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VR-Brillen Pimax 5K/8K: Alle Infos zu Technik, Tracking & Preisen

Pimax will mit seinen VR-Brillen 5K+ und 8K neue Standards setzen. © Pimax

Das Unternehmen Pimax Virtual Reality will neue VR-Headsets mit beeindruckenden Werten an den Mann bringen. Wir haben alle Infos & Risiken zusammengetragen.

Virtual Reality steckt immer noch in den Kinderschuhen. Die erste Generation der VR-Headsets wie HTC Vive oder Oculus Rift macht vieles richtig und eröffnet uns den Blick in eine faszinierende neue Welt. Aber sie hat auch noch mit erheblichen technischen Einschränkungen zu kämpfen. Das Kabel nervt, die Auflösung ist für einige Anwendungen nicht ausreichend und auch der Tragekomfort könnte besser sein. Und obwohl mit Fallout 4 VR, Skyrim VR, Doom VFR und L.A. Noire: The VR Case Files die ersten großen VR-Spiele erschienen sind, brauchen wir weitere hochwertige Inhalte,  die nicht hinter Exklusivmauern versteckt werden.

Hier kommt der chinesische VR-Headset-Hersteller Pimax ins Spiel. Der hat bereits eine 4K-Brille auf dem Markt, die bei den Kunden gar nicht so schlecht wegkommt. Gerade das klare Bild (Gesamtauflösung von 3.840 x 2.160), das kaum einen Fliegengittereffekt aufweist, wird sehr gelobt. Allerdings gibt es auch Kritik, beispielsweise an fehlendem Positionstracking und leichtem Nachziehen des Bildes bei schnellen Bewegungen.

Doch nun will Pimax nachlegen – und zwar richtig: 5K- und sogar 8K-Brillen wollte das chinesische Unternehmen schon Anfang 2018 an die Kunden ausliefern. Die Daten der Kickstarterkampagne lasen sich dabei wie die eierlegende Wollmilchsau der VR-Industrie – und ließen natürlich  Enthusiasten-Augen glänzen. Aber was versteckt sich eigentlich hinter den Brillen und welche Risiken können wir ausmachen? Wir haben alle Infos zu den neuen VR-Headsets von Pimax zusammengetragen. Zukünftig werden wir alle neuen Informationen zu den Brillen von Pimax hier aktualisieren, schaut also immer mal wieder rein.

Letztes Update: 17.01.2018

Welche technischen Daten hat das Pimax 8K?

Die Daten der Pimax 8K VR-Brille lesen sich unglaublich gut:

Auflösung2x 3.840x2.160 Pixel (4K pro Auge; 16,6 Mio. Pixel Gesamt)
Sichtfeld200 Grad
DisplayLow Persistence Liquid Display (CLPL, LCD)
Latenzunter 15ms
Bildwiederholungsrate75/90 Hz (150/180 Hz mit Brainwarp)
Audio2.3,5mm Aufobuchse, Stereo Ohrhörer, integriertes Mikrofon
TrackingWahlweise Inside-Out & Extern (PiTracking oder Lighthouse)
BewegungscontrollerPimax, Vive-Wands, Valve Knuckles
AnpassungAnpassbare Kopfhalterung, automatische Luftentfeuchtung, passend für Brillen, Anpassung des Pupillenabstands, zusätzliche Module

Achtung: Die Angabe zur Bildwiederholungsrate ist aktuell irreführend. Die Pimax-Headsets schaffen derzeit keine 90 Hz.

Den Unterschied zwischen dem Sichtwinkel von Vive, Rift & Co.zeigt Hersteller Pimax mit folgendem Gif.

Welche Auflösung soll das Pimax 5K besitzen?

Zusätzlich zur 8K-Variante gibt es noch eine 5K-Version für Kickstarter-Unterstützer. Diese VR-Brille kommt mit einer Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln pro Auge.

Bringt das Pimax 8K natives 4K pro Auge?

Leider nicht. Das Eingangsignal ist 2.560×1.440 Pixel pro Auge, wie der Hersteller selbst im eigenen Forum angibt. Danach wird mit einer im Hedset verbauten Grafikeinheit auf 3.840×2.160 hochskaliert. Das Pimax 8K X soll die Variante mit einem nativen 4K-Eingangssignal sein, allerdings ist in der Beschreibung davon die Rede, dass eventuell zwei GTX 1080 Ti im SLI-Verbund benötigt werden oder gar eine Grafikkarte der (noch nicht erschienenen) nächsten Generation.

Da Pimax hier selber noch herumtestet, können wir  das Pimax 8K X  derzeit nicht empfehlen, zumal selbst die normale Variante des Headsets aktuell keine stabilen 90Hz erreicht.

Nutzt Pimax OLED- oder LCD-Displays?

OLED-Displays haben gegenüber LCDs den Vorteil, dass sie selbst leuchten und damit beispielsweise echtes Schwarz darstellen können. Außerdem kann bei LCD-Displays bei schnellen Bewegungen ein teils deutliches Nachziehen des Bildes beobachtet werden.

Pimax nutzt Liquid-Crystal-Displays (LCD). Pimax bezeichnet ihre Displays als Customized Low Persistence Liquid Display (CLPL). Die Firma gibt an, dass sich diese Displays auf dem gleichen Leistungslevel befinden wie OLEDs. Es gäbe nur geringe Unterschiede beim Kontrast und der Temperatur. Dagegen sollen CLPLs eine höhere Pixeldichte erreichen, bei gleichen Kosten.

Pimax verweist hier auf die langjährige Erfahrung seiner Mitarbeiter und deren gute Kontakte in die Display-Branche, die die Nutzung der CLPL-Displays möglich gemacht haben sollen.

Wie schneiden die 5K/8K-Headsets im Vergleich zu HTC Vive und Oculus Rift ab?

Pimax selbst hat dazu die folgende Übersicht veröffentlicht.

Pimax 8K, HTC Vive und Oculus Rift. (Quelle: Pimax)

Vergleich der VR-Brillen Pimax 5k, Pimax 8K, HTC Vive und Oculus Rift. (Quelle: Pimax)

Wie soll das Tracking funktionieren?

Pimax bietet eine eigene Trackingeinheit mit zwei Basis-Stationen für externes Tracking an, raumfüllendes VR ist also möglich. Dabei handelt es sich um Laser-Tracking, ähnlich dem Lighthouse-System von Valve, das bei der HTC Vive zum Einsatz kommt und auch für die kommenden Headsets von Thunderobot und LG verwendet wird. Der sogenannte PiTracking Mode soll gegenüber Lighthouse einen flexibleren Entwicklungsweg bieten – was das genau heißt wird aber nicht klar. Außerdem steht in den Risiken zur Kickstarter-Kampagne, dass sie noch an einer finalen Tracking-Lösung arbeiten. Das scheint also noch nicht ganz in trockenen Tüchern zu sein.

Gleichzeitig unterstützt Pimax das Lighthouse-System. Vollmundig wird behauptet, dass nur noch eine Basistation für volles 360-Grad-Tracking benötigt wird. Wie das möglich sein soll, bleibt offen. Auch die im November erscheinenden neuen Lighthouse Basis-Stationen sollen unterstützt werden, ebenso wie die kommenden Bewegungscontroller von Valve, die Valve-Knuckles. Wer also bereits das Lighthouse-System besitzt, kann – so die Theorie – das Pimax Headset einfach damit verwenden.

Darüber hinaus bietet das Pimax-Headset Lasertracking für Inside-Out-Tracking durch ein zuschaltbares Modul (muss zusätzlich erworben werden). Je nach bevorzugter Nutzung soll zwischen beiden Varianten (externes Tracking und Inside-Out) per Menü-Einstellung umgeschaltet werden können.

Über ein Modul soll später sogar das Tracking riesiger Flächen (über 50m²) möglich sein.

Wird es eigene Bewegungscontroller geben?

Ja, Pimax bietet die Pimax Controller an, die den Vive-Controllern ähnlich sehen, aber viel leichter sein sollen. Anders als die Vive-Wands nutzen die Pimax Controller aber einen Stick, anstelle eines Touchpads. Darüber hinaus sollen die kommenden Valve Knuckles unterstützt werden.

Die Pimax Controller sollen leichter sein als die Vive-Controller.

Die Pimax Controller sollen leichter sein als die Vive-Controller.

Wird es Module für die Pimax-Brillen geben?

Die Pimax-Headsets setzen ähnlich wie die HTC Vive auf Erweiterbarkeit. Darunter fallen Module für das Inside-Out-Tracking, Hand-Tracking (LeapMotion), Wireless VR, Eye-Tracking und weitere. Diese Module sollen über die Webseite von Pimax und später auch über Amazon erworben werden können.

Sind bereits Module in der Kickstarter-Kampagne dabei, etwa durch Stretchgoals?

Pimax hat bereits über zwei Millionen Dollar (Stand 27.10.2017) einsammeln können und damit weit mehr als die geforderten 200.000 Dollar erreicht. Unterstützer bekommen ein zusätzliches Gesichtspolster und das Standard-Kopfband wurde durch eine Halterung mit integrierten Kopfhörern (ähnlich dem Deluxe Audio Strap der HTC Vive) ersetzt. Ein vorgefertigter  Rahmen für Schärfelinsen liegt jetzt bei (wodurch das Tragen einer Brille entfällt, wenn man die passenden Linsen einsetzen lässt), sowie ein modulares Ventilationssystem zur Kühlung.

Update 03.11.2017: Kurz vor Ende der Kickstarter-Kampagne sind über 3,9 Millionen Dollar eingesammelt worden. Zusätzliche Stretchgoal-Belohnungen sind ein Rabatt-Coupon für  ein Wireless-Addon, drei kostenlose Anwendungen und nun auch das Eye Tracking-Addon.

Welche Inhalte kann ich mit den Pimax-Headsets nutzen?

Die Hersteller geben an, dass neben der hauseigenen Plattform PiPlay sowohl SteamVR als auch der Oculus Store unterstützt wird. Für letzteren muss aber auf ein Third-Party-Program zurückgegriffen werden, da Oculus seinen Store vor Konkurrenz-Brillen verschlossen hält. Wir vermuten, dass es sich um Revive handelt, das bereits jetzt die Nutzung von Oculus-Spielen mit der HTC Vive möglich macht.

Arizona Sunshine bekommt regelmäßig Updates mit neuen Karten und Herausforderungen, auch für den Koop-Modus. © Vertigo Games

Spiele wie Arizona Sunshine sollen mit den Pimax-Brillen aufgrund voller SteamVR-Kompatibilität spielbar sein.

Welche Systemanforderungen hat das Pimax 8K?

Bei der Leistung, die versprochen wird, sollte man meinen, dass nur extrem aktuelle Hardware verwendet wird. Aber dem soll nicht so sein. Pimax gibt folgende Systemvoraussetzungen an.

CPUi5 oder besser
GPUGTX980/1070 oder besser
RAM8 GB
VideoausgangDisplayPort 1.4
USB-AnschlussUSB 3.0
Betriebssystemkeine Angabe

Wie soll eine GTX980 doppelte 4K-Auflösung auf ein VR-Headset zaubern?

Gar nicht, denn es wird kein natives 4K auf den Displays geben, wie wir bereits weiter oben festgestellt haben. Das Eingangssignal hat nur eine Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln und wird dann hochskaliert. Trotzdem soll die Bildwiederholungsrate bei konstant 75 – 90 Hz liegen. Das wird mit einer Technologie namens Brainwarp erklärt, die wohl so arbeitet wie eine 3D-Shutterbrille und offenbar zusätzlich Asynchronous Timewarp (ATW) nutzt.

Wie sich leider mittlerweile gezeigt hat, schaffen die Pimax-Headsets trotz gegenteiliger Werbung keine 90 Hz Bildwiederholungsrate.

Was sind Brainwarp und ATW?

Brainwarp soll eine Technologie sein, die in 4K gerenderte Bilder jeweils nur auf einem Auge ausgibt, das andere Auge bleibt dunkel bzw. bekommt Zwischenbilder gezeigt. Diese Zwischenbilder werden auch als Asynchronous Timewarp (ATW) bezeichnet. Die Zwischenbilder sollen dafür sorgen, dass es nicht zu Bildstottern bzw. FPS-Einbrüchen in VR kommt. Pimax scheint Shutter-Technologie und ATW zu kombinieren, um die Hardware-Last zu reduzieren und Latenzen zu senken.

Ob das funktioniert ist besonders bei schnellen Bewegungen und Positionswechseln fraglich, dabei kann es nämlich zu einem Effekt kommen, der ähnlich unangenehm ist, wie Bildraten-Einbrüche. Hier müssen wir für eine abschließende Beurteilung Erfahrungsberichte abwarten oder selbst einen Test vornehmen. Bislang  kam die  Zauber-Technologie noch nicht zum Einsatz, die öffentlichen Demos liefen allesamt ohne Brainwarp.

Diagramm von Pimax Virtual Reality, in dem die Brainwarp-Technologie dargestellt wird.

Diagramm von Pimax Virtual Reality, in dem die Brainwarp-Technologie dargestellt wird.

Was macht das Headset mit Eingangssignalen, die unter der Auflösung des Displays liegen?

Laut Pimax ist eine Grafikeinheit im Headset verbaut, die geringere Auflösungen auf 4K bzw. 8K hochskaliert. Dabei ist das maximale Eingangssignal des Headsets selbst auf 2.560 x 1.440 Pixel beschränkt. Die 4K-Auflösung des Pimax 8K wird ebenfalls nur hochgerechnet.

Was kosten die Pimax-Brillen?

Die Preise werden nach der Kickstarterkampagne wahrscheinlich noch steigen. Die Preise der Kampagne sahen wie folgt aus.

BezeichnungInhaltPreisVersand nach Deutschl.Status
Pimax 5K Basic Kickstarter Special (Early Bird)5K Headset349 Dollar47 Dollarlimitiert, noch verfügbar
Pimax 5K Basic Kickstarter Special5K Headset399 Dollar47 Dollarunlimitiert, verfügbar
Pimax 5K Deluxe Kickstarter Special (Early Bird)5K Headset, 2 Controller, 2 Basis-Stationen649 Dollar52 Dollarlimitiert, noch verfügbar
Pimax 5K Deluxe Kickstarter Special5K Headset, 2 Controller, 2 Basis-Stationen699 Dollar52 Dollarunlimitiert, verfügbar
First 8K Ever8K Headset499 Dollar47 Dollarunlimitiert, verfügbar
First 8K Full Package Ever (Early Bird)8K Headset, 2 Controller, 2 Basis-Stationen749 Dollar52 Dollarlimitiert, nicht mehr verfügbar

Wann sollen die Pimax-Brillen ausgeliefert werden?

In der Kickstarter-Kampagne wurde Anfang 2018 angegeben. Doch die technischen Probleme , die Pimax hat, machen das wohl unmöglich. Nach einer ersten Verschiebung wurde  die Auslieferung der Headsets auf das 2. Quartal 2018 verschoben.

Hands On-Berichte

Die Berichte zu den Pimax-Headsets lesen sich durchwachsen. Zwar wird das große Sichtfeld und die erhebliche Schärfe des Bildes gelobt, dafür gibt es Verzerrungen, Spiegelungen und häufige Probleme beim Tracking. Lest eine ausführliche Zusammenfassung zu aktuellen Hands On-Berichten von der CES 2018 im verlinkten Artikel.

Unsere Meinung zur Pimax 8K VR-Brille

Unsere Gedanken zur 8K-Brille haben wir in einer eigenen Kolumne für euch zusammengefasst.

3 Kommentare

  1. „Wie soll eine GTX980 doppelte 4K-Auflösung auf ein VR-Headset zaubern?“ gar nicht. das Eingangssignal ist nur 1440p, welches hochskaliert wird. Nur die 8K X Version wird die vollen 2x4k unterstützen und laut Entwickler ist noch nicht klar, ob eine einzelne 1080ti reicht oder ob zwei gebraucht werden.

    Auch wurde noch nicht bestätigt, dass die X Version auch das upscaling unterstützt.

    Antworten
    • Benjamin Danneberg

      Im Pimax-Forum hat ein Entwickler bestätigt, dass kein natives 4K auf die Brillen kommt. Ich habe einen Punkt dazu in den Artikel aufgenommen. Das 8K X halte ich aktuell für nicht empfehlenswert, da die Hersteller offenbar selber noch nicht wissen, mit welcher Grafikkartenkonfiguration es funktieren könnte (GTX 1080 Ti im SLI-Verbund oder nächste Grafikkartengeneration).

      Beste Grüße,
      Ben

      Antworten
  2. Stand auf der Kickstarter-Seite der Pimax 8K nicht dass die 5K OLED haben wird?
    Komisch, Ich erinnere mich an so etwas.
    Jetzt fragt Pimax ja die Backer ob sie evtl. von der 8K auf die 5K wechseln wollen (gibt es dann Geld raus?).
    Wenn die 5K aber keine OLED-Displays hat, sondern BEIDE CLPL, welchen Vorteil außer der angeblich geringeren nötigen Leistung (Ich verstehe nicht, warum die 8K Supersampling nutzen MUSS) man von einem Wechsel hätte.
    Wenn man wenigstens einen höheren Schwarzwert bekäme.

    Antworten

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