Queendoom

HTC Vive Spiele
8

VR-World Rating

9.4

VR-User

Präzisions-Bogenschießen mit Fitness-Faktor

Wave-Shooter in der virtuellen Realität werden langsam etwas öde, oder? Nicht so bei Queendoom: Die Burgverteidigung mit dem Bogen sorgt für richtig spannende Spielstunden.

Das Prinzip von Queendoom ist ziemlich einfach: Wir stehen auf den Mauern einer Burg und müssen das Tor beschützen. Die große Holztür hält nur eine gewisse Menge Schaden aus – und den teilen die anrollenden Fantasy-Monstren mit Nachdruck aus. Das erinnert euch an ein anderes Spiel? Richtig, in der Minispiel-Sammlung The Lab (lest dazu auch unseren Test) gab es das gleiche Prinzip in einer grafisch sehr einfachen Variante.

Übung macht den Meister

Wir starten im Inneren der Burg und können uns erstmal an die Nutzung von Pfeil und Bogen gewöhnen: Mit einer Hand (beziehungsweise einem Bewegungscontroller) greifen wir über unsere Schulter und ziehen so den Bogen oder stecken ihn wahlweise wieder weg. An den herumstehenden Strohpuppen üben wir erstmal zielen, spannen, schießen, treffen. Das haptische Feedback ist wirklich gut gelungen, die Vibrationen der Bewegungs-Controller lassen uns fühlen, wenn der Pfeil beim Auflegen auf das Holz des Bogens trifft und wenn wir spannen. Das sorgt für erhebliche Immersion. Zielen und Treffen funktioniert so, wie man sich das beim Bogenschießen vorstellt, die ballistische Kurve inbegriffen.

Schnelle Hunde, langsame Golems, fliegende Gargoylen: In Queendoom müssen wir sehr schnell und genau schießen. © EP Games

Im Hauptraum der Burg wählen wir am Strategietisch eine von zwei Welten, in den wir spielen können. Im Kampagnenmodus fangen wir in der Standardwelt (normale Welt mit Felsformationen) an: Wenn wir alle sechs Level geschafft haben, schalten wir die Sumpflandschaft frei. In einer glaubwürdigen, düsteren Fantasy-Welt stehen wir auf den Zinnen einer Burg und müssen mehrere Level überstehen, die wiederum in mehrere Angriffswellen aufgeteilt sind. Der Himmel scheint zu brennen und verbreitet mit der rauchgeschwängerten Luft eine apokalyptische Atmosphäre. Und dann rollt die erste Welle an.

Präzision ist alles

Sehr cool: Wir können den Angreifern schon auf große Entfernung einschenken – entsprechende Präzision vorausgesetzt. Das erfordert einiges an Übung und wir werden mit jedem Schuss besser. Irgendwann schaffen wir es zuverlässig, die schnellen Wölfe im Lauf zu erwischen. Langsame Skelettmagier bieten nur eine ganz schmale Trefferfläche und alle Fernkampfeinheiten des Feindes positionieren sich nach einer Attacke neu. Darunter befinden sich auch große, hässliche Tentakelviecher (und andere magiespuckende Monster) die uns selbst aufs Korn nehmen: Unterschiedliche Projektile fliegen entweder in gerader Linie oder wie Artilleriegeschosse in einem großen Bogen auf uns zu.

Schmerz, lass nach!

Werden wir getroffen, kostet uns das Lebenspunkte. Sterben wir, müssen wir das Level nochmal spielen. Wir können gegnerische Attacken allerdings abschießen oder ganz simpel ausweichen – dafür eignen sich auch die Zinnen ganz hervorragend, hinter denen wir knien und uns verschanzen können. Allerdings nimmt der Schwierigkeitsgrad mit jedem Level stark zu, sowohl was die Menge der Monster angeht (darunter auch fliegende Monster, beispielsweise feuerspuckende Gargoylen), als auch deren Stärke: Wenn richtig zähe Golems anrücken, die unser Tor mit wenigen Schlägen zerstören können, dann verfallen wir unwillkürlich in Hektik.

Nach einer Weile fangen unsere Arme an zu schmerzen: Ausdauer und Fitness sind gefragt! © EP Games

Nach einer Weile fangen unsere Arme an zu schmerzen: Ausdauer und Fitness sind gefragt! © EP Games

Und das wirkt sich auch deutlich auf unsere Fitness aus: Nach rund einer halben oder dreiviertel Stunde merken wir die Anstrengung in den Armen. Unsere Zielsicherheit lässt deutlich nach, wenn es anfängt, richtig weh zu tun und wir – kein Witz! – den virtuellen Bogen kaum noch halten können. Deshalb also hatten echte Bogenschützen solche Muskelpakete in den Oberarmen.

Unterstützung anheuern

Doch zum Glück verdienen wir mit jeder Runde Gold. Wie viel, das hängt von unserer Performance – sprich: Zielsicherheit – ab: Wenig verschossene Pfeile oder viele Kopfschüsse bringen Multiplikatoren fürs Einkommen. Dafür können wir uns in der zweiminütigen Pause zwischen den Runden im Shop Unterstützung kaufen. Drei Sorten Soldaten kämpfen mit uns: Wir wählen zwischen Nahkämpfern, Bogenschützen und Magiesupport. Die angeheuerten Soldaten erscheinen vor dem Tor und greifen eigenständig Gegner an. Einerseits machen sie natürlich ihrerseits Schaden, aber vor allem halten sie die Feinde auf und wir können – möglichst zielsicher, bitte! – aufräumen. Unsere Leute leveln mit und werden mit genug Kills zu Veteranen. Allerdings sterben sie auch ganz fix, wenn wir nicht vernünftig schießen. Überlebende Söldner bleiben uns für die nächste Welle erhalten.

Zusätzlich, das heißt wenn wir genug Gold haben, dürfen wir auch weitere Munitionsarten kaufen, beispielsweise Kältepfeile. Die haben einen Flächeneffekt und verlangsamen Monster – was beispielsweise gegen schnelle Belagerungsgolems ein probates Mittel ist. Und wenn wir mal in einer Runde nicht aufgepasst haben, dürfen wir sogar das Tor reparieren. Allerdings ist das extrem teuer, weitere Unterstützung ist danach nicht mehr drin.

Das Tor darf nicht fallen, allerdings können wir mit unseren Pfeilen ebenfalls Schaden daran anrichten. © EP Games

Befriedigend hart

Queendoom ist grafisch nicht der Oberkracher, aber definitiv gut anzusehen (lasst euch nicht von den etwas drögen Screenshots täuschen). Die Animationen der NPCs und Monster könnten besser sein, aber im Eifer des Gefechts haben wir kaum Zeit, auf solche Feinheiten zu achten. Das Bogenverhalten fühlt sich realistisch an und wenn wir nicht treffen, haben wir in der Regel schlecht geschossen. Einzig bei der Auswahl der Pfeilmunition hakt es manchmal etwas mit der Steuerung und wir benötigen mehrere Anläufe. Dann wäre da noch der Schwierigkeitsgrad: Es gibt leider nur einen und der ist wirklich happig! Es ist richtig schwer, manche Wellen zu überstehen, ohne dass unser Tor bald in Einzelteilen herumliegt. Viel hängt auch von unserer Fitness ab, wie lange wir den virtuellen Bogen ruhig hochhalten können. Allerdings ist der Jubel, wenn wir eine besonders harte Welle erledigt haben, umso größer.

Queendoom ist hart. Es fordert unsere Fitness. Wir spielen es lange und wir scheitern oft. Aber das Gefühl, wenn wir eine perfekte Runde hingelegt, wenn wir die Golems kurz vor dem Tor gestoppt, wenn wir trotz zitternder Arme die letzte Horde ausgerottet haben ist großartig. Und nach einer längeren Erholungspause kommen wir immer wieder zurück, um die nächste Herausforderung anzunehmen und eine weitere Welle aufzuhalten.

Queedoom könnt ihr im Steam Store kaufen.

Das ist gut

  • sehr gute Steuerung
  • spannende Level
  • verschiedene Pfeil-Arten
  • Söldner

Das geht besser

  • keine unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade

Fazit

Queendoom ist ein hervorragender Wave-Shooter mit cleveren Zusatzelementen. Die Steuerung ist präzise, das Schießen macht Spaß und wir dürfen Unterstützung anheuern. Darüber hinaus ist der Schwierigkeitsgrad hoch, aber nicht unfair – und viel hängt von unserem Durchhaltevermögen ab.
8

VR-World Rating

Gameplay: 9
Steuerung: 8
Immersion: 9
Grafik: 7
Sound: 7
Umfang: 8

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