Psychonauts in the Rhombus of Ruin

PlayStation VR Spiele
8

VR-World Rating

9.6

VR-User

Verrücktes Abenteuer für Freunde der englischen Sprache

Tim Schafer hat sich mit seinem Team von Double Fine Productions das erste Mal an VR getraut. Das Ergebnis liefert genau das ab, was wir erwarten: ein abgedrehtes Adventure voller humorvoller Dialoge und Rätseleinlagen für PlayStation VR. Leider ist der Spaß viel zu schnell vorbei.

Monkey Island, Day of the Tentacle, Grim Fandango, Psychonauts – die Liste der Spiele, an denen Tim Schafer in seiner Karriere gearbeitet hat, liest sich wie das Who is Who des Adventure-Genres. Entsprechend viele Fans hat der Game Designer aus San Francisco. Und entsprechend hoch waren unsere Erwartungen an sein erstes VR-Spiel Psychonauts in the Rhombus of Ruin.

Auch ohne Vorwissen ein großer Spaß

Das setzt genau da an, wo Psychonauts aus dem Jahr 2005 endete. Darin wollte sich unser Held Raz den Psychonauten anschließen. Das sind Geheimagenten, die mentale Kräfte, sogenannte PSI-Fähigkeiten besitzen. Um diesen Plan herum entspann sich ein aufregendes Abenteuer, an dessem Ende Raz zu einem solchen Agenten wurde.

Gleichzeitig erfuhren er und seine Freunde Lili, Sasha, Milla und Coach Oleander, dass der Anführer der Psychonauts und Lilis Vater Truman Zanotto entführt wurde. Kurzer Hand machen sich Raz und Co. auf den Weg, Truman zu retten. Doch keine Angst, dieses Vorwissen ist nicht zwingend notwendig. Wer die einzelnen Charaktere sind und wie sie zusammenhängen, das erklärt das VR-Abenteuer Schritt für Schritt.

Screenshot von Held Raz im Raumschiff der Psychonauts

Raz und seine Freunde wollen den Anführer der Psychonauts retten.

Entspannt umher teleportieren

Psychonauts in the Rhombus of Ruin startet also damit, dass wir in Raz‘ Gestalt im Raumschiff der Psychonauts erwachen. Dort führt das Spiel uns auch zunächst durch ein kurzes Tutorial, wo wir die grundlegende Steuerung sowie die Fähigkeiten der Charaktere kennen lernen.

Die Steuerung ist generell einfach gehalten. Mit dem PlayStation VR-Headset können wir uns in alle Richtungen umsehen. Frei bewegen können wir uns allerdings nicht.

Dafür müssen wir stets die Kräfte der Charaktere nutzen. Die können sich nämlich in die Köpfe anderer teleportieren, und so springen wir im Verlauf des Spiels stets von einem „Opfer“ zum nächsten. Das können mal unsere Mitstreiter sein, aber auch mal Fische, Ratten oder andere Lebewesen.

Diese Art der Fortbewegung hat den Vorteil, dass keinerlei Gefahr besteht, dass Motion Sickness-Beschwerden auftreten. Gleichzeitig macht es das Abenteuer von Raz und seinen Freunden sehr linear. Wer einmal nicht weiter weiß, der muss sich nur um sich herum umschauen, wo eine neue Figur aufgetaucht ist, denn da geht der Weg mit Sicherheit weiter.

Screenshot des Psychonauts Coach Oleander beim Singen

Coach Oleander rockt die Bühne. Ihn von dort wegzubekommen, ist eines der Rätsel im Spiel.

Praktische, aber temporäre PSI-Fähigkeiten

Die Fähigkeiten von Raz sind später vor allem für die Rätsel wichtig. Da gibt es zum einen Telekinese. Damit können wir die meisten Objekte mit Gedankenkraft durch die Gegend bewegen.

Daneben gibt es eine Art Schuss, der einen Gedankenblitz abfeuert. Und Raz kann mit purer Konzentration Gegenstände in Brand setzen.

Dummerweise verlieren wir alle dieser Tricks, bis auf Telekinese, direkt zu Beginn der Geschichte. Die Spur von Truman Zanotto führt nämlich in den Rhombus des Verderbens, wie der namensgebende Rhombus of Ruin auf Deutsch heißt. Dieser Punkt im Ozean ist dreimal so tödlich wie der Bermuda Dreieck und entsprechend stürzen die Psychonauten mit ihrem Schiff dort ab und alle Charaktere sind quer über den Rhombus verteilt.

Ab diesem Zeitpunkt müssen wir in der Rolle von Raz zunächst alle seine Teammitglieder finden und aus dem Bann der mysteriösen Fischmenschen dort befreien. Erst dann steht die Rettung von Truman wieder an erster Stelle.

Screenshot der halluzinierenden Psychonautin Milla in einem Bus

Milla hat Halluzinationen in einem Bus, den wir erst einmal wieder in Gang bekommen müssen, um sie aus dem Bann zu lösen.

Rätselspaß für Groß und Klein

Mit jedem der gefundenen und befreiten Freunde bekommen wir dafür wieder eine unserer Fähigkeiten zurück. Davor müssen wir aber unsere grauen Zellen anstrengen, denn an jeder Station gibt es eigene Rätseleinlagen zu lösen, um den Hypnosebann zu lösen, unter denen Lili und die anderen stehen.

Die Rätsel sind hier simpel gehalten. Mal müssen wir zum Beispiel in einem Raum voller Kisten diese so lange und richtig verschieben, dass einer der Helden von Tür A zu Tür B gelangen kann.

Dann wiederum finden wir uns in einem Bus wieder, in dem wir das Radio starten müssen, damit die Musik den Bann bricht. Dafür allerdings müssen wir Zitteraale im Motorraum des Buses einfangen, damit diese die Batterie des Gefährts aufladen. Erst dann funktioniert das Radio und, sobald wir die richtige Frequenz kennen, erklingt die Musik.

All diese Rätsel sind für Adventure-Profis sicherlich im Handumdrehen gelöst und der Abspann flimmert in rund zwei Stunden übers VR-Display. Und selbst wer eher selten solche Spiele anfasst, der braucht kaum länger als drei Stunden.

Dafür ist Psychonauts in the Rhombus of Ruin auch für jeden in der Familie geeignet. Das ab 12 Jahren freigegebene Spiel überfordert nämlich auch die jüngeren Spieler nicht, zumindest inhaltlich.

Screenshot des entführten Truman Zanotto

Truman Zanotto wurde entführt (in der Mitte). Ihn zu retten ist das eigentliche Ziel des Spiels.

Tolle Präsentation mit einem großen Manko

Anders mag es leider bei der Präsentation aussehen. Die Sprachausgabe und auch die Untertitel liegen nämlich nur auf Englisch vor. Hier sind die Dialoge zwar hervorragend vertont und auch geschrieben. Wer allerdings nicht allzu gutes Englisch spricht, der sollte sich den Kauf gut überlegen.

Auch grafisch brauchen sich die Psychonauts nicht zu verstecken. Die skurrile Welt voller absurder Charaktere und Lebewesen ist zwar sehr comichaft gestaltet, aber dank der Unreal Engine technisch sauber umgesetzt. Zudem fielen uns beim Test auf der regulären PlayStation 4 auch keinerlei Probleme mit einbrechenden Bildwiederholraten oder ähnlichem auf.

Psychonauts in the Rhombus of Ruin für PlayStation VR gibt es im PlayStation Store.

Das ist gut

  • Abgedrehte und humorvolle Charaktere
  • Sehr gute Sprachausgabe
  • Angenehm umgesetzte Fortbewegung
  • Skurrile Levels
  • Gut umgesetzte Rätsel ...

Das geht besser

  • ... die allerdings nicht allzu anspruchsvoll sind
  • Keine deutsche Sprachausgabe
  • Sehr lineare Inszenierung
  • Für Adventure-Profis viel zu kurz

Fazit

Psychonauts in the Rhombus of Ruin ist als erster Versuch von Entwickler Double Fine Productions, ein klassisches Adventure in VR umzusetzen, durchaus gelungen. Die Geschichte ist abgedreht und witzig erzählt, die Charaktere sind knuffig und die Rätsel nutzen die Möglichkeiten der virtuellen Realität hin und wieder ziemlich gut aus, wobei da definitiv noch Luft nach oben ist. Leider ist das Abenteuer von Raz und seinen Freunden sehr schnell vorbei.
8

VR-World Rating

Gameplay: 8
Steuerung: 9
Immersion: 7
Story: 8
Grafik: 8
Sound: 8
Umfang: 5

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