The Protectors

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8

VR-World Rating

9.7

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Ein nahezu aussichtloser Kampf

Hollywood-Regisseurin Kathryn Bigelow macht mit einer 360-Grad-Doku auf den nahezu aussichtlosen Kampf der Park Ranger gegen Wilderer im Garamba-Nationalpark im Kongo aufmerksam. Sie liefert einen sehr guten Einblick in das gefährliche Leben der Ranger.

Es sind nur rund 130 Mann, die mit mäßiger Ausrüstung jeden Tag durch den Garamba-Nationalpark im Kongo stapfen. Ihre Aufgabe: Die letzten 1.300 Elefanten im Park vor Natur-Terroristen zu schützen, vor Wilderern, die die imposanten Dickhäuter wegen ihres Elfenbeins töten. Ein Mann schützt 10 Elefanten – ein Kampf auf verlorenem Posten.

Gelungene Kameraführung

Im Film lernen wir einige der Rangers kennen, die von ihrer Motivation erzählen (Originalton mit Untertiteln), jeden Tag ihr Leben für die Tiere aufs Spiel zu setzen. Die Kameraführung ist Regisseurin Bigelow (The Hurt Locker) und ihrem Kollegen Imraan Ismail (The Displaced) hervorragend gelungen: Die Schönheit des Parks, die Aufopferung der Ranger, die Grausamkeit der Wilderer ist in einfachen, aber beeindruckenden Rundherum-Bildern eingefangen worden.

Auf dem Weg ins Ungewisse: Jeden Tag brechen die Ranger zu gefährlichen Touren durch den Park auf. © National Geographic, Here Be Dragons

Auf dem Weg ins Ungewisse: Jeden Tag brechen die Ranger zu gefährlichen Touren durch den Park auf.

Betroffenheit durch Immersion

Grafische Einblendungen sorgen zu Beginn für eine Einschätzung der Lage: Der Park wird von überall her angegriffen. Oft kommen die Ranger zu spät. Die vielleicht eindrücklichste Szene ist der Kadaver eines Elefanten, verwesend, der halbe Kopf einfach abgeschlagen, um an das Elfenbein zu kommen. Jenes Elfenbein, für das gewissenlose Konsumenten viel Geld zahlen. Jenes Elfenbein, das die Elefanten auf die Abschussliste von Wilderern setzt. Diese Bilder machen wütend. Nicht nur uns, auch die Ranger.

Der Film erreicht sein Ziel und macht betroffen. Wer helfen will, der kann das tun, indem er der Organisation African Parks finanzielle Unterstützung zukommen lässt. Das Geld geht hier direkt ins Parkmanagement und in die Ausrüstung der Ranger.

Alltag für die Ranger: Knochen und Überreste von Großwild, erlegt durch Wilderer. © National Geographic, Here Be Dragons

Alltag für die Ranger: Knochen und Überreste von Großwild, erlegt durch Wilderer.

360 sehr gut genutzt, aber mit leichten Mängeln

Lasst uns neben der ernsten Thematik trotzdem auch über die technische Umsetzung des Films sprechen. The Protectors schlägt hervorragend Kapital aus der direkten Einbindung des Zuschauers via VR – wir sind dabei, wir sehen was die Ranger sehen und können uns frei umschauen. Hier liegt aber auch ein kleines Manko, denn wenn wir uns seitlich umsehen, während gerade einer der Ranger seine Geschichte erzählt, wird der Ton leiser, anstatt sich unserer Blickrichtung anzupassen. Das schränkt den 360-Grad-Effekt ein und hätte definitiv besser umgesetzt werden können.

Qualitativ ist The Protectors auf typischem 360-Niveau, eine höhere Bildqualität wäre zwar wünschenswert, allerdings bringen die heutigen VR-Headsets selbst noch nicht genügend Leistung. Warum allerdings teilweise deutliches Ruckeln bei schnellen Kamerafahrten zu sehen ist, erschließt sich uns nicht. Etwas mehr Optimierung hätte hier sicherlich gutgetan.

The Protectors könnt ihr euch über die VR-App Within kostenlos ansehen. Die App gibt es auf Steam, Viveport und im Oculus Store.

Das ist gut

  • Gute Dramaturgie
  • Gute Kamerafahrten und -positionen
  • Sehr guter Schnitt
  • Eindrucksvolle Bilder

Das geht besser

  • leichte technische Macken
  • mäßige Bildqualität

Fazit

The Protectors ist ein Film, den jeder Mensch sehen sollte, denn die Botschaft ist wichtig: Wir müssen unsere Welt schützen. Wir müssen bedrohte Tiere schützen. Der Film ist sehr gut gedreht und geschnitten, leidet aber auch unter kleineren Qualitätsmängeln, die zu verschmerzen sind.
8

VR-World Rating

Story: 9
Immersion: 8
WOW-Faktor: 8
Sound: 7
Umfang: 7

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