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Virtual Reality-Trick: Endlose Bewegungsfreiheit dank Eye-Tracking?

Das Vive Enterprise-Paket kommt mit der HTC Vive Pro und SteamVR Tracking 2.0.

Eine Gruppe von Wissenschaftlern hat ein Verfahren entwickelt, mit dessen Hilfe sich VR-Nutzer komplett frei in Virtual Reality bewegen können – auch wenn sie sich eigentlich nur in einem kleinen Raum befinden. Wie funktioniert das und welche Anwendungsmöglichkeiten gibt es?

Bereits vor mehr als zwei Jahren entwickelten japanische Forscher eine Methode, unserem Gehirn in VR vorzugaukeln, eine gerade Linie zu laufen, während wir eigentlich im Kreis gehen. Forscher der Stony Brook University sowie von NVIDIA und Adobe haben nun ein Verfahren entwickelt, dass endloses Laufen in VR sogar in einem relativ kleinen Spielfeld möglich macht. Dazu benötigt es eigentlich nur ein Headset mit Augen-Tracking.

Wissenschaftler tricksen Gehirn mit Hilfe von Eye-Tracking aus

Die Forscher benutzen das Augen-Trackingsystem eines VR-Headsets, um beim Nutzer Sakkaden zu ermitteln. Dabei handelt es sich um unbewusste Augenbewegungen, die wir beim Fokussieren unserer Umgebung mehrere Male pro Sekunde machen. Während einer Sakkade ignoriert unser Gehirn größtenteils den visuellen Input der Augen, wir sind also praktisch für Sekundenbruchteile blind.

Die Wissenschaftler machen sich diesen „blinden Punkt“ zu Nutze, um das virtuelle Sichtfeld minimal zu bewegen. Dadurch können sie uns unbewusst in eine Richtung lenken, während wir weiterhin das Gefühl haben, strikt geradeaus zu laufen. So können wir dann wiederum auf relativ kleinem Raum praktisch endlos die virtuellen Realität erkunden.

Darüber hinaus kann die Technik dazu eingesetzt werden, um VR-Nutzer unbewusst an Hindernissen vorbei zu führen. Die Augen-Manipulation geht dabei so schnell vonstatten, dass sogar das Ausweichen vor sich bewegenden Objekten laut den Forschern kein Problem darstellt.

Wenig Übelkeit, viele Anwendungsmöglichkeiten

Laut der Forschergruppe soll das getestete Verfahren übrigens nicht zu Unwohlsein oder Motion Sickness führen, da wir unter der VR-Brille von der Manipulation praktisch gar nichts mitbekommen.

Die blaue Linie markiert den wirklich gegangenen Pfad des VR-Nutzers, die orange dessen empfundene Strecke in der virtuellen Realität. © Qi Sun

Die blaue Linie markiert den wirklich gegangenen Pfad des VR-Nutzers, die orange dessen empfundene Strecke in der virtuellen Realität. © Qi Sun

Neben der Anwendung im Unterhaltungsbereich sehen die Wissenschaftler auch Potential für andere Branchen. Mit der Technik könnten beispielsweise Architekten komplette Entwürfe von Gebäuden ohne Probleme in VR begehen. Mehr vom Projekt soll es im August auf der SIGGRAPH-Konferenz in Vancouver zu sehen geben.

Augen-Tracking wird derzeit noch von keinem der großen VR-Headsets unterstützt, Oculus stellte aber kürzlich einen VR-Brillenprototypen vor, der mit der Technologie arbeitet. Eine Oculus Rift 2 könnte also durchaus Eye-Tracking nutzen.

Eine Alternative für Bewegungsfreiheit in VR sind teure Laufbänder wie das KAT Walk Mini. Durch die Manipulation unseres Gehirn wird übrigens nicht nur freie Bewegung in VR möglich, sondern auch das Fühlen virtueller Objekte.

Was haltet ihr von der Augen-Tracking-Methode der Forscher? Könnte sie bald ein neuer Standard für VR-Headsets werden? Schreibt uns in den Kommentaren!

2 Kommentare

  1. Avatar

    Puh, das könnte aber wirklich gefährlich werden, wenn sich das Gehirn daran gewöhnen können wir in der echten Welt ohne diese unbewussten Manipulation nicht mehr geradeaus laufen oder?

    Antworten
    • Benjamin Danneberg

      Das Gehirn ist durchaus in der Lage, beide Situationen (und damit beide Welten) zu trennen. Es kann anfangs Anpassungsprobleme geben, aber das dürfte eine Frage der Übung sein und ziemlich schnell vorbeigehen. Wie gesagt: Unser Hirn ist sehr flexibel und kriegt das schon auf die Reihe.

      Antworten

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