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Twilight Path im Test

HTC Vive Kategorie Oculus Rift Spiele VR-Reviews

Twilight Path im Test: FORM hat einen VR-Erben

Direkt zum Fazit

Mit dem Puzzle-Adventure FORM haben Charm Games vor rund zwei Jahren gezeigt, wie ein Rätselspiel in VR auszusehen hat. Können die Entwickler mit Twilight Path die hohen Erwartungen an den geistigen Nachfolger erfüllen?

Das im Sommer 2017 veröffentlichte FORM war das – fast – perfekte VR-Puzzle-Adventure. Mir pesönlich hat das audiovisuelle Gesamtkunstwerk so gut gefallen, dass ich es in meine persönlichen Top 3 aller VR-Erfahrungen aufgenommen habe.

Nun hat sich das Indie-Team Charm Games mit dem offiziellen Nachfolger zurückgemeldet. Bei Twilight Path handelt es sich allerdings nur um eine Fortsetzung im Geiste. Uns erwartet ein komplettes neues Setting inklusive neuer Gameplay-Elemente. Gelingt den Kanadiern erneut eine Punktlandung?

Virtual Reality-Reise in eine fernöstliche Geisterwelt

Während uns in FORM ein geheimnisvoller Monolith auf eine metaphysische Reise in den Kopf unseres Protagonisten schickte, versetzt uns Twilight Path wortwörtlich in eine andere Welt. Zunächst erkunden wir im Diesseits allerdings einen schummrigen Antiquitäten-Laden in einer Hintergasse einer nicht weiter genannten Großstadt.

Regelmäßig versperren Tore in der Welt von Twilight Path unseren Weg, die wir durch das Lösen verschiedener Rätsel öffnen. © Charm Games

Regelmäßig versperren Tore in der Welt von Twilight Path unseren Weg, die wir durch das Lösen verschiedener Rätsel öffnen. © Charm Games

Vom ersten Moment begeistert mich erneut die Stimmung, die Charm Games in dem VR-Adventure herauf beschwört. Vor mir liegt eine schattige Gasse, die von rot glühenden Lampions erleuchtet wird. Schaue ich mich nach links und rechts um, fallen Hochhäuser in meinen Blick, aus deren Büros klinisches Licht strahlt. Ich fühle mich einfach sofort in diese Welt versetzt.

Ein paar Augenblicke verstreichen, dann werden wir vom Spiel automatisch vor die Eingangstür des erwähnten Antiquitäten-Händlers teleportiert. Die Fortbewegung übernimmt – wie auch schon bei FORM – meistens das Spiel für uns. Wenn wir an der Lösung eines Rätsels arbeiten, haben wir normalerweise alles in Griffreichweite. Selbstständig bewegen müssen wir uns also sowieso nicht.

Es dauert nicht lange, bevor wir vor der ersten Knobelaufgabe stehen. Einige intuitive Handgriffe später ist das Rätsel gelöst und ein alter Schrank gibt einen geheimnisvollen Zaubertrank preis. Kurze Zeit später erwachen wir in einer phantastischen Welt zwischen Traumreich und Jenseits. Doch hier beginnt unsere Reise erst.

Ghibli-Ästhetik trifft auf Doctor Strange-Magie

Im Gegensatz zu der recht düsteren und abstrakten Welt von FORM, schickt uns Twilight Path in eine pastellfarbene Welt der Wunder. Verfallene Brücken und Tempelanlagen ziehen sich entlang hoher Berge bis zum rosafarbenen Horizont. Die Aufmachung der Spielwelt wirkt dabei stark von fernöstlicher Mythologie inspiriert – allen voran der japanischen.

Unter anderem führt uns unsere Reise durch alte Tempelanlagen, die sich auch gut in einem Tomb Raider machen würden. © Charm Games

Unter anderem führt uns unsere Reise durch alte Tempelanlagen, die sich auch gut in einem Tomb Raider machen würden. © Charm Games

Insgesamt erinnert der Look des Spiels an die Filme des japanischen Animationsstudios Ghibli. Das kommt nicht von ungefähr, denn die Entwickler nennen unter anderem Animes wie Chihiros Reise ins Zauberland oder Prinzessin Mononoke als direkte Einflüsse für die Produktion. Ebenso standen westliche Fantasy-Filme wie Der dunkle Kristall und Die unendliche Geschichte Pate.

So viel sei in diesem Zusammenhang verraten: Fans von gigantischen Schildkröten kommen auf jeden Fall auf ihre Kosten! Auch sonst treffen wir innerhalb der surrealen Zwischenwelt auf virtuelle Figuren, die zum Teil ziemlich skurril ausfallen.

So helfen wir einem lebendigen Schlitten, der obendrein von einem kleinen Feuergeist bewohnt wird, bei der Reise zur sogenannten Quelle der Seelen. Ein böser Drache hat allerdings für Chaos in der magischen Welt gesorgt und es liegt an uns, den Weg wieder freizuräumen.

Diese Aufgabe ist für unseren namenlosen Protagonisten durchaus mit einem Eigennutzen verbunden, muss er doch das Ende des Pfades erreichen, um wieder in die Realität zurückzukehren. Um die Twilight-Welt wieder ins Gleichgewicht zu bringen, greifen wir auf magische Fähigkeiten zurück, die sich durchaus mit denen von Marvels Sorcerer Supreme Doctor Strange messen lassen.

Virtueller Rätselspaß von Meisterhand

In Sachen Gameplay setzten die Entwickler auf die etablierten Rätselmechaniken von FORM, bereichern diese allerdings um die Interaktion mit entfernten Objekten. Halten wir die beiden Trigger der Bewegungscontroller gleichzeitig gedrückt und lassen dann im richtigen Moment los, können wir nämlich bestimmte Objekte in der Ferne manipulieren.

Dabei betätigen wir auf quasi telepathische Weise Hebel, ziehen schwebende Objekte zu uns heran oder teleportieren uns zu Fahnen, die die nächste Etappe kennzeichnen. Hauptsächlich sind wir aber damit beschäftigt, mit Objekten zu interagieren, die sich unmittelbar in unserer Nähe befinden.

Obendrein nutzen wir einen Edelstein, der auf unserem rechten Handschuh befestigt ist, um mit einer Art „Röntgenblick“ versteckte Symbole sichtbar zu machen. Das ist oft zwingend notwendig, weil diese Symbole die entscheidenden Hinweise zum Knacken eines Rätsels geben.

Mit diesen Hilfsmitteln lösen wir mit unseren Bewegungscontroller Denkaufgaben und Logikrätsel. Wir ziehen an Hebeln, verschieben Steine, öffnen Schubladen oder trommeln einmal sogar eine Melodie nach. Es dauert nicht lange, bevor wir dabei fast vergessen, dass wir nicht unsere echten Hände zur Interaktion benutzen – so präzise und einfach gestaltet sich die Steuerung.

In Sachen intuitive Steuerung spielt Entwickler Charm Games einfach ganz vorne mit. © Charm Games

In Sachen intuitive Steuerung spielt Entwickler Charm Games ganz vorne mit. © Charm Games

Wie auch schon in FORM verstehen es die Entwickler, die Bewegungscontroller als Schnittstelle zwischen uns und der virtuellen Welt praktisch unsichtbar zu machen. Entsprechend immersiv gestaltet sich die Spielerfahrung.

Hit-Nachfolger mit kleinen Kratzern im VR-Lack

Mit Twilight Path haben Charm Games erneut auf ganzer Linie ein hervorragendes VR-Adventure abgeliefert. Insgesamt fehlt mir persönlich allerdings der große Aha-Effekt, den ich beim Spielen von FORM gespürt habe. Das liegt einfach daran, dass die Entwickler hier größtenteils auf Bewährtes zurückgreifen und letztendlich ihr etabliertes Spiele-Gerüst in einem neuen Gewand präsentieren.

Das alleine wäre jetzt wahrscheinlich Meckern auf hohem Niveau, gäbe es nicht noch ein paar andere kleinere Kritikpunkte. So wirkt die (nur in Englisch vorhandene) Sprachausgabe leicht amateurhaft. Grund dafür ist der Umstand, dass Mitglieder des Entwickler-Teams zum Teil selbst die Figuren vertont haben.

Darüber hinaus hat mir persönlich das abstraktere Setting und die nur vage angedeutete Handlung von FORM besser gefallen. Auch wenn sie schön anzusehen ist; die Welt von Twilight Path wirkt einfach nicht so einzigartig wie die des Vorgängers. Alles, was man hier zu sehen bekommt, hat man in Spiel- oder Filmform eben schon einmal ähnlich gesehen.

Im Laufe unseres Abenteuers bekommen wir es mit einem furchteinflössendem Drachen zu tun. © Charm Games

Im Laufe unseres Abenteuers bekommen wir es mit einem furchteinflössendem Drachen zu tun. © Charm Games

Wer sich an der vagen Geschichte des Vorgängers gestört hat, bekommt zwar dieses Mal eine eindeutigere Handlung, diese wartet allerdings mit keinen großen Überraschungen auf. Welche Art von Storytelling man bevorzugt, ist letztendlich aber auch eine Geschmacksfrage.

Ohne zu viel zu verraten, das Schicksal unseres namenlosen Protagonisten bleibt nach Spielende ungewiss. Charm Games halten sich hier also ganz bewusst die Möglichkeit einer direkten Fortsetzung offen. Der Abspann-Hinweis „Twilight Path will return“ spricht in dieser Hinsicht ebenfalls eine deutliche Sprache.

Unsere Wertung

Fazit:

Twilight Path ist ein weiteres rundum gelungenes VR-Puzzle-Abenteuer aus dem Hause Charm Games. Zwar lässt sich der innovative Zauber von FORM nicht komplett ein zweites Mal beschwören, denn Twilight Path bietet in Sachen Gameplay letztendlich mehr vom Gleichen. Trotzdem überzeugt der surreale Magie-Trip mit seinem eigenständigen Setting und der sehr guten Steuerung. Rätsel-Freunde schlagen definitiv zu!

Ihr solltet Twilight Path unbedingt eine Chance geben, wenn ihr…

  • auf stimmungsvolle VR-Ausflüge in phantastische Welten steht
  • gerne euren grauen Zellen beim Spielen trainiert
  • ein perfekt auf Bewegungscontroller zugeschnittenes Spielerlebnis sucht
  • Fans von Ghibli-Animes und/oder fernöstlicher Mystik seid
  • bereits vom geistigen Vorgänger FORM nicht genug bekommen habt

Ihr solltet das VR-Puzzle-Abenteuer eher meiden, wenn ihr…

  • rund 2 Stunden Spielzeit als zu kurz empfindet
  • lieber ballert und prügelt anstatt zu knobeln

Twilight Path ist für folgende VR-Brillen hier erhältlich:

1 Kommentar

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