Virtual Reality & Xbox One X: Microsoft, der ewig Zweite

Die PlayStation VR hat derzeit keine Konkurrenz durch Microsofts XBox One X zu befürchten.

Während Sony erfolgreich die PlayStation VR vermarktet und positiv in die Zukunft blickt, spielt Microsoft noch keine Rolle in VR, kommentiert Redakteur Benjamin Danneberg.

Lange herrschte Unklarheit über die Unterstützung von Virtual Reality auf der Xbox One X. Microsoft selbst tätigte mehrere widersprüchliche Aussagen. Mal sagte Xbox-Chef Phil Spencer, die Xbox One X werde auf jeden Fall Virtual Reality unterstützen. Dann wieder sagte er, dass das Wohnzimmer als Mittelpunkt des Familienlebens kein geeigneter Ort für ein VR-Headset sei.

Dass diese Aussage ziemlicher Blödsinn ist, zeigt der lachende Konkurrent: Sony verkaufte mittlerweile mehr als 1,5 Millionen PlayStation VR-Brillen und hat deutlich gemacht, dass Virtual Reality auf der PlayStation eine Zukunft hat. Es kommt nicht von ungefähr, dass regelmäßig neue Inhalte für die PSVR kommen: Skyrim VR, The Inpatient, Blood & Truth, Megalith und Moss sind nur einige der Titel, die VR-Enthusiasten in Kürze auf der Konsole erwarten können.

Kein strategischer Plan erkennbar

Während Sony seine Marktführerschaft im Bereich Virtual Reality ausbaut, zuckelt Microsoft trantütig hinterher und kommt – wie so oft – einmal mehr zu spät. Während die Redmonder mit Windows 10 ein hervorragendes Betriebssystem besitzen und es ständig weiter ausbauen, sowie an begrüßenswerten Crossplay-Features zwischen PC und Xbox-Konsole arbeiten, ist in anderen Bereichen kein echter Plan zu erkennen.

Das Windows Phone wurde eingestellt, weil Microsoft keine vernünftige Strategie bezüglich der Applikationen fuhr. Der Windows Store als Gaming Plattform ist bei vielen Spielern unbeliebt, da sehr häufig technische Probleme auftreten. Eigene Spiele hat Microsoft schon lange nicht mehr auf den Markt gebracht – will aber in Zukunft wieder mehr entwickeln.

Von Sony geohrfeigt

Bloß: Vom reinen Wollen ist noch niemand weitergekommen. Wie oft erzählt Microsoft, dass sie die Xbox One und Windows 10 zu einem Eckpfeiler des Gamings machen wollen? Ihre Strategie geht aber bislang nicht auf: Sony hat mittlerweile fast 70 Millionen PS4-Konsolen verkauft, die Xbox liegt bei geschätzt der Hälfte. Das ist die eine schallende Ohrfeige. Die andere ist 1,5 Millionen PSVR-Headsets versus Null eigene.

Die erste Welle an VR-Apps für den Windows Store, und damit Windows Mixed Reality, besteht fast ausschließlich aus bekannten VR-Titeln.

Dabei hatte es den Anschein, dass Microsoft mit Windows Mixed Reality im Oktober endlich selbst zum Trendsetter werden wollte, anstatt immer nur zu spät zur Party zu kommen. Aber auch hier ist der Start nur auf der Hardware-Seite gelungen. Bei den Inhalten war wieder Schmalhans Küchenmeister: Kein eigener Toptitel wurde zum Release der Virtual Reality-Plattform veröffentlicht. Stattdessen gab es – neben sehr guten, aber schon lange auf dem Markt befindlichen VR-Titeln – eine unglaublich billige Halo-Erfahrung, die bei VR-Enthusiasten nur folgende Reaktionskette in Gang setzte: Gesehen, gelacht, gelöscht.

Windows Mixed Reality: Plattform ohne Inhalte

Wäre man bei Microsoft smart gewesen, dann hätte man Windows Mixed Reality auch nicht ohne Steam-Unterstützung veröffentlicht. Jetzt wird der entsprechende Support fast einen Monat nach dem Start der Plattform eilig als Preview nachgereicht. Von eigenen Produktionen oder von neuen Inhalten ist hier aber weiterhin nichts zu sehen. Das Grundproblem der Virtual Reality, die mangelnden Top-Inhalte, lässt sich an Microsoft und Windows Mixed Reality wunderbar ablesen.

Ist das auch der Grund, warum Microsoft die Xbox One X komplett ohne VR-Brille, also ohne VR-Support, veröffentlicht hat? Sony lacht sich jedenfalls ins Fäustchen. Denn den Vorsprung, den sie bei den Konsolen haben, arbeiten sie nun auch in Virtual Reality heraus – und zwar ganz ohne irgendwelche Konkurrenz. Microsoft ist hier nicht einmal mehr der ewig Zweite, Microsoft existiert hier schlicht nicht.

Xbox One X & Virtual Reality: Chance verpasst

Für uns ist das mehr als unverständlich: Wäre es nicht gerade angesichts von Windows Mixed Reality sinnvoll gewesen, die Headsets auch für die neue Konsole kompatibel zu machen? Damit hätte man seiner Kundschaft VR-Headsets anbieten können, die sowohl Konsole als auch PC bedienen können. Das wäre ein fast unschlagbares Argument für Windows Mixed Reality geworden. Zumindest, wenn wir die inhaltliche Dürre für Windows Mixed Reality mal außen vor lassen.

Nein, Microsoft zweifelt sicher nicht an Virtual Reality. Die neue Technologie wird auch weiterhin ihren Weg machen, obwohl sie derzeit im Bereich der Inhalte für Privatanwender zu stagnieren scheint. Microsoft hat einfach keinen strategischen Plan, um seine Kunden für VR zu begeistern. Was die Redmonder an Know-How für ihr Betriebssystem und für gute digitale Informations-Infrastruktur haben, das fehlt ihnen im inhaltlichen Bereich komplett.

Wird Microsoft in Kürze nachlegen und VR-Support für die XBox One X ankündigen?

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Quo vadis, Microsoft?

Und auch die AR-Brille  HoloLens droht in der Versenkung des öffentlichen Bewusstseins zu verschwinden: Die 3.000 Euro teure Entwicklerversion ist weit entfernt vom privaten Hausgebrauch und Apple will Berichten zufolge in rund drei Jahren eine eigene Augmented Reality-Brille auf den Markt bringen.

Vielleicht fehlt ihnen die Weitsicht, vielleicht auch einfach die Zuversicht oder das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Sony wird das freuen. Denn die PlayStation VR wird auf geraume Zeit keinen ernsthaften Konkurrenten im Bereich Virtual Reality fürchten müssen. Microsoft bleibt ein weiteres Mal weit hinter der Konkurrenz zurück und muss Extra-Meilen zurücklegen, um den Anschluss nicht völlig zu verlieren.

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