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Sprint Vector

HTC Vive Oculus Rift PlayStation VR Spiele VR-Reviews
8

VR-World Rating

Sprint Vector im Test: Knallbuntes Speed-Workout

Direkt zum Fazit

Nicht jeder ist zum echten Wettkampf-Sprinter geboren. Aber in der virtuellen Realität kann jeder zu einem werden.

Sportspiele in VR müssen oft ein großes Problem lösen: Wie können schnelle, weit ausholende Bewegungen umgesetzt werden? Wie kann ein Spieler rennen, springen, rutschen, gleiten? Schließlich haben wohl die wenigsten eine richtig große Roomscale-Fläche zur Verfügung. Und dann ist da auch noch das Kabel von der VR-Brille zum PC, das eine völlig freie Bewegung verhindert.

Dash Dash Run hatte bereits vor einiger Zeit eine Bewegungsvariante vorgestellt, in der wir mit Armbewegungen wie beim Sprinten ein Wettrennen bestreiten. In die gleiche Kerbe schlägt jetzt das kompetitive Parcours-Spiel Sprint Vector von den Raw Data-Machern. Bringt uns das Wettrennen genug Spaß am virtuellen Workout?

Fluid Locomotion

Entwickler Survios will das Bewegungsproblem (und damit auch bei manchen VR-Nutzern auftretende Motion Sickness) mit sogenannter Fluid Locomotion lösen. In ausführlichen Tutorials lernen wir Schritt für Schritt die Feinheiten der ziemlich komplexen Steuerung.

Im Flug geben wir mit ausgestreckten Händen bzw. Controllern die Richtung vor.

Im Flug geben wir mit ausgestreckten Händen bzw. Controllern die Richtung vor.

Wir halten den Bewegungscontroller nach vorn, drücken den Trigger, schwingen unseren Arm nach unten und lassen ungefähr in der Mitte den Trigger los. Abwechselnd mit beiden Controllern ausgeführt, werden wir so immer schneller, vor allem je kräftiger und schneller wir mit den Armen schwingen.

Die Richtung verändern wir mit der Neigung unseres Kopfes. Darüber hinaus können wir mit gleichzeitig gedrücktem Trigger und Touchpad wie auf Schlittschuhen elegant um Kurven rutschen. Der Abstand des jeweiligen Controllers zum Körper bestimmt den Radius: Nah am Körper nehmen wir die Kurve eng, entfernt von Körper beschreiben wir einen weiten Bogen. Mit genug Übung – und die braucht man in Sprint Vector – werden damit sehr coole, elegante Moves möglich.

Abwechslungsreiche Racing-Elemente

Das fühlt sich nicht selten so an, als würden wir wirklich um die Kurve driften. Auch Sprünge (werden mit Touchpad und Schwungbewegung nach unten ausgeführt) sorgen teilweise für ein sehr reales Achterbahngefühl – ohne uns jedoch übel auf den Magen zu schlagen. Was also die grundsätzliche Bewegungsumsetzung angeht, hat Survios den virtuellen Nagel auf den Kopf getroffen.

Das kann gefährlich werden: Entweder wir schießen solche Fässer kaputt, oder wir weichen ihnen weiträumig aus.

Das kann gefährlich werden: Entweder wir schießen solche Fässer kaputt, oder wir weichen ihnen weiträumig aus.

Darüber hinaus dürfen wir ähnlich wie in To The Top Hindernisse hoch oder über Kopf an „Schienen“ entlang hangeln. All das natürlich mit Höchstgeschwindigkeit! Befinden wir uns in der Luft, können wir die Controller vor uns ausstrecken, beide Trigger betätigen und damit die Flugrichtung bestimmen. Besonders längere Flugpassagen spielen sich intuitiv und absolut natürlich.

Zusätzlich gibt es noch verschiedene Power-Ups, die wir unterwegs einsammeln, ganz so wie in Mario Kart. Mal bekommen wir einen enormen Geschwindigkeitsboost, mal schießen wir mit Plasmageschossen auf unsere Konkurrenten. Dann wieder legen wir verschiedene Fallen, die unsere Gegner beispielsweise stark verlangsamen. Welches Power-Up wir haben, ist nicht ganz einfach zu lesen. Auch hier brauchen wir viel Übung, um ein Gefühl für die Steuerung und die Nutzung von Waffen und Boostern zu entwickeln.

Leicht zu lernen, schwer zu meistern

Die Lernkurve ist trotz des umfangreichen Tutorials recht steil. Die Bewegungsmechanismen sind zwar gut durchdacht, aber im richtigen Moment das Richtige zu tun – beispielsweise rechtzeitig springen, mit dem richtigen Controller in die Kurve rutschen, während wir gleichzeitig mit dem anderen Gas geben, Power-Ups perfekt platzieren – braucht eine sehr gute Koordination der Hände.

Wie in Mario Kart gibt es Umgebungshindernisse, die sich bewegen und denen wir ausweichen müssen.

Wie in Mario Kart gibt es Umgebungshindernisse, die sich bewegen und denen wir ausweichen müssen.

Während die Steuerung grundsätzlich wirklich gelungen ist, gibt es auf der HTC Vive ein einziges, aber großes Problem: Wir können uns nicht mit den Controllern wieder in die richtige Richtung positionieren oder unseren Charakter schnell resetten, wenn wir beispielsweise an einem Vorsprung hängengeblieben sind. Auch 90-Grad-Kurven stellen uns nicht selten vor echte Probleme – vor allem wenn wir uns hinterher wieder gerade in unserem Spielbereich ausrichten wollen.

Dann müssen wir uns physisch im Raum drehen – und das ist bei einem so schnellen, intensiven Spiel auch angesichts des Kabels suboptimal. Mit Oculus Touch soll immerhin die Drehung per Analogstick funktionieren.

Gameshow Sprint Vector: Knallig, bunt und fordernd

Davon abgesehen funktioniert Sprint Vector auch aufgrund des Gameshow-Settings hervorragend. Der bunte Comic-Look passt perfekt, die Charaktere sind super animiert (sehr cool: beim Sprinten sehen wir oft unseren eigenen Schatten!) und die Kurse ähnlich fantasievoll wie in Mario Kart.

Intel und Survios visieren mit dem VR-Parkour-Titel Sprint Vector den eSport an.

Mit diversen Power-Ups können wir unseren Konkurrenten heimleuchten..

Insgesamt neun Solo-Kurse und zwölf kompetitive Rennen (in denen auch gegen andere Spieler gelaufen werden kann) stehen zur Auswahl. Klingt nicht viel, allerdings wird euch die Jagd nach der Bestzeit und der perfekten Beherrschung der Steuerung genug beschäftigen. Muskelkater bekommt ihr übrigens frei Haus.

Die PSVR-Version von Sprint Vector lief bei uns überwiegend genauso, wie die Version für Vive & Rift. Grafisch müssen wir leichte Abstriche machen, das fällt bei den schnellen Rennen aber kaum auf. Die Krux ist – wie so oft bei der PlayStation VR – das Tracking der Move-Controller. Damit wir sauber und schnell sprinten können, müssen wir uns sorgfältig positionieren, um nicht mitten im Sprint den Trackingbereich der PSVR-Kamera zu verlassen. Davon abgesehen entfaltet die PSVR-Version von Sprint Vector den gleichen Spielspaß, wie bereits beschrieben.

Sprint Vector ist geeignet für:

  • Passionierte Jäger
  • Bewegungs-Junkies
  • Körperteil-Koordinationstalente

Sprint Vector ist nicht geeignet für:

  • Sportmuffel
  • Schnecken
  • Gameshow-Hasser

Das VR-Spiel Sprint Vector erhaltet ihr hier:

Das ist gut

  • Coole Bewegungsmechaniken
  • Guter Spielfluss
  • Stimmige Grafik
  • Coole Charaktere
  • Ranglisten & Multiplayer

Das geht besser

  • Steuerung in scharfen Kurven suboptimal
  • Kein Resetbutton

Fazit

Sprint Vector ist eine schweißtreibende, fordernde Angelegenheit. Die Bewegungsmechaniken funktionieren super, allerdings hätte ich mir eine etwas weniger komplexe Steuerung gewünscht. Manchmal komme ich doch etwas durcheinander (Schwingen? Springen, Gleiten? Was ist jetzt besser?) und dann geht der Spielfluss flöten. Die Ausweich-Steuerung bzw. Lenkung mit dem Kopf könnte direkter sein. Und mir fehlte bei der Vive ein Resetbutton oder die Möglichkeit, mich virtuell neu auf die Strecke auszurichten. Aber genug gemeckert: Davon abgesehen kommt richtige Wettkampf-Atmosphäre auf und ich will unbedingt meine miesen Zeiten verbessern. Darüber hinaus taugt Sprint Vector zum Workout: Fitness und Spaß - was will ich mehr?
8

VR-World Rating

Gameplay: 9
Grafik: 8
Sound: 9
Steuerung: 7
Immersion: 8
Umfang: 8
Komfort: 8
Zum Anfang

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