Killing Floor: Incursion

Oculus Rift Spiele
8

VR-World Rating

Robo Recall: Left 4 Dead Edition

Killing Floor: Incursion bringt den beliebten Koop-Shooter in die virtuelle Realität, vergisst dabei das Zusammenspielen nicht und macht auch sonst vieles richtig, was manch anderes VR-Spiel nicht direkt auf die Reihe bekommt.

Dabei bleibt die Prämisse des Shooters gleich: Ihr stampft durch ein Level, schnetzelt alle ZEDs nieder, so heißen die Zombie-ähnlichen Mutanten in Killing Floor, bis ihr auf den Endgegner trefft. Doch so ähnlich sich das Gameplay auch anhört, so unterschiedlich fühlt sich der VR-Ableger Killing Floor: Incursion im Vergleich zu seinen 2D-Bildschirm-Vorgängern an.

Alles, was wehtut

Das liegt vor allem an der Oculus Rift und den Touch-Controllern. Wie bei Robo Recall besitzt ihr an eurem virtuellen Körper Holster für eure Waffen und Granaten. Zusätzlich klemmt noch eine Taschenlampe an eurer Brust, die ihr zum Ausleuchten von dunklen Ecken braucht und mit deren alternativen Modus ihr fehlerhaften Code aufspürt.

Ihr habt je zwei Holster an euren Hüften und an eurem Rücken. Über den Grip-Button der Touch-Controller und mit einer gezielten Bewegung greift ihr nach euren Waffen, mit Betätigen des Triggers schießt ihr. Wie auch bei den Nicht-VR-Titeln der Killing Floor-Reihe verstehen die Entwickler, wie sie ein gutes Waffengefühl erstellen können. Gerade die zweihändigen Waffen wie die Pump-Action-Shotgun machen viel Spaß, da ihr durch die Bewegungsabläufe tiefer ins Spiel gezogen werdet.

Zwei Hände, zwei Waffen. Am Handgelenk der rechten Hand seht ihr euren Lebensbalken.

Noch mehr Spaß, aber in Verbindung mit einer höheren körperlichen Anstrengung, machen die Nahkampfwaffen. Sich mit Axt, Schwert oder Messer durch die Mutantenhorden zu hacken, erzeugt ein ganz spezielles Mittendrin-Gefühl, das stellenweise Züge von Superhot VR annimmt, wenn ihr von ZEDs umringt seid und euch mit wilden Attacken verteidigt.

Trainingsprogramm mit Story

In Killing Floor: Incursion verkörpert ihr einen Horzine Security Force Soldaten, der sich nach schweren Verletzungen im Rehabilitationsprogramm befindet, um wieder einsatzbereit zu werden. Dazu absolviert ihr nicht nur ein umfangreiches Tutorial, dass euch in die Mechaniken von Killing Floor: Incursion einführt, sondern durchlauft ebenfalls das gesamte virtuelle Trainingsprogramm der Security.

Allerdings läuft im Trainingsprogramm alles etwas anders ab als gewöhnlich. Das erklärt euch zumindest eure KI-Begleiter-Drone, die euch durch die Missionen und Level führt. Angeblich bevölkern wesentlich mehr ZEDs das virtuelle Trainingsprogramm und überall sind schadhafte Programmviren, die ihr finden und beseitigen müsst. Insgesamt ist die Geschichte von Killing Floor: Incursion gut mit dem Gameplay verwoben und kaschiert den Wave-Shooter-Charakter, in dem ihr immer wieder kleine Puzzleaufgaben erledigen müsst, während ihr euch gegen die ZEDs behauptet.

Im verlassenen, düsteren Farmhaus kommen die Mutanten aus allen Ecken gekrochen.

Die einzelnen Schauplätze besitzen alle ihre ganz eigene Atmosphäre. Wenn ihr durch einen dunklen Wald in ein verlassenes, heruntergekommenes Farmhaus lauft, fühlt es sich anders an, als wenn ihr wie Touristen durch fiktiv-historische Katakomben schlendert. Grafik und Sound leisten hier ihr übriges: Die ZEDs sehen  schrecklich gut aus – vor allem, wenn sie euch ins Gesicht springen – und auch die Umgebungen bestechen durch viele kleine Details und schöne Texturen.

Bewegungsfreiheit für Jedermann

Standardmäßig teleportiert ihr euch durch die Level von Killing Floor: Incursion. Dabei ruft ihr über den linken Analog-Stick die Ziel-Visualisierung auf, um zu bestimmen, wohin euch eure Teleportation bringen soll. Gleichzeitig bestimmt ihr über die Rotation des Analog-Sticks, in welche Richtung ihr am Zielpunkt schauen wollt. Um Motion Sickness vorzubeugen, erlaubt euch das Spiel nicht, mehreren weite Teleportationen hintereinander vorzunehmen. Nach einer Teleportation müsst ihr etwas warten, bis ihr euch wieder über eine größere Strecke teleportieren dürft. Gerade bei Bossgegnern und im Eifer des Gefechts frustriert diese Einschränkung stark, da ihr lange braucht, um an neue Munition oder ein helfendes Medi-Kit zu kommen.

Anders als Zombies sind die Mutanten agil und flink. Manche ZEDs springen euch sogar entgegen.

Im Options-Menü erlaubt euch Killing Floor: Incursion, eine freie Fortbewegungsmechanik als Alternative zur Teleportation zu aktivieren. Dabei bewegt ihr euch frei über den linken Analog-Stick durch die Level. Ihr könnt seitwärts- und rückwärtslaufen, während ihr euch frei umseht. Lauft ihr allerdings vorwärts bestimmt euer Blick die Laufrichtung. So navigiert ihr mühelos durch die Level. Über den rechten Analog-Stick dreht ihr euch schrittweise nach links oder rechts. Das funktioniert auch bei der Fortbewegung über Teleportation.

Die Entwickler haben die freie Fortbewegungsmechanik als „experimentell“ angegeben, da sie möglicherweise stärker Motion Sickness hervorruft als die Fortbewegung per Teleportation. Ein weiterer Grund liegt aber darin, dass nicht alle Level komplett für die freie Fortbewegung angepasst sind. Im zweiten Level beispielweise, den Katakomben, kommt ihr nur per Teleportation über eine zerstörte Brücke.

Mehr Spaß im Koop-Modus

Angelehnt an das Hauptspiel besitzt Killing Floor: Incursion natürlich einen Koop-Modus. Hier schnetzelt und schießt ihr euch gemeinsam durch die Mutantenmassen. Die Level bleiben dabei gleich, lediglich findet ihr bestimmte Waffen jetzt zwei Mal, damit niemand leer ausgehen muss. Über das eingebaute Mikrofon der Oculus Rift kommuniziert ihr problemlos mit eurem Koop-Partner, der leider nur aus einer schwebenden Weste, Helm und Waffen besteht. Es wird kein generisches Gesicht angezeigt oder der Oculus-Avatar verwendet.

Bossgegner sind in Killing Floor: Incursion besonders harte Brocken. Da lohnt es sich, zu zweit unterwegs zu sein.

Trotz Gesichtslosigkeit macht Killing Floor: Incursion gemeinsam mit einem Freund noch ein Quäntchen mehr Spaß. Gerade die späteren Level verlangen von euch eine stärkere Zusammenarbeit und Absprache, um gegen die ZED-Angriffe bestehen zu können. Zudem belebt ihr euren Koop-Partner wieder, wenn er oder sie doch einmal von den Mutanten überwältigt wurde. In puncto Nervenkitzel und Adrenalinschübe übertrumpft der Koop-Modus das Solo-Erlebnis in jeder Hinsicht.

Ihr findet Killing Floor: Incursion für die Oculus Rift im offiziellen Oculus Store.

Das ist gut

  • Sieht wunderschön aus
  • Verschiedene Fortbewegungsmethoden
  • Abwechslungsreicher Mix aus Schnetzeln und Erkunden

Das geht besser

  • Freie Fortbewegung klappt nicht überall

Fazit

In Killing Floor: Incursion vereint Entwickler Tripwire die Stärken der Spielereihe mit denen von VR. Wenn ich schon leicht angespannt durch die in dem Moment viel zu ruhigen Level gelaufen bin und dann von einer Welle unterschiedlichster ZEDs umringt werden, dann gibt es kein besseres Gefühl, als die Axt von meiner Schulter zu ziehen und die fehlgeschlagenen Klon-Experimente wortwörtlich einen Kopf kürzer zu machen. Das Waffenhandling ist großartig und macht zusammen mit dem sehr guten Trefferfeedback ziemlich viel Spaß. Tief im Innersten ist Killing Floor: Incursion zwar ein Wave-Shooter, der mich von einem Ort an dem ich ZEDs töte zum nächsten schickt, das aber gekonnt mit Such- und Rätselaufgaben verbindet, so dass es mir fast gar nicht mehr auffällt. Als Fan von Superhot VR und Robo Recall kann ich den VR-Ableger der Killing Floor-Reihe nur empfehlen.
8

VR-World Rating

Gameplay: 9
Grafik: 9
Sound: 9
Immersion: 8
Umfang: 6
Story: 7
Steuerung: 8

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