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Stormland, oder: Warum wir (k)ein Anthem VR brauchen

© Bioware / Insomniac Games

Biowares Loot-Shooter Anthem kommt wohl ohne VR-Modus, Insomniacs Stormland verspricht, ein ähnlicher Titel für Oculus Rift zu werden. Alles in Butter also für VR-Freunde? Jein, sagt unser Redakteur Oliver Schmiedchen.

Ende 2017 kam das Gerücht auf, dass Anthem eventuell auch in VR spielbar sein könnte. Auf der E3 2018 warf EA die Hype-Maschine für Biowares Koop-Actionprojekt ordentlich an – und verlor dabei kein Wort über VR. Eigentlich eine Enttäuschung für Freunde der virtuellen Realität. Dennoch lässt mich dieser Umstand ehrlich gesagt aktuell ziemlich kalt, wobei er mir gleichzeitig auch Sorgen bereitet. Wie erklärt sich dieser Widerspruch?

Wird Stormland Anthems VR-Zwilling?

Verantwortlich dafür sind neben EA die VR-Pioniere von Oculus. Die Kalifornier kündigten im Rahmen der E3 einen neuen Exklusivtitel für Oculus Rift an, der von Insomniac Games entwickelt wird: Stormland. Das Spiel hat, außer dass es voraussichtlich ausschließlich auf VR-Brillen aus dem Hause Oculus spielbar sein wird, auffällig viel mit Anthem gemein. Das wurde mir allerdings erst ein wenig später bewusst.

Und zwar zu dem Zeitpunkt, als ich mich ein paar Tage später durch den Stream von EAs E3-Pressekonferenz (die selbst für E3-Verhältnisse unglaublichen Fremdschäm-Faktor besaß!) gequält hatte und es endlich Anthem-Gameplay zu sehen gab. Den danach verfügbaren Trailern und Informationen zu beiden Spielen nach zu urteilen, besitzen beide Titel frappierend viele Gemeinsamkeiten.

Anthem und Stormland sollen uns beim Release nämlich folgende Features bieten:

  • Eine frei begehbare offene Welt
  • Ein dystopisches, aber zugleich farbenfrohes Science Fiction-Setting
  • Roboter-artige Spielcharaktere
  • Die Möglichkeit, mit unseren Charakteren zu fliegen
  • Einen Einzelspielermodus
  • Einen kooperativen Mehrspielermodus
  • RPG-Elemente (z.B. wechselbare Ausrüstung, Upgrade-System)
  • Dynamische Missionen
  • Bosskämpfe

Befänden sich nicht beide Spiele bereits seit Jahren hinter den Kulissen in Entwicklung, könnte man fast meinen, das hinter so vielen Gemeinsamkeiten Industriespionage stecken muss. Wie auch immer – es gibt zumindest einen großen Unterschied: Anthem ist ein 3rd Person-Shooter, während wir Stormland laut Insomniac ausschließlich aus der Egoperspektive spielen werden. Außerdem wissen wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht, wie viel Loot-Shooter in Stormland tatsächlich steckt.

Sei es wie es sei: Mit Stormland dürfen sich VR-Nutzer meiner Meinung nach auf einen Titel freuen, der sich hinter Anthem nicht zu verstecken braucht. Deswegen bin ich auch nicht übermäßig traurig, dass Anthem wohl mit ziemlicher Sicherheit ohne VR-Modus erscheinen wird. Ganz rosarot sehe ich das Ganze trotzdem nicht.

Die VR-Zweiklassengesellschaft

Das liegt zum einen daran, dass mit Stormland wieder einmal ein (potentiell) hochklassiges Virtual Reality-Spiel Nutzern eines bestimmten Headsets vorbehalten sein wird. Wer keine Oculus Rift besitzt, wird Insomniacs Action-Epos wohl nicht spielen können. Dasselbe trifft auf VR-Perlen wie Lone Echo, Echo Arena und den kommenden Nachfolger Echo Combat, Brass Tactics oder Robo Recall zu.

© Oculus

Stormland könnte Anthem Konkurrenz machen – leider nur auf Oculus Rift. © Oculus

Oculus setzt mit Stormland alles daran, mehr Nutzer auf die hauseigene Plattform zu locken, was aus betriebswirtschaftlicher Sicht nachvollziehbar und durchaus auch legitim ist. Ich glaube allerdings, dass Oculus‘ Exklusivpolitik VR als Gesamtmedium eher schadet als nutzt. Und was ich jetzt von der Äußerung von Oculus‘ Matt Conte halten soll, der erst vor kurzem darüber schwadronierte, dass Exklusivtitel ja eigentlich schlecht seien, weiß ich auch nicht so wirklich. Kurzum: Stormland kann noch so gut werden – wer keine Oculus Rift besitzt, wird davon nichts haben.

Warten auf den VR-Systemseller

Und noch etwas wurmt mich hinsichtlich Stormland: Die Warterei. 2019 soll das Spiel erscheinen. Ich glaube nicht, dass ich mich zu weit aus dem Fenster lehne, wenn ich dabei auf Ende 2019 tippe. Es ist durchaus denkbar, dass Oculus das Spiel (zumindest ungefähr) passend zum Release einer Oculus Rift 2 veröffentlichen wird. Deshalb halte ich prinzipiell auch eine Verschiebung auf 2020 für möglich, selbst wenn ich das definitiv nicht wünsche.

© Bioware

Die Welt von Anthem werden wir wohl deutlich früher erkunden dürfen als die von Stormland. © Bioware

Anthem hingegen soll am 22. Februar 2019 erscheinen. Ja, auch das kann sich noch ändern, ich rechne aber damit, dass Biowares Loot-Shooter deutlich vor Stormland erscheint. Vor diesem Hintergrund bin ich dann doch etwas traurig, dass Anthem wohl keinen VR-Support mitbringen wird. Sowieso sieht es so aus, als hätten Besitzer von VR-Brillen eine inhaltliche Durststrecke vor sich: Im Rahmen der E3 gab es jedenfalls ziemlich wenige dicke VR-Ankündigungen.

Aber wer weiß? Vielleicht überrascht Electronic Arts die Virtual Reality-Gemeinde am Ende ja doch noch mit einem wie auch immer gearteten VR-Modus für Anthem? Irgendwie würde ich es mir dann doch wünschen, genauso wie ein FIFA 19 VR – das wir wohl auch nicht bekommen werden.

Wie seht ihr das? Wird Stormland Anthem das Wasser reichen können? Wie findet ihr die VR-Politik von Oculus und EA? Schreibt uns in den Kommentaren!

2 Kommentare

  1. Das EA kein VR unterstützt ist ja nichts neues, von daher wundert das weniger, da ist Ubisoft zumindest doch generell etwas experimentierfreudiger.

    Exlusivtitel für VR sehe ich einerseits negativ, andererseits aber auch positiv. Zum eine weil eben Leute ausgeschlossen werden, zum anderen bringt uns die Exklusivität aber überhaupt erst so ein hochkarätiges VR Spiel, was in den Medien für mehr Aufmerksamkeit für VR sorgt und so generell das Interesse der breiten Masse an VR erhöht. Von daher sehe ich die Vorteile aktuell eher über den Nachteilen.

    Außerdem ist das Spiel dann auch voll auf die Touch Controller optimiert und das hat schon Lone Echo extrem gut getan und noch immer sind die Touch Controller das aktuell Beste auf dem Markt. HTC lässt sich mit dem angeblich besseren Controller ja viel Zeit, vielleicht war es auch nur eine Designstudie und der kommt nie in dieser Form auf den Markt.

    Die Durststrecke ist allerdings etwas nervig, aber es wird sicherlich noch mehr angekündigt, die E3 ist vielleicht auch nicht die beste Messe für VR Ankündigungen so lange VR nicht größer ist. Da geht VR zu sehr zwischen den normalen Spielen unter. Ich meine Sony hat zu PS VR auch am meisten immer auf ihrer Hausmesse Ende des Jahres gezeigt. Oculus hat ja auch eine eigene im Oktober. Diverse andere Messen kommen ja auch noch.

    Antworten
    • Oliver Schmiedchen

      Hi Balmung,

      stimmt, die Sache mir der Exklusivität ist ein zweischneidiges Schwert, und auch ich hoffe auf die Hausmessen von Oculus und Sony 🙂

      Antworten

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