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HTC Vive & Vive Pro: Alte VR-Brille günstiger, neue extrem teuer

HTC hat mit der Vive und der Vive Pro gleich zwei High End-VR-Eisen im Feuer. © HTC

Nach Wochen voller Spekulationen ist es der Preis für die HTC Vive Pro bekannt – und fällt deutlich teurer aus als erwartet. Immerhin: Die HTC Vive wird billiger. Lest alle Infos zu den neuen Preisen bei uns.

Die Preisfrage ist eine der wichtigsten in der Virtual Reality. Um den viel beschworenen Massenmarkt zu erreichen – da sind sich die meisten Konsumenten einig –, müssen die VR-Brillen erschwinglich sein. Neben der reinen VR-Brille und dem zugehörigen Trackingsystem fällt schließlich auch noch die PC- oder Konsolen-Hardware ins Gewicht.

Oculus setzt stark auf den finanziellen Aspekt und hat sein High-End-Headset Oculus Rift über mehrere massive Preissenkungen im letzten Jahr auf einen Preis von 449 Euro inklusive der Touch-Controller gebracht. HTC senkte den Preis für die HTC Vive ebenfalls, allerdings blieb das VR-Headset mit 699 Euro deutlich an der Spitze der Preisgestaltung für aktuelle VR-Brillen.

HTC Vive Pro zieht mit Samsung Odyssey gleich

Die Ankündigung der HTC Vive Pro auf der CES 2018 entfachte die Hoffnungen der VR-Fans weltweit auf eine deutliche Weiterentwicklung von VR neu. Laut diversen Anspielberichten ist eine deutliche Verbesserung der Bildklarheit durch die neue Auflösung von 1.440 x 1.600 Pixel pro Auge (Gesamtauflösung 2.880 x 1.600) zu verzeichnen.

Auch die neue Kopfhalterung mit integrierten Kopfhörern soll die HTC Vive Pro bequemer werden lassen.

 

Eine HTC Vive 2.0 ist das allerdings nicht, vielmehr zieht HTC mit der bereits 2017 veröffentlichten Samsung Odyssey gleich. Die Windows Mixed Reality-Brille bietet die gleiche Auflösung, was kein Wunder ist: Schließlich stellt Samsung die Displays selbst her und verkauft sie an andere Hersteller (etwa HTC) weiter. Trotzdem könnte eine Politik der kleinen Schritte durchaus sinnvoll sein und VR langsam aber kontinuierlich weiterbringen.

HTC Vive Pro: 280 Euro teurer als das komplette Vive-System

Vorausgesetzt der Preis stimmt. Nachdem HTC bereits in Interviews die sogenannten „Prosumer“ als Zielgruppe für die HTC Vive Pro ausgemacht hatte, schwante vielen VR-Enthusiasten bereits Übles. HTC sieht die Vive nicht einfach als VR-Brille, sondern als Premium-Produkt und kalkuliert seine Preise offenbar aus dieser Sichtweise heraus.

Bezahlbare VR für einen Massenmarkt steht ganz sicher nicht auf der Agenda, wenn wir uns den Preis für die HTC Vive Pro anschauen.

Oben: Das Bild der aktuellen HTC Vive. Unten: Das Bild der Samyung Odyssey. Die HTC Vive Pro hat die gleichen Display-Spezifikationen wie die Odyssey.

Oben: Das Bild der aktuellen HTC Vive. Unten: Das Bild der Samyung Odyssey. Die HTC Vive Pro hat die gleichen Display-Spezifikationen wie die Odyssey.

Die Vorbestellungen für die HTC Vive Pro sind nämlich ab sofort möglich. Das HTC Vive Pro-Headset in Verbindung mit einer neuen Linkbox kostet satte 879 Euro. Wohlgemerkt: Nur das Headset und die Linkbox  – Controller und Basisstationen samt 3-in-1-Kabel sind nicht enthalten. Gleichzeitig senkt HTC den Preis für das HTC Vive-Komplettsystem (mit Controllern, Basisstationen und Kabeln) auf 599 Euro.

HTC Vive Pro: Weiterentwicklung, aber keine neue VR-Brille

Das ist ein schwer verdaulicher Brocken. Bei der HTC Vive Pro handelt es sich de facto nicht um eine komplette Neuentwicklung. Die VR-Brille hat inklusive der Displays einige (hoffentlich gute) Anpassungen erfahren, darüber hinaus besteht sie in Formfaktor, Linsen, Anschlüssen und Verkabelung aus den gleichen Elementen wie die HTC Vive. HTC begründet die knapp 900 Euro für das Pro-Headset mit dem verbesserten Komfort durch die neue Kopfhalterung und einem 78prozentigen Anstieg der Pixelmenge.

Ist das eine ausreichende Begründung für diesen heftigen Preis, nur für das Headset?

Sieht klobig aus, soll sich aber besser tragen lassen und zudem tollen Sound liefern: Die HTC Vive Pro.

Sieht klobig aus, soll sich aber besser tragen lassen und zudem tollen Sound liefern: Die HTC Vive Pro.

Die Meinungen der Kunden in den Kommentarspalten diverser Magazine oder auf reddit sind eindeutig: HTC habe ganz offensichtlich jeglichen Bezug zur Kundschaft verloren. Auch uns fällt es schwer, diesen extremen Preisunterschied zu verstehen, auch wenn HTC vielleicht den sogenannten „Prosumer“ als Kundschaft anpeilt. Gerade wenn wir uns die Konkurrenz anschauen, die Preise und Technik gerade massiv vorantreibt, tut HTC der VR-Branche damit kaum einen Gefallen. Sechs Monate Viveport-Abo, die einer Vorbestellung der Vive Pro beiliegen, ändern daran auch nichts mehr.

Abschreckende Wirkung auf VR-Neueinsteiger

Neueinsteiger, die das komplette Zubehör einzeln kaufen müssen, sollen über 1.500 Euro für ein Headset zahlen, dessen Displays bereits in der Samsung Odyssey für rund 500 Dollar (die Odyssey wird allerdings in Europa nicht angeboten) verbaut sind. Nachteil der Odyssey ist das Inside-Out-Tracking, das nicht mit Lighthouse mithalten kann.

Ob HTC darauf setzt, dass die bessere Auflösung in Verbindung mit dem perfekten Lighthouse-Tracking die VR-Enthusiasten nahezu jeden Preis zahlen lässt?

 

Ein Komplettpaket der HTC Vive Pro mit verbesserten Controllern und den Lighthouse 2.0-Basisstationen soll erst im weiteren Verlauf des Jahres angeboten werden. Immerhin ist die Standard-Vive günstiger geworden, allerdings ist dazu der weiterhin mit 120 Euro zu Buche schlagende Deluxe Audio Strap eigentlich ein Pflichtkauf, was den neuerlichen Preisschnitt wieder relativiert. Und auch mit 599 Euro bleibt die HTC Vive 150 Euro teurer als die Oculus Rift, die zudem noch mit erheblich besseren Controllern ausgestattet ist.

Verliert HTC weiter an Boden?

Wir von VR-World hatten zwar auch mit einem teuren Upgrade gerechnet, allerdings hätten wir uns 900 Euro für ein Display-Upgrade, für Headset-Only, nicht vorstellen können. Das erklärte Ziel von HTC, VR weiter zu verbreiten, wird mit der HTC Vive Pro und diesem Preis ganz sicher nicht erreicht. Warum sollten Kunden die jetzt zwar günstigere alte VR-Brille kaufen? Ist es nicht wahrscheinlicher, dass Neueinsteiger abwarten, was Oculus oder Pimax demnächst auf den Markt bringen?

Vor allem  wenn wir betrachten, dass wohl bereits der Wachwechsel an der Spitze der VR-Branche stattgefunden hat und Oculus mittlerweile die Führung unter den PC-basierten VR-Brillen übernommen hat.

Pimax will mit seinen VR-Brillen 5K und 8K neue Standards setzen.

Pimax will mit seinen VR-Brillen 5K und 8K neue Standards setzen. Schlägt das Startup den VR-Veteranen von HTC ein Schnippchen?

Diese extreme Preisgestaltung spielt unserer Meinung nach Sony, Oculus, Pimax, Google und LG voll in die Hände. In einem ausführlichen Artikel, der in Kürze bei uns online gehen wird, setzen wir uns mit den möglichen Folgen dieser Entscheidung von HTC auseinander.

Was sagt ihr zu diesen Neuigkeiten? Ist die HTC Vive Pro zu teuer? Schießt HTC hier deutlich übers Ziel hinaus? Oder ist die Preissenkung der HTC Vive die eigentlich gute Nachricht? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!

4 Kommentare

  1. Mit dem hohen Preis verfolgt HTC genau ein Ziel: Es will deutlich machen, dass HTC das beste Produkt hat. Dies soll in den Köpfen der Leute verankert werden.
    Wenn dann später mal HTC die Preise senkt und auf Oculus-Niveau ist, dann werden die Leute denken: Preis ist gleich, HTC ist das bessere Produkt, also kaufe ich HTC.
    Und „später mal“ heißt womöglich erst dann, wenn man mit VR wirklich viel Geld verdienen kann. In fünf Jahren oder später wird es sich auszahlen, dass in allen Köpfen verankert ist: HTC sind die Besten. Da spielt es dann keine Rolle, ob heute bei den noch kleinen Stückzahlen ein paar Brillen mehr oder weniger verkauft werden.

    Antworten
    • Benjamin Danneberg

      Interessante Theorie. Meinst du, diese Strategie könnte funktionieren? Schließlich ist HTC nicht gerade der finanzkräftigste Player in der VR-Branche.

      Antworten
  2. Wie hat ein, von mir geschätzter Redakteur vor kurzem dazu gesagt: Die haben doch den Arsch offen!
    Ich sage, er hat Recht! 😉

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  3. Ich selber und zwei meiner Freunde pfeifen schon auf HTC. Diese Preispolitik ist schon ausgesprochen unverschämt für eine Headset only. An uns wird HTC sicher keinen Cent mehr verdienen. Mal sehen was pimax mit seiner 8k Brille schafft.

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