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Paper Dolls im Test: VR-Horror mit Schockgarantie

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First-Person-Horror ist wie gemacht für die virtuelle Realität, denn unter der VR-Brille fühlen wir uns dem Grauen unmittelbar ausgeliefert. Das hat auch das chinesische Entwickler-Team hinter Paper Dolls verstanden. Aber was taugt das Spuk-Abenteuer darüber hinaus?

Horror-Abenteuer, bei denen nicht Action und Überleben, sondern Atmosphäre und Grusel im Vordergrund stehen, haben sich zu einem beliebten Nischen-Genre entwickelt. Amnesia oder Outlast sind bekannte Vertreter aus dem PC- und Konsolenbereich, mit Titeln wie Layers of Fear: Solitude ist diese Art Spiel auch bereits in der Virtual Reality-Sparte etabliert.

Die starke Immersion von VR-Spielen eignet sich natürlich hervorragend dazu, um uns an einen anderen (unheimlichen) Ort zu versetzen und uns ganz in dessen Stimmung zu hüllen. Entwickler Litchi gelingt das mit Paper Dolls grundsätzlich ganz hervorragend, auch wenn einige Designentscheidungen und Bugs am Gruselspaß kratzen – aber dazu später mehr.

Paper Dolls: VR-Horror auf Chinesisch

Im Spiel schlüpfen wir in die Rolle eines namenlosen Vaters, der alleine in einem verfallenen, chinesischen Anwesen erwacht. Offensichtlich war unser Protagonist und seine Tochter in einen Autounfall verwickelt, letztere ist nun allerdings spurlos verschwunden.

PaperDolls entführt euch in ein finsteres, verwinkeltes Spukhaus. © Beijing Litchi Culture Media Co., Ltd.

PaperDolls entführt uns in ein finsteres, verwinkeltes Spukhaus. © Beijing Litchi Culture Media Co., Ltd.

Zu Beginn verfügen wir nur über eine Taschenlampe, deren Lichtkegel wir durch das staubig-schummrige Foyer des Anwesens schweifen lassen. Die undurchsichtige Dunkelheit gepaart mit dem unheimlichen Musik-Score lässt uns bereits in den ersten Spielminuten die Haare zu Berge stehen.

Auf einer nahen Kommode machen wir schließlich eine Kerze aus, passenderweise liegt auch ein Streichholz nicht weit entfernt. Cool: Das Streichholz entzünden wir, in dem wir es per Bewegungscontroller in eine Hand nehmen, den Trigger gedrückt halten und über eine virtuelle Oberfläche streichen.

Gegenstände wie das Zündholz platzieren wir übrigens in einem auf Knopfdruck einblendbaren Inventar, unsere Taschenlampe hängen wir hingegen mit einer entsprechenden Bewegung an unseren virtuellen Gürtel.

Durch das warme Licht der Kerze fühlen wir uns gleich ein bisschen wohler, aber wir wollen natürlich mehr vom Haus sehen – wenn uns die eigenwillige Steuerung dabei nicht zunächst im Weg stehen würde.

Gewöhnungsbedürftige Trigger-Steuerung

Die Unreal Engine sorgt für eine detaillierte Umgebungsgrafik, von der man aufgrund der Dunkelheit allerdings meistens nicht viel mitbekommt. © Beijing Litchi Culture Media Co., Ltd.

Die Unreal Engine sorgt für detaillierte Umgebungsgrafik, von der man aufgrund der Dunkelheit allerdings meistens nicht viel mitbekommt. © Beijing Litchi Culture Media Co., Ltd.

In Paper Dolls bewegen wir uns nicht wie in anderen VR-Titeln mit den Analogsticks bzw. Touchbads der Controller von Oculus Rift und HTC Vive. Auch Teleportation gehört nicht zum Bewegungs-Repertoire. Stattdessen setzen die Entwickler auf eine sehr ungewöhnliche Variante: Wir bewegen uns mit dem abwechselnden Drücken der beiden Controller-Trigger fort.

So setzen wir „links, rechts, links, rechts“ praktisch immer einen Fuß vor den anderen. Per Doppelklick auf einen der Trigger drehen wir uns ein paar Grad in die entsprechende Richtung, halten wir beide Trigger gleichzeitig gedrückt, machen wir eine schnelle 180 Grad-Drehung.

Zu Beginn fühlt sich diese Input-Methode ein bisschen so an, als würden wir einen Panzer fahren. Nach einer gewissen Lernphase funktioniert die Steuerung aber recht gut und wir spazieren unbeirrt durch die antiken Räume des großen Hauses.

In einigen Steam-Reviews ist die Rede davon, dass das Spiel aufgrund der Steuerung „unspielbar“ sei – dem widersprechen wir vehement. Ja, die Steuerung ist eigenwillig. Ja, es braucht Eingewöhnungszeit. Im Kontext des restlichen Spieldesigns funktioniert das Konzept aber zufriedenstellend.

Die atmosphärischen Echtzeitschatten gehören zu den grafischen Highlights des Spiels © Beijing Litchi Culture Media Co., Ltd.

Die atmosphärischen Echtzeitschatten gehören zu den grafischen Highlights des Spiels. © Beijing Litchi Culture Media Co., Ltd.

Die Entwickler haben zudem bereits bekannt gegeben, dass sie sich bewusst für diese Art von Steuerung entschieden haben und auch zukünftig keine weiteren Optionen hinzufügen werden. Wer den Kauf von Paper Dolls in Betracht zieht, sollte sich dieses Umstandes bewusst sein.

Verdammt, hier spukt es wirklich!

Nach einem Rätsel um einen alten Plattenspieler kommen wir in Besitz eines Schlüssels, durch den uns endlich weitere Teile des Hauses offen stehen. Die Unreal Engine sorgt dabei für sehr stimmungsvolle Kulissen, von denen wir aufgrund der Dunkelheit meistens allerdings nur wenig sehen.

Gerade im Kerzenlicht oder im Schein unserer Taschenlampe beeindrucken uns allerdings die tollen Echtzeitschatten, die Gegenstände auf die alten Holzwände des Anwesens werfen.

In einem der folgenden Räume ist es dann so weit: Nachdem wir ein Dokument aufgelesen haben (das Spiel ist komplett auf Englisch), hören wir plötzlich unheimliche Laute und werden aus dem Dunkel mit Gegenständen beworfen.

Obendrein können wir uns nicht bewegen und machen schließlich vor uns eine schwebende Silhouette aus. Uns packt die nackte Angst und wir sind kurz davor, uns die VR-Brille vom Kopf zu reißen. Aber zum Glück löst sich der Geist in Luft auf.

Nur für hartgesottene Horror-Fans

In Sachen Spannung und Mittendringefühl macht der chinesische Horror-Titel viel richtig – vielleicht sogar ein bisschen zu viel. Denn sogar für abgebrühte Geister- und Monsterjäger ist Paper Dolls ein ganz schön nervenaufreibender Trip.

Was lauert hinter der nächsten Tür? Diese Frage stellen wir uns in PaperDolls andauernd. © Beijing Litchi Culture Media Co., Ltd.

Was lauert hinter der nächsten Tür? Diese Frage stellen wir uns in PaperDolls andauernd. © Beijing Litchi Culture Media Co., Ltd.

Manchmal müssen wir uns geradezu dazu zwingen, die Tür zum nächsten Raum aufzustoßen und den ersten Schritt zu wagen. Neben der eigenwilligen Steuerung gibt es allerdings noch andere Faktoren, die den Spielspaß trüben.

Wir können beispielsweise keine Gegenstände aus unserem Inventar ablegen, selbst wenn dieses voll ist. Zudem ist das Speichern nur an spärlich verteilten Räucherstäbchen möglich. Obendrein hatten wir mit der Oculus Rift an einer Stelle mit schwerwiegenden Grafik-Bugs zu kämpfen, die ein Weiterkommen praktisch unmöglich machten.

Gerade aus letzterem Grund können wir aktuell keine uneingeschränkte Kaufempfehlung für Paper Dolls aussprechen, sofern Entwickler Litchi nicht noch entsprechende Patches nachschiebt. Eine PlayStation VR-Version soll übrigens noch 2018 erscheinen.

Fazit:

Paper Dolls ist ein unglaublich intensives Gruselabenteuer, das viele VR-Nutzer an den Rand des Aushaltbaren treiben könnte. Die ungewöhnlich Steuerung schreckt allerdings viele Spieler ab, bevor diese überhaupt dem ersten Geist begegnet sind. Durchhalten lohnt sich zwar, aktuell können auch wir das Spiel aufgrund von Bugs in der Rift-Version nur eingeschränkt empfehlen.

Paper Dolls könnte euch gefallen, wenn ihr

  • euch gerne bis ins Mark gruselt
  • auf asiatische Horrorszenarien steht
  • neuen Steuerungskonzepten gegenüber aufgeschlossen seid
  • bereits Spaß mit Titeln wie Layers of Fear: Solitude hattet

PaperDolls ist wahrscheinlich nichts für euch, wenn ihr:

  • schon bei Zombie-Shootern Angst bekommt
  • nicht auf Rätsellösen und Schlüsselsuche steht
  • euch eine Vielzahl an Steuerungsvarianten wünscht
  • mit dem langsamen Spielablauf nichts anfangen könnt

Paper Dolls ist aktuell für folgende VR-Headsets erhältlich:

  • für HTC Vive und Oculus Rift via Steam.

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