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Virtual Reality für Brillenträger: Wie gut funktioniert das?

Virtual Reality für Brillenträger: Wie gut funktioniert das?

Brillenträger stellen sich zurecht die Frage, ob sie problemlos Virtual Reality-Headsets verwenden können – und wie. Wir loten VR-Möglichkeiten und -Grenzen für Menschen mit Sehschwäche aus.

Wer Freunden und Bekannten mit Stolz seine Virtual Reality-Brille vorführt, wird früher oder später immer wieder mit dieser Frage konfrontiert: „Kann ich denn meine Brille aufbehalten?“ Die kurze Antwort lautet fast immer: Ja.

Fast zwei Drittel aller Deutschen benötigt eine Sehhilfe, es wäre also reichlich unklug von den VR-Headset-Herstellern, auf diese Menge an potenziellen Kunden zu verzichten bzw. ihre Bedürfnisse nicht zu beachten. So ist es nicht verwunderlich, dass die drei ‚großen‘ Headsets, die aktuell erhältlich sind, allesamt mit Brille auf der Nase genutzt werden können.

Oculus Rift, HTC Vive und Playstation VR als Brillenträger

Ein Großteil der Brillenträger dürfte bei der Benutzung von HTC Vive, Oculus Rift und PlayStation VR keine Probleme haben: Bei allen drei Geräten lassen die Hersteller relativ viel Platz zwischen Augen und Headset-Linsen, so dass gewöhnliche Gestelle problemlos in der VR-Hardware getragen werden können.

Offiziell gibt der Oculus Rift-Hersteller auf der Produkt-Website im Fragen & Antworten-Bereich an, dass Brillen mit einem Rahmen von bis zu 142 mm Breite und 50 mm Höhe problemlos ins Headset passen. Allerdings warnt man – wie auch die anderen Unternehmen – davor, mit der Brille aus Versehen die Linsen zu zerkratzen: Es muss einen minimalen Abstand zwischen Brillengläsern und Linsen geben. Um auf Nummer sicher zu gehen, wird beim Oculus Rift empfohlen, das Headset auf besondere Weise aufzusetzen: Mit einer Hand wird es an das Gesicht gehalten, mit der anderen werden die Bänder über den Kopf gezogen.

Auch die Konkurrenz von HTC/Valve lässt sich von Brillenträgern nutzen. Wer eine größere Brille nutzt, hat die Möglichkeit, über die Linsenabstandsknöpfe des HTC Vive den Platz im Inneren des Headsets zu vergrößern. Sonys PlayStation VR macht ebenfalls keine Probleme, auch hier lässt sich der Linsenabstand problemlos verstellen, über einen Knopf rechts unten am Gerät.

Samsung Gear VR und Google Cardboard: Kein Durchblick für Brillenträger

Bei den mobilen Virtual Reality-Lösungen lässt sich das Thema Brille nicht ganz so einfach angehen. Samsung rät beispielsweise davon ab, das Gear VR in Verbindung mit einer Brille zu benutzen – zu groß ist dem Hersteller die Gefahr, dass der Nutzer mit seiner Sehhilfe die Linsen beschädigt.

Bei Google Cardboard kommt es auf das jeweilige Modell an, ob eine Brille unter die Brille passt oder nicht. Zumindest ist hier in den meisten Fällen ein Verkratzen von Linsen dank der niedrigen Cardboard-Preise nicht ganz so tragisch, der Verlust von wenigen Euro den Versuch wert.

Brillentragen in Headsets: Unter Umständen unbequem

Schon Virtual Reality-Nutzer ohne Sehschwäche haben beizeiten mit Ermüdungserscheinungen zu kämpfen, das Headset drückt auf Dauer, man schwitzt, braucht Pausen, um Gesicht und Schädel zu entspannen. Brillenträger haben es da mitunter noch ein bisschen schwerer, denn natürlich kann es vorkommen, dass das Headset an irgendeiner Stelle auf das Gestell und damit das Gesicht Druck ausübt.

Auch die im Vergleich zum brillenlosen Nutzer geringere Flexibilität könnte manchen Brillenträger nerven: Wer eine Brille unter dem VR-Headset aufhat, muss beim Auf- und Absetzen besser achtgeben und nicht selten beim Lockern und Festzurren des Headsets mehr Aufwand betreiben. Das macht den schnellen Griff nach der Kaffeetasse oder dem Controller mühsamer als für Nutzer ohne Sehhilfe.

Ohne Brille in die Brille

Einen Versuch ist es zweifellos wert: Menschen mit Sehschwäche können Virtual Reality-Headsets auch einfach mal ohne ihre Sehhilfe ausprobieren. Je nach Grad der Sehschwäche kann unter Umständen über die Veränderung des Abstands zwischen Augen und Headset-Linsen oder z.B. unter Verwendung des Fokussierrads beim Gear VR ein scharfes Bild eingestellt werden. Sind die beiden Augen unterschiedlich stark fehlsichtig, kann dies allerdings keine Lösung sein.

Prinzipiell gilt für Brillenträger so wie für jeden Virtual Reality-Interessierten: Bevor man sich eine kostenintensive VR-Hardware ins Haus holt, sollte man erst einmal ausprobieren, ob man mit dem Headset zurechtkommt. Sollte man als Brillenträger partout Probleme mit dem Komfort unterm Headset haben, dann gibt es natürlich auch die Möglichkeit, fürs Spielen auf Kontaktlinsen zurückzugreifen.

Die Brille für die Brille

Es gibt noch eine sehr individuelle Lösung für Menschen mit Sehschwäche, die ihre Virtual Reality-Hardware ausgiebig und intensiv nutzen wollen. Statt selbst eine Sehhilfe zu tragen, können sie ihrer VR-Brille quasi eine Brille aufsetzen. Das Unternehmen VR Lens Lab stellt auf die Fehlsichtigkeit des Nutzers angepasste Kunststofflinsen her, die durch einen speziellen Rahmen einfach vor die Linsen von Oculus Rift bzw. HTC Vive gesteckt werden. Knapp 70 Euro kosten die Gestelle mit zwei individuell angefertigten Linsen.

vr-lens-lab

Fazit: Starke VR-Erlebnisse – auch mit Sehschwäche

Dass man im Alltag eine Brille benötigt, ist also noch lange kein Hinderungsgrund für das Eintauchen in virtuelle Welten. Alle drei Highend-Headsets – Oculus Rift, HTC Vive und PlayStation VR – lassen sich grundsätzlich mit Brille verwenden. Samsung Gear VR und Google Cardboard könnten dagegen Probleme bereiten.

Wem es dennoch zu unbequem mit einer Brille unter dem Headset wird, für den gibt es ebenfalls Lösungen – vom möglichen Verzicht auf die Sehhilfe über Kontaktlinsen bis zu speziellen Korrekturlinsen. Eine eindeutige, stets zutreffende Antwort auf die Frage, ob man seine Brille bei der Verwendung von VR-Headsets aufbehalten kann oder soll, gibt es also nicht. Bzw. sie lautet „Ja, aber vor dem Kauf eines Geräts sollte man das auf jeden Fall erst ausprobieren.“

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