Viking Rage

HTC Vive Spiele
5

VR-World Rating

6.9

VR-User

Wave-Shooter im Walhalla-Style

Viking Rage ist ein Wave Shooter, in dem wir Äxte werfend und Pfeile schießend Burgtore, goldene Eier oder einfach die Plattform, auf der wir stehen, gegen Monsterhorden verteidigen. Das funktioniert überwiegend ganz ordentlich, aber langweilt leider auch ebenso schnell.

Viking Rage schlägt im Prinzip in die gleiche Kerbe wie das Bogenschießen-Minispiel in The Lab oder das knüppelharte Queendoom: Wir stehen auf einer Mauer, einer Plattform oder sonstwo und versuchen den anrennenden Heerscharen von Monstern den Garaus zu machen, bevor sie das Tor (oder was es auch immer gerade zu beschützen gilt) dem Erdboden gleichmachen.

Wirbelnde Äxte

Bei den Wikingern ticken die Uhren allerdings ein bisschen anders. Wir werfen nämlich vornehmlich Äxte auf unsere Feinde. Später kommen Bögen dazu, allerdings müssen wir hier auf unsere Pfeile achten – die sind nämlich begrenzt. Im weiteren Verlauf schalten wir zusätzliche Hilfsmittel frei, beispielsweise Bomben (ebenfalls begrenzt) und Sprengfässer, die dann im Level an bestimmten Positionen auftauchen.

Fliegende Feuerspucker gibt es auch: Erst abwehren, dann abwerfen. © N-Gon Entertainment

Fliegende Feuerspucker gibt es auch: Erst abwehren, dann abwerfen. © N-Gon Entertainment

Anders als in Queendoom, wo wir immer auf der gleichen Mauer stehen und uns nur auf dieser bewegen können, dürfen wir in Viking Rage die Position wechseln. Dazu drücken wir die Teleport-Taste und sehen dann die hervorgehobenen Orte, an die wir uns beamen können. Das ist auch bitter nötig, denn in manchen Levels kommen wir nicht soweit an den Rand der Mauer, dass wir die unter uns liegende Tür sinnvoll verteidigen könnten.

Bäumchen, wechsle dich

Das geht unter anderem auf verschiedene bewegliche Plattformen. Während wir in dem einen Level auf einer Lastplattform eines Krans hoch und runter fahren, können wir in einer Höhle, in der wir goldene Eier bewachen, auf einer fliegenden Plattform um ein solches kreisen. Die Plattform wird allerdings schneller, was durchaus zu Schwindelgefühlen führen kann. Langsamer wäre hier besser gewesen.

Von den Zinnen treffen wir die Bösewichter nicht mehr, darum wechseln wir den Standort und fallen ihnen in den Rücken. © N-Gon Entertainment

Von den Zinnen treffen wir die Bösewichter nicht mehr, darum wechseln wir den Standort und fallen ihnen in den Rücken. © N-Gon Entertainment

Äxte zu werfen ist durchaus spaßig. Selbst große Monster wie Oger oder Golems brauchen nur ein paar gut gezielte Äxte, dann sind sie Mus. Die Wurfmechanik funktioniert gut: Wir müssen nicht wild ausholen, es kommt eher auf die Technik an. Trotzdem empfehlen wir euch, gut aufzupassen, wie viel Platz ihr nach vorn habt – sonst könnten Dinge in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn ihr aus Versehen die Wand oder etwas anderes mit eurem Controller bearbeitet.

Wenn der Bogen Äxte schießt

Auch das Bogenschießen funktioniert einwandfrei, wir können die Pfeile sogar anzünden oder mit einem Kältezauber belegen. Allerdings sind die Köcher oft nicht sonderlich intuitiv aufgestellt – nicht selten mussten wir nach einem Pfeil suchen oder haben anstatt des Pfeils eine Axt gegriffen. Macht nichts, denn die Beile lassen sich ebenfalls schießen! Die Axt-Projektile verhalten sich physikalisch auch anders, sind schwerer, fliegen nicht so weit etc. Ziemlich witzig, fanden wir anfangs. Als wir allerdings wieder mal knapp daneben griffen und diesmal einen Bogen auf den Bogen auflegten, guckten wir eher besorgt aus der Wäsche: Wohl doch eher ein Bug?

Gut ist wiederum, dass wir die Umgebung mit Hilfe des Bogens zur Unterstützung heranziehen können: Mal schießen wir auf große Eiszapfen, um sie auf Monster herabregnen zu lassen, mal jagen wir explosive Fässer hoch oder lösen Fallen aus, beispielsweise rollende Felsen. Das sorgt für Abwechslung, auch wenn wir erstmal herausbekommen müssen, welche Mechanismen es wo auszulösen gilt.

Auf den Flitzebogen können wir auch Äxte oder Bögen spannen - zumindest ging das im Test! © N-Gon

Auf den Flitzebogen können wir auch Äxte oder Bögen spannen © N-Gon Entertainment

Das Tracking des Spiels kommt in richtig schnellen Momenten nicht mit. Wenn wir auf einer Plattform stehen und uns zu allen Seiten hin verteidigen müssen, artet das Spiel nicht nur in totalen Stress aus und kordelt das Headset-Kabel durch unsere dauernden Drehungen auf, wir greifen auch zunehmend häufig ins Leere, obwohl Pfeil oder Axt zu sehen und zu greifen sind. Manchmal schießen wir einen Pfeil, der aber völlig ergebnislos vom Feind absorbiert zu werden scheint. Ab und zu zuckt das Bild aus unerklärlichen Gründen.

Immer dasselbe Prinzip

Viking Rage ist in einem einheitlichen, aber auch ziemlich einfachen Grafikstil gehalten. Grob comichaft und kantig sind sowohl Umgebung, Strukturen als auch Monster gezeichnet, was zwar kurzfristig seinen eigenen Charme haben mag, aber auch die Augen ziemlich bald ermüdet. Die Animationen der Monster sind maximal mäßig, Clipping und Pathing-Fehler häufig zu sehen. Die Steuerung ist überwiegend gut. Allerdings hat es uns genervt, dass wir den Bogen nur mit gedrücktem Triggerbutton in der Hand halten konnten. Das macht Queendoom erheblich besser. Dass die Äxte beim Aufprall wie Gummibälle herumhüpfen, haben wir geflissentlich dem Spaßfaktor zugeschrieben.

Am Ende ist Viking Rage zwar ein zeitweilig spaßiges Spiel mit abwechselnden Gegenden und unterschiedlichen Herausforderungen, aber wieder nur ein Wave-Shooter. Davon gibt es nun wirklich genug und auch viele bessere. Es wird immer mehr Zeit für richtige Spiele und nicht bloß die immer gleichen, aufgewärmten und leicht veränderten Konzepte.

Das ist gut

  • abwechslungsreiche Spielmechaniken
  • hübsch modellierte Waffen

Das geht besser

  • schwache Grafik
  • mäßige Animationen
  • Tracking kommt bei schnellen Phasen nicht immer mit

Fazit

Eine Weile kurzweilig, dann zunehmend langweilig: Die Grafik ist Geschmackssache, die Spielmechaniken recht abwechslungsreich. Am Ende bleibt bloß ein weiterer Wave-Shooter. Und die hängen - zumindest mir - so langsam zum Hals raus.
5

VR-World Rating

Gameplay: 6
Grafik: 4
Sound: 4
Steuerung: 6
Immersion: 5
Umfang: 4

Verfasse eine Antwort

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*

X