Rose-Colored

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7

VR-World Rating

Ist dein Leben wirklich echt?

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Wie würde unsere Welt aussehen, wenn wir sie über Augmentierungen an unsere individuellen Wünsche anpassen könnten – und wäre das überhaupt erstrebenswert?

Stellt euch vor, wir könnten uns technisch verbessern und durch Implantate eine veränderte Realität erleben. Das Prinzip der Augmented Reality ist uns schon heute nicht mehr fremd, allerdings sind wir von richtigen Augmentierungen noch weit entfernt. Aber was wäre, wenn uns AR-Kontaktlinsen eine andere, eine bessere Welt zeigen könnten?

Das Steinchen im Schuh

Der Virtual Reality-Film Rose-Colored geht dieser Frage nach. Victoria (Mariana Novak) hat ein nahezu perfektes Leben: Sie hat die Liebe ihres Lebens gefunden, lebt in einer tollen Wohnung und die allgegenwärtige KI-Unterstützung bietet höchsten Komfort.

Mitten in diese Perfektion, diese glatte Lebens-Oberfläche, fällt plötzlich ein störender Tropfen und schlägt unvorhersehbare Wellen. Ironischerweise ist es die Liebeserklärung ihres Freundes Ben (Adam Huber): Sie sei einfach perfekt, sagt er ihr. Was vielen Frauen die rosarote Brille erst richtig aufs Auge drücken würde, macht Viktoria misstrauisch. Aber es ist nicht das Kompliment an sich, dass sie verstört, sondern die Art und Weise, wie er es gemacht hat.

Zusammen und doch allein: Was, wenn die Perfektion nur eine einzige Illusion ist? © INVAR Entertainment

Zusammen und doch allein: Was, wenn die Perfektion nur eine einzige Illusion ist? © INVAR Entertainment

Zufälle gibt es nicht

Victoria hat das Gefühl, sie habe dieses Kompliment schon einmal gehört und zwar genau in dem gleichen Tonfall, mit den genau gleichen Worten. Ist das nur ein Zufall? Sie bittet ihre Haus-KI namens Klive (Jason Peter Kennedy), ihre Erinnerungen zu durchforsten. Das ähnelt der Fernsehserie Black Mirror (Staffel 1, Folge 3: Das transparente Ich, Englisch: The Entire History of You), in der die Menschen ebenfalls alles was sie erleben, über spezielle Implantate aufzeichnen und jederzeit wieder aufrufen können.

Schnell stellt Victoria fest, dass sich diverse Dinge offenbar in der Realität nicht ganz so zugetragen haben, wie sie es in Erinnerung hat. Ob Klive seine Hand im Spiel hat? Das spoilern wir selbstverständlich nicht.

Spannend, aber ohne echten Tiefgang

Die Frage nach Wahrheit und Illusion, danach was wir sehen wollen und was Wirklichkeit ist, ist auch eine Frage nach dem Sinn von Implantaten und der Abgabe der Kontrolle an eine Künstliche Intelligenz. Was sind wir bereit, für die Perfektion zu opfern? Gewinnen oder verlieren wir dadurch etwas? Diese Thematik ist gut getroffen und für den Zuschauer nachvollziehbar.

Die Schauspieler von Rose-Colored von links nach rechts: Adam Huber (Ben), Mariana Novak (Victoria), Jason Peter Kennedy (Klive). © INVAR Entertainment

Die Schauspieler von Rose-Colored von links nach rechts: Adam Huber (Ben), Mariana Novak (Victoria), Jason Peter Kennedy (Klive). © INVAR Entertainment

Die Kürze der Abhandlung (Rose-Colored dauert knapp 18 Minuten) verhindert allerdings eine richtige Identifikation mit den Charakteren und die Handlung selbst beinhaltet einige Inkonsequenzen. Die Darstellung der KI reißt uns zudem aus der Immersion: Eine Zukunfts-KI stellen wir uns als Hologramm vor, aber nicht als Turnschuhe tragenden Typen von nebenan.

Technisch ordentlicher Virtual Reality-Film

Die 360-Grad-Umsetzung ist weitgehend gelungen, obwohl die Auflösung teilweise ziemlich schwach ist und mehrfach ein extrem unscharfes Bild liefert (wir haben den Film auf der HTC Vive über die Jaunt App auf Steam gesehen). Auch sind uns ab und zu Bild-Verwerfungen begegnet, allerdings sind diese insgesamt zu vernachlässigen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Regisseur Adam Coscos Zukunftsdystopie den richtigen Ton anschlägt, eine gewisse Spannung aufbaut und auch in der 360-Umsetzung eine gelungene Nähe zu den Protagonisten herstellt.

Den Virtual Reality-Film Rose-Colored bekommt ihr kostenlos durch folgende Apps:

Das ist gut

  • Ordentliche Story
  • Guter 3D-Sound
  • Gute Schauspieler

Das geht besser

  • Auflösung teilweise schlecht
  • KI-Darsteller unpassend

Fazit

Adam Cosco schafft es mit Rose-Colored, einen Eindruck davon zu verschaffen, wie es ist, durch eine (augmentierte) rosarote Brille zu schauen. Ob das erstrebenswert ist, muss jeder für sich selbst beantworten, zumal Cosco am Ende die Chance verpasst, diese Frage kompromisslos und plakativ in den Mittelpunkt zu stellen. Zum Nachdenken regt der Film definitiv an. Das Erlebnis in 360 Grad ist – abgesehen von der teilweise nicht so berauschenden Auflösungsqualität – insgesamt gelungen und macht Lust auf mehr.
7

VR-World Rating

Story: 7
Sound: 9
Grafik / Bild: 7
Immersion: 6
Umfang: 7
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