Invisible

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7

VR-World Rating

7.2

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Die raue Nähe der Unsichtbarkeit

Direkt zum Fazit

Eine reiche New Yoker Unternehmerfamilie. Ein Tod. Ein Erbe. Und ein Geheimnis, das missbraucht zu werden droht.

Die Familie Ashland führt ein erfolgreiches Unternehmen in New York. Was die Menschen jedoch nicht wissen: Einige Familienmitglieder haben ein Geheimnis, das maßgeblich an diesem Erfolg beteiligt ist. Sie können sich nämlich komplett unsichtbar machen.

Diese Gabe wird mit dem Tod des Firmenchefs, dem Großvater von Tatiana Ashland, zu einem Problem. Denn Gordon Ashland, Tatianas Großonkel, will die Unsichtbarkeit zu seinem eigenen Vorteil nutzen und die Firma in seinen Besitz bringen. Dazu versucht er einer Cousine der Familie habhaft zu werden, die kurz vor der Niederkunft steht und deren Kind die Unsichtbarkeitsgene in sich trägt. Tatiana, die auf Haiti eine Organisation für Entwicklungshilfe leitet, muss eingreifen.

Volle 360 Grad, coole Tricks

Die fünf Episoden umfassende Mini-Serie ist mit vollem 360-Grad-Radius gedreht worden. Bis auf die Szenen, in denen die Unsichtbarkeit zum Tragen kommt, wurden keine Special Effects benutzt: Es handelt sich hierbei um eine völlig in der Realität gedrehte Serie. Doug Liman (The Bourne Identity, Edge of Tomorrow) inszeniert die Geschichte simpel, aber mit kleinen, teilweise beeindruckenden Tricks.

So bekommt Tatiana beispielsweise eine Video-Nachricht aufs Smartphone, die wir als 2D-Einblendung sehen, während der Hintergrund langsam in die nächste Szene wechselt. Ebenfalls sehr cool: Von einer Straßenecke aus können wir rechts beobachten, wie Tatiana über die Feuerleiter aus einer Wohnung flieht, während wir links mit dem Auto ankommende Häscher sehen, die aussteigen und in der Haustür verschwinden.

Auf Tuchfühlung mit den Schauspielern: Die direkte Nähe zu den Schauspielern fühlt sich real an, ungefiltert.

Wo wir hinschauen, ist uns selbst überlassen. Diese totale Freiheit sorgt natürlich dafür, dass man sich die Serie mehrmals ansehen kann: Wir können jedes Mal neue Details ausmachen. Gleichzeitig entgeht uns die Handlung nicht, die agierenden Schauspieler sind fast immer so eingebunden, dass sie im Bereich des natürlichen Interesses stehen. Nur selten liegen wir mit unserem Fokus daneben, manchmal sind die Schnitte auch einfach etwas zu schnell.

Zu nah dran?

Schnellere Kamerafahrten sind sehr gut verträglich, ja, wir hätten uns sogar noch mehr davon gewünscht, denn das Mittendrin-Gefühl ist unbeschreiblich. Überhaupt ist es ein tolles Gefühl, nicht vor einem Monitor zu sitzen, sondern direkt dabei zu sein. Allerdings verändert sich die Wahrnehmung erheblich:

Während Kino auf der großen Leinwand immer eine gewisse Distanz wahrt, können die Schauspieler und die Szenerie in Invisible sich nicht verstecken: Alles ist direkt zum Greifen nah, wir sehen alles, wir hören alles. Das sorgt für ein unglaublich reales Gefühl – wir haben nicht den Eindruck, in einem Film zu sein, sondern etwas zu beobachten, was gerade wirklich stattfindet.

Die Rundumsicht bringt ganz neue Herausforderungen für Filme mit sich. © 30 Ninjas

Die Rundumsicht bringt ganz neue Herausforderungen für Filme mit sich.

Das birgt natürlich das Problem, dass es sich auch schnell anfühlen kann wie ein Streifen von einem Amateurfilmer: Roh, ungeschliffen, extrem direkt. Invisible schafft es aber, eine gewisse Professionalität zu transportieren. Gleichwohl ist diese Serie nicht perfekt.

Die Schauspieler sind zwar gut, aber die Story hat dicke Logiklöcher, endet unbefriedigend offen (war da mal eine zweite Staffel geplant?) und weist teilweise ziemlich große Sprünge zwischen den einzelnen Szenen auf. Mehr Zeit und mehr Ausarbeitung hätte an manchen Stellen vielleicht gut getan.

Die VR-Serie Invisible könnt ihr euch kostenlos über die VR-App Jaunt VR ansehen. Die App bekommt ihr auf Viveport, Steam, im Oculus Store und im Google Store.

Das ist gut

  • Spannung durch Nähe
  • Überwiegend gute Kamerapositionierung - und führung
  • Gut gemachte Unsichtbarkeitseffekte
  • Ordentliche Actionszenen
  • Gute Schauspieler

Das geht besser

  • Fette Logiklöcher im Plot
  • Große Zeitsprünge
  • Viel Handlung in sehr kurzer Zeit

Fazit

Trotz aller Unzulänglichkeiten: Wir haben uns alle fünf Episoden am Stück reingezogen. Diese neue Art Filme zu sehen, von innen heraus, anstatt von außen herein, ist fantastisch. Invisible macht seinen Job als Pionier des VR-Serienformats wirklich gut und zeigt ganz deutlich, was mit einem richtig großen Budget möglich wäre.
7

VR-World Rating

Story: 5
Immersion: 7
WOW-Faktor: 7
Sound: 8
Umfang: 7
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