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Spheres in der VR-Filmkritik: Klänge des Kosmos

Direkt zum Fazit

Mit Spheres präsentiert Regisseurin Eliza McNitt eine außergewöhnliche VR-Erfahrung über die Kräfte, die im Universum wirken. Wir haben uns an die Grenzen des Vorstellbaren begeben und berichten von unserer kosmischen VR-Reise.

Die dreiteilige Virtual Reality-Produktion Spheres sorgte bereits bei einer ganzen Reihe von Filmfestivals für Aufsehen – und das nicht ohne Grund. Neben prominenten Sprecherinnen und der helfenden Hand von Black Swan-Regisseur Darren Aronofsky (hier als Executive Producer tätig), verfolgt die VR-Erfahrung nämlich gleich auf mehreren Ebenen einen einzigartigen Ansatz.

Einerseits handelt es sich nämlich nicht um ein Filmerlebnis im klassischen Sinne, denn immer wieder interagieren wir selber mit dem kosmischen Geschehen um uns herum. Anderseits wählt Spheres neben der offensichtlichen visuellen Dimension noch eine andere Ausdrucksmöglichkeit, um uns das Wirken des Universums zu vermitteln: Sound.

Sphärenmusik: Der Kosmos als Symphonieorchester

Die Idee des Universums als Geräuschkulisse ist nicht neu. Bereits Pythagoras sprach in der griechischen Antike von der sogenannten Sphärenharmonie oder Sphärenmusik, dem vermeintlichen Klang der Himmelskörper und der sie tragenden durchsichtigen Kugeln (=Sphären).

Spheres führt uns an die Grenzen unseres Sonnensystems und weit darüber hinaus. © Protozoa Pictures / Novelab / CityLights

Spheres führt uns an die Grenzen unseres Sonnensystems und weit darüber hinaus. © Protozoa Pictures / Novelab / CityLights

In der Vorstellung der alten Griechen erzeugt jeder Himmelskörper nämlich abhängig von Abstand und Geschwindigkeit einen bestimmten Ton, der gemeinsam mit allen anderen Geräuschen des Kosmos einen harmonischen (für uns Menschen nicht hörbaren) Zusammenklang erzeugt und so für eine geordnete Ganzheit sorgt.

Heute wissen wir natürlich: Das Weltall ist ein großes Vakuum, in dem sich Schnall nicht verbreiten kann. Trotzdem ist das Universum ein Ort der Klänge, den elektromagnetische Vibrationen existieren überall im Kosmos und lassen sich in für uns hörbare Geräusche umwandeln. So hat es etwa die NASA mit den Klängen der Milchstraße getan (siehe Video weiter unten).

Das gleiche gilt für die bereits von Einstein herbeispekulierten, aber erst kürzlich gemessenen Gravitationswellen, die Filmfans vielleicht noch aus Christopher Nolans Sci-Fi-Film Interstellar ein Begriff sind. Diese entstehen beispielsweise, wenn sich zwei Schwarze Löcher umeinander herum bewegen und miteinander verschmelzen.

Genau dieses Konzept mach sich Regisseurin McNitt in ihrem VR-Projekt zu Nutze, um uns die unglaublichen Dimensionen des Alls nicht nur visuell, sondern auch auditiv erfahrbar zu machen. Spheres ist deshalb eine so lehrreiche wie meditative VR-Erfahrung geworden, die einfach begeistert.

Eine virtuelle Reise durchs Weltall in drei Akten

Spheres teilt sich in drei Episoden, die insgesamt eine Spieldauer von gut 40 Minuten haben und je von einer anderen prominenten (englischen) Stimme begleitet werden. Im ersten Kapitel Chorus of the Cosmos starten wir bei unserem Heimatplaneten und sehen, hören und sogar spüren dessen Magnetosphäre.

Anschließend begeben wir uns auf einen Flug durch unser Sonnensystem und lernen die Laufbahnen der Planeten kennen, die um unseren Stern kreisen. Chapter One wird dabei von der 14-jährigen Millie Bobby Brown als Sprecherin begleitet, die die meisten von euch wahrscheinlich als das Mädchen Eleven aus der Netflix-Serie Stranger Things kennen.

Spheres wartet mit grandiosen VR-Szenen auf. ©Protozoa Pictures

Spheres wartet mit grandiosen VR-Szenen auf. © Protozoa Pictures / Novelab / CityLights

Mein persönliches Highlight stellt allerdings das zweite Kapitel – Songs of Spacetime – dar. In diesem nimmt uns Schauspielerin Jessica Chastain mit auf eine Reise zu einem Schwarzen Loch – und führt uns schließlich mitten hinein in den raumzeitlichen Abgrund. Wer bereits bei Interstellar (in dem Chastain auch mitgespielt hat) im Kinosessel begeistert hin und her gewippt ist, wird hier aus dem Staunen nicht mehr raus kommen!

Den Abschluss bildet schließlich das Kapitel Pale Blue Dot. Dieses lässt uns den Urknall am eigenen Leib erleben und Zeuge der Entstehung von Sternen, Sonnensystemen und Galaxien sein. Schließlich führt uns der letzte Teil der Reise, der erzählerisch von Punk-Rockerin Patti Smith begleitet wird, zurück zum Ausgangspunkt unserer Reise.

Fest für die Sinne: Das All sehen, hören und spüren

Wie bereits erwähnt, ist Spheres kein passive VR-Erfahrung. In jedem der drei Kapitel nutzen wir nämlich immer wieder die Oculus Touch-Bewegungscontroller, um mit dem virtuellen Kosmos zu interagieren. Im ersten Kapitel geben wir beispielsweise den Planeten unseres Sonnensystem einen Stoß, damit sich diese auf ihren Bahnen in Bewegung versetzen.

Die Planeten unseres Sonnensystems befördern wir mit einem Touch-Schubser auf ihre Umlaufbahn. © Novelab / CityLights

Die Planeten unseres Sonnensystems befördern wir mit einem Touch-Schubser auf ihre Umlaufbahn. © Protozoa Pictures / Novelab / CityLights

Fliegt einer der rotierenden Himmelskörper schließlich auf uns zu, werfen wir mit einer entsprechenden Kopfbewegung sogar einen Blick in seine Atmosphäre. Im zweiten Kapitel werden wir gar selbst zum Schwarzen Loch und ziehen mit Hilfe der Bewegungscontroller andere Himmelskörper in unseren Abgrund.

Dank der Vibrationsfunktion der Touch-Controller spricht Spheres zudem auch unseren Tastsinn an. So werden Effekte wie elektromagnetische Strahlung plötzlich für uns auch fühlbar. Dass die grafischen Effekte der Produktion ebenfalls grandios ausfallen, wirkt da schon fast obligatorisch. Für die musikalische Untermalung sorgen übrigens Mitglieder der Band Survive, die ebenfalls am Serien-Hit Stranger Things beteiligt waren.

Die VR-Produktion überzeugt in Sachen Inszenierung einfach auf ganzer Linie und bringt uns die Weiten und Wunder des Weltalls auf eine Weise nah, von der Bücher, 2D-Filme oder TV-Shows nur träumen können. Am Ende fühlen wir uns nicht nur so, als ob wir etwas gelernt haben. Stattdessen kommt es uns vor, als hätten wir eine wirkliche Reise zurück gelegt, auf der wir ein kleines Stück (geistig) gewachsen sind.

Preisgekrönte VR-Erfahrung: Von Publikum & Kritik gefeiert

Spheres hat übrigen bereits vor seinem Release im November 2018 Wellen geschlagen – und wir meinen nicht nur kosmische. Nachdem die erste Episode auf dem Sundance Film Festival im Januar Premiere gefeiert hatte, legte das Vertriebsunternehmen CityLights angeblich eine siebenstellige Summe für die Rechte an der Produktion auf den Tisch.

Spheres ist eine VR-Erfahrung, die in Erinnerung bleibt. © Protozoa Pictures / Novelab / CityLights

Spheres ist eine VR-Erfahrung, die in Erinnerung bleibt. © Protozoa Pictures / Novelab / CityLights

Darüber hinaus feierten die Folge-Episoden (und letztendlich die komplette Serie) bei renommierten Filmfestivals wie den Filmfestspielen von Venedig, dem Tribeca Film Festival sowie der Filmrubrik des South by Southwest-Festivals weitere Erfolge.

Aktuell handelt es sich bei Spheres übrigens um eine VR-Erfahrung, die ausschließlich für die Oculus Rift erhältlich ist. Die interaktiven Touch-Controller-Elemente machen eine Umsetzung für die autarke Oculus Go aktuell auch eher unwahrscheinlich. Wir hoffen allerdings auf eine mögliche Version für die Oculus Quest, die neusten Gerüchten nach Ende April 2019 erscheinen soll. Das Werk von Eliza McNitt verdient auf jeden Fall die größtmöglichste (virtuelle) Bühne.

Unsere Wertung

Fazit:

Der „Wow-Effekt“ klingt inzwischen in Bezug auf Virtual Reality etwas abgedroschen – aber anders lässt sich das erste Mal Spheres einfach nicht beschreiben! Die dreiteilige VR-Erfahrung veranschaulicht uns auf einzigartige Weise die Wunder des Universums und bezieht uns auch noch direkt ins Geschehen mit ein – so macht Lernen Spaß! In Sachen Dramaturgie und Gestaltung spielt die zukunftsweisende Produktion dabei ganz vorne mit. Die prominenten Sprecherinnen sind da nur das Sahnehäubchen des Gesamtkunstwerkes. Jedem, der sich nur ansatzweise für das Thema Weltraum interessiert, sei deshalb Spheres ans Herz gelegt. Auch alle jene, die einfach nur nach einer ästhetisch ansprechenden, meditativen Erfahrung suchen, kommen ebenso auf ihre Kosten. Spheres ist eine weitere VR-Produktion, die zeigt, welches erzählerisches Potential noch in den unendlichen Weiten der virtuellen Realität schlummert.

Ihr solltet Spheres unbedingt eine Chance geben, wenn ihr:

  • euch für Astronomie und die Entstehung des Universums interessiert
  • auf der Suche nach einmalig immersiven VR-Erfahrungen seid
  • gerne etwas lernt und dabei noch gut unterhalten werdet
  • nicht nur passiv zuschauen, sondern auch aktiv mitwirken wollt
  • euch Filme wie Interstellar oder 2001: A Space Odyssey begeistern
  • bereits VR-Erlebnisse wie Apollo 11 VR toll fandet

Die interaktive VR-Erfahrung ist eher nichts für euch, wenn ihr:

  • keine Oculus Rift-Brille besitzt
  • euch lieber passiv beim Zuschauen zurücklehnt
  • euch 10 Euro für ein (grandioses) gut 40-minütiges Erlebnis zu teuer sind

Spheres ist für folgende Headsets in diesen Stores erhältlich:

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