Unearthing Mars

PlayStation VR Spiele
6

VR-World Rating

8.5

VR-User

Unearthing Mars schickt euch auf Erkundungstour über den roten Planeten und mischt das mit einer SciFi-Fantasy-Geschichte. Die eigentlich spannende Ausgangslage verzweigt sich über 10 Kapitel hinweg in abwechslungsreiches, aber konfuses Gameplay.

Bis die ersten Menschen auf dem Mars landen, wird es wohl gar nicht mehr lange dauern, wenn man den Plänen von NASA, Elon Musk und Co. glauben schenken mag. Daher fällt die Ausgangslage von Unearthing Mars gar nicht mal so sehr in den Bereich der Science Fiction.

Die Story des PlayStation VR-Spiels würfelt später aber einen mysteriösen Meteoriten ins Geschehen, über den die Astronauten weit in die Vergangenheit des roten Planeten reisen. Dort erlebt ihr schließlich, dass der Himmelskörper einst bewohnt war und wieso er heute nur noch aus Wüsten besteht. Die Erzählung erweist sich dabei als hanebüchen, aber stellt zumindest eine Motivation dar, sich über die Spielzeit von ein bis zwei Stunden die abwechslungsreichen, aber arg konfusen Inhalte abzuklappern.

Zur Geschichte verraten wir euch hier absichtlich nicht allzu viel, denn wir wollen euch den Spaß nicht nehmen, sie selbst zu erleben. Einzig: Die deutsche Vertonung wirkt leider etwas hölzern und das Timing von Animationen und Dialogen ist nicht immer perfekt. So lassen einen selbst dramatisch gedachte Situationen kalt.

Im Verlauf der Geschichte erkundet ihr auch eine Version des Mars, die noch belebt ist. © Winking Entertainment

Im Verlauf der Geschichte erkundet ihr auch eine Version des Mars, die noch belebt ist. © Winking Entertainment

Jeder Abschnitt ist anders

Unearthing Mars ist in zehn Kapitel aufgeteilt. Die beschäftigen euch mal ein paar wenige Augenblicke, mal mehrere Minuten, bringen aber immer ein neues Spielelement mit sich.

Zu Beginn etwa sitzt ihr mit eurer Vorgesetzten im Raumschiff und müsst gemeinsam mit ihr das Ding steuern. Dabei könnt ihr hauptsächlich das Cockpit und den Weltraum bestaunen und hier und da mal einen Knopf drücken oder einen Hebel ziehen. Sonst fliegt die Kollegin die Schüssel selbstständig.

Später gibt es Rätseleinlagen. Dann einen Abschnitt, wo ihr ein Geländefahrzeug steuert. Danach mal eine Actionsequenz. Entwickler Winking Entertainment mixt in Unearthing Mars wirklich alles, was sich in einem Game-Design-Buch finden lässt.

Die Herstellerbilder zeigen tolle Grafik. Im tatsächlichen Spiel fällt diese ernüchternder aus. © Winking Entertainment

Die Herstellerbilder zeigen tolle Grafik. Im tatsächlichen Spiel fällt diese ernüchternder aus. © Winking Entertainment

Das ist im Grunde gar nicht doof, denn so bietet das Spiel Abwechslung en masse. Gleichzeitig führt es aber auch dazu, dass Unearthing Marth unruhig wirkt und sich kein einheitliches Konzept erkennen lässt. Vielmehr wirkt der Titel wie ein Raum voller Gameplay-Experimente, mit denen die Entwickler testen wollten, wie sie einzelne Spielelemente umsetzen könnten.

Gerade die Rätseleinlagen variieren sehr im Schwierigkeitsgrad und in Sachen Durchschaubarkeit. Eine Denksportaufgabe etwa verlangt, dass ihr seltsame Tierwesen auf dem Mars füttert. Hinweise, was die Viecher fressen, gibt das Spiel nicht preis. Also sammelt ihr einfach alles in der Umgebung ein, was nahrhaft aussieht und probiert aus, was sie mögen und was nicht. Das ist also etwas nervig, aber schnell erfasst und erledigt.

Später steht ihr dann vor Alien-Maschinen, die ihr in Gang bringen müsst. Bis man hier manches der vier Rätsel kapiert hat, kann es schon ein wenig dauern, nicht zuletzt, weil die Steuerung dabei nicht immer richtig funktioniert.

Im Verlauf der Geschichte gibt es auch eine Actionsequenz, in der ihr zur Waffe greifen dürft. © Winking Entertainment

Im Verlauf der Geschichte gibt es auch eine Actionsequenz, in der ihr zur Waffe greifen dürft. © Winking Entertainment

Durchwachsene Steuerung

Unearthing Mars verlangt nach Sonys Move Motion Controllern, mit denen ihr die beiden Hände der Figur kontrolliert. Zudem könnt ihr beim Teleportieren durch die Welt mit ihnen zielen und den Geländeflitzer steuern. Das funktioniert grundsätzlich gut und erhöht natürlich die viel zitierte Immersion im Vergleich zum normalen Controller. Allerdings ist die Umsetzung nicht immer präzise.

Es passiert leider häufig, dass eure Handbewegungen nicht richtig getrackt werden. Dann bleiben die virtuellen Hände irgendwo hängen, zittern unkontrolliert umher, weil eure Bewegungen weiter aufgezeichnet werden und dann springen sie sonstwohin.

© Winking Entertainment

© Winking Entertainment

Sobald ihr das Auto bewegt, dient einer der Move Controller zum vorwärts, der andere zum rückwärts fahren. Links und Recht lenkt ihr, indem ihr die Controller neigt. Das klappt meist gut, auch wenn ihr euch daran gewöhnen müsst, beide Controller einigermaßen gleichmäßig und gleichzeitig zu neigen. Nerviger ist allerdings die Kamera, denn diese ist starr. Per Knopfdruck springt sie zum Wagen, bleibt dann aber wieder stehen. So müsst ihr dem Offroad-Gefährt ständig per Tastendruck folgen.

Einzig das Umherteleportieren klappt ganz gut. Per Knopfdruck könnt ihr euch in vorgegebenen Bildausschnitten um eure eigene Achse drehen, was Problemen mit Motion Sickness vorbeugen soll. Dort zeigt euch Unearthing Mars dann stets Hotspots an, die ihr lediglich anvisieren müsst und dann per Tastendruck dort herauskommt. Einzig, dass ihr nicht direkt auf die Ort zielen könnt, sondern immer eine ballistisch verlaufende Ziellinie punktgenau darauf ausrichten müsst, das nervt ein klein wenig.

© Winking Entertainment

© Winking Entertainment

Technisch maue Einöde

Technisch überzeugt Unearthing Mars zu guter Letzt nur damit, dass es auch auf der regulären PlayStation 4 durchgehend geschmeidig läuft. So viel zur Habenseite. Denn diesen Pluspunkt erschummeln sich die Entwickler damit, dass das Spiel generell nicht allzu beeindruckend in Szene gesetzt ist.

Am Anfang, wenn ihr noch auf dem Mars umher streift, wie wir ihn kennen, besteht die Spielwelt hauptsächlich aus rötlichen Wüstengebieten. Diese sind natürlich dankbar aus Sicht der Performance, da wenig Objekte und ähnliches in den Levels stehen. Dennoch fällt schnell auf, dass die Grafik undetailliert erscheint und das, obwohl in leeren Gebieten sicherlich mehr machbar wäre. Denn schaut ihr zu Boden, dann haben die Entwickler dort eine Tapete aus Sand und Steinen ausgelegt, die arg unscharf aufgelöst ist.

© Winking Entertainment

© Winking Entertainment

Später, wenn ihr dann auf dem ausgedachten Ur-Mars forscht, sind die Gebiete zwar deutlich abwechslungsreicher. Doch dann fällt ebenso auf, dass die Entwickler auf der einen Seite mehr Objekte, Pflanzen, Geschöpfe um euch herum platzieren. Auf der anderen Seite sind diese aber allesamt vergleichsweise schlecht animiert. Die Unreal Engine, welche Winking Entertainment nutzt, hätte hier sicherlich mehr abliefern können.

So ist Unearthing Mars am Ende leider nur ein Adventure mit einem spannenden Story-Ansatz, das aber letztlich am konfusen Gameplay und der mauen technischen Umsetzung krankt.

Unearthing Mars für PlayStation VR findet ihr im PlayStation Store.

Das ist gut

  • Abwechslungsreicher Spielverlauf
  • Gut funktionierende Steuerung
  • Grundsätzlich gute Idee, Simulation und SciFi zu mischen ...

Das geht besser

  • ... ist aber leider zu hölzern umgesetzt
  • Generell schlecht inszeniert
  • Teils konfuse Rätsel
  • Grafisch wenig beeindruckend
  • Geringer Umfang

Fazit

Die grundsätzliche Prämisse von Unearthing Mars ist spannend. Die Faszination, über den roten Planeten fahren zu können, gemischt mit einer SciFi-Fantasy-Geschichte – das klingt gar nicht schlecht. Allerdings krankt Unearthing Mars dann daran, dass die Story sehr zusammengestöpselt wirkt. Es ist zudem zwar nett, dass die Entwickler auf Abwechslung setzen, allerdings fehlt dem Spiel damit ein roter Faden und es spielt sich arg konfus. Die eher enttäuschende Grafik und etwas holprige Vertonung fallen ebenfalls negativ auf. So bleibt ein nur durchschnittlicher Titel, den man sich in einem Sale vielleicht mal ansehen kann.
6

VR-World Rating

Gameplay: 7
Steuerung: 8
Immersion: 5
Grafik: 5
Sound: 6
Umfang: 5

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