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Virtual Reality: Neues Headset mit 70 Megapixeln pro Auge

Varjo will mit seiner neuen Display-Technologie den VR-Markt revolutionieren. © Varjo

VR-Enthusiasten träumen noch von der 4K-Auflösung für Vive, Rift & Co – da werkelt eine finnische Firma bereits klammheimlich an einem Display mit der Auflösung des menschlichen Auges.

Die Auflösung der heutigen VR-Brillen ist so eine Sache: HTC Vive und Oculus Rift bringen jeweils 1080 x 1200 Pixel aufs Auge. Diese Auflösung ist aber nicht hoch genug, um den Eindruck eines komplett klaren Bildes zu erzeugen. Durch die Nähe zum Auge ist der Abstand zwischen den einzelnen Pixeln mehr oder weniger deutlich zu sehen. Das nennt man den Fliegengittereffekt.

Bessere Auflösung durch Foveated Rendering

Daran kann man sich zwar gewöhnen, aber das geht natürlich besser. Eine 4K-Auflösung auf jedes Display zu bringen ist indes eine Frage der Hardware, die ein Vielfaches von dem leisten müsste, was aktuell notwendig ist, um eine VR-Brille einigermaßen ruckelfrei zu betreiben. Deshalb wird bereits an anderen Technologien geforscht, beispielsweise dem Foveated Rendering (FOVR). Dabei wird nur der Bereich voll gerendert, der gerade im Fokus des menschlichen Auges liegt.

Die Bereiche herum – ganz wie beim menschlichen Auge auch – werden in Abstufungen sehr viel schwächer aufgelöst, was enorme Einsparungen an Rechenleistung bringt, gleichzeitig aber auch eine höhere Auflösung für den Fokusbereich ermöglicht. Natürlich muss das menschliche Auge dafür verfolgt werden, aber entsprechende Technologie ist ebenfalls auf dem Weg.

Wer braucht 4K, wenn er 70 Megapixel haben kann?

4K ist also eigentlich kein Problem, wenn wir FOVR mit einbeziehen. Doch es gibt da eine finnische Firma, die selbst das als „Peanuts“ abtut. Varjo heißt das Unternehmen und es hat ein neuartiges VR–Headset angekündigt, dass unter dem Codenamen „20/20“ läuft und – festhalten! – satte 70 Megapixel aufs Display bringen soll. Im Vergleich: HTC Vive und Oculus Rift schaffen gerade mal 1,2 Megapixel. „20/20“ soll also nicht viel weniger bringen als die Auflösung des realen menschlichen Auges.

Klingt zu gut, um wahr zu sein? Varjo sagt, dass sie eine patentierte Technologie verwenden, die die Arbeitsweise des menschlichen Auges reproduziert. Spricht das Unternehmen von Foveated Rendering? Nun, zumindest ist es Teil der Technologie. FOVR soll nämlich für die geringen Systemvoraussetzungen der VR-Brille sorgen. Außerdem werde ein Blickfeld (Field of View, FOV) von 100 Grad beibehalten (Rift und Vive liegen hier aktuell bei 110 Grad).

Hersteller Varjo will mit diesem Vergleich den Unterschied zwischen dem eigenen Display (oben) und dem der Oculus Rift (unten) zeigen. © Varjo

Hersteller Varjo will mit diesem Vergleich den Unterschied zwischen dem eigenen Display (oben) und dem der Oculus Rift (unten) zeigen. © Varjo

VR, MR, AR – in diesem VR-Headset ist angeblich alles drin

Klingt immer noch zu gut, um wahr zu sein? Laut Varjo bringt ihr neues Display die virtuelle Realität direkt zehn Jahre weiter als die aktuell angesagte Technologie. Ziemlich vollmundig – allerdings ist das noch nicht alles: Das Headset soll außerdem durch eine Video-Kamera den realen physischen Raum darstellen und mit VR- oder MR-Inhalten vermengen können und so gleichzeitig auch als AR-Brille fungieren können.

Ja, es klingt viel zu gut, um wahr zu sein, auch wenn wir uns eine solche eierlegende Wollmilchsau-Supertechnologie auf jeden Fall wünschen würden. Doch es bleiben auch noch genug Fragen übrig: Wie ist die Latenz? Kann eine hohe Bildrate beibehalten werden? Für welche Inhalte ist die VR-Brille vorgesehen – und was soll das überhaupt kosten?

Im vierten Quartal 2017 will Varjo die ersten Produkte für professionelle Nutzer ausliefern. Wir sind gespannt, was aus dem angeblichen Super-Headset wird.

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