich die Macher von Welcome to Wacken für einen anderen Ansatz entschieden. Wir verfolgen das Festival des Jahres 2016 nämlich abwechselnd aus der Perspektive verschiedener Fans. Jeder Protagonist steht dabei stellvertretend für einen bestimmten Typ Festivalbesucher: vom „Frischling“ bis zum Veteran.

Welcome to Wacken ist auch ein Film über die Besucher des Festivals.

Welcome to Wacken ist vor allem ein Film über die Besucher des Festivals.

Damit das Ganze auch überzeugend umgesetzt wird, haben Banger Films und Secret Location sich den renommierten Regisseur Sam Dunn ins Boot geholt. Dunn ist kein unbeschriebenes Blatt im Musikfilm-Metier. Der selbsterklärte Metal-Fan führte zum Beispiel 2005 bei Metal: A Headbanger’s Journey Regie und gewann vor kurzem einen Emmy für die Netflix-Doku Hip Hop Evolution, bei der er als Produzent tätig war.

Dass der Mann weiß, was er tut, wird bei Welcome to Wacken im Wortsinn offensichtlich. Anders als bei einer klassischen Doku ist der Film interaktiv gestaltet. Als „Basis“ dient eine computeranimierte Version des Festivalgeländes,. Dort entscheiden wir, aus wessen Perspektive wir Wacken erleben wollen.

Anfangs ist nur das ersten Kapitel verfügbar, das die Wacken-Erfahrung der Festival-Neulinge Lee und Chrissy aus Neuseeland porträtiert. Nach und nach schalten wir weitere Episoden und kurze Videoclips, die das Festivalgeschehen aus interessanten Blickwinkeln zeigen, frei.

Die CGI-Ruhe vor dem 360 Grad-Filmsturm.

Die CGI-Ruhe vor dem 360 Grad-Filmsturm.

Schlammtastische Immersion mit kleinen Schönheitsfehlern

Optional können wir aber auch sämtliche Inhalte vom Start weg freischalten. Auch ist es möglich, die einzelnen Videokapitel zu streamen oder herunterzuladen. Wir empfehlen unbedingt letzteres, da die Streams von der Bildqualität deutlich schlechter sind.

Entscheiden wir uns für die Download-Variante, stellt sich von Anfang an ein echtes Mittendrin-Gefühl ein. Jederzeit können wir uns umdrehen und sehen, was neben oder hinter uns passiert – und das ist einiges. Allerdings geht manchmal kurzzeitig die Bildrate spürbar in die Knie.

Ob das an den Limitierungen des Smartphones liegt, erfahren wir spätestens, wenn Welcome to Wacken wie angekündigt auch für HTC Vive und Oculus Rift erscheint.

Filmisch überzeugt die immersive Dokumentation: Wir erfahren in den kurzen Episoden viel Interessantes über das Open Air und seine Besucher, die Protagonisten sind ebenso divers wie sympathisch.

Der Ton macht die Musik

Der Film ist komplett auf Englisch, eine deutsche Synchronisation oder Untertitel gibt es leider nicht. Die Vertonung ist aber durchweg gut gelungen. Allerdings sind dafür ein paar ordentliche Kopfhörer nötig. Nutzen wir die Smartphone-Lautsprecher, geht sehr viel Immersion verloren.

Hart gerockt wird bei Welcome to Wacken natürlich auch. Beim virtuellen Auftritt der Band Arch Enemy gibt es ordentlich was auf die Ohren. Hier ändert sich sogar die Tonabmischung je nach der Position, aus der wir den Gig verfolgen – ein nettes Detail.

Die Virtual Reality-Musikdoku Welcome to Wacken gibt es für

Das ist gut

  • Interessanter Blick auf Festival und Besucher
  • Sympathische Protagonisten
  • Gute Vertonung

Das geht besser

  • Schwankende Bildqualität

Fazit

Welcome to Wacken ist eine sehr immersive Musik-Doku mit viel Herz und einem Schuss Interaktivität. Einzig die schwankende Bildqualität trübt das ansonsten fantastische Festival-Feeling ein wenig.
8

VR-World Rating

Bild: 7
Sound: 10
Story: 9
Immersion: 8
Umfang: 5
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