Infiniti VR

Erlebnisse HTC Vive
5

VR-World Rating

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Werbung in VR

Dass die virtuelle Realität nicht nur für Spiele funktioniert, ist auch bei den Autoherstellern angekommen. Nissan veröffentlicht den ersten virtuellen und interaktiven Werbespot für den Luxuswagen Infiniti.

Während Amazon noch mit AR- und VR-Anwendungen fürs Einkaufen experimentiert, ist Nissan schon eine Runde weiter: Das Entwicklerstudio The Pulse setzte für den Autobauer einen Werbespot in die virtuelle Realität um. Zukunftsweisendes Projekt oder schlechter Versuch?

Tolle Aussicht

Nun, immerhin wurde die offensichtliche Werbung auf Steam noch nicht gnadenlos heruntergemacht. 71 Prozent der Bewertungen sind positiv. Dass die Erfahrung kostenlos ist, hilft da natürlich ungemein – alles andere wäre sicherlich auch ein Skandal.

Die Aussicht in den Szenerien von Infiniti VR ist fantastisch. © The Pulse

Die Aussicht in den Szenerien von Infiniti VR ist fantastisch. © The Pulse

Das VR-Erlebnis erfordert raumfüllendes VR (2m x 1,5m). Wir werden in drei unterschiedliche Umgebungen gebracht, die mit Hilfe von Photogrammetrie erstellt wurden und wirklich beeindruckend aussehen. Ob es der Blick über eine weite, grüne Wiesenlandschaft ist, ein Bergsee oder die Aussicht von einer Felsklippe: Die Szenerie ist wirklich gut gemacht.

Dazu kommt ein Sprecher, der uns den Werbetext vermittelt. Leider wirkt der deutsche Sprecher wenig enthusiastisch, daher empfehlen wir die englische Version. Interaktionen sind auf kleinere Dinge wie das Schmeißen von Steinen in den See begrenzt.

Schnittiges Auto

In der letzten Szene wird uns der Infiniti präsentiert. Wir können uns an vorgegebene Stellen rund um den Wagen teleportieren und beispielsweise Türen und Kofferraum öffnen. Leider haben die Entwickler es versäumt, den VR-Nutzer im Auto Platz nehmen zu lassen. Gerade das wäre für einen Werbespot, der sich deutlich von seinen 2D-Fernseh-Pendants unterscheiden soll, ein echtes Alleinstellungsmerkmal geworden. So bleibt es aber nur bei einem Erlebnis, in dem wir in der Rolle des (wenig interagierenden) Beobachters bleiben, worunter die Immersion leidet.

Interaktionen beschränken sich auf kleinere Aktivitäten, beispielsweise Steine ins Wasser pfeffern. © The Pulse

Grafisch ist der VR-Spot allemal einen Blick wert, die Landschaften sind toll gemacht und auch die Blechkiste macht einiges her – wer also Auto-Fan ist, sollte unbedingt mal reinschauen. Allerdings funktioniert das Tracking nicht immer sauber und ab und zu ruckelt das Bild.

Viel Luft nach oben

Infiniti VR gibt uns einen guten ersten Eindruck, wie wir in Zukunft Werbung für Dinge direkt konsumieren könnten, die uns interessieren. Allerdings ist noch viel mehr möglich, viel mehr Detail und viel mehr Interaktion. Gerade auch für den Vorverkauf von Autos, die noch nicht fertiggestellt sind, lässt sich hier eine Menge Potential ablesen. Infiniti VR bleibt aber leider nur eine nette, kurze Erfahrung, die keinen langfristigen Eindruck hinterlässt.

Infiniti VR bekommt ihr kostenlos im Steam Store.

Das ist gut

  • tolle Aussichten
  • schicker Wagen

Das geht besser

  • ab und zu hakt es beim Tracking
  • hin und wieder Ruckler
  • macht zu wenig aus den Möglichkeiten

Fazit

Als flüchtiger Eindruck davon, wie Werbung in VR aussehen könnte, ist dieses kurze Erlebnis ganz ordentlich gelungen, allerdings nutzt es das eigentliche Potential des Mediums nicht einmal ansatzweise aus.
5

VR-World Rating

WOW-Faktor: 7
Immersion: 3
Grafik: 8
Sound: 5
Umfang: 3

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