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Oculus: Große Pläne und Neuausrichtung 2018 – Was wird aus der Rift?

Oculus Go bietet viele Film- und Fernsehangebote in VR.

Was macht eigentlich Oculus? Während HTC fleißig neue Hardware ankündigt und Pimax den 4K-VR-Hypetrain befeuert, halten sich die Kalifornier weitgehend bedeckt. Jetzt gibt es neue Hinweise darauf, das Oculus  keineswegs in den Winterschlaf gefallen ist.

Oculus ist traditionell nicht der gesprächigste Hersteller von VR-Hard- und Software. Daher gilt es, manchmal zwischen den Zeilen zu lesen, um eine Idee davon zu bekommen, was das Unternehmen plant. Manchmal äußert sich aber auch ein hochrangiger Oculus-Mitarbeiter, sei es in einem Interview oder ganz unverhofft. Jetzt gibt es für alle drei Fälle neue Beispiele.

Personaloffensive bei Oculus

Mit Facebook hat Oculus seit 2014 einen äußerst potenten Geldgeber hinter sich. Allerdings ist das VR-Unternehmen für den Social Media-Giganten aktuell wahrscheinlich ein Verlustgeschäft, und es ist nicht wirklich transparent, was Facebook mit Oculus vorhat.

Trotzdem scheinen Zuckerberg & Co. den Glauben an Virtual Reality nicht verloren zu haben, ganz im Gegenteil: Facebook investiert weiter in die Zukunftstechnologie. Konkret heißt das, das Oculus 2018 offensichtlich wachsen soll. Aktuell hat das Unternehmen weit über 400 offene Stellen ausgeschrieben, laut RoadToVR sind das etwa doppelt so viele wie noch im November 2017.

Über 100 Jobangebote entfallen dabei auf die Bereiche Forschung und Hardwareentwicklung. Ist das vielleicht ein Zeichen dafür, dass die Arbeit an einem Oculus Rift-Nachfolger langsam in die heiße Phase geht? Möglich ist aber auch, dass Facebook Oculus breiter aufstellen möchte. Im neuen Recruiting-Video tauchen nämlich auch einige Mitarbeiter auf, die an Augmented Reality-Projekten arbeiten.

Oculus 2018: Tritt Gaming in den Hintergrund?

Bis Endnutzer in den Genuss von Produkten kommen, die von diesem zukünftigen Personal mitentwickelt wurden, dürfte auf jeden Fall noch einige Zeit ins Land gehen. Doch auch was die kurzfristige Zukunft von Oculus angeht, gibt es Neuigkeiten. Mit Oculus Go kommt 2018 ein VR-Headset auf den Markt, das klar den Mainstream im Visier hat. Damit das Gerät zum Erfolg wird, müssen aber nicht nur Preis und Handhabung auf Alltagsnutzer zugeschnitten sein, sondern auch die Inhalte.

Oculus Go: Die Zielgruppe schließt auch Nicht-Gamer ein.

Oculus Go: Die Zielgruppe schließt auch Nicht-Gamer ein.

Es ist also notwendig, dass genügend hochwertiger Nicht-Gaming-Content für Oculus Go verfügbar ist. Dass Oculus an einem breiten Angebot abseits von VR-Spielen arbeitet, war zum Beispiel auf dem Sundance Film-Festival zu sehen. Dort stellten die Kalifornier fünf vielversprechende VR-Projekte vor. Am Rande des Festivals sprach Colum Slevin, seines Zeichens Head of Experiences bei Oculus darüber, zukünftig verstärkt auf neuartige VR-Erfahrungen zu setzen:

Wir schauen uns genau an, welche Projekte wir finanziell direkt unterstützen. (…) Wir möchten die gesamte VR-Szene auf ein neues Level heben, und dafür sind verschiedene Herangehensweisen wichtig. Denn es gibt nicht den einen richtigen Stil, Ton oder technischen Ansatz, der VR den Durchbruch bringen wird. Der Weg zum Erfolg führt über gemischte Ansätze, über viele verschiedenartige Erfahrungen.

Spheres ist einer der fünf VR-Titel, die Oculus auf dem Sundance-Festival zeigte.

Spheres ist einer der fünf VR-Titel, die Oculus auf dem Sundance-Festival zeigte.

Dazu passt, das Oculus in Zukunft weniger auf Inhouse-Projekte setzt und im Content-Bereich stattdessen andere Entwickler fördern will. Das durchaus erfolgreiche Oculus Story-Studio wurde geschlossen und mit Oculus Start ein Support-Programm für junge VR-Entwicklerteams ins Leben gerufen.

Oculus Rift auf dem Abstellgleis?

Bei all dem stellt sich auch die Frage, wie sich die Neuausrichtung auf Oculus Rift auswirkt. Auf den ersten Blick scheint es fast so, als würde Oculus seinem einstigen (?) Vorzeigeprodukt keine Aufmerksamkeit mehr zukommen lassen. Weder die Personaloffensive noch die Abkehr vom Gaming-Fokus dürften schließlich Nutzern des 2016 erschienenen Headsets direkt zugute kommen.

Dass Facebook jetzt seine VR-Anwendung Facebook Spaces auch für HTC Vive-Nutzer geöffnet hat, könnte man ebenfalls so interpretieren, dass Facebook und Oculus nicht mehr auf die Rift setzen. Diese Vermutung stellte auch VRFocus an, worauf sich überraschend Oculus‘ VP of Content Jason Rubin via Twitter zu Wort meldete:

Rubin stellt klar, dass die Rift nach wie vor höchste Priorität bei Oculus genießt. Außerdem verrät er, dass sein Team aktuell an mehreren Multimillionen-Dollar-Titeln für das VR-Headset arbeitet. Er sagt auch, dass diese Projekte Oculus‘ bislang größte Investitionen in diesem Bereich seien. Außerdem sei Facebook Spaces von Anfang an als Cross-Plattform-Anwendung konzipiert worden.

Oculus Rift-Besitzer dürfen also getrost durchatmen, auch in Zukunft wird es weiter neue Inhalte für das aktuelle High End-Headset von Oculus geben. Was das Unternehmen 2018 noch so vor hat, erfahrt ihr in unserer Oculus-Vorschau für dieses Jahr.

Wie bewertet ihr die Neuigkeiten rund um Oculus? Freut ihr euch darüber, das Facebook weiter an VR glaubt oder seht ihr die Neuausrichtung hin zu Nicht-Gaming-Inhalten kritisch? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!

6 Kommentare

  1. Hallo

    Wann kommt die Oculus GO den in den Deutschen Handel
    ?

    Mfg Kai

    Antworten
    • Oliver Schmiedchen

      Hi Kai,
      einen genauen Termin gibt es bisher noch nicht. Auf der Oculus-Website ist die Rede von „Frühjahr 2018“. Sobald wir mehr wissen, berichten wir natürlich darüber!

      Viele Grüße,
      Oli

      Antworten
  2. Mich würde auch interessieren, welche Anschlüsse di Go hat. Kann man Usb sticks anschließen um eigene videos zu sehen,…
    Wie sieht es mit den Dioptrien für Brillenträger aus?
    Wie groß ist die projezierte Leinwand?

    Antworten
    • Oliver Schmiedchen

      Hi Christian,
      einen USB-Anschluss hat die Go unseres Wissens nach nicht und auch keine Linsen, bei denen man die Dioptrien einstellen kann. Man wird allerdings ähnlich wie bei Rift, Vive oder Gear VR das Headset auch über einer ganz normalen Brille tragen können (falls die nicht riesig groß ist). Zum Thema „Leinwand“: VR ist mehr als nur eine „virtuelle Leinwand“, speziell für VR produzierte Filme, Spiele und sonstige Erfahrungen versetzen dich mitten in eine dreidimensionale Welt hinein (inklusive Tiefenwahrnehmung). Für aktuelle VR-Brillen gibt es aber auch Apps (z.B. Bigscreen), mit denen man 2D-Inhalte auf einer virtuellen Leinwand schauen kann – wie groß die ist, kann man sich da selbst einstellen.

      Gruß,
      Oli

      Antworten
  3. Danke Oli für die rasche Antwort.
    Ich fände es aber sehr schade, wenn man eigene Inhalte und Videos nicht in der Oculus Go anschauen könnte und nur über wlan wird es mit der Übertragung schwierig, besonders bei 4k Aufnahmen.
    Die Dioptriden sollte man schon einstellen können, das schaffen ja sogar schon vr brillen mit 20 bis 30 euro.
    Bin trotzdem sehr gespannt und werde sie mir sicher zulegen.

    Antworten
    • Oliver Schmiedchen

      Ja, das mit den Dioptien wäre natürlich praktisch. Darauf, ob sich das Gerät bequem mit einer Brille tragen lässt, werden wir natürlich in unserem Test eingehen 🙂 Und vielleicht baut Oculus ja doch eine Möglichkeit ein, eigene Inhalte zu schauen, das wäre jedenfalls ein großes Plus.

      Antworten

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