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Pimax 8K und 5K+ ausprobiert: Das kann die Highend-VR-Brille

Pimax will mit seinen VR-Brillen 5K+ und 8K neue Standards setzen. © Pimax

Die Wartezeit hat ein Ende. In Berlin konnten Backer des Projektes die PIMAX 8K und die neu eingeführte PIMAX 5K+ endlich selbst ausprobieren und sich davon überzeugen, ob die Headsets halten, was im Kickstarter Pitch versprochen wurde. Auch wir waren in Berlin vor Ort und berichten Euch von unseren Eindrücken.

Wie einst Oculus konnte Pimax mit der bis dato erfolgreichsten Kickstarter-Kampagne für VR Headsets rund 4,2 Millionen Dollar von 5946 VR Enthusiasten einsammeln. Dieser Erfolg bescherte Pimax nochmals 15 Millionen Dollar von privaten Investoren aus China, nämlich den Unternehmen O-Film und Tianma Bearing Group Co.

Das zusätzliche Kapital hat dem Unternehmen die Zeit und die Ressourcen verschafft, den Prototyp der Pimax 8k weiterzuentwickeln und die sogenannte „M1“ Version Ende Mai ausgewählten Backern zum Testen zur Verfügung zu stellen. Es folgte eine intensive mehrmonatige Optimierungsphase, so dass Pimax am ersten Septemberwochenende gleich zwei neue Versionen ihrer Headsets präsentieren konnte: eine verbesserte Version der Pimax 5K mit der Bezeichnung 5K+ und die „M2“-Version der Pimax 8K.

VR-Brillen-Backermeeting auf Berliner Art

Wir machten uns am Sonntagnachmittag, den 02.09.2018, auf den Weg, um der Einladung von Pimax in die Räumlichkeiten der Illusion Walk KG zu folgen. Entsprechend der Einladung hatten wir uns schon auf eine streng organisierte Produktpräsentation mit lediglich 10-minütigem Hands-On eingestellt. Doch Pimax überraschte uns nicht nur mit einem zusätzlichen Headset, sondern auch mit einem für ein Technologieunternehmen ungewöhnlich lockerem Event.

Neben Pizza, Bier und diversen nicht alkoholischen Getränken präsentierte Pimax ihre Hardware in entspannter Atmosphäre ohne jegliche zeitliche Einschränkung und für uns natürlich immens wichtig, auch ohne Geheimhaltungsvereinbarung.

So wurden aus den geplanten 30 Minuten ein dreistündiger Aufenthalt währenddessen wir nicht nur immer wieder die beiden Headsets ausprobierten, sondern auch mit dem Pimax CEO Robin Weng über das weitere Vorgehen plaudern konnten.

Das Pimax-Headset in seiner vollen Pracht.. © Pimax

Das Pimax-Headset in seiner vollen Pracht.. © Pimax

Natürlich interessierten wir uns zu allererst für den geplanten Verkaufsstart der Headsets und erfuhren, dass Pimax plant schon Ende September mit der Auslieferung an die Backer zu beginnen. Vorbestellungen sollen ab Oktober möglich sein und im Laufe des ersten Quartals 2019 startet dann der reguläre Verkauf – natürlich nur, wenn alles nach Plan verläuft. Eigentlich sollten die Backer ihre VR-Brillen schon Anfang dieses Jahres in den Händen halten.

Pimax: Optimierung bis zur letzten Minute

Für die Verschiebung des Termins kann Pimax durchaus überzeugende Argumente anbringen, die sich zudem noch mit den Aussagen der Tester wie Marcin Lammi (SweViver) und Sebastian Ang von Mixed Reality TV decken. So wurden für die „M2“ Version noch Verbesserungen an Hard- und Software vorgenommen, um zum Beispiel die am Rand auftretenden Verzerrungen bei großem Sichtfeld jenseits der 140° zu vermindern. Die hierfür notwendigen Algorithmen und Linsenkorrekturprofile werden softwareseitig immer weiter optimiert. Übrigens wird Pimax für ihre Headsets drei verschieden große Sichtfeldweiten (140°, 170° und 200°) anbieten, zwischen denen der Benutzer frei wählen kann.

Ebenfalls verbessert wurde die Performance der Headsets, dennoch wird für das Ausschöpfen des vollen Potentials einer 8K Version wohl mindestens eine Geforce 1080 ti vonnöten sein. Aus diesem Grund gestattet Pimax Backern kostenlos auf das 5K+ Modell der VR-Brille umzusteigen und bei einem Wechsel von der 8k den Mehrwehrt von rund 100$ in die Accessoires für das Headset zu investieren.

Apropos Accessoires, Zusatzmodule wie Eye Tracking, Hand Motion und Wireless werden voraussichtlich Anfang 2019 zur Verfügung stehen.

Tragekomfort und Verarbeitung der Headsets

Beide Headsets basieren auf dem gleichen Gehäuse. Das verwendete Material fühlt sich im Vergleich zur HTC Vive Pro nicht so wertig an, ist dafür aber um einiges leichter. Ein Umstand, der sich sehr positiv auf den Tragekomfort auswirkt.

Die bei dem Anspieltermin verwendete Kopfhalterung gleicht dem der ursprünglichen HTC Vive und ist durch drei Klettverschlüsse individuell einstellbar. Durch das geringe Gewicht wird das Headset aber besser fixiert und sitzt fest aber nicht unangenehm am Kopf, auch bei hektischeren Bewegungen.

Für Kickstarter Backer wird es übrigens eine kostenlose Deluxe Variante geben; Robin Weng konnte mir zudem auf seinem Smartphone eine der PSVR ähnliche Kopfhalterung mit eingebauten Kopfhörern zeigen. Wie sich diese auf den Tragekomfort auswirkt können wir zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht sagen.

Nachdem man die Kopfhalterung auf seine Bedürfnisse eingestellt hat, lassen sich die Headsets bequem und schnell aufsetzen. Die anwesenden Brillenträger waren zudem von dem Platz an den Innenseiten des Headsets angetan. Auch größere Brillen passen bequem unter das Gehäuse.

Das Headset sieht auf den ersten Blick recht mächtig aus, trägt sich aber überraschend angenehm. © Pimax

Das Headset sieht auf den ersten Blick recht mächtig aus, trägt sich aber überraschend angenehm. © Pimax

Auf der Außenseite sind ein An/Ausschalter, ein Kopfhöreranschluss sowie eine Lautstärkeregelung angebracht.

Das Tracking funktioniert einwandfrei über das HTC Lighthouse System 1.0., auch die Controller der Vive können verwendet werden. Die Headsets sind übrigens auch mit den Lighthouse Basisstationen der Version 2.0 kompatibel.

Hohe Display-Auflösung und kaum Fliegengitter

Wir entscheiden uns dafür, die 8k und die 5k+ mit denselben Spielen nacheinander zu testen, um Unterschiede besser herausarbeiten zu können. Zudem sind wir gespannt, ob Pimax die Probleme der Vorgängerversionen in den Griff bekommen hat.

Wir können uns frei aus der umfangreichen Steam Bibliothek des bereitgestellten PCs bedienen und entscheiden uns für die Vanilla Version von Skyrim VR und Elite Dangerous. Zuerst tauchen wir in die Welt von Himmelsrand ein und sind ob der hohen Auflösung schier überwältigt. So klar und deutlich haben wir die Welt von Skyrim noch nie gesehen. Der Fliegengittereffekt ist nur noch wahrnehmbar, wenn man sich angestrengt auf einfarbige, helle Flächen konzentriert. Hierbei ist der Effekt in der 5K+ ein wenig leichter auszumachen als in der Pimax 8K.

Die Bildschärfe der beiden Headsets ist weitaus besser als bei den Geräten der alten Generation und auch gegenüber der HTC Vive Pro haben die beiden VR-Brillen von Pimax die Nase vorn. Die Unterschiede zwischen der 5k+ und der 8k fallen erwartungsgemäß nicht so groß aus und für einige Backer führt hier die 5k+ das Feld an. In den Pimax Foren und auf Reddit wird heiß diskutiert, zu welchem Headset man denn nun greifen soll. Wir raten für die Entscheidungsfindung die finalen Tests abzuwarten.

Im Gegensatz hierzu verfügen beide Modelle über ein absolut fantastisches Schriftbild. Egal aus welcher Entfernung wir auch schauen, die Schrift ist immer knackig scharf. Spiele wie Elite Dangerous profitieren hiervon besonders.

Die Farben und der Schwarzwert der LC-Displays wurde von uns im Vergleich zu den OLEDs anderer Headsets als etwas schlechter empfunden, Pimax versprach aber auch hier noch nachzubessern und zum Beispiel Einstellungen für besonders dunkle Spiele in die Steuerungssoftware zu integrieren.

FOV: Verzerrung oder klares Bild?

Zu den größten Stärken der Pimax Headsets gehört zweifelsohne das große Sichtfeld (FOV) von maximal 200°, dass unter anderem durch die speziell hierfür entwickelten Linsen ermöglicht wird.

Pimax will mit seinen VR-Brillen 5K und 8K neue Standards setzen. © Pimax

Pimax will mit seinen VR-Brillen 5K und 8K neue Standards setzen. © Pimax

Damit einhergehend kommt es aber vor allem im Randbereich des vertikalen FOV zu unschönen Verzerrungen, die das Bild unscharf und verschmiert aussehen lassen.

Abhilfe schaffen hier die eingangs erwähnten Linsenkorrekturprofile, die zwar die Randverzerrungen noch nicht vollständig verschwinden lassen, aber soweit reduzieren, dass wir beim Spielen davon nicht gestört wurden.

Reduziert man den FOV auf 170° oder gar 140° verschwinden die Verzerrungen vollends, natürlich auf Kosten eines Teils des Sichtfeldes.

Performance-Probleme sind uns übrigens nicht aufgefallen, nach Angaben von Weng soll zudem die von Pimax entwickelte „Brainwarp“ Technologie spätestens mit der Auslieferung der beiden Headsets funktionieren.

Pimax: Gemeinsam mit der Community zum Ziel

Wir würden lügen, wenn wir behaupteten, dass wir uns um die Qualität des finalen Produktes keine Sorgen gemacht hätten. Zu widersprüchlich waren die Ersteindrücke und Leaks rund um das Projekt und zu wenig verlässliche Informationen wurden nach außen hin kommuniziert.

Aber Pimax hat seine Hausaufgaben gemacht und viele der Probleme der vorherigen Versionen behoben. Erreicht wurde dies nicht zuletzt durch die enge Zusammenarbeit zwischen Pimax und den ausgewählten Testern sowie dem Input aus der Community.

Wir werden die Headsets natürlich noch in einem ausführlichen Langzeittest auf Herz und Nieren prüfen und euch detailliert über die Leistung unterrichten, sobald uns die finalen Testgeräte zur Verfügung stehen. Die Anspielsession hat uns aber durchaus positiv gestimmt und falls Pimax die versprochenen Verbesserungen noch umsetzen kann, dann wird ein kleines Unternehmen aus China den VR Markt für PC unterstützte Headsets kräftig durchrütteln.

Daher lautet unser vorläufiges Fazit: Bis zum Verkaufsstart im Oktober und der endgültigen Auslieferung für den Endverbraucher Anfang 2019 bleibt Pimax noch ein wenig Zeit, um vor allem Softwareseitig den VR-Brillen den letzten Schliff zu geben, aber schon heute hat uns das riesige Sichtfeld, die hohe Auflösung und Bildschärfe überzeugt.

Eine Übersicht zu allen aktuell relevanten VR-Headsets findet ihr in unserem VR-Kaufberatungs-Guide.

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5 Kommentare

  1. Ihr habt eine gute Zusammenfassung der bisherigen Details geschrieben- Danke dafür -ich freue mich auf die kommende
    Pimax 5K plus und später auf die neuen Controller und ein neues Audio Strap – zumal sich die Preis-Gestaltung zwischen
    600 und 800 Dollar/Euro für die Basis bewegen soll (vorsichtig geschätzt-keine konkrete Information)

    Antworten
  2. Ob Pimax auch noch hätte besser werden können, wenn sie wie bei der StarVR One 2,5 Jahren an den Linsen gearbeitet hätten? Also noch 1,5 Jahre mehr als jetzt…
    Können und werden die nach Erscheinen noch an den Linsen arbeiten, und man kann sich später evtl. mal besseren Ersatz zulegen?
    Das wäre ein Kompromiss.
    Schade wäre aber, wenn das restliche Design der Brille eine Perfektionierung der Linsen nicht mehr zulässt.

    Wie laufen überhaupt 2,5 Jahre Linsenentwicklung ab?!?
    Kann man Linsen heute nicht am PC designen?
    Und müssen die Änderungen „von Hand“ „experimentell“ umgesetzt werden?

    Ich denke da als Laie dass man die Brille in 3D simuliert, dann die menschlichen Augen, und die Linsen werden dann durch durchsimulieren wie Wetter in einem Hochleistungsrechner designt.
    Bis die Strahlengänge von jedem Pixel unverzerrt im simulierten Auge ankommen.
    Aber genau so sollte auch ein Entzerrungsmodell auf Softwarebasis möglich sein.
    Aber Ich würde erst mal versuchen die Linsen zu perfektionieren.
    StarVR One soll es ja auch geschafft haben.
    Ob es helfen könnte deren Brille zu zerlegen?!?
    Über einen Strohmann könnten die sich ja bald eine bestellen.
    Für die Positionierung von Lautsprechern gab es mal „CARA“. Man bildet den Raum inkl. Möbeln nach, und dann verändert die Software nach Durchrechnen (damals je nach Details etc. auch mal Tage) die Position der Lautsprecher.

    Ärgerlich wäre noch, wenn die Controller wirklich erst Q2 21019 geliefert werden.
    Auch wenn man Vive hat. Denn die wollte man ja evtl. komplett verkaufen.
    Aktuell kann man sie zum gleichen Preis verkaufen den man selbst vor evtl. 1,5 Jahren bezahlt hat.
    Wer weiß wie das bei Lieferung der Pimax-Controller aussieht.
    Sogar eine 980Ti kann man vor rund einem Jahr für €275 gekauft haben, und bekäme heute auch noch €275. Und auch diew 1070, welche vergleichbare Leistung bringen soll, kostet wohl gebraucht um €275. Denn scheinbar braucht es ja mindestens dp1.4, und die 980Ti hat nur dp1.2.

    Sollte man auf die 5K wechseln?
    Hat man irgendeinen Vorteil?
    Es gibt Stimmen die ja nicht mal den Unterschied beim „Fliegengitter“ sehen wollen.

    Wenn man später einmal eine „Upgrade-Platine“ kaufen könnte, und so die 8K von 2.5K auf echtes „4K“ (UHD) aufrüsten kann, DAS wäre ein Vorteil.

    Was soll man mit den $100 anfangen?
    Z.B. wenn man schon das Handtracking drin hat.
    Wenn das Funkmodul genau €200 kosten würde, könnte man es zusammen mit dem $100-Gutschein den jeder Backer bekommt kaufen.

    Antworten
    • Benjamin Danneberg

      Das ist das Risiko eines Kickstarter-Backers (bei allen Projekten, nicht bloß Pimax): Es bleiben bis zur finalen Lieferung immer sehr viele Fragen offen. 😉 Wir werden versuchen, Antworten zu finden, wenn wir die Pimax-Versionen in Ruhe testen können.

      Beste Grüße,
      Ben

      Antworten
  3. Respekt! Ich glaube ihr wart die einzige Seite weltweit, die einen vor Ort in Berlin hatte.

    Antworten

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