11 Filme, die unser Bild von VR geprägt haben

Diese Filme haben unsere Idee von VR geprägt. © STUDIOCANAL, Lighthouse Home Entertainment, Walt Disney, Nipponart,

Mit Ready Player One erwartet uns im April 2018 ein Kino-Blockbuster, der sich ganz dem Thema Virtual Reality verschreibt. Doch das Kino hat sich bereits in der Vergangenheit immer wieder mit VR und simulierten Welten beschäftigt – wir präsentieren euch eine Auswahl der einflussreichsten Werke.

Die Idee künstlicher Welten und simulierter Erfahrungen fasziniert Geschichtenerzähler schon lange. Bereits 1933 veröffentlichte der Science-Fiction Autor Laurence Manning die Kurzgeschichten-Reihe The Man Who Awoke, in der Menschen ihre Sinne mit einer Maschine verknüpfen. Spätestens seit den 1970ern beschäftigen sich auch Filmemacher mit dem Thema Virtual Reality.

Unsere heutige Vorstellung von Virtual Reality haben diese Filme erheblich mitgeprägt. Das gilt sowohl für die von VR ausgehende Faszination, als auch für die Ängste vor virtuellen Welten. Denn insbesondere im Filmbereich begegnen uns oft düstere Zukunftsvisionen, in denen die Menschheit sich durch VR-Technik von den Problemen der realen Welt abkapselt oder sich im schlimmsten Fall gar nicht mehr bewusst ist, in einer virtuellen Realität zu leben.

In unseren Ready Player One-Themenwochen befassen wir uns mit VR in der OASIS und in der realen Welt. © Warner Bros.

In unseren Ready Player One-Themenwochen befassen wir uns mit VR in der OASIS und in der realen Welt. © Warner Bros.

Die positiven Potentiale von Virtual Reality –  neue Wege der Kommunikation, des Lernens und des Empfindens – kommen meistens eher kurz. Schreckensszenarien machen aber eben auch einfach mehr Spaß, wenn man nach zwei Stunden Kino in die gemütliche Realität zurückkehren kann. Im Folgenden präsentieren wir euch die Filme, die zum Teil bis heute unser Bild von Virtual Reality definieren.

Dieser Artikel ist Teil unserer Themenwochen zur Bestseller-Verfilmung Ready Player One. Dort erfahrt ihr alles über den neuen Film von Steven Spielberg sowie die Buchvorlage und erhaltet allerlei Hintergrundinformationen zur OASIS im Vergleich mit heutiger Virtual Reality.

Welt am Draht (1973)

Eins der frühsten Kinowerke über Virtual Reality stammt ausgerechnet aus Deutschland – Ansonsten nicht unbedingt als Herkunftsland wegweisender Science-Fiction-Filme bekannt. Welt am Draht von Kult-Regisseur Rainer Werner Fassbinder (Angst essen Seele auf) handelt von einer in einem Supercomputer simulierten Kleinstadt, in der ebenso simulierte Menschen wohnen. Diesen wiederum ist nicht bewusst, dass sie in einer virtuellen Welt leben.

Ihr merkt bereits, Welt am Draht hat einiges voraus genommen, das spätere Hollywood-Blockbuster wie Matrix salonfähig gemacht haben. Während in den 1970ern das Konzept der virtuellen Realität für die meisten Menschen noch reichlich abstrakt war, wirkt der wiederentdeckte Film Jahrzehnte später geradezu prophetisch.

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Westworld (1973)

Eine virtuelle Realität setzt nicht zwangsweise die Simulation in einem Computer voraus. Zumindest wenn wir eine virtuelle Welt im weitesten Sinne einfach als einen Ort verstehen, der nicht in der Form existiert, in der er zu existieren scheint. Das gilt so für Westworld, den Vergnügungspark aus dem gleichnamigen Film von 1973, in dem Besucher in der Zukunft (hier das Jahr 1983) ihr ganz persönliches Western-Abenteuer erleben können.

Natürlich geht das schief: Die in der Westernwelt eingesetzten Roboter fangen sich einen Virus ein und ein unerbittlicher Revolverheld-Androide (Yul Brynner) jagt die Protagonisten des Films durch den außer Kontrolle geratenen Park. Der Film bildet außerdem die Grundlage für die gleichnamige Serie von HBO, die die Beziehung zwischen Menschen und Robotern in den Mittelpunkt rückt.

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Tron (1982)

Tron hat vor allem visuell das Thema VR stark beeinflusst. Noch heute assoziert man den gitterartigen Vektorgrafik-Look inklusive Neon-Farbpalette gerne mit der virtuellen Realität. Die visuellen Effekte von Tron wirken heute zwar ziemlich antiquiert, markieren allerdings auch den Beginn von computergenerierten Bildern im Kino.

In Tron „digitalisiert“ das außer Kontrolle geratene Master Control-Programm der IT-Firma ENCOM den Software-Entwickler Kevin Flynn (Jeff Bridges). Dieser muss folglich das „Raster“, eine virtuelle Realität, in der Computerprogramme in menschlicher Form leben, von der Herrschaft des MCP befreien. Denn natürlich steht beim Kampf um die Computerwelt am Ende auch das Schicksal der realen Welt auf dem Spiel.

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Der Rasenmähermann (1992)

Der Rasenmähermann ist eine skurrile Trashfilm-Perle der frühen 1990er – also genau aus der Zeit, in der Virtual Reality ihren ersten großen Hype erlebte. Aufgrund unausgereifter VR-Brillen und fehlender Rechenpower flaute dieser damals allerdings schnell wieder ab. Auch der Rasenmähermann sorgt mit seinen psychedelischen, niedrig aufgelösten Grafik-Sequenzen heute eher für Kopfschmerzen als Verzücken.

Abgefahren wie und je bleibt allerdings der Plot: Ein ambitionierter Forscher (Pierce Brosnan) versucht einen geistig zurückgebliebenen Gärtner (Jeff Fahey) mit Hilfe von VR-Training und Drogen zu einem Supersoldaten auszubilden. Gärtner Jobe verwandelt sich deshalb in der realen Welt schon bald in einen durchtrainierten Intellektuellen, während sein virtueller Avatar die Weltherrschaft an sich reißen will – Alles klar?

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Ghost in the Shell (1995)

Im Gegensatz zu vielen anderen Science-Fiction-Filmen leben die Menschen in der Welt von Ghost in the Shell in relativer Symbiose mit neuen Technologien. Beispielsweise mit Augen-Implantaten, die eine erweiterte Sicht auf die Dinge ermöglichen oder kybernetischen Gehirn-Ergänzungen, in denen sie Erinnerungen auslagern. Der erste Ghost in the Shell-Kinofilm stellt die Frage, wie Technologie unsere Selbstwahrnehmung als Menschen verändert und wo die Reise für die sich stetig weiterentwickelnde Menschheit hingeht.

Natürlich gibt es in dieser augmentierten Realität auch neue Formen von Verbrechen. Deshalb gibt es die Sektion 9, eine auf Cyber-Kriminalität spezialisierte Polizeieinheit, die angeführt von Cyborg Motoko einen gefährlichen Hacker im Japan der Zukunft jagt.

2017 ist außerdem eine Realfilm-Adaption des bekannten Anime-Stoffes erschienen. Dabei schlüpft Scarlett Johansson in die künstliche Haut des Majors und begibt sich auf die Suche nach ihrer wahren Identität. Abgesehen von einigen direkten visuellen Verweisen erinnert die Hollywood-Version allerdings mehr an RoboCop als an das philosophische Original.

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The Truman Show (1998)

The Truman Show erzählt ähnlich wie auch Westworld von einer simulierten Welt außerhalb des Computers. Allerdings ist sich Protagonist Truman Burbank (Jim Carrey) nicht bewusst, dass seine Realität nicht echt ist. Seit seiner Geburt ist er nämlich unwissentlich der weltbekannte Star einer gigantischen Reality TV-Show. Doch nach und nach bekommt Trumans heile Welt Risse und er entdeckt, dass es eine Realität hinter seinen eigenen gibt.

The Truman Show verbindet die Idee einer unwirklichen Wirklichkeit mit Gedanken zur Celebrity Culture und Sensationslust. Themen, die heute so relevant sind, wie Ende der 1990er, als die erste große Reality TV-Welle über die Menschheit hinein brach.

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eXistenZ (1999)

Richtig gruselig geht es in eXistenZ von David Cronenberg (Die Fliege) zu. Hier stöpseln sich die Protagonisten per Nabelschnur in bioelektronische, lebendige VR-Konsolen. Nachdem der Game Pod von Spiele-Designerin Allegra Geller (Jennifer Jason Leigh) beschädigt wurde, muss sich diese gemeinsam mit ihrem Bodyguard (Jude Law) in die virtuelle Realität einklinken, um die einzige Version ihres neuen Spiels zu retten.

In eXistenZ verschwimmen die Grenzen zwischen den Realitäten komplett. Wir tappen als Zuschauer deshalb genauso im Ungewissen wie die Figuren. Gemixt mit einer ordentlichen Portion Body-Horror macht eXistenZ Virtual Reality so zum wahr gewordenen Albtraum.

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Matrix (1999)

Matrix ist in Sachen Virtual Reality sicherlich der moderne Kino-Klassiker schlechthin. Der Science-Fiction-Film hat mit seiner Geschichte um eine von den Maschinen versklavte Menschheit, die unwissend ihr Dasein in einer kollektiven Computersimulation fristet, das breite Publikum fasziniert. Mit dem Internet auf dem Vormarsch und der steigenden 3D-Grafikpower von Computern hat die Idee der Matrix kurz vor der Jahrtausendwende sicherlich einen Nerv getroffen.

Die stylischen Action-Sequenzen inspirieren mit ihren Bullet Time-Effekten und Rückgriffen auf asiatische Kampfkünste außerdem Videospiele bis heute. Auch in VR-Spielen wie Superhot oder Sairento VR lebt das Erbe von Matrix fort.

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Avalon– Spiel um dein Leben (2001)

Avalon ist ein recht unbekannter Sci-Fi-Film über ein gleichnamiges VR-Spiel, in das sich in einer tristen Zukunft Protagonistin Ash (Malgorzata Foremniak) per Headset einklinkt. Das MMO ist ein illegales Spiel, in dem sich allerdings reales Geld verdienen lässt. Dumm nur, dass das Avalon lebensgefährlich sein kann und viele Menschen als Hirntote zurücklässt. Aus genau diesem Grund begibt sich Ash auf die Suche nach dem „Geist“ ihres ehemaligen Teamkollegen Murphy (Jerzy Gudejko), der angeblich in einem geheimen Level mit den Seelen aller anderen Verstorbenen verweilt.

Ähnlich wie in eXistenZ fragen sich die Figuren (und wir als Zuschauer) bei Avalon irgendwann, ob es überhaupt sowas wie eine „echte“ Wirklichkeit gibt. Entsprechend düster gestaltet sich auch hier das Bild von Virtual Reality. Die japanisch-polnische(!) Koproduktion von Ghost in the Shell-Regisseur Mamoru Oshii wartet allerdings mit coolen visuellen Ideen auf. Beispielsweise Explosionen, die sich beim Drehen der Kamera als flache Bitmaps entpuppen.

Tron Legacy (2010)

Knapp 30 Jahre nach dem Original macht sich Sam Flynn (Garrett Hedlund) auf in das „Raster“, die virtuelle Welt, in der sein Vater Kevin (Jeff Bridges) einst verschwand. Zwar muss auch Sam ein böses Computerprogramm daran hindern, mit seinen digitalen Truppen in unsere Realität einzumarschieren, Tron Legacy zeichnet allerdings kein komplett düsteres Bild des Virtuellen. So stellt etwa die der VR entsprungene Quorra (Olivia Wilde) den Schlüssel zur Weiterentwicklung der Menschheit dar.

Das Drehbuch von Tron Legacy ist sicherlich nicht preisverdächtig. Ein Schmaus für Augen und Ohren sind allerdings das tolle Art-Design und der pulsierende Soundtrack von Daft Punk. Smartes Feature der 3D-Version: Die reale Welt ist flach. Erst mit Sams Ankunft auf dem Raster stellt sich der 3D-Effekt ein. Manchmal ist die virtuelle Welt eben doch schöner als die Wirklichkeit.

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Ready Player One (2018)

Zwar können wir noch nicht absehen, wie die Bestseller-Verfilmung Ready Player One diesen April beim Publikum einschlägt, der Film erscheint aber in einer wichtigen Zeit für Virtual Reality. Vielen Leuten ist das Thema inzwischen ein Begriff, die Faszination lässt sich allerdings abseits des Selbsttests nur schwer vermitteln. Kann Ready Player One die breite Masse für VR begeistern oder wird er sie eher verschrecken? Wir sind gespannt, wie Steven Spielberg das Thema für das Kino umsetzt!

Die Geschichte um den jungen Wade Watts (Tye Sheridan), der sich in der virtuellen Welt OASIS auf die Suche nach dem Vermächtnis des Spiele-Entwicklers James Halliday macht, hat auf jeden Fall das Potential zum Kino-Hit. Mehr Infos zu Ready Player One findet ihr auf unserer Themenseite zum Film.

Werft außerdem auch einen Blick auf unsere Übersicht der besten Filmerlebnisse für eure Virtual Reality-Brille.

Wie gefällt euch unsere Filmauswahl zum Thema Virtual Reality? Habt ihr Ergänzungen? Schreibt uns in den Kommentaren!

5 Kommentare

  1. Bei mir war es „Der Rasenmähermann“ der Auslöser gewesen. Gar nicht weil ich den Film so pralle fand oder die Computergrafik so wegweisend wähnte sondern weil ich danach einfach VR-Spiele spielen wollte. Wohlwissend dass die Technologie noch ein Weilchen brauchen wird kaufte ich mir danach den SNES und „Sim City“. Nicht um ähnliche Welten auf der Konsole zu bereisen sondern vorsichtshalber schon um die Steuerung zu lernen, die Spiele an sich zu verstehen, mich im Vorab auf den „VR-Tag“ vor zu bereiten.

    Das es bis dahin 25 Jahre dauern sollte ahnte ich damals freilich nicht aber jetzt habe ich die VR und die ist vieeel besser als ich es nach dem „Rasenmähermann“ für möglich hielt. Die Spiele haben sich seit 1992 zum Teil sehr gut entwickelt und alleine für „Elite: Dangerous“, „Fallout 4 VR“ und „Subnautica“ hat sich meine VR-Reise bereits voll gelohnt.

    Schöne Liste.
    Ein paar filme muss ich wohl nachholen.

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  2. Benjamin Hillmann

    Hi Gregor, danke für dein Feedback und das Teilen deiner „VR-Lebensgeschichte“! Wir sind auch ganz froh, dass wir in technischer Hinsicht den Rasenmähermann inzwischen hinter uns gelassen haben und tolle VR-Welten genießen können.

    Antworten
  3. Super Auflistung, aber „Truman Show“?

    Vielleicht interessant und alle sehenswert, dass ganze kommt von UploadVR. ?
    https://www.youtube.com/watch?v=nuWgo4G-fe0

    >Explore 40 Years of VR In Film<
    World on a Wire (1973)
    Tron (1982)
    Brainstorm (1983)
    Total Recall (1990)
    The Lawnmower Man (1992)
    Mindwarp (1992)
    Disclosure (1994)
    Johnny Mnemonic (1995)
    Virtuosity (1995)
    Hackers (1995)
    Strange Days (1995)
    Lawnmower Man 2 (1996)
    Nirvana (1997)
    Darkdrive (1998)
    eXistenZ (1999)
    The Matrix Trilogy (1999-2003)
    The Thirteenth Floor (1999)
    Avalon (2001)
    Surrogates (2009)
    Inception (2010)
    Tron Legacy (2010)
    Source Code (2011)
    Total Recall (2012)
    The Congress (2013)

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    • Benjamin Hillmann

      Hi SolKutTeR,

      danke für dein Feedback! Die Truman Show findet zwar nicht innerhalb einer Computersimulation statt, aber es geht am Ende ja auch um eine künstliche Form von Realität. Bei Inception aus deiner Liste handelt es sich ja auch nicht um VR im engeren Sinne, sondern um eine andere Wirklichkeit, die unser Gehirn erschafft – nämlich Träume. Das sind alles spannende Denkansätze.

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  4. Hi Benjamin,
    stimmt das ist ein guter Punkt, den hab ich nicht bedacht.

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