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Virtual Virtual Reality

Oculus Rift Spiele VR-Reviews
8

VR-World Rating

Virtual Virtual Reality im Test: Die Matrix in der Matrix

Direkt zum Fazit

Nein, wir haben uns nicht verschrieben, dieses Spiel heißt wirklich Virtual Virtual Reality. Und das ist kein Zufall, der Name ist definitiv Programm. Wir klären in unserem Test, was das satirisch angehauchte VR-Abenteuer für Oculus Rift taugt.

Tender Claws, also  „zärtliche Klauen“ heißt das Studio hinter Virtual Virtual Reality. Ähnlich absurd wie der Name der Entwickler gibt sich auch das Spiel, das schon seit längerem für mobile VR-Brillen und jetzt auch in der von uns getesteten Variante für Oculus Rift erhältlich ist.

KI trifft Virtual Reality

Die Prämisse des Titels, der auch für Google Daydream, Oculus Go und Samsung Gear VR erhältlich ist, ist futuristisch bis dystopisch. In einer Zeit, in der alle erdenklichen Arbeiten nicht mehr von Menschenhand, sondern von Maschinen und insbesondere von Künstlichen Intelligenzen erledigt werden, dürstet es der Menschheit nach Beschäftigung (und nach einer Daseinsberechtigung).

Was liegt da näher, als in die Vergnügungsbranche zu gehen, um all die KIs in ihrer „Freizeit“ zu bespaßen und zu unterhalten? Gesagt, getan: Als Spieler heuern wir bei Activitude an, einem Dienstleister, der Menschen für die Unterhaltung von KIs beschäftigt. Das Ganze findet allerdings nicht in tatsächlichen Umgebungen, sondern in verschiedenen virtuellen Realitäten statt, die sich die KIs gebaut haben.

© Tender Claws

Willkommen in der virtuellen (virtuellen, virtuellen…) Realität! © Tender Claws

Schon an dieser Stelle wird klar, dass V-VR es sich zum Ziel setzt, die Themenkomplexe „KI“ und „VR“ kritisch zu beleuchten und ins Gegenteil zu verdrehen.  Glücklicherweise geht es dabei keinesfalls bierernst zur Sache. Vielmehr schafft es Tender Claws, uns mit einer gesunden Portion Augenzwinkern den (virtuellen) Spiegel unter der VR-Brille vorzuhalten.

Virtuelle Arbeit

Zurück zum Spiel an sich: Activitude wird von Roboter Herbie repräsentiert, der uns im Spielverlauf verschiedene KI-Kunden vermittelt, für die wir arbeiten sollen. Jeder „Job“ führt uns in eine andere kleine virtuelle Realität, die wir erreichen, indem wir uns im Spiel eine virtuelle VR-Brille aufsetzen. Die Aufgaben sind überaus abwechslungsreich und teilweise an Absurdität kaum zu überbieten.

Wir müssen etwa ein sprechendes Stück Butter mit Toast bestreichen (!) oder einen ebenfalls sehr mitteilungsfreudigen Strohballen im Western-Setting per Laubbläser einen Hindernisparcours „entlangblasen“. Laut loslachen mussten wir auch, als wir die Aufgaben, die uns ein buntes Windrädchen in einem VR-Gartenhaus stellte, nicht wirklich erfüllen konnten.

© Tender Claws

Die Aufgaben in Virtual Virtual Reality sind genauso absurd, wie es auf diesem Bild aussieht. © Tender Claws

Allerdings ist nicht alles nur zum Lachen, V-VR bietet durchaus auch nachdenkliche Töne. Wenn etwa eine KI, die eine gesamte Stadt steuert, ihr liebstes „menschliches“ Erlebnis mit uns teilt, bekommen wir nicht nur aufgrund der Blade Runner-esquen Atmosphäre Gänsehaut. Auch der Job, bei dem eine KI während eines VR-Sonnenuntergangs über die (Un)Sinnigkeit menschlicher Züge schwadroniert, hinterlässt bei uns in kürzester Zeit bleibende Eindrücke.

Die tiefsten Tiefen des Kaninchenbaus

Es ist wirklich erstaunlich, wie es V-VR in den kleinen und nur wenige Minuten langen Spielabschnitten vermag, verschiedene Gefühle in uns hervorzurufen. Das ist aber noch längst nicht alles: Unter der Oberfläche bietet Virtual Virtual Reality weitere Story-Schichten.

Die fiesen KIs geben den armen Menschen nämlich unfair schlechte Kundenbewertungen – weil wir viele der uns gestellten Aufgaben gar nicht richtig erledigen können, da sie viel zu komplex sind.

© Tender Claws

Wir dringen in V-VR so tief in die virtuelle Realität ein, dass es Morpheus Angst und Bange würde. © Tender Claws

Bereits früh im Spiel hören wir von der uns noch nicht zugänglichen HR-Abteilung sowie einer geheimnisvollen Menschen-Gewerkschaft, die uns beide zu faireren Arbeitsbedingungen verhelfen können sollen – falls wir sie denn finden. Das machen wir uns früh zur Aufgabe, müssen allerdings feststellen, das der eigentlich so nette Herbie uns das mit allen Mitteln austreiben will.

Auf unserer Reise Richtung Wahrheit tauchen wir in diverse virtuelle Realitäten ein, die sich unter anderen virtuellen Realitäten verstecken – uns erwartet ein im wahrsten Sinne des Wortes vielschichtiges Abenteuer.

VR-Technik und ihre Tücken

All das macht ziemlich viel Spaß – Allerdings: Die „Was zum Teufel?“-Momente beschränken sich nicht nur auf die amüsante und clevere Story, sondern teils auch auf das Gameplay. Nach einer Weile bekommen wir beispielsweise Zugriff auf eine Staubsauger-Funktion, mit der wir Teile von Levels „einsaugen“ und andernorts wieder herauspusten können.

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Video-Link: https://youtu.be/T0FlsGkEgjs

Wozu diese Mechanik genau da ist, wird allerdings nur unzureichend erklärt, was durchaus zu Irritationen nach dem ersten Spieldrittel führt. Vielleicht gehört das auch zum Konzept, allerdings riss uns das Ganze ein wenig aus dem Spielfluss heraus. Ebenso stört uns, dass wir keine Möglichkeit bekommen, uns mit dem Analogstick unserer Oculus Touch-Controller zu drehen. Wir müssen uns also selbst umschauen, was hin und wieder zu ganz realem Kabelsalat führt.

Davon abgesehen überzeugt V-VR mit einfach, aber stimmig designten Levels, die ein hohes Maß an Interaktivität bieten. Besonders der Abwechslungsreichtum der Umgebungen und die Sprachausgabe haben es uns angetan. Alle Charaktere verfügen über eine fantastisch nuancierte, aber ausschließlich englische, Sprachausgabe – es gibt aber recht gute deutsche Untertitel.

Alles ziemlich Meta

Wenn ihr jetzt immer noch keine genaue Vorstellung davon habet, was V-VR eigentlich für eine Art Spiel ist, ist das kein Wunder. Es als eine Art interaktive Reise durch verschiedene virtuelle Realitäten zu beschreiben, wäre zwar korrekt, aber zu kurz gegriffen. Die Story, die Virtual Reality als Medium erstaunlich selbstreflektiert hinterfragt, ist definitiv der Star des Spiels.

© Tender Claws

Flamingos und VR-Brillen – auch das ist Virtual Virtual Reality. © Tender Claws

Der humorvolle Unterton und kleine Gimmicks sorgen dafür, dass das Ganze auch noch ordentlich Spaß macht. So können wir zum Beispiel unseren Auftraggeber Herbie mit unserem Bewegungscontroller packen und umherschleudern, worauf dieser physikalisch glaubwürdig und witzig anzuschauend reagiert.

In der Summe ist V-VR definitiv eine einzigartige Erfahrung – und wieder einmal ein Spiel, das seinen Charme nur durch die Möglichkeiten der virtuellen Realität richtig entfalten kann. Und das, obwohl es sich über Selbige lustig macht.

Virtual Virtual Reality ist das richtige Spiel für euch, wenn ihr

  • Lust auf ein total abgefahrenes Spielerlebnis habt
  • euch für Virtual Reality als Konzept interessiert
  • ihr schon immer einmal mit einer Artischocke reden wolltet

Virtual Virtual Reality ist eher nichts für euch, wenn ihr

  • nach pausenloser Action sucht
  • ein Spiel sucht, das sich nicht mit einer (sehr guten) Story „aufhält“
  • ungern lacht

Das Virtual Reality-Satirespiel Virtual Virtual Reality findet ihr für…

Das ist gut

  • fantastische Story
  • tolle Vertonung
  • abwechslungsreiche Szenarien
  • extrem kurzweilig

Das geht besser

  • Steuerung nicht ideal
  • Gameplay stellenweise undurchsichtig

Fazit

Virtual Virtual Reality zeigt mal wieder, was für ein einzigartiges Storytelling-Medium VR eigentlich ist. Wie es das Spiel immer wieder schafft, mich in Sekundenschnelle in den Bann einer neuen virtuellen Realität zu ziehen, ist phänomenal. Der Kommentar, den der Titel von Tender Claws über das noch junge Medium abgibt, ist dabei ebenso scharfsinnig wie humorvoll vorgetragen. Selten hat es ein Videospiel (ob VR oder 2D) geschafft, mich in dieser Weise gleichzeitig köstlich zu amüsieren und zum Nachdenken anzuregen. Wer nach einem VR-Spiel mit Hirn sucht, sollte hier meiner Meinung nach unbedingt zugreifen.
8

VR-World Rating

Gameplay: 7
Grafik: 8
Sound: 9
Steuerung: 6
Story: 10
Immersion: 8
Umfang: 7
Zum Anfang

1 Kommentar

  1. test – na, kann man mittlerweile endlich kommentieren

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