Virtual Reality: Gear VR und PSVR bleiben Marktführer

© Sony / Enhance Games: So funktioniert die PlayStation VR auch mit SteamVR

Der Markt für virtuelle Realität wächst nicht so schnell, wie mancher das gern hätte. Gear VR und PSVR bleiben hier die führenden Geräte.

Drei Dinge werden immer wieder genannt, wenn es um die Gründe geht, warum die virtuelle Realität noch nicht den Massenmarkt erobert hat: Da wären einmal die fehlenden Top-Inhalte. Es gibt zwar bereits viele hervorragende VR-Spiele und VR-Umsetzungen für existierende PC-Spiele (siehe unsere Tests zu Arizona Sunshine oder Obduction), aber noch viel zu wenige Blockbuster, sogenannte Triple-A-Produktionen wie Resident Evil 7 VR (exklusiv für die PSVR) oder das erst kürzlich erschienene Star Trek Bridge Crew (alle Plattformen mit Cross-Play).

Abschreckendes Kabel, zu hoher Preis

Der zweite Grund ist für viele potentielle Kunden der Komfort: Zu schwere Brillen, zu komplizierte Installation und ein Kabel zum PC, das einfach nur nervt. Während die Installation der beiden Top-Brillen für PC-basierte Anwendungen (HTC Vive und Oculus Rift) unterschiedlich umfangreich ist, können die Kabel demnächst mit dem Addon TPCast entfernt werden, weitere Lösungen im Wireless-Bereich sind zudem in Arbeit.

Trotz Spitzenplatz beim Preis: Die HTC Vive verkauft sich stetig besser als die Oculus Rift. @ HTC

Trotz Spitzenplatz beim Preis: Die HTC Vive verkauft sich stetig besser als die Oculus Rift. @ HTC

Der dritte (und für viele der wichtigste) Grund ist natürlich der Anschaffungspreis. 800 Euro für die HTC Vive sind kein Pappenstiel, zumal auch noch ein einigermaßen potenter PC dazu nötig ist. Trotzdem hat sich laut Marktforschungsinstitut International Data Corporation (IDC) die Vive auch in diesem Jahr bislang besser verkauft als der direkte Konkurrent Oculus Rift – obwohl Oculus mit einer erheblichen Preissenkung den Abstand deutlich zu verringern sucht.

PSVR und Gear VR beherrschen den Markt

Die aktuelle Marktanalyse von IDC beziffert die Verkäufe des hochpreisigen Vive-Headsets mit knapp 191.000 Einheiten im ersten Quartal 2017. Dem gegenüber gelang es Oculus nur knapp 100.000 Geräte an den Mann zu bringen, rund die Hälfte weniger als der taiwanesische Konkurrent. Doch alle beide zusammen sehen alt gegen die Konsolenkonkurrenz von Sony aus: Die PlayStation VR soll sich 429.000 Mal verkauft haben, was nahezu 20 Prozent Marktanteil ausmacht.

Die neue Variante der mobilen VR-Brille Gear VR kommt mit einem eigenen Bewegunsgcontroller. Das Headset braucht aber weiterhin ein potentes Smartphone für den Betrieb. © Samsung

Damit hat die Konsolen-VR-Brille sogar zum Spitzenreiter Samsung Gear VR aufgeschlossen, der mit fast 490.000 Einheiten den Markt beherrscht – zumindest wenn man nicht nach mobilem und PC- bzw. Konsolenabhängigem VR unterscheidet. Dass es hier natürlich erhebliche Unterschiede allein in den Darstellungsmöglichkeiten gibt, ist klar. Trotzdem zeigt der Trend deutlich, dass VR für eine richtige Massenmarkttauglichkeit vor allem weniger kompliziert  (Installation und Kabelfreiheit) und erheblich billiger werden muss.

Trotzdem gute Zukunftsaussichten

Allerdings muss man auch klar sagen, dass die Verkäufe für die teuren VR-Brillen und das langsame aber stetige Wachstum durchaus einen Erfolg für die VR-Branche darstellt: Die Nachfrage ist zwar noch überschaubar, aber selbst die teuren Brillen werden immer wieder gekauft. Deshalb und angesichts vieler kommender Verbesserungen wie Eye-Tracking oder besserer Displays können wir zuversichtlich in die Zukunft schauen.

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