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TPCast Wireless Adapter

Hardware HTC Vive Oculus Rift
7

VR-World Rating

Direkt zum Fazit

Der Wireless Adapter TPCast zaubert endlich das Kabel zwischen VR-Brille und PC weg. Wir haben uns die Lösung genau angesehen und sagen euch, was sie taugt.

Eine der großen Sorgen der Besitzer von Virtual Reality-Brillen wie der HTC Vive und der Oculus Rift war immer schon die Frage: Wann kommt das blöde Kabel zwischen Brille und PC endlich weg? Nach mehr als einem Jahr sind die meisten VR-Enthusiasten mittlerweile recht geübt mit dem Kabel und wünschen sich eigentlich vorrangig andere Dinge: eine höhere Auflösung etwa, weniger Fliegengittereffekt und eine leichtere, komfortablere Brille.

Trotzdem wäre eine Brille ohne Kabel eine schöne Sache, sie würde unsere Ausflüge in die Virtual Reality nämlich wortwörtlich befreien. Das chinesische Startup TPCast hat sich der Sache angenommen und einen Addon für die HTC Vive entwickelt (erscheint  auch für Oculus Rift), das die Kabel entfernt. Wir haben das Wireless Kit von TPCast ausführlich getestet und sagen euch, ob sich die Anschaffung lohnt.

Der TPCast Wireless Adapter im Überblick

Das TPCast liefert eine Möglichkeit, große Datenmengen über ein Sender-Empfänger-System ohne Kabel zu übertragen. Die Übertragungsmethode ist  WirelessHD mit 60 GHz. 3,5 Gigabyte an Bild und Ton können pro Sekunde übertragen werden, die maximal unterstützte Auflösung beträgt 2.048 x 1.080 Pixel pro Auge. Die zusätzliche Latenz soll unter 2 Millisekunden liegen.

Installation: Fünf Geräte für ein Kabel

Das TPCast-Addon kommt mir insgesamt fünf Geräten: Sender, Empfänger, Akku, Akkuaufsatz und Router. Die Installation ist dementsprechend umfangreich und komplex. Viel hängt auch vom Layout des Zimmers ab, in dem gespielt wird und wo der PC steht bzw. wo sich die Netzwerkanschlüsse befinden. Die Installation dauert rund eine Stunde, wenn gebastelt und verlängert werden muss, auch gern mal weit mehr.

Der Empfänger wird auf dem Kopfband der HTC Vive angebracht. Die Installation ist nicht komplizierter, als das Standard-Kopfband gegen den Deluxe Audio Strap zu tauschen. Anfangs hatten wir Bedenken, dass der rund 90 Gramm schwere Empfänger vielleicht unangenehm auf den Kopf drücken könnte. Das erwies sich aber weitgehend als unbegründet. Mehr dazu später.

Der Sender muss erhöht über dem Spielbereich angebracht werden, damit ein barrierefreies Sichtfeld zum Empfänger auf dem Kopf des VR-Nutzers besteht. Empfohlen wir die Anbringung mittig an der Decke über dem Spielfeld, allerdings ist das mit erhöhtem Aufwand verbunden. Schließlich müssen die Kabel verlegt und gegebenenfalls verlängert werden. Wir haben den Sender seitlich, in der Mitte des Spielfelds an der Wand, in 2,5m Höhe angebracht. Ein Stativ geht auch, eine passende Halterung für eine Stativschraube ist auf der Sender-Rückseite vorhanden.

Der Sender wird über das 3-in-1-Kabel der Vive (das ja jetzt nicht mehr an der VR-Brille hängt) an die Vive-Verbindungs-Box angeschlossen. Zusätzlich dazu muss aber auch noch ein mitgelieferter Router angeschlossen werden. Der darf in seinen Einstellungen nicht verändert werden, was schon mal ein ziemliches Ärgernis für Personen bedeutet, die ein vernünftig eingerichtetes Netzwerk betreiben. Den TPCast-Router irgendwie zwischen den / die eigenen Router zu pfriemeln und dabei noch einen passenden Aufstellungsort zu finden, der ebenfalls barrierefrei mit dem Sender kommunizieren lässt, kann je nach Situation richtig nervig sein.

Alle Module der TPCast, samt angebrachtem Empfänger auf der HTC Vive.

Alle Module der TPCast, samt angebrachtem Empfänger auf der HTC Vive.

Der Router braucht eine Verbindung zum Internet (warum eigentlich?) und eine direkte Verbindung zum PC. Hier wird’s kritisch, denn allgemein haben PCs nur einen Netzwerkanschluss. Und wir sollen einen nicht konfigurierbaren Router mal eben zwischen PC und unsere eigenen Routing-Geräte schalten? Sicherheitsfanatikern gefällt das sicher nicht.

Die Batterie (20100 mAh, mit einer Laufzeit von rund 5 Stunden) muss über einen Akkuaufsatz (der zum Aufladen der Batterie abgenommen wird) und ein Kabel an das VR-Headset angeschlossen werden. Akku und Aufsatz kommen dann in ein Säckchen, dass wir an einem Gürtel befestigen.

Haben wir alle Geräte verkabelt, angebracht und eingestellt, müssen wir die Verbindungssoftware des TPCast installieren und starten. Die Software testet Router und Kabelverbindungen und stellt die Verbindung zum PC her, auf dem wir dann beispielsweise SteamVR starten. Hier treten  häufig  Treiberprobleme auf, manchmal wird  die Verbindungssoftware auch nicht richtig installiert und muss entfernt, sowie nach einem Neustart des PCs erneut installiert werden.

Fazit
Die Installation ist unkomfortabel, sehr komplex und kann ganz erhebliche Probleme machen, wenn beispielsweise nur ein Netzwerkanschluss im Zimmer vorhanden ist oder wir weitere Router im Netzwerk betreiben. Überhaupt stellen wir uns die Frage, wozu ein gutes Wireless-Modul einen Router benötigt, den wir nicht konfigurieren dürfen und der ohne Weiteres in unser bestehendes Netzwerk eingefügt werden muss. Die Verbindung zwischen Sender und Vive-Verbindungsbox sollte eigentlich ausreichen. Oder werden hier etwa Nutzerdaten mitgeschnitten?

Einfach und komfortabel ist die Installation also nicht und sie kann extrem nervig werden, wenn wir mit Verlängerungen arbeiten müssen oder neue, längere Kabel benötigen. Die Installation ist definitiv der größte Minuspunkt des TPCast.

Der TPCast-Sender muss so angebracht werden, dass er gut mit dem TPCast-Empfänger kommunizieren kann. Wir haben ihn an die Wand mittig über den Spielbereich gehängt.

Der TPCast-Sender muss so angebracht werden, dass er gut mit dem TPCast-Empfänger kommunizieren kann. Wir haben ihn an die Wand mittig über den Spielbereich gehängt.

Performance: Solide VR-Erfahrung

Wir haben das TPCast über mehrere Stunden mit verschiedenen Spielen und Filmen getestet. Darunter befanden sich Arizona Sunshine, Serious Sam: The Last Stand (Test folgt in Kürze), To The Top, Water Planet (Test folgt in Kürze), Eleven: Table Tennis VR und Skyworld. Darüber hinaus haben wir uns die Mr. Robot VR Experience angesehen und VR-Pornos ausprobiert. Mangelnden Einsatz kann man uns nicht vorwerfen!

Bei den Shootern Arizona Sunshine und Serious Sam: The Last Stand konnten wir keinerlei negative Auswirkungen der Entfernung des Kabels feststellen. Im Gegenteil: Die Befreiung vom Kabel ist sehr angenehm. Zielen und schießen, Waffen wechseln, ducken und ausweichen funktioniert problemlos. Nur sehr selten registrierten wir Bildstottern.

Das liegt aber auch daran, dass in schnellen, effektreichen Spielen die Übertragungsprobleme nicht so ins Gewicht fallen. Die gibt es nämlich definitiv, allerdings sind sie nur in ruhigen Momenten oder bei Textfenstern störend. So bemerkten wir beispielsweise das regelmäßige Zittern von stationären Texteinblendungen in Skyworld und auch kleine Stotterphasen bei Mr. Robot oder in einem VR-Porno. Beim Tischtennis in Eleven: Table Tennis VR schien darüber hinaus die Übertragung sehr schneller Bewegungen (beispielsweise ein schneller Schmetterschlag) nicht immer richtig übertragen zu werden. Dagegen funktionierte der Hindernis-Parcours in To The Top problemlos. Und auch im Explorations-Titel Water Planet lief alles bestens.

© Vertigo Games

Kein Problem beim Ballern: Das TPCast Addon machte seine Sache bei VR-Spielen recht solide.

Die Freiheit vom Kabel macht sich besonders in Titeln bemerkbar, in denen wir uns ständig drehen, beispielsweise, weil wir mit der Blickrichtung die Bewegungsrichtung vorgeben. Das lästige Aufkordeln des Kabels ist damit Geschichte.

Fazit
Die Performance ist erstaunlich stabil, das gelegentliche Stottern und Zittern war kaum störend. Selbst wenn wir mit der Hand den Empfänger auf unserem Kopf bedeckten, fiel die Datenübertragung nicht oder nur geringfügig aus. Auch übertriebenes Herumgehampel führte nicht zu nennenswerten Störungen. Bildstörungen hatten wir überhaupt keine zu verzeichnen. Die neue Freiheit vom Kabel fällt durchaus positiv auf und verschafft uns auch in VR eine bessere Immersion, da sich nichts mehr um die realen Füße wickeln kann.

Trage-Komfort & Betriebsdauer

Der Empfänger auf dem Kopf ist anfangs nicht zu bemerken, es sei denn, ein paar Haare mogeln sich zwischen Gurt und Empfänger. Dann kann es schon mal unangenehm ziepen. Mit längerer Tragedauer wird auch das Gewicht des Empfängers spürbar, allerdings längst nicht so unangenehm, dass es eine Pause oder einen Abbruch erfordert. Der Empfänger wird sehr warm, aber die Wärme wirkt sich durch den Abstand der Empfängerkonstruktion zum Kopf nicht spürbar aus.

Die Batterie (unten) wird mit dem Aufsatz (oben auf der Batterie verbunden. Dann wird das Kabel angeschlossen und beides in den Sack gesteckt, den man an einem Gürtel trägt.

Die Batterie (unten) wird mit dem Aufsatz (liegt im Bild lose auf der Batterie) verbunden. Dann wird das Kabel angeschlossen und beides in den Sack gesteckt, den man an einem Gürtel trägt.

Der Akku – sofern an einem Gürtel angebracht und hinter uns geschoben – ist überhaupt nicht zu bemerken. In einer Hosentasche getragen, wird die Hitzeentwicklung bald unangenehm. Dass die VR-Brille einfach abschaltet, wenn der Akku keinen Strom mehr hat, ist allerdings ärgerlich. Eine Anzeige oder zumindest ein rechtzeitiger Warnton wäre das Mindeste. Ob ein schneller Wechsel des Akkus funktioniert, wie in der offiziellen FAQ angegeben, konnten wir mangels Zweit-Akku nicht testen.

Die Betriebsdauer ist in Ordnung, wenn wir nicht von einem Hardcore-VR-Nutzer ausgehen. Eine Nutzung bis vier Stunden haben wir erfolgreich getestet, laut Hersteller hält der Akku fünf Stunden. Vor der Nutzung der VR-Brille sollte der Akku bereits eine Weile an die Vive angeschlossen werden, bis sie handwarm ist. Das verhindert ein Beschlagen des Displays, verringert aber auch die Betriebsdauer etwas. Die Ladezeit des Akkus ist mit satten neun Stunden ziemlich lang.

Fazit
Solange wir den Akku nicht in der Hose tragen, gibt’s am Komfort nichts zu mäkeln – abgesehen vom plötzlichen und unangekündigten Ausschalten, wenn die Energie zu Neige geht.

Preis / Leistung

Das TPCast Wireless Addon kostet satte 350 Euro. Dafür bekommen wir fünf technische Geräte, die spezielle Anforderungen an Umgebung und Nutzung stellen und im Gegenzug „nur“ ein  Kabel entfernen. Darüber hinaus ist die Performance gut, aber nicht perfekt.

Fazit
Nehmen wir alle bis hierhin genannten Stärken und Schwächen zusammen, dann ist das Preis-Leistungs-Verhältnis maximal ausreichend. Für ein paar Euro mehr bekommen wir heute schon eine VR-Brille mit Zubehör (Oculus Rift, Windows Mixed Reality, PlayStation VR). Darüber hinaus haben wir nun anstelle eines Kabels fünf Geräte (alle mit ihren eigenen Kabeln), die zusätzliche potentielle Fehlerquellen bedeuten. Zwar gibt es eine zweijährige Garantie, aber das Risiko, dass eines der Geräte in der Zeit kaputtgeht (vor allem bei der Wärmeentwicklung von Sender, Empfänger und Akku samt Akkuaufsatz) ist nicht unbedingt gering.

Das ist gut

  • Gute Verarbeitung
  • Sehr solide Performance
  • Ordentliche Akku-Laufzeit
  • Kabel-Freiheit sehr angenehm

Das geht besser

  • Nervige Installation
  • Zwangs-Router ist ein Problem
  • Gelegentliches Bild-Zittern und -Stottern
  • Akku wird in der Hosentasche unangenehm warm

Fazit

Das TPCast macht einen guten Job bei der schnellen Übertragung der Daten. Stottern und Zittern im Bild ist allerdings trotzdem regelmäßig zu beobachten. Die Installation finde ich darüber hinaus ein Graus, der zusätzliche Router war für mich aufgrund der Netzwerkanschlüsse in meiner Wohnung richtig nervig. Das muss nicht bei jedem so sein, aber die Einrichtung des TPCast ist keine komfortable und simple Sache. Insgesamt kann ich das TPCast – vor allem bei dem satten Preis – nur denjenigen empfehlen, die extreme Probleme mit dem Kabel haben und sich nichts sehnlicher wünschen, als es loszuwerden. Für sie ist das TPCast gemacht und eine ordentliche Alternative zum Kabel. Wer sich aber einigermaßen an die Strippe gewöhnt hat, der braucht das TPCast in dieser teuren und umständlichen Ausführung nicht unbedingt.
7

VR-World Rating

Verarbeitung: 9
Installation: 5
Performance: 8
Komfort: 9
Preis / Leistung: 6
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