Rick and Morty: Virtual Rick-ality

HTC Vive Oculus Rift Spiele
7

VR-World Rating

9

VR-User

Klon im Klon

Rick and Morty: Virtual Rick-ality wartet nicht nur mit der offiziellen Serienlizenz auf, sondern wurde mit Serienerfinder Justin Roiland zusammen entwickelt. Spielerisch zeichnen die Job Simulator-Veteranen von Owlchemy Labs verantwortlich.

Rick Sánchez, ein ebenso durchgedrehter wie genialer Erfinder, der in allen Universen bekannt ist, Alkohol- und Drogenprobleme hat und vermutlich verschiedenste weitere Probleme mit sich herumträgt, hat einen Klon erfunden. Nicht irgendeinen Klon, sondern einen seines Enkels Morty Smith und eben diesen Klon spielen wir in Rick and Morty: Virtual Rick-ality.

Get Schwifty!

Unsere erste Aufgabe als neuerschaffener Klon besteht darin, Ricks dreckige Wäsche zu waschen, während unser Schöpfer Rick und unser Vorbild Morty uns beäugen. Keine sonderlich heroische Aufgabe, aber ein guter Einstieg, um uns mit der intuitiven Steuerung über die Bewegungscontroller vertraut zu machen.

Wir spielen Rick and Morty: Virtual Rick-ality über SteamVR mit der Oculus Rift und den dazugehörigen Touch Controllern. Deren Tracking und Fingererkennung funktioniert tadellos, nur beim 360°-Tracking verlieren die Sensoren regelmäßig die Controller, ein bekanntes Problem, das bei der HTC Vive, die das Spiel ebenfalls unterstützt, nicht auftritt.

Sobald wir Ricks Wäschewaschen mit Bravur, die nicht anerkannt wird, gelöst haben, verziehen sich die Protagonisten der Serie in ein Portal und lassen uns in der sehr detailgetreu nachgebauten Labor-Garage zurück.

Über eine Armbanduhr stehen wir weiterhin in Verbindung mit Rick und Morty, die gerade wilde Weltraumabenteuer erleben. Wir hingegen reparieren Ricks Computer, ziehen ein Alienbaby groß und erledigen andere Aufgaben, die uns Rick über die Armbanduhr auferlegt.

Screenshot von Rick and Morty - Rick erklärt uns in seiner Garage eine Aufgabe.

Rick gibt uns mehrere Aufgaben, die wir hauptsächlich innerhalb der Garage erledigen. © Owlchemy Labs/ AdultSwim

Dabei teleportieren wir uns zwischen drei Punkten in der Garage hin und her, heben Gegenstände auf, kombinieren diese, setzen sie irgendwo ein und absolvieren kleine Minispiele. Um Batterien aufzuladen, drehen, schieben, betätigen wir Hebel, Knöpfe und Schalter im richtigen Moment.

Batterien aufladen bedeutet in der Welt von Rick and Morty nicht, Strom zu erzeugen, um diesen zu speichern, sondern eine unwissend versklavte Miniaturwelt wieder zum Florieren zu bringen, die dann Energie für uns erzeugt.

Show Me What You Got

Owlchemy Labs kombinieren gekonnt die Ideen von Rick and Morty mit ihrem bewährten Job Simulator-Gameplay. Jeden Gegenstand, den wir mit unseren Händen erreichen, können wir benutzen.

Von dieser spielerischen Freiheit inspiriert, trinken wir Wein, zerwerfen mit der Flasche ein Fenster, schießen mit einer Laserpistole um uns, essen Seife, trinken Toilettenreiniger, übergeben uns, probieren Wachstumshormone und setzen uns eine Krone auf, bevor wir uns mit einem Morgenstern das virtuelle Klonleben nehmen.

Screenshot von Rick and Morty - Morty und Summer sitzen in Ricks Raumschiff.

Während Rick, Morty und Summer Abenteuer erleben, erfüllen wir Aufgaben in der Garage. / © Owlchemy Labs / Adult Swim

Das freiwillige (wie auch unfreiwillige) Beenden unseres unerträglichen Klon-Daseins bringt uns ins Fegefeuer und dem wohl besten, weil unvorhersehbaren Teil von Rick and Morty: Virtual Rick-ality. Im Fegefeuer erwartet uns ein klingelndes Telefon, an dem uns ein Mitarbeiter Satans empfängt. Doch statt Läuterung unserer Sünden erfahren wir, dass unsere Aufgaben im Leben noch nicht erledigt sind und wir deshalb einfach den Knopf am Telefon betätigen sollen, um wiedergeboren zu werden.

Der Witz daran: Nach jedem Abgang ändert sich das Telefongespräch und wird selbstreferenzieller und absurder. Warum es der beste Moment ist? Weil sich hier die Stärken der Serie vereinen. Im Fegefeuer wird uns klar, dass wir schicksalshaft in unserem ewigen Klonleben gefangen sind, dass wir immer ein und derselbe Klon sind und nicht in den Körper eines neuen Klons springen, dass unser Klonleben vom Spiel wie ein Menschleben behandelt wird.

Screenshot von Rick and Morty - Unser Spielcharakter im Badezimmer.

Neben der Garage verschlägt es uns auch kurzzeitig ins Badezimmer, auf einen Satelliten oder einen fremden Planeten. © Owlchemy Labs / Adult Swim

An der eigentlichen Geschichte von Rick and Morty: Virtual Rick-ality nehmen wir nur am Rande teil. Die Aufgaben, die wir erledigen, fühlen sich zusammenhangslos an und werden erst ganz zum Schluss in das Abenteuer von Rick und Morty eingebettet.

In einem Monolog offenbart Rick seinen ganzen Plan, der an Brillanz nicht zu übertreffen ist, aber natürlich in einer völlig nichtigen Sache endet. Wir fühlen uns dabei nur als Beiwerk einer an sich ziemlich coolen Story.

Wubba Lubba Dub Dub

Unter der dünnen Schicht der offiziellen Rick and Morty-Lizenz von AdultSwim verbirgt sich nicht mehr als ein Job Simulator-Klon, den Owlchemy Labs zusammengezimmert haben. Doch damit verleihen die Entwickler Rick and Morty: Virtual Rick-ality ein solides Grundgerüst, das die Stärken von VR gekonnt aufgreift. Spielerisch versetzt der Klon-Simulator damit keine Berge, doch das muss er auch nicht.

Screenshot von Rick and Morty - Der Plumbus ist ein weitverbreitetes Haushaltsobjekt.

Da jeder einen Plumbus zu Hause haben sollte, brauchen wir nicht erklären, wie er verwendet wird. © Owlchemy Labs / Adult Swim

Denn wer ein Rick and Morty-Spiel kauft, der will vor allem eines: Rick und Morty in Bestform. Das bedeutet nicht nur humorvolle, zotige Dialoge mit Stottern und Rülpsern, abgedrehte Ideen, verschachtelte Geschichten und einer (teils ordentlichen) Prise Mindfuck.

Rick and Morty: Virtual Rick-ality bietet uns zwar massenweise Referenzen zur Serie, dennoch lässt uns die 3D-Umsetzung nicht in der Weise zurück, wie eine gute Folge Rick and Morty: nämlich mit den Fragen, ob wir jetzt ein schlechter Mensch sind, weil wir über die ganzen Witze und Anspielungen gelacht haben und ob alles, was wir gerade gesehen haben überhaupt Sinn ergibt.

Als Rick and Morty-Fan gehe ich mit Virtual Rick-ality wahrscheinlich zu hart ins Gericht. Es ist ein kurzes und sehr gut gemachtes Spiel, das aber an Spontaneität und in der Abgedrehtheit der Ideen hinter der Serie zurückbleibt. Beim Spielen fuhr mir eines daher nie über die Lippen: Wubba Lubba Dub Dub.

Hier könnt ihr Rick and Morty: Virtual Rick-ality kaufen:

Das ist gut

  • Viele Referenzen auf die Serie
  • Gelungene Fusion aus Job Simulator und Rick and Morty
  • Sehr gute grafische Umsetzung

Das geht besser

  • Spieler ist Komparse der Story
  • Bleibt hinter dem Niveau der Serie

Fazit

Auch wenn Rick and Morty: Virtual Rick-ality mir keine großen Schmerzen bereitet, die mich nach Hilfe beten lassen, habe ich ein bisschen mehr von dem Spiel erwartet. Vor allem, weil der Serienerfinder an dem Spiel mitgearbeitet hat. Dennoch habe ich mich als Klon-Morty vom Job Simulator-Klon für kurze Zeit gut unterhalten gefühlt.
7

VR-World Rating

Gameplay: 7
Steuerung: 8
Story: 6
Grafik: 7
Sound: 7
Umfang: 5

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