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Kona VR im Test: Allein im virtuellen Schneegestöber

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Vor rund zwei Jahren veröffentlichte Entwickler Parobole das Surivial-Abenteuer Kona, das uns als Detektiv in einen abgelegenen Teil der kanadischen Provinz Quebec führt. Nun ist ein offizielles VR-Update erschienen, dank dem wir den atmosphärischen Titel noch einmal unter die Lupe nehmen.

In Kona VR schlüpfen wir in die Rolle von Kriegsveteran und Privatdetektiv Carl Faubert. Diesen verschlägt es im Kanada der 1970er Jahre in eine entlegene Waldregion von Quebec. Carls Auftraggeber ist der Großindustrielle Hamilton, der Mitglieder des örtlichen Indianerstammes beschuldigt, in seine Sommerresidenz am Atamipek-See eingebrochen zu sein.

Zu Beginn unseres Abenteuers werden wir allerdings nicht nur von einem Autounfall, sondern auch von einem Schneesturm überrascht, der unsere Ermittlungen zum eiskalten Überlebenskampf eskalieren lässt.

Abseits ausgetretener Adventure-Pfade

Kona sammelt von Beginn an Pluspunkte durch sein spezifisches und von der lokalen kanadischen Kultur geprägtes Setting. Das kommt nicht von ungefähr, den Entwickler Parobole ist selbst in der Quebec-Provinz beheimatet.

In Kona VR erforschen wir die kanadische Wildnis. © Parabole

In Kona VR erforschen wir die kanadische Wildnis. © Parabole

Wer sich Zeit lässt und die auffindbaren Dokumente und Hinweise studiert, erfährt einiges über das Verhältnis zwischen den kanadischen Ureinwohnern und den Nachfahren der europäischen Siedler, außerdem wie sich Industrialisierung und Nachkriegszeit auf das Land ausgewirkt haben.

Aber nicht nur der erzählerische Rahmen ist ungewöhnlich, sondern auch die Kombination verschiedener Genre-Elemente. Kona erinnert auf den ersten Blick an atmosphärische First-Person-Adventures wie Firewatch, bietet im Gegensatz zu vielen Genre-Vertretern aber eine weitläufige, offene Spielwelt, in der es jede Menge zu entdecken gibt.

Obendrein machen uns ständige Kälte und wildes Getier das Leben schwer, weswegen Carls einsame Reise obendrein waschechte Survival-Mechaniken aufweist.

Open World meets Point-and-Click

Zu Beginn des Abenteuers müssen wir uns selber verarzten und einen warmen Unterschlupf finden. Um in einer verlassenen Jagdhütte ein Ofenfeuer zu entfachen, braucht es deshalb verschiedene Gegenstände wie Streichhölzer, Anzünder und Feuerholz, die wir zuvor erst einmal finden müssen.

Die Spielwelt ist weitläufig und bietet viel zum Entdecken. © Parabole

Nachdem wir unser Auto wieder flott gemacht haben, machen wir uns auf durch den Schneesturm, um uns mit unserem Auftraggeber zu treffen. Am örtlichen Gemischtwarenladen stellen wir allerdings fest, dass wir wohl auf uns alleine gestellt bleiben.

Hier werden wir auch mit den ersten größeren Rätsel konfrontiert, die zum Teil allein durch die Weitläufigkeit der Areale gar nicht so leicht zu lösen sind. Obendrein erschwert in der Virtual Reality-Version das Interface in Kombination mit den Bewegungscontrollern das Rätselraten.

Im Gegensatz zu anderen Adventures leuchten interaktive Objekte in Kona VR nicht etwa auf, wenn ihr sie benutzen könnt. Stattdessen erscheint ein kleiner weißer Punkt vor ihnen und das auch nur, wenn ihr mit dem Bewegungscontroller darauf zeigt.

Das führt wiederum dazu, dass wir mit dem Pointer ähnlich wie mit der Maus in einem klassischen Point-and-Click-Adventure praktisch immer über alle Oberflächen gleiten müssen, um wichtige Objekte ausfindig zu machen – wenig intuitiv für einen VR-Titel. Hier hätten wir uns eine bessere Anpassung an das Spielen in der virtuellen Realität gewünscht.

Wenn euch nicht gerade ein Wolf oder etwas Schlimmeres an den Kragen will, ist die Spielwelt geradezu idyllisch. © Parabole

Wenn euch nicht gerade ein Wolf oder etwas Schlimmeres an den Kragen will, ist die Spielwelt geradezu idyllisch. © Parabole

Die Nadel im Schneehaufen

Kona gibt uns keine gerade Linie vor, was die Erforschung der Region rund um den Atamipek-See angeht. Das sorgt einerseits für ein großes Freiheitsgefühl, kann anderseits aber auch frustrieren, wenn wir uns wortwörtlich in der weißen Wildnis verlieren.

„Muss ich hier jetzt noch was machen bzw. gibt es hier noch was zu entdecken?“ sind Fragen, die wir uns einige Male während des Spielverlaufs stellen. Immerhin weist uns Carl beim verfrühten Verlassen eines handlungsrelevanten Schauplatzes darauf hin, dass es dort noch etwas zu entdecken gibt.

Finden müssen wir Schlüsselgegenstände und -dokumente aber komplett allein. Missions-Marker oder ähnliche Orientierungshilfen gibt es in der Welt von Kona nämlich nicht. Survival-Puristen freut das, Gelegenheits-Abenteurer gehen hingegen eventuell schnell im Wald verloren. Immerhin gibt es aber deutsche Texte und Untertitel.

Für weite Distanzen steht euch zu Beginn ein Auto sowie später ein Schneemobil zur Verfügung. © Parabole

Für weite Distanzen steht euch zu Beginn ein Auto, später sogar ein Schneemobil zur Verfügung. © Parabole

Action nimmt im Spiel übrigens eine sehr untergeordnete Rolle ein. Wir können uns zwar mit Äxten und Schusswaffen gegen Wölfe und Co. wehren, unser größter Feind bleibt allerdings die Kälte selbst. Um gegen diese nicht zu unterliegen, müssen wir uns regelmäßig an Feuerstellen wärmen, die gleichzeitig als Speicherpunkte dienen.

Kona VR: Schön, aber mit Kanten

Kona ist in VR ein sehr stimmungsvolle Erfahrung. Von einem Hochstand aus über Baumwipfel zu blicken, die vom Blizzard hin und her gepeitscht werden, ist ein tolles Gefühl. Dass die Grafik insgesamt etwas polygonarm ist, können wir deswegen verschmerzen.

Leider hinterlässt das abrupte Ende aber einen etwas faden Nachgeschmack. Das Finale ist weder in spielerischer noch in inhaltlicher Hinsicht eine runde Sache und wirkte auf uns eher wie ein Abbruch als ein Abschluss.

Besonders lobenswert ist hingegen, dass die VR-Variante von Kona als günstiges Update für die Standard-Version erhältlich ist. Besitzer des Originalspiels zahlen aktuell für den VR-DLC nur 5,99 Euro. Erstmalige Spieler greifen hingegen direkt zum Bundle-Angebot.

Fazit:

Kona war bereits in der Ursprungsversion ein interessanter Genre-Cocktail aus Surivival-Horror und klassischem Adventure – mit dem neuen VR-Update gewinnt es sogar zusätzlich an Atmosphäre. Gleichzeitig sorgen aber einige nicht ideal umgesetzte Elemente für Frust. Kona VR schrammt so leider knapp daran vorbei, mehr als ein „nur“ gutes VR-Abenteuer zu sein.

Kona VR könnte euch gefallen, wenn ihr

  • auf atmosphärische Adventures steht
  • Survival-Mechaniken nicht abgeneigt seid
  • gerne auf Erkundungstour geht

Kona VR ist wahrscheinlich nichts für euch, wenn ihr

  • gerne an die Hand genommen werdet
  • bei Rätseln schnell aufgebt
  • brachiale VR-Action erwartet

Kona VR ist für folgende VR-Headsets erhältlich:

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