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VR Optician: Sehstärke-Einsätze im Test

Hardware HTC Vive Kategorie Oculus Rift VR-Reviews

VR Optician Sehstärke-Einsätze im Test: Ideallösung für Brillenträger

Direkt zum Fazit

Sehstärke-Einsätze bieten die Möglichkeit, ohne Brille oder Kontaktlinsen VR-Brillen zu nutzen. Wir haben die Ausführung von VR Optician getestet. Wie gut ist der Brillenersatz?

High End-VR-Brillen wie Oculus Rift, HTC Vive oder HTC Vive Pro entführen uns auf überzeugende Art in immersive, fremde Welten. Trotzdem sind sie in einem Punkt an die Realität gebunden: Eine Sehschwäche des Trägers können sie nicht ausgleichen. Das deutsche Unternehmen VR Optician hat es sich zum Ziel gesetzt, das zu ändern – mit großem Erfolg.

Die Brille unter der VR-Brille

Von außen betrachtet mögen Rift, Vive & Co. ob ihres Formfaktors ein wenig klobig wirken. Allerdings ist unter den VR-Headsets – insbesondere im Fall von Oculus‘ Headset – erstaunlich wenig Platz, um zusätzlich eine Brille zur Korrektur einer Fehlsichtigkeit zu tragen. Selbst, wenn das Gestell die von Oculus angegebenen Maximalmaße (142mm Breite, 50MM) unterschreitet, wird das nach einer Weile unbequem.

© Optik Planet

Eine Oculus Rift mit installierten VR Optician Sehstärke-Linsen. © VR Optician

Unter einer HTC Vive ist im Vergleich ein wenig mehr Freiraum, trotzdem ist das Konstrukt „Brille + VR-Brille“ auch hier nicht optimal. Gern beschlägt die normale Brille aufgrund der mangelnden Luftzirkulation besonders dann, wenn wir schweißtreibende VR-Erfahrungen konsumieren. Außerdem droht immer die Gefahr, die empfindlichen Headset-Linsen mit unserem Brillengestell zu verkratzen.

Hohe Qualität trifft umfangreiche Auswahl

Kontaktlinsen wiederum verträgt nicht jeder gleichermaßen gut, und unter dem Headset trocknen sie definitiv schneller aus als in „freier Wildbahn“. Mehrere Hersteller bieten daher eine dritte Option an: zusätzliche Einbaulinsen in Sehstärke. Dazu zählt auch das in Süddeutschland beheimatete Unternehmen VR Optician.

Hinter der Firma steckt ein Team aus VR-Enthusiasten mit beruflichem Background im Optik-Sektor, das die Adapter in Eigenregie entwickelt hat. In der Fertigung kommt SLS-Druck (eine lasergestütze, hochpräzise Variante des 3D-Drucks) zum Einsatz. Die verwendeten Gläser werden von Carl Zeiss Vision, wahlweise sogar mit BlueProtect-Beschichtung für Schutz gegen blau-violettes Licht, produziert.

© Optik Planet

Alle notwendigen Werte für die Produktion der Sehstärke-Linsen befinden sich im Brillenpass. © Optik Planet

Sehr schön ist die Bandbreite der Fehlsichtigkeit, die die Sehstärke-Einsätze abbilden können. Sie sind in Sehstärken von -16 bis +10 Dioptrien sowie für Hornhautverkrümmungen zwischen -6 und +6 Dioptrien erhältlich, außerdem ist der Achswert in 1 Grad-Schritten im gesamten Spektrum von 0 bis 180 Grad auswählbar.

Virtual Reality in visueller Perfektion

Soviel zu Rahmenbedingungen und Theorie – aber wie schlagen sich die Zusatzlinsen im Praxis-Einsatz? Die Installation ist unkompliziert und geht in wenigen Sekunden vonstatten. Mit einem simplen Clip-System befestigen wir die Einsätze mit einem Handgriff auf den Linsen unserer VR-Brille. Wollen wir die Linsen entfernen, geht das ebenso einfach.

Die Zusatzlinsen sind äußerst passgenau. Einmal installiert, sitzen sie exakt über den Headset-Linsen, natürlich ohne diese zu berühren. Die Schutzwirkung für die VR-Brillen-Linsen bietet somit einen netten Nebeneffekt.

Der wahre Wert der Sehstärke-Linsen zeigt sich aber erst innerhalb einer VR-Erfahrung. Dadurch, dass die Linsen auf den VR-Brillen-Linsen fixiert und perfekt auf deren Charakteristika abgestimmt sind, ist der Sweet Spot, also jener Bereich, den wir unter der VR-Brille scharf sehen, deutlich gleichmäßiger und gefühlt größer, als wenn wir unsere eigene Brille tragen.

Diese ist ja auch mit unserem Kopf und nicht mit dem Headset verbunden und auch nicht für das Zusammenspiel mit einem weiteren Paar Linsen konzipiert – dadurch können bei der Nutzung einer herkömmlichen Brille je nach Glas gerade an den Rändern des Blickfelds verstärkt Verzerrungen auftreten. Die gehören mit den Sehstärke-Einsätzen von VR Optician aber der Vergangenheit an.

VR-Härtetest bestanden

Ein weiterer Vorteil gegenüber Kontaktlinsen bzw. herkömmlichen Brillen zeigt sich in bewegungsintensiven, schweißtreibenden VR-Games wie BOXVR oder Beat Saber. Wenn wir uns viel bewegen, kann eine Brille unter dem Headset schon mal schnell unangenehm drücken – und in den vorgenannten Spielen ist ein Pausieren zum Zurechtrücken des Nasenfahrrads gar nicht möglich.

Außerdem beschlagen normale Brillengläser recht schnell, und wenn uns der Schweiß in Kontatklinsen-bewehrte Augen tropft, ist das auch nicht gerade angenehm. Auch hier punkten die Einbaulinsen Made in Germany: sie beschlagen auch bei hohen (Körper)Temperaturen unter dem Headset kaum.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es dann aber doch: Wenn wir uns viel bewegen, berühren wir mit unseren Wimpern ab und an die Gläser der Sehstärke-Einsätze, die dadurch an den oberen Rändern ein wenig an Durchblick einbüßen. Das ist allerdings Kritik auf ganz hohem Niveau – ein paar Wischer mit einem Brillenputz- oder Mikrofasertuch, und die Linsen sind perfekt gereinigt.

Preis & Verfügbarkeit

Ein Wort noch zu den Kosten: Je nach benötigter Sehstärke schlägt ein Paar Linsen mit 69 bis 229 EUR zu Buche, Gläser mit BlueProtect-Beschichtung kosten im Paar insgesamt 30 EUR zusätzlich. Qualität und Leistung der Linsen rechtfertigen den aufgerufenen Preis definitiv – gerade VR-Vielspieler mit Sehschwäche können getrost ein Auge auf die Zusatzlinsen von VR Optician werfen.

Aktuell sind die Linsen in Varianten für Oculus Rift, HTC Vive und HTC Vive Pro erhältlich. Mit einer PlayStation VR-Version experimentierte das VR Optician-Team ebenfalls, aufgrund des Formfaktors des Headsets gibt es aber keine Möglichkeit, die Adapter richtig zu fixieren.

Dafür erscheinen die Adapter bald für Oculus Go, die Veröffentlichung ist für Ende August / Anfang September 2018 geplant. Ebenfalls in Entwicklung befinden sich Linsen für die Windows Mixed Reality-Brille Samsung Odyssey, die im Oktober bzw. November dieses Jahres in den Verkauf gehen sollen.

Fazit:

Als stark kurzsichtiger VR-Nutzer möchte ich die Sehstärke-Linsen in Kombination mit meiner Oculus Rift nicht mehr missen. Die Verarbeitung ist genau wie das visuelle Erlebnis: perfekt. Wer wie ich mit Kontaktlinsen unter dem Headset schnell trockene Augen bekommt und auch gern körperlich anstrengende VR-Erfahrungen zockt, bekommt hier die ideale Zusatzhardware, die meiner Meinung nach jeden Cent wert ist.

Die VR Optician Sehstärke-Einsätze sind das richtige Hardware-Addon für euch, wenn…

  • ihr kurz- oder weitsichtig seid, aber keine Brille unter eurem VR-Headset tragen wollt
  • ihr eure Augen (ob fehlsichtig oder nicht) vor potentiell schädlichem Blaulicht schützen wollt (BlueProtect-Option)
  • euch Kontaktlinsen unter der VR-Brille schnell trockene Augen bescheren
  • ihr trotz Sehschwäche bewegungsintensive VR-Erfahrungen bei maximalem Komfort erleben wollt

Ihr braucht die VR Optician Sehstärke-Einsätze nicht unbedingt, wenn…

  • es euch nicht stört, eine Brille unter der VR-Brille zu tragen
  • kein Problem mit austrocknenden Augen habt, wenn ihr Kontaktlinsen unter dem Headset tragt

Die VR Optician Sehstärke-Einsätze für Virtual Reality-Headsets bekommt ihr…

5 Kommentare

  1. Ich kann diesen Artikel nur bestätigen und so unterschreiben. Ich hatte auf reddit auch gute Kommentare zu vroptician.com gelesen und habe mir diese Adapter bestellt. Sie sind echt TOP und im vergleich zur VR-Lens-Lab-Varianten deutlich besser. Da es ein deutsches Unternehmen ist, wird man sich über den Artikel sicherlich freuen, da Sie in Deutshcland gleube ich noch sehr unbekannt sind ?!

    Antworten
  2. Ich habe dort Linsen in meiner Stärke bestellt. Leider muss bei der Produktion ein Fehler passiert sein, denn ich sehe mit den Linsen nichts (viel schlechter als ohne). Seit Tagen erhalte ich keine Antwort auf meine E-Mails und die angegebene Rufnummer wird nicht abgenommen.

    Antworten
    • Oliver Schmiedchen

      Hi Juge,

      hast du versucht, über das Kontaktformular Kontakt aufzunehmen? In diesem Fall schreib noch einmal eine eMail an info@vr-lens.eu.

      Antworten
      • Update: Der VR Optiker hat sich gemeldet, ich war wohl zu ungeduldig. Das Problem konnte schnell festgestellt werden und man hat mir eine sehr kundenfreundliche und schnelle Lösung angeboten. Jetzt freue ich mich um so mehr und kann den VR Optiker nur empfehlen! Ich würde mich freuen, wenn ein Admin meinen ersten Beitrag ergänzen würde.

        Antworten
  3. Ich hatte zuerst Einsätze für meine Oculus Rift und inzwischen für meine HTC Vive Pro und bin mit beiden sehr zufrieden! Ich hatte Anfangs etwas bedenken, was den Tragekomfort angeht aber bei beiden Modellen war ich positiv überrascht, dass ich die Adapter in der Brille gar nicht merke. Ich kann die Adapter damit nur jedem Brillenträger empfehlen!

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