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The Limit in der VR-Filmkritik: Egotrip für Action-Fans

Direkt zum Fazit

Das VR-Produktionsstudio STX Surreal hat DIY-Action-Regisseur Robert Rodriguez hinter die stereoskopische Kamera gebeten, um seinen ersten VR-Film zu drehen. Das Ergebnis: Eine aberwitzige Verfolgungsjagd im Machete-Stil.

Robert Rodriguez ist für seine Star-besetzten, oft in Eigenregie unabhängig produzierten Actionfilme bekannt, die gerne auf der feinen Linie zwischen Kult und Schund tänzeln. Der Querdenker hinter Werken wie El Mariachi, Sin City und Machete greift bei seinen Produktionen zudem mit Vorliebe auf die neusten Digitaltechniken und -trends zurück.

Das macht den 50-Jährigen zur perfekten Wahl für ein Virtual Reality-Filmprojekt, das die Grenzen des jungen Mediums ausloten soll. Dabei herausgekommen ist The Limit, ein so kurzweiliger wie inhaltlich substanzloser Action-Reißer mit den Hollywood-Stars Michelle Rodriguez und Norman Reedus.

Virtual Reality-Shooter XYZ will seinen Plot zurück

Der Plot von The Limit ist heiß gesponnener Trash erster Güter und würde sich auch gut als Rahmenhandlung in einem x-beliebigen Shooter machen. Wir erleben das Geschehen aus der Perspektive eines (zunächst) namenlosen Einzelgängers, der unter Gedächtnislücken leidet.

Eines der Highlights ist eine Autoverfolgungsjagd, bei der Michelle Rodriguez ums uns herum turnt. © STXsurreal

Eines der Highlights ist eine Autoverfolgungsjagd, bei der Michelle Rodriguez ums uns herum turnt. © STXsurreal

In einer Bar gerät unser Held an eine vermeintliche Kellnerin (Michelle Rodriguez), die sich als bionisch optimierte Killer-Agentin entpuppt. Die gute Dame befindet sich obendrein auf einem Feldzug gegen ihre ehemaligen Auftraggeber.

Mit dem Bier in der Hand stolpert unser Protagonist natürlich mitten in die Action – und natürlich ist seine nebulöse Vergangenheit direkt mit der von M-13 verknüpft. Gemeinsam begeben sie sich auf die Jagd nach einer ominösen Geheimorganisation – ein hohe Bodycount ist dabei obligatorisch.

Der aus The Walking Dead bekannte Norman Reedus spielt übrigens nur eine verhältnismäßig kleine (aber wichtige) Rolle in The Limit. Der Death Stranding-Star empfiehlt sich dank markiger Whiskey-Stimme und mechanischem Arm übrigens als ideale Snake/Big Boss-Besetzung für eine Metal Gear Solid-Verfilmung.

180 Grad-Actionfilm mit Schleudertrauma-Gefahr…?

Wie mittendrin wir uns im Geschehen von The Limit fühlen, hängt stark von unserem Blickwinkel ab. Der VR-Film präsentiert sich nämlich ausschließlich als 180-Grad-Erlebnis. In anderen Worten: Das Geschehen spielt sich immer mehr oder weniger direkt vor uns ab, drehen wir den Kopf hingegen zu weit nach links oder rechts, sehen wir nur noch die Enden einer gekrümmten virtuellen Leinwand.

Manchmal wechselt das Sichtfeld von der Ich-Perspektive des Protagonisten in andere Einstellungen wie diese Detailaufnahme. © STXsurreal

Manchmal wechselt das Sichtfeld von der Ich-Perspektive des Protagonisten in andere Einstellungen wie diese Detailaufnahme. © STXsurreal

Diese Limitierung ist schade, aber verständlich. Bei einer aufwendigen Produktion mit Action- und Stunt-Sequenzen ist nun mal eine ganze Filmcrew vonnöten, die irgendwo abseits des gefilmten Bildausschnitts Platz finden muss. Zudem arbeitet The Limit mit Kamerafahrten und Steady-Cam-Aufnahmen, heißt, bei 360 Grad-Aufnahmen wäre ständig mindestens ein Kameramann im Weg.

Bei The Limit passiert allerdings sowieso so viel in unserem (eingeschränkten) Sichtfeld, dass wir kaum Zeit dafür haben, den Blick ausladend schweifen zu lassen. Rodriguez und seine Crew pfeifen nämlich auf gängige VR-Filmkonventionen und präsentieren einen wilden Perspektiven-Mix aus First-Person-Sequenzen und klassischer Filmmontage.

Konkret bedeutet das, dass wir in einem Moment das Geschehen aus der Sicht der Hauptfigur erleben, zwischendurch aber einfach mal in eine komplett andere Kameraperspektive springen – zum Beispiel in einen Establishing Shot, der uns die Postion von anderen Figuren zeigt, oder in die Froschperspektive bei einer Action-Sequenz.

Diese Wechsel können desorientierend wirken und schlagen dem ein oder anderen sicherlich auch auf den Magen. Persönlich hatte ich allerdings überraschend wenig Probleme mit der für VR-Verhältnisse eigentlich kontraintuitiven Gestaltungsweise – denn das hyperreale Geschehen reißt einen einfach mit.

Im Angesicht von Michelle Rodriguez in 3D & 2D

Über jeden Zweifel erhaben ist allerdings das zunächst einmal ungewöhnliche Gefühl, bekannten Hollywood-Schauspielern direkt gegenüberzustehen. Sich an der Seite von The Fast and The Furious-Star Michelle Rodriguez zu befinden, während diese eine Reihe Handlanger über den Haufen prügelt, wirkt in VR einfach viel unmittelbarer als in einer vergleichbare Szene in einem normalen Film.

Unter der VR-Brille sind die auf der Kinoleinwand übergroß erscheinenden Stars außerdem wesentlich nahbarer. Wir fühlen uns als Teil der Inszenierung, anstatt als bloßer Zuschauer. Das führt im Umkehrschluss aber auch dazu, dass sich „große Kinostars“ auf einmal ungewohnt bodenständig anfühlen.

Das Gefühl, einer Hollywood-Schauspielerin wie Michelle Rodriguez direkt gegenüber zu stehen, ist zunächst recht surreal.. © STXsurreal

Das Gefühl, einer Hollywood-Schauspielerin wie Michelle Rodriguez direkt gegenüber zu stehen, ist zunächst recht surreal.. © STXsurreal

Während in einem klassischen Film jede Einstellung darauf zielt, die jeweilige Person möglichst imposant und im perfekten Licht erstrahlen zu lassen, verfliegt diese „Kinomagie“ durch die Unmittelbarkeit von VR ein wenig. Stattdessen wird uns bewusst: So eine Hollywood-Schauspielerin ist eben auch nur ein normaler Mensch, wenn man ihr erstmal (virtuell) gegenüber steht.

Dabei wird uns übrigens löblicherweise die Wahl gelassen, ob wir The Limit in stereoskopischem 3D (also mit räumlichem Effekt) oder lieber in einer höher aufgelösten, aber dafür „platten“ 2D-Versionen erleben wollen. Die 3D-Version ist dabei die Norm, die 2D-Variante kann (ohne Aufpreis) im Menü heruntergeladen werden.

Ausstattung deluxe: Boni & Features für Filmfans

Generell lässt sich Produktionsfirma STXsurreal nicht lumpen und schnürt Käufern von The Limit ein ansehnliches Features-Paket. Neben der 3D- und 2D-Fassung des rund 20-minütigen Films erwartet uns im VR-Menü ein Audiokommentar des Regisseurs und zwei informative Behind the Scenes-Videos.

Neben dem Hauptfilm stehen ein paar nette Boni auf dem Programm. © STXsurreal

Neben dem Hauptfilm stehen ein paar nette Boni auf dem Programm. © STXsurreal

In „Storytelling in VR“ erläutern die Filmemacher ihre Herangehensweise an das Erzählen in VR und warum sie einige Dinge bewusst anders machen. „Making The Limit“ ist hingegen ein klassisches Making Of, das einen Blick in die Entstehung einiger Szenen wirft.

Dabei kommen durchaus interessante Details zu Tage. Wenn wir im Film beispielsweise die Hände des Protagonisten sehen, gehört einer der Arme immer dem Schauspieler und der andere seinem Stuntman, da einfach nicht ein Mann alleine von hinten um den Kameramann herumgreifen kann.

Solche Lösungen musste die Crew ständig während des Drehs entwickeln. In diesem Sinne ist The Limit eben auch ein Selbsttest für die Filmemacher gewesen, um neue Inszenierungsstrategien für das junge Medium zu erforschen.

Auch für VR-Filmer gilt: Wer hoch hinaus will, muss erstmal klein anfangen. © STXsurreal

Auch für VR-Filmer gilt: Wer hoch hinaus will, muss erstmal klein anfangen. © STXsurreal

Eine Kapitelauswahl und den offiziellen Trailer gibt es als Bonus noch obendrein. Das Menü können wir dabei bequem mit den Bewegungscontrollern von Oculus Rift & Co. bedienen. Aktuell gibt es denn Film in einigen Online-Stores übrigens für rund 4 Euro im Angebot. Der reguläre Preis beträgt hingegen rund 10 Euro – zugreifen lohnt sich also im Moment.

Unsere Wertung

Fazit:

Mit The Limit will Regisseur Robert Rodriguez beweisen, dass man für Virtual Reality das Filmrad gar nicht unbedingt neu erfinden muss, sondern mit etablierten Mitteln Experimente wagen sollte. Anstatt über die noch aktuellen Beschränkungen von VR zu mosern, versucht er herauszuholen, was ihm gerade möglich ist. Das Resultat ist ein rasanter Action-Trip, bei dem allerdings nicht jede visuelle Idee zündet. Trotzdem hat mir das – zugegeben teils hirnverbrannte – Spektakel mehrmals ein dickes Grinsen ins Gesicht gezaubert. Wer allerdings Hochglanz-Action auf Blockbuster-Niveau erwartet, wird enttäuscht, den The Limit ist vor allem eine Low-Budget-Fingerübung, die die Filmsprache von VR ausloten möchte.

Ihr solltet The Limit eine Chance geben, wenn ihr:

  • auf die Filme von Regisseur Robert Rodriguez steht
  • euch für die Entstehung und Technik von VR-Filmen interessiert
  • Den First-Person Film Hardcore (bzw. Hardcore Henry) mochtet
  • Fans von Resident Evil- und Fast & Furious-Star Michelle Rodriguez seid

Ihr solltet den 180-Grad-3D-Film lieber meiden, wenn ihr:

  • bei VR-Filmen schnell mit Schwindelgefühlen zu kämpfen habt
  • euch einen spannenden Plot und ausgearbeitete Charaktere erhofft
  • nicht eine gewisse Vorliebe für augenzwinkernde Trash-Unterhaltung habt

The Limit erhaltet ihr auf folgenden Wegen für diese Systeme:

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