Redout: Enhanced Edition

HTC Vive Oculus Rift Spiele
7

VR-World Rating

8.7

VR-User

Redout: Enhanced Edition greift die futuristische und ultraschnelle Rennerfahrung eines F-Zero oder WipeOut auf und transportiert sie in die virtuelle Realität.

Dabei ist Redout: Enhanced Edition kein reines VR-Spiel. Ihr könnt Redout auch ganz normal am Bildschirm spielen, gänzlich ohne Headset-Schwitzerei. Sogar die Steuerung per Gamepad bleibt dabei gleich, denn Redout: Enhanced Edition verzichtet auf die Bewegungssteuerung der HTC Vive, der Oculus Rift oder eures OSVR-Systems. Dieser Verzicht geht völlig in Ordnung, denn bei knapp 1000 km/h würden wir ungern hektisch mit unseren Armen herumfuchteln wollen, um nicht aus der Kurve zu fliegen.

Studieren geht über probieren

Doch selbst, wenn ihr die Gamepad-Steuerung beherrscht, meistert ihr noch lange nicht jede Strecke. Wie schon bei den Vorlagen F-Zero oder WipeOut lernt ihr die Feinheiten der Strecken mit jedem Durchgang besser kennen.

Bremspunkte, Sprünge, Beschleunigungspunkte und so weiter verinnerlicht ihr, um Bestzeiten und Podiumsplätze zu erreichen. Das gilt vor allem für den Mehrspielermodus, denn mit ein wenig Übung fahrt ihr der KI im Singleplayer-Modus grundsätzlich davon.

Loopings, Helix, vertikale Abschnitte und an der Decke fahren: Die Rennstrecken von Redout bieten viel Abwechslung.

Die Rennstrecken von Redout kommen euch beim Auswendiglernen sehr entgegen. Durch die Bank weg erkennt ihr mit ein wenig Übung jede Rennstrecke vom Start weg. Jede Strecke punktet mir ihrer ganz eigenen abgedrehten Streckenführung, Szenerie und Farbgebung. Dabei fordert Redout nicht nur euer Erinnerungsvermögen, sondern auch eure Reaktionsgeschwindigkeit und Geschicklichkeit.

Alle Punkte sind entscheidend, wenn ihr euch kleine Hochgeschwindigkeitsscharmützel mit euren Gegnern liefert. Einziger Kritikpunkt im Vergleich zu den Ahnen der Sci-Fi-Hochgeschwindigkeitsrennspielen, F-Zero und WipeOut, liegt in der fehlenden Abwechslung der Rennstrecken. Mit wenigen Ausnahmen gibt es nur einen Weg vom Start zum Ziel, Abzweigungen sind leider Mangelware.

Boosten mit Bedacht

Kein Mangel findet sich hingegen bei den Rennboliden. Ihr schaltet nach und nach neue Fahrzeuge frei, die sich in ihren Grundwerten wie Beschleunigung, Straßenlage oder Höchstgeschwindigkeit unterscheiden.

Zusätzlich stattet ihr euer Fahrzeug noch mit aktiven und passiven Power-Ups aus. Pro Rennen dürft ihr jeweils eine aktive und eine passive Fähigkeit wählen. Dazu zählen etwa EMP-Schockwellen, Reparaturdronen, höhere Widerstandsfähigkeit oder mehr Grip für eine bessere Straßenlage.

Mit 1000km/h durch Dinosaurierskelette rasen? Redout macht es möglich.

Während eure passiven Fähigkeiten dauerhaft aktiv sind, setzt ihr die aktiven Fähigkeiten auf Knopfdruck ein. Die aktiven Power-Ups verbrauchen dabei eure Boostenergie. Das erweitert Redout um eine strategische Komponente, da ihr mitunter abwägen müsst, wann ihr euren Boost einsetzen wollt.

Lieber schneller von der Stelle kommen oder etwas abwarten und die Energie in einen EMP-Schlag investieren, um euch die lästigen Verfolger vom Leib zu halten? Eure Boostenergie lädt sich zwar von alleine wieder auf, das dauert aber seine Zeit und kann in brenzligen Situationen über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Spielmodi für jeden Geschmack

Bei Rennspielen stellt ein Karrieremodus zumeist den Kern des Spiels dar. So auch bei Redout: Enhanced Edition. Hier sammelt ihr am effektivsten Erfahrungspunkte und Preisgelder, um neue Fahrzeuge freizuschalten und weitere Power-Ups zu kaufen.

In Rennen gegen die KI lernt ihr ebenfalls die Strecken kennen und sammelt genug Wissen, um im Multiplayer-Modus erfolgreich gegen andere Mitspieler antreten zu können. Viel Drumherum dürft ihr vom Karrieremodus nicht erwarten, mehr als aneinandergereihte Rennen in unterschiedlichen Modi gegen die KI bietet dieser nämlich nicht.

Die Rennstrecken besitzen teilweise ihre ganz eigene Farbgebung und Stimmung.

Doch gerade bei den Rennmodi punktet Redout ungemein. Neben gewöhnlichen Rundenrennen und Rennen auf Zeit findet ihr noch weitere interessantere Modi wie Last Man Standing, in dem der Letztplatzierte nach jede Runde ausscheidet, oder Survival, in dem ihr Hindernissen ausweichen müsst und keinen Totalschaden erleiden dürft.

Der beste Spielmodus von Redout – unserer Meinung nach – ist aber der Boss-Modus. Hier reiht das Spiel pro Runde nahtlos fünf Rennstrecken durch Portale aneinander. Eine Fahrt ins ungewisse, die spannender und anspruchsvoller nicht sein könnte. Dabei sind die Verbindungen in 90 Prozent der Fälle nicht unfair und ihr habt immer genug Zeit, euch auf dem neuen Abschnitt zurecht zu finden.

VR oder Nicht-VR, das ist hier die Frage

Redout ist ein großartiges Spiel, dass seinen Vorbildern nur in wenigen Punkten nachsteht. Umfang, Geschwindigkeitsgefühl, Gameplay, Sound und Grafik stehen im Einklang und liefern ein grandioses Spielerlebnis. Allerdings nur im Nicht-VR-Modus. Der VR-Modus hinkt hier leider etwas hinterher. Das bedeutet nicht, dass es keinen Spaß macht, Redout mit HTC Vive oder Oculus Rift zu spielen. Nur finden wir, dass aufgrund der heruntergeschraubten Grafik und den unscharfen Texturen das Geschwindigkeitsgefühl ein wenig auf der Strecke bleibt.

Unerwarteterweise führt die Raserei von Redout kaum zu Motion Sickness. Zu Beginn braucht es ein paar Minuten, bis ihr euch zurecht findet. Habt ihr aber diese Eingewöhnungsphase überstanden, braucht ihr euch kaum noch Sorgen um euer Wohlbefinden machen. Die Menüs von Redout werden euch hingegen immer wieder Sorgen bereiten.

Das liegt nicht nur an der teilweise schlecht lesbaren, weil sehr kleinen Schrift in den Menüs, sondern auch an der Tatsache, dass einige Menüs lediglich zweidimensionale Bilder sind, die in euer Sichtfeld gesetzt werden und nicht eurem Kopftracking folgen. Das führt hauptsächlich nach einem Rennen dazu, dass ihr die Rennergebnisse nur schlecht einsehen könnt und diese teilweise verschwinden, wenn ihr euren Kopf in die falsche Position dreht.

Hier findet ihr Redout: Enhaced Edition:

Das ist gut

  • Großartiges Streckendesign
  • Viele Spielmodi
  • Sehr gutes Boost-Power-Up-System

Das geht besser

  • Schlechteres Geschwindigkeitsgefühl in VR
  • Texturen in VR unscharf
  • Menüs schlecht lesbar

Fazit

Ich habe zuerst die VR-Variante von Redout gespielt und war schon recht angetan. Kaum Motion Sickness, schnelle Rennen, die hohen Geschwindigkeiten brachte das Spiel ganz gut rüber. Über die verschwommene Grafik habe ich erstmal hinweggesehen, da es irgendeinen Trade-Off für die VR-Version geben muss. Nachdem mir die Menüs wirkliche Kopfschmerzen bereitet haben, stieg ich kurzzeitig auf die Nicht-VR-Variante um und wurde völlig umgehauen. Nicht-VR-Redout fühlt sich für mich wesentlich schneller und halsbrecherischer an als die VR-Variante. Da beide Versionen Hand in Hand gehen, macht ihr beim Kauf von Redout nichts falsch. Redout in VR ist eine nette Sache, aber ich finde, dass die Nicht-VR-Version das Spielgefühl von WipeOut und F-Zero um Längen besser rüber bringt als die VR-Version.
7

VR-World Rating

Grafik: 6
Sound: 7
Gameplay: 8
Immersion: 6
Steuerung: 8
Umfang: 9

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