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Red Matter

Oculus Rift Spiele VR-Reviews
9

VR-World Rating

Red Matter im Test: Spannender VR-Puzzler für Retro-Agenten

Direkt zum Fazit

Red Matter ist ein VR-Puzzlespiel mit interessanter Story-Prämisse. In einer alternativen Realität schlüpfen wir in die Haut eines Geheimagenten, der eine konkurrierende Supermacht ausspionieren soll. Der Twist: Das Ganze findet in den Tiefen des Weltalls statt. Kann das Abenteuer halten, was es verspricht?

Das spanische Entwicklerstudio Vertical Robot hat mit Red Matter ein Virtual Reality-Puzzlespiel geschaffen, das mit durchdachten Rätseln begeistert – aber nicht nur damit. Womit kann der Titel außerdem noch punkten? In unserem Test lösen wir dieses Rätsel.

Red Matter: Militär-Spionage im Weltall

Was Red Matter von anderen Top-Puzzlespielen wie FORM oder Laser Puzzle in VR abhebt, ist vor allem der Fokus auf die Hintergrundgeschichte. Die ist hier nämlich nicht nur bloßes Beiwerk, sondern macht das Spiel eher zu einem spannenden Adventure als zu einer bloßen Aneinanderreihung von Rätseln.

Red Matter verschlägt uns in eine alternative Realität. © Vertical Robot

Red Matter verschlägt uns in eine alternative Realität. © Vertical Robot

Die Welt von Red Matter ist von einem Kalten Krieg zwischen zwei Supermächten geprägt, der Atlantischen Union und der Volksrepublik Volgrovia. Dabei handelt es sich um eine Alternate Reality-Version des Konfliktes zwischen den USA und der Sowjetunion, der hier sogar in den Tiefen des Weltraums ausgetragen wird. Wir schlüpfen nämlich in die Haut von Agent Epsilon, der im Auftrag der AU eine volgrovianische Geheimbasis auf dem Saturnmond Rhea ausspionieren soll.

Spannung, Mysterien, Rätsel

Das ist auch schon alles, was wir nach der Ansicht des kurzen Intros über unsere Mission erfahren, bevor wir unsanft an unserem Zielort landen und alsbald mit allerlei spannenden Fragen konfrontiert werden. Während wir die scheinbar verlassene militärische Forschungseinrichtung erkunden, treffen wir nämlich auf immer mehr Anomalien und Hinweise darauf, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht.

 

Halluzinieren wir, oder passiert das jetzt wirklich? Woher kommt die namensgebende Rote Materie und was macht sie? Sind hier übernatürliche Kräfte oder gar Aliens am Werk? Und was hat es eigentlich mit den Schachfiguren auf sich? Red Matter versteht es perfekt, uns mit allerhand Mysterien anzufüttern und bleibt dadurch stets spannend, während wir uns durch die volgrovianische Basis rätseln.

Der visuelle Stil von Red Matter orientiert sich dabei gut erkennbar an der UDSSR-Architektur der 1950er- oder 60er Jahre sowie am damaligen Stand der Technologie. CRT-Monitore statt Flatscreens, sozialistische Propaganda-Poster und viel Mechanik anstatt Elektronik bestimmen das Bild. Die Spielumgebungen sind ebenso stimmig wie detailreich. Überall gibt es etwas zu entdecken und wir bekommen das Gefühl, dass diese Weltraumbasis tatsächlich bewohnt ist (oder war?).

Red Matter: Tolles Knobel-Gameplay

Schon für sich allein genommen ist die Story ziemlich gut. Dass sie aber obendrauf noch perfekt ins Gameplay eingebunden ist, setzt Red Matter die Atmosphäre-Krone auf. Die Geschichte wird nämlich nicht in klassischen Zwischensequenzen vorangetrieben, sondern entfaltet sich organisch, während wir akribisch unsere Umgebung durchsuchen und so nach und nach der Wahrheit näher kommen.

Dafür stehen uns drei Werkzeuge zur Verfügung: Eine Taschenlampe, ein mechanischer Greifarm an jeder Hand unseres Raumanzugs sowie unser wichtigstes Utensil: Der Universal-Scanner. Die wichtigste Funktion dieses Tools ist die Simultanübersetzung. Auf der volgrovianischen Basis ist nämlich – logischerweise – alles auf Volgrovianisch. Hinweisschilder, Notizen, Bildschirmanzeigen – alles müssen wir erst einmal per Knopfdruck durch den Übersetzer jagen, bevor wir es verstehen können.

Die Rätsel in Red Matter: Logisch, Fair, und mit hohem Spaßfaktor. © Vertical Robot

Die Rätsel in Red Matter: Logisch, fair, und mit hohem Spaßfaktor. © Vertical Robot

Dieser Umstand wird in Red Matter geschickt zum Lösen der vielen spannenden Rätsel eingesetzt. Besonders cool: Keines der Puzzle erweckt auf uns den Eindruck, eigentlich keine Daseinsberechtigung zu haben. Jede Aufgabe, die wir zu lösen haben, fügt sich stimmig in die jeweilige Spielsituation ein – wir knobeln nicht um des Knobelns willen, sondern weil wir jetzt eben herausfinden müssen, wie die Kombination für den verdammten Safe lautet.

Die Puzzles sind dabei durchaus fordernd, aber immer logisch und fair gehalten. Mit einer Mischung aus Geduld, logischem Denken und Umgebungserkundung kommen wir stets zuverlässig ans Ziel. Fast jedesmal stellt sich in angemessener Zeit ein „aaah, natürlich funktioniert das so“-Gefühl gepaart mit einem Erfolgserlebnis ein – so macht Rätseln Spaß!

Gelungene Bewegungssteuerung

Ohne Englisch-, Spanisch- oder Französischkenntnisse kommen wir allerdings leider nicht weit. Aktuell bietet Red Matter nämlich keine deutsche Synchronisation und auch keine deutschsprachigen Untertitel. Auf unsere Nachfrage verriet uns Vertical Robot, dass sich dies in Zukunft ändern könnte. Ob es eine deutsche Übersetzung geben wird, kommt laut den Entwicklern auch darauf an, wie gut sich das Spiel verkauft.

Die Chancen dafür, dass Red Matter ein Erfolg wird, stehen aber gut. Neben der Story und dem Gameplay kann sich nämlich auch der technische Unterbau des Puzzle-Adventures mehr als sehen lassen.

Red Matter bietet SciFi mit leichtem Gruselfaktor. © Vertical Robot

Red Matter bietet SciFi mit leichtem Gruselfaktor. © Vertical Robot

In puncto Bedienung stehen uns mehrere Steuerungsvarianten zur Verfügung: Zwei verschiedene Modi für direkte Teleportation, freie Bewegung sowie „Sprung-Teleportation“. Letztere ist voreingestellt und passt am besten ins Spielkonzept. In der Raumbasis herrscht nämlich eine niedrigere Schwerkraft, und die Sprung-Teleportation ist mit Jetpack-Soundeffekten unterlegt. Per Stick können wir sogar unsere Schwebegeschwindigkeit stufenlos variieren – alles in allem ist das die immersivste Fortbewegungsmethode im Spiel.

Die freie Bewegung ist relativ langsam und kann problemlos parallel zur Teleportation eingesetzt werden, um kleine Distanzen zu überbrücken. Gut durchdacht ist auch die Steuerung unserer virtuellen Hände. Die Oculus Touch-Controller sind nämlich in ihrem Originaldesign Teil unseres Raumanzugs, was die Immersion nicht unerheblich steigert. Außerdem gibt es ein paar praktische Kniffe, die uns das Leben vereinfachen. Fällt uns ein Objekt herunter, müssen wir uns nicht zwingend bücken, sondern können es mit einer Art Mini-Traktorstrahl wieder in unseren Greifarm befördern.

Zusätzlich stehen uns verschieden Komfortoptionen zur Verfügung, die uns z.B. im Stehen oder Sitzen spielen lassen oder in Bewegung das Sichtfeld verengen, um die Gefahr von Motion Sickness zu minimieren.

Red Matter: Audiovisuell im grünen Bereich

Akustisch sowie optisch kann sich Red Matter ebenfalls sehen bzw. hören lassen. Die Hintergrundmusik ist ebenso unauffällig wie atmosphärisch, was auch für die Soundeffekte gilt. Optisch wissen insbesondere die Licht- bzw. Schatteneffekte zu gefallen. In Kombination mit der Tonuntermalung und den übernatürlichen Vorgängen im Spiel läuft uns dadurch mehr als einmal ein wohlig gruselnder Schauer über den Rücken.

Kann ich da draufdrücken? In Red Matter lautet die Antwort auf diese Frage fast immer "ja". © Vertical Robot

Kann ich da draufdrücken? In Red Matter lautet die Antwort auf diese Frage fast immer „ja“. © Vertical Robot

Sehr cool ist auch, dass eine Großzahl der Umgebungsobjekte in Red Matter nicht statisch, sondern interaktiv ist. Wir können Bücher, Gläser und Figuren aus dem Regal nehmen, Videokassetten in Rekorder einlegen (und uns ansehen), auf Bildschirmen zwischen verschiedenen Überwachungskameras umschalten, und, und, und.

Besonders überrascht hat uns, wie gut lesbar Notizzettel und Grafiken sind, die wir teilweise zum Lösen von Rätseln benötigen – hier ist alles einwandfrei und messerscharf zu erkennen. Einzig die Texturen in den wenigen Außenbereichen wirken im Vergleich zur restlichen visuellen Qualität von Red Matter relativ matschig. Das können wir aber locker verschmerzen, da wir uns sowieso fast nie in derartigen Gefilden aufhalten.

Alles in allem ist Red Matter definitiv mehr als nur einen Blick wert. Die Oculus Rift hat mit diesem Rätsel-Adventure einen weiteren hervorragenden Exklusiv-Titel in ihrem Portfolio.

Ihr solltet Red Matter insbesondere dann unbedingt spielen, wenn ihr…

  • auf alternative Realitäten steht
  • neben guten Rätseln auch eine gute Story zu schätzen wisst
  • ihr nicht euren Abzugsfinger, sondern eure grauen Zellen beanspruchen wollt

Red Matter ist wahrscheinlich nicht das richtige Spiel für euch, wenn ihr…

  • nach atemloser Action sucht
  • beim Spielen möglichst wenig denken wollt
  • absolut nicht auf Science Fiction steht

Das Virtual Reality-Puzzle-Adventure Red Matter bekommt ihr hier:

  • für Oculus Rift im Oculus Store.
  • für Oculus Rift, HTC Vive und Windows MIxed Reality-Headsets auf Steam

Das ist gut

  • Tolle Story
  • Dichte Atmosphäre
  • Gelungene Rätsel, die im Spielkontext Sinn ergeben
  • Detailreiche Spielumgebung
  • Durchdachtes, ins Spielerlebnis integriertes Steuerungskonzept

Das geht besser

  • Weder Sprachausgabe noch Untertitel auf Deutsch verfügbar

Fazit

Red Matter ist mehr als nur ein Puzzlespiel, denn dank der spannenden und toll ins Gameplay integrierten Story fühle ich mich stets mittendrin in diesem surrealen Alternate Reality-Abenteuer. Der Detailreichtum und die audiovisuelle Untermalung tun ihr Übriges dafür, dass die Immersion und Atmosphäre in Red Matter ihresgleichen suchen. Dazu tragen auch die Rätsel bei, die hier nicht als Mittel zum Zweck erscheinen, sondern als echte, nachvollziehbare Aufgaben, die ich auf meiner Suche nach der Wahrheit lösen muss. Fans von alternativen Realitäten, guten Sci-Fi-Stories und/oder Rätseln können bei Red Matter meiner Ansicht nach bedenkenlos zuschlagen - solange sie eine Oculus Rift besitzen und keine deutsche Synchronisation brauchen.
9

VR-World Rating

Gameplay: 9
Immersion: 9
Steuerung: 9
Grafik: 8
Sound: 9
Umfang: 7
Story: 9
Zum Anfang

2 Kommentare

  1. hallo,
    ich werde mir red matters nicht kaufen solange es nicht zumindest deutsche untertitel hat.
    das spiel ist doch oculus exclusiv .
    die werden doch von oculus finanziell unterstützt.warum sonst sollte man einen exclusivdeal eingehen.

    na ja mal abwarten.

    Antworten
  2. Ich würde mir das Game gerne kaufen, wie so viele VR Titel aber warum schaffen die Entwickler es nicht zumindest einen Deutschen Untertitel zu erstellen. Es würden viel mehr Spieler das game kaufen.
    Ich warte, auch wenn es dann verscheinlich keine Deutsche version geben wird, Traurig und ihrgend wie Unverständlich das Entwicker so mit ihrem Potential Spielen.

    Antworten

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