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Ready Player One: Alle Details zu Steven Spielbergs VR-Film

Im neuen Ready Player One-Video kommt Steven Spielberg zu Wort. © Jaap Buitendijk/Warner Bros.

Es wird der erste große Blockbuster über Virtual Reality, aber leider noch nicht in VR. Warum der Film für uns hochinteressant ist, haben wir für euch zusammengefasst.

Die Probleme der Virtual Reality

Virtual Reality sucht auch über ein Jahr nach der Veröffentlichung der ersten VR-Brillen noch nach dem Schlüssel zum endgültigen Durchbruch bei den Konsumenten. Dabei gibt es noch mehrere Probleme: Zuerst betrachten die meisten großen Magazine und Zeitungen (auch im Gaming-Bereich) die neue Technologie kritisch oder schweigen sie schlicht tot. Das bedeutet: die Verbreitung geht nur langsam voran.

Weiterhin ist der hohe Preis für die VR-Brillen (oft in Verbindung mit teurer Hardware für den nötigen PC) ein Hemmnis. Zwar hat Oculus in den letzten Monaten die Preise für die Oculus Rift massiv gesenkt, so dass sie mit mittlerweile rund 500 Euro auf Höhe der Konsolen-VR-Brille PlayStation VR liegt, trotzdem ist die Einstiegshürde immer noch hoch. Wer zur HTC Vive greift, bezahlt aktuell rund 700 Euro für ein Ticket in die virtuelle Realität.

© Oculus

Im Bundle kostet die Oculus Rift zukünftig „nur noch“ rund 500 Euro.

Und dann ist da noch die Frage nach den Inhalten. Es gibt auf Steam mittlerweile viele VR-Spiele, allerdings sind diese vorrangig von Indie-Entwicklern gemacht und ein großer Teil davon ist mangelhaft.

Zudem fragmentiert Oculus den Markt mit Exklusiv-Produktionen wie Robo Recall – andere VR-Headsets haben keinen offiziellen Zugang zum Oculus Store. Immerhin startet die PlayStation VR in letzter Zeit richtig durch: Über zwei Millionen Verkäufe der VR-Brille, dazu viele gute Anwendungen und mit Skyrim VR eine erste richtig große Spielwelt in Virtual Reality – dank der Konsolen-Brille nimmt VR langsam wieder Fahrt auf. Die HTC Vive hat neben der PSVR den Höllenshooter Doom VFR spendiert bekommen, kurz danach hat das Ödland rund um Boston für Vive-Besitzer geöffnet: Fallout 4 VR ist eine tolle VR-Erfahrung geworden. Valve arbeitet übrigens weiterhin an den Anfang des Jahres angekündigten VR-Spielen.

Es geht also voran, aber immer noch recht langsam.

VR ist keine reine Gaming-Technologie

Und wie sieht es in anderen Bereichen aus? VR scheint gerade im Business-to-Business-Bereich starken Zuspruch zu bekommen, wie Project Holodeck von Nvidia und das Volkswagen Digital Reality Hub zeigen. Darüber hinaus wird VR in der Medizin und in der Bildung eingesetzt und es gibt bereits verschiedene Projekte, die VR in der Marktforschung oder fürs Einkaufen einsetzen wollen.

Die hübsche kleine Animationswelt funktioniert perfekt in VR. / © Baobab Studios Inc.

In echtem 3D gedrehte VR-Filme sind noch selten. Ein gutes Beispiel ist der Animations-Kurzfilm Invasion!

Und dann wären da natürlich noch die Filme. Aktuell wird für VR-Filme vorrangig in 360-Grad gedreht – stereoskopisches 3D wird dabei nicht verwendet. Trotzdem bedeutet schon diese Technik eine enorme Immersionssteigerung gegenüber herkömmlichen Filmen, wie beispielsweise die Mr. Robot VR Experience zeigt.

Volles VR erleben wir dagegen beispielsweise in dem Animations-Kurzfilm Invasion!, in dem wir selbst mit einbezogen werden. Kommende Projekte wie der Spiel-Film-Hybrid Transference mit Elijah Wood oder das ambitionierte Filmproject von District-9-Regisseur Neil Blomkampp wollen die Möglichkeiten von VR-Filmen weiter ausloten.

Kann Spielbergs Film Interesse an VR wecken?

Womit wir beim Thema wären. Warum widmen wir der Verfilmung von Ernest Clines Roman „Ready Player One“ ein komplettes Special? Der wichtigste Grund ist, dass wir uns von diesem Film den ersten großen Schritt der VR-Thematik ins Bewusstsein des Mainstreams erwarten. Ein erfolgreicher Roman, eine Hollywood-Blockbuster-Filmumsetzung von Altmeister Steven Spielberg und alles dreht sich um Virtual Reality: Hier wird erstmals auf der großen Bühne – wenn auch indirekt – Werbung für die neue Technologie gemacht. Davon erhoffen wir uns, dass sich mehr Menschen für VR zu interessieren beginnen. Denn nur ein wachsender VR-Markt wird dafür sorgen, dass die Technologie sich zügig verbessert.

Worum geht es in Ready Player One?

Wie schon erwähnt basiert die Filmumsetzung auf dem 2010 veröffentlichten Roman „Ready Player One“ von Ernest Cline. Darin geht es um eine dystopische Welt im Jahr 2045. Die Welt ist überwiegend im Eimer, die Ausbeutung fossiler Energieträger hat sie an den Rand des völligen Ruins getrieben. Die Folge ist eine gewaltig auseinanderklaffende Schere zwischen wenigen Superreichen (Konzernen) und vielen Armen.

Buch-Cover Ready Player One. © Crown

Buch-Cover Ready Player One. © Crown

Neben der mehr als tristen Realität existiert aber noch eine andere, eine virtuelle Welt namens OASIS (Ontologically Anthropocentric Sensory Immersive Simulation). Der Großkonzern Gregarious Simulation Systems (GSS) betreibt diese perfekte virtuelle Welt, in der Informationen, Unterhaltung und Computerspiele für alle zur Verfügung stehen. Besonders interessant: Das Wirtschafts- und Währungssystem ist gleichermaßen in der Realität und im virtuellen Raum anwendbar.

Der Gründer von GSS, Milliardär James Halliday, stirbt eines Tages. Doch er geht nicht ohne einen großen Knall: Sein Testament bestimmt, dass derjenige, der eine bestimmte versteckte Besonderheit, ein sogenanntes Easter Egg, in der virtuellen Realität findet, sein Privatvermögen, OASIS und den GSS-Konzern erbt. Millionen von Schatzsuchern machen sich auf, dieses Easter Egg zu finden und die Hinweise zu entschlüsseln – darunter auch Protagonist Wade Watts. Wade lebt in armen Verhältnissen in einer Art Slum in Ohio und versucht nun, die Gelegenheit beim Schopf zu ergreifen und aus seinen Umständen auszubrechen.

Parzival (Wade Watts, gespielt von Tye Sheridan) trifft auf Art3mis (Samantha Evelyn Cook, gespielt von Olivia Cooke).

Parzival (Wade Watts, gespielt von Tye Sheridan) trifft auf Art3mis (Samantha Evelyn Cook, gespielt von Olivia Cooke).

Doch damit nicht genug: Der hochkriminelle Großkonzern IOI (Innovative Online Industries) hat in der Vergangenheit schon mehrfach versucht, GSS (und damit auch die virtuelle Realität von OASIS) feindlich zu übernehmen. Nun sehen die Konzernbosse ihre Gelegenheit gekommen. Sie versuchen mit Hilfe von Erpressung und Mord an das Geheimnis zu kommen – und dabei gerät auch Wade ins Visier.

Ready Player One: Drehbuch, Regisseur, Darsteller, Drehbeginn

Das Drehbuch zum Film ist bereits seit vielen Jahren in Arbeit. Unter den Drehbuchautoren befindet sich der Autor Ernest Cline selbst. Allerdings ließ sich lange Zeit kein Regisseur finden. Top-Regisseure wie Christopher Nolan (Inception, Dunkirk) oder Peter Jackson (Der Herr der Ringe, Der Hobbit) wurden mit dem Film in assoziiert. 2015 wurde dann die Katze aus dem Sack gelassen: Steven Spielberg (Jurassic Park, Minority Report) übernimmt die Regie.

Ein Bild von den Dreharbeiten am Set in Birmingham. © Warner Bros. Pictures

Ein Bild von den Dreharbeiten am Set in Birmingham. © Warner Bros. Pictures

Die Hauptrolle des Wade Watts übernimmt Tye Sheridan, der in X-Men: Apocalypse die Rolle des Scott Summers (Cyclops) spielte. Tye gewann 2017 den Marcello-Mastroianni-Preis als bester Nachwuchsdarsteller bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig für den Film Joe – Die Rache ist sein. Ebenfalls mit dabei: Ben Mendelssohn (Rogue One: A Star Wars Story, Bloodline) und Olivia Cooke (Bates Motel).

Im Juni 2016 wurde mit der Produktion und den Dreharbeiten begonnen. Drehort war unter anderem Birmingham (England).

Wann kommt Ready Player One in die deutschen Kinos?

Der Film sollte ursprünglich am 15. Dezember 2017 starten. Nachdem Disney allerdings Star Wars: Episode VIII – The Last Jedi auf Dezember 2017 verschob, entschloss sich die Produktionsfirma Warner Bros. Pictures den VR-Film auf den 30. März 2018 zu verlegen (aktueller Filmstart-Termin in Deutschland: 05. Aril 2018). In dieser Zeit sollen keine anderen Blockbuster Spielbergs neuem Film in die Quere kommen.

Was interessiert uns an Ready Player One besonders?

Natürlich in erster Linie die Umsetzung der Vision einer nahezu perfekten virtuellen Realität. Wie sieht diese Welt aus, was ist möglich, welche Parallelen zur heutigen, noch jungen VR-Technologie können wir ausmachen? Hat der Film überhaupt einen Bezug zur Realität oder ist es pure Science-Fiction, reiner Cyberpunk? Wird der Film das Interesse einer breiten Masse an Virtual Reality wecken können? Werden Entwickler und Filmemacher dadurch inspiriert, aufwändige Spiel- und Film-Produktionen direkt für VR in Angriff zu nehmen?

Oder ist das bloß ein vielversprechender Film, der keinerlei Bezug zur realen Technologie hat und als solcher auch nicht mit echter VR in Verbindung gebracht wird?

Ein weiteres Bild vom Set des dystopischen VR-Films. © Warner Bros. Pictures

Ein weiteres Bild vom Set des dystopischen VR-Films. © Warner Bros. Pictures

VR-Erfahrungen zu Ready Player One

Immerhin glaubt HTC, Hersteller der VR-Brille HTC Vive und offizieller Partner des Films Ready Player One, dass der Film einigen Einfluss auf potentielle neue Konsumenten haben könne. Er könne nach Ansicht dabei helfen, der breiten Masse verständlicher zu machen, was VR wirklich ist bzw. sein kann. Dass man VR-Erfahrungen über Text und Bild kaum adäquat vermitteln kann, ist jedem Enthusiasten schließlich schmerzlich bewusst.

Um den Film in Verbindung mit heutiger VR-Technologie zu promoten, wird es eine Reihe von VR-Erfahrungen für die HTC Vive geben. Die Erfahrungen sollen voraussichtlich für die hauseigene Plattform Viveport erscheinen. Außerdem soll es auch eine Anwendung für VR-Spielhallen (sogenannte VR-Arcades) geben.

Zur CES 2018 wurde  die erste VR-Erfahrung zum Ready Player One veröffentlicht: Über die soziale VR-Plattform Sansar  können wir den CES-Stand von Chiphersteller Intel besuchen und dort auch  ans virtuelle Set des Films – oder zumindest einen kleinen Teil davon – reisen.

Gibt es bereits einen Trailer zum Film?

Update 23.07.2017: Auf der San Diego Comic Con 2017 wurde der erste Trailer zum Film „Ready Player One“ veröffentlicht. Und der fällt absolut spektakulär aus. Zieht ihn euch rein!

Update 11.12.2017: Ein offizieller Story-Trailer wurde nun auch veröffentlicht.

Videos vom Set gibt es zudem auf Youtube. Eines davon findet ihr hier.

Spielberg & Cline im Trailer.

Über einen Monat vor dem Kinotermin, bringt Warner Bros. den nächsten Trailer raus.

Alle News zu Ready Player One hier auf VR-World

  • Auf der Comic Con in San Diego, die vom 20. – 23.07.2017 stattfand, wurde obiger Teaser-Trailer veröffentlicht.
  • Das Magazin Empire veröffentlichte am 11.08.2017 ein neues Bild, auf dem erstmals Art3mis zu sehen ist (siehe oben).
  • Am 10.12.2017 veröffentlichte Warner Bros. Entertainment obigen Story-Trailer zum Film.
  • Ready Player One erhält im Januar 2018 auf der CES 2018 eine erste VR-Erfahrung.
  • Featurette mit Spielberg & Cline veröffentlicht
  • 16.02.2018: Neuer Trailer veröffentlicht
  • 05.03.2018: Ein neuer TV-Spot zeigt neue Filmszenen aus der OASIS
  • 16.03.2018: Der Trailer „Dreamer“ fasst die ersten Reaktionen der Kritiker zusammen

Wir halten euch auf VR-World natürlich auf dem Laufenden. Dieser Artikel wird zudem zukünftig mit neuen Informationen aktualisiert.

2 Kommentare

  1. Avatar

    So gut wie jeder der VR kennt, sagt, dass das größte Problem der aktuellen VR-Brillen die Auflösung ist. Aktuell ist diese noch bei ca. 500 ppi. Ich schätze, es werden ungefähr 4000 ppi benötigt, um die Bild-Qualität eines Full-HD-Monitors/Fernsehers zu erreichen. Erst dann wird meiner Meinung nach VR für die Masse interessant sein. Bis die Technik (vor allem CPU- und GPU-Leistung) so weit ist, diese (gut!) darstellen zu können, werden mindestens noch 5 Jahre (CPUs/GPUs in 3nm) vergehen. Aber dann wird VR wahrscheinlich extrem im Alltag der Masse beruflich und privat präsent sein. Der Film Ready Player One wird an der aktuellen Situation der VR meiner Meinung nach nichts ändern.

    Antworten
    • Benjamin Danneberg

      Die CPU/GPU-Leistung ist dafür nicht unbedingt entscheidend, sondern die Implementierung von Foveated Rendering in Verbindung mit Eyetracking. Außerdem sind bereits neue Displays bei Samsung in Arbeit, die eine erheblich höhere Auflösung besitzen. Ich bin da guter Dinge, dass das keine 5 Jahre dauern wird.

      Die Auflösung ist natürlich ein Faktor, persönlich muss ich aber sagen, dass sie mir bei einem spannenden Spiel schon längst nicht mehr auffällt. Wenn ich in einem Meisterwerk wie FORM stecke, dann sehe ich das Fliegengitter nicht mehr, denn die Präsentation hat mich gepackt. Etwas schwieriger ist das bei Filmen, vor allem 360-Filmen. Die Qualität lässt sich hier nicht so einfach „ausblenden“. Da wäre ich ebenfalls sehr für höhere Auflösung.

      Was Ready Player One angeht, hoffe ich einfach auf eine gewisse Initialzündung im Mainstream. „Gibts sowas schon? Was gibt es da?“ Also grundsätzlich das Interesse derjenigen zu wecken, die bisher gar nicjhts damit am Hut hatten. Aber vielleicht passiert auch einfach gar nichts.

      Ben

      Antworten

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