Scanner Sombre

HTC Vive Oculus Rift Spiele
8

VR-World Rating

8

VR-User

Angst im Dunkeln?

Scanner Sombre macht uns zum Höhlenforscher auf der Spur eines mysteriösen Kultes. Seit Kurzem ist das Spiel auch mit Oculus Rift und HTC Vive kompatibel. Im Test klären wir, ob Scanner Sombre von der VR-Integration profitiert.

Ähnlich wie Dear Esther und Gone Home handelt es sich bei Scanner Sombre um einen sogenannten Walking Simulator. Das Gameplay gestaltet sich also minimalistisch, vielmehr stehen Atmosphäre und der Erkundungsdrang des Spielers im Vordergrund.

Doch nicht nur dank der nachgereichten Unterstützung von Oculus Rift und HTC Vive hebt sich Scanner Sombre von den großen Genre-Vorbildern ab.

Wir spielen einen schweigsamen Höhlenforscher, der in völliger Finsternis einen Weg zurück zur Oberfläche finden muss. Dabei stoßen wir im verzweigten Höhlennetzwerk auf die Überbleibsel einer vergangenen Zivilisation, die tief im Inneren der Erde verstörende Rituale abgehalten hat.

Unser einziges Werkzeug ist der sogenannte LIDAR-Scanner (light detection and ranging), womit wir die ansonsten schwarze Umgebung mit abertausenden von farbigen Punkten ausstaffieren. Im Spielverlauf schaffen wir in Scanner Sombre unsere Welt in gewissem Sinne also selbst. Hierzu halten wir den Scanner in der rechten Hand, während wir uns mit der linken Hand per Teleportation durch die Spielwelt bewegen.

Unablässig besprenkeln wir die Höhlenwände mit leuchtenden Punkten, wobei wir die Brennweite unseres Scanners mit dem rechten Stick stufenlos verändern können. Das Ergebnis ist eine ebenso innovative wie kunstvolle Mechanik, die uns sicher durch das unterirdische Labyrinth geleitet.

Wie geschaffen für VR

Im Verlauf unserer etwa zwei bis drei Stunden dauernden Reise zeichnet der Scanner ein prächtiges Relief der Höhle in den Raum, weshalb wir Introversion Software (Prison Architekt, Uplink, DEFCON) nur für die nachgereichte VR-Integration danken können. Gerade in Virtual Reality bieten sich uns einzigartige Anblicke, etwa wenn wir auf einen stillen See treffen, Stalaktiten-Konstellationen entdecken oder geheimnisvolle Steinskulpturen freilegen.

Die Farbpalette des Regenbogens sorgt gleichermaßen für Augenschmaus, wie sie uns die Navigation erleichtert. Denn die unmittelbare Umgebung ist stets in ein warmes Rot gehüllt, während weiter entfernte Punkte immer kältere Farbtöne annehmen. Ohne Zweifel ist Scanner Sombre damit eines der ästhetisch beeindruckendsten VR-Spiele der letzten Zeit.

Ebenfalls positiv hervorzuheben ist die eindrucksvolle klangliche Untermalung. So wissen wir in Scanner Sombre stets, auf was für einem Untergrund wir uns gerade bewegen oder ob wir uns gerade in einem großen oder kleinen Raum befinden. Das trägt nicht nur ungemein zur Atmosphäre bei, sondern kommt auch unserer Orientierung in der Dunkelheit zugute.

Im Herz der Finsternis

Die Tatsache, dass wir uns in völliger Dunkelheit bewegen, macht Horroranleihen nahezu unausweichlich. Dennoch schreckt uns Scanner Sombre niemals zu arg auf, sondern lässt vielmehr Platz für die eigene Vorstellungskraft.

Im Verbund mit der oftmals klaustrophobischen Atmosphäre und dem gelungenen Sound Design verbreitet sich beim Erkunden ein wohliger Schauer des Ungewissen, der wirkungsvoll mit der prachtvollen visuellen Gestaltung kontrastiert.

Während wir der Oberfläche näher kommen, stoßen wir immer häufiger auf menschliche Spuren, die aber kaum Licht ins Dunkel bringen. Am Ende unseres Abenteuers fühlt sich die Auflösung der Geschichte etwas unbefriedigend an, denn mit der erzählerischen Qualität eines Dear Esther kann Scanner Sombre letztlich nicht mithalten.  Wer Spiele jedoch vor allem aufgrund ihrer Atmosphäre schätzt, darf ruhigen Gewissens einen Abstieg in die Tiefe wagen.

Scanner Sombre für Oculus Rift und HTC Vive gibt es auf Steam.

Das ist gut

  • Einzigartiger Grafikstil
  • Hervorragendes Sound Design
  • Gelungene VR-Integration

Das geht besser

  • Maue Story
  • Etwas kurz

Fazit

Scanner Sombre überzeugt mit seiner dichten Atmosphäre und einer einzigartigen Ästhetik, die in Virtual Reality umso mehr zur Entfaltung kommt. Leider bleibt die Story aber hinter der erstklassigen Präsentation zurück. Fans von Walking Simulatoren sei der Titel aber in jedem Fall ans Herz gelegt.
8

VR-World Rating

Gameplay: 7
Steuerung: 9
Immersion: 8
WOW-Faktor: 9
Story: 5
Grafik: 8
Sound: 10
Umfang: 6

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