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Hands on mit Magic Leap One: AR-Brille auf dem Prüfstand

© Magic Leap

Magic Leap One, die erste Version von Magic Leaps vielversprechender Augmented Reality-Brille, ist inzwischen für Entwickler erhältlich. Wir hatten bei einem Event in Berlin die Gelegenheit, das AR-Headset selber auszuprobieren.

Die Magic Leap One verspricht ein völlig neue Art von Augmented Reality-Erfahrung, in der virtuelle Objekte mit unser realen Umgebung verschmelzen. Das Unternehmen aus Florida spricht vollmundig von Mixed Reality.

Nachdem die ersten Hands on-Bericht von Pressevertretern allerdings eher ernüchternd bis vorsichtig optimistisch ausgefallen sind, wollten wir auch einmal selber Hand an das gehypte Headset legen. Im Rahmen eines Business-Events in Berlin hatten wir nun Gelegenheit dazu.

Magic Leap-Headset mit hohem Tragekomfort

Wer regelmäßig eine VR-Brille wie Oculus Rift oder PlayStation VR trägt, hat gleich beim Aufsetzen der Magic Leap One sein erstes Aha-Erlebnis. Das Headset wiegt nämlich gerade einmal 350 Gramm – das ist ungefähr die Hälfte des Gewichts von Microsofts HoloLens.

Entsprechend angenehm sitzt die Magic Leap-Brille auch auf der Nase. Der ähnlich wie bei der PSVR-Brille ausziehbare Bügel am Hinterkopf garantiert zudem einfaches Aufsetzen.

Das leichte Gewicht hat allerdings auch seinen Preis. Die zum Betrieb notwendige Technik ist nämlich in das sogenannte Lightpack ausgelagert, das wir uns an die Hosentasche klemmen. Bei einer normalen Hose funktioniert das zwar unproblematisch, das Gewicht ist aber durchaus zu spüren.

Bei abweichendem Beinkleid ohne Taschen kann das Hardware-Päckchen aber durchaus zu störendem Ballast werden. Der Nutzer muss das kabellose Gerät dann gegebenenfalls in der freien Hand halten.

Eingeschränktes Sichtfeld nagt an Immersion

Beim Ausprobieren der Magic Leap One fällt sofort das recht verspielte Design auf. Bei unserem Test-Session konnten wir mit Hilfe des Bewegungscontrollers virtuelle Spielzeuge aus einem virtuellen Regal räumen und kreuz und quer im Raum verteilen. Die bunten Objekte erschienen uns dabei mit klaren Konturen und leicht durchsichtig.

Im Rahmen der VR Business Lounge in Berlin konnten wir die Magic Leap One ausprobieren. © VR-World

Im Rahmen der VR Business Club in Berlin konnten wir die Magic Leap One ausprobieren. © VR-World

Knackpunkt des Magic Leaps-Headsets ist allerdings das eingeschränkte Sichtfeld. Mit 45 Grad Field of View fällt dieses zwar größer aus als bei Hauptkonkurrent HoloLens, in der Praxis ist für ein richtiges Mittendrin-Gefühl der Sichtbereich aber immer noch viel zu klein.

Virtuelle Objekte wie ein kleiner T-Rex oder ein Ufo verschwinden bereits bei leichten Kopfbewegungen nach links oder rechts vor unseren Augen. Wir sehen immer nur die virtuellen Objekte, die sich in einem beschränkten Sichtfeld-Kegel direkt vor uns befinden.

Wie sich das geringe Sichtfeld letztendlich auf das Design von Anwendungen auswirkt, bleibt abzuwarten. Wir gehen aber davon aus, dass gerade bei Spielen deutliche Einschränkungen zu spüren sein werden. Ein altes Promovideo von Magic Leap, in dem ein lebensgroßer, virtueller Wal durch eine reale Sporthalle springt, wirkt da fast unfreiwillig komisch. Aktuell würde das Sichtfeld nämlich gerade mal für eine Flosse reichen.

Spiele-Plattform oder Business-Gerät?

Konfusion herrscht aktuell anscheinend auch über die Marktausrichtung der Magic Leap One. Beim VR Business Club in Berlin grenzten die Veranstalter die neue Brille nämlich als „Consumer-orientiert“ zum Business-Produkt HoloLens ab.

Als Argument dafür diente ihnen das generell verspielte Design der Magic Leap-Brille und ein eindeutiger Schwerpunkt auf Spiele-Software zum Launch. Diese Argumentation mag zunächst schlüssig erscheinen, wäre da nicht der exorbitante Preis von rund 2300 Euro. Zudem steht die aktuelle Creators Edition der Brille ausschließlich Software-Entwicklern zur Verfügung.

Rio Caraeff, Chief Content Officer bei Magic Leap, widerspricht in einem Interview deswegen auch dieser Argumentation. Laut ihm liege der Fokus aktuell alleine darauf, Entwickler und Unternehmen für das neue Gerät zu begeistern. Das Angebot an Spiele-Software und das verspielte Interface soll Tüftlern vor allem als ansehnlicher, emotionaler Zugang zum Gerät dienen.

Letztendlich hofft Magic Leap also genau wie Microsoft mit der HoloLens auf finanzstarke Business-Kunden, die sich die Fähigkeiten des Headsets für den eignen Betrieb zu Nutze machen wollen. Laut Caraeff peile man vor allem die Anwendungsbereiche Medizin, Architektur, Kommunikation und den öffentlichen Sektor an.

Wie sieht die Zukunft von Augmented & Mixed Reality aus?

Keine Frage, der Mixed Reality-Ansatz von HoloLens und Magic Leap One haben sehr großes Potential. Anstatt uns wie VR-Brillen komplett von der realen Welt abzuschirmen, holen sie einen Teil der virtuellen Realität in unsere Wirklichkeit.

Mit Bildern wie diesem heizte Magic Leap vor Jahren die Stimmung für die vermeintlich revolutionäre Technik an. © Magic Leap

Mit Bildern wie diesem heizte Magic Leap vor Jahren die Stimmung für die vermeintlich revolutionäre Technik an. © Magic Leap

Beim Ausprobieren der Magic Leap-Brille zeigt sich aber auch, dass die Vision hinter der Hardware und der aktuelle Stand der Technik noch weit auseinander liegen. Wir rechnen deswegen nicht damit, dass die Hardware in den nächsten zwei bis drei Jahren große Wellen im Markt für Endverbraucher schlagen wird. Business-Anwendungen sind natürlich eine ganz andere Sache.

Insbesondere im Bereich Spiele wird die Diskussion um Augmented & Mixed Reality hingegen vor allem von Smartphones dominiert werden – Apples ARKit und Androids ARCore sei Dank.

Ihr wollt mit dem Smartphone eure Realität erweitern? Dann werft einen Blick in unsere Liste der besten Augmented Reality-Spiele für iOS und Android.

Was haltet ihr von der Magic Leap One? Hat sich das Start-Up mit dem Headset verzettelt oder steht der Hardware eine große Zukunft bevor? Diskutiert mit uns in den Kommenaren!

Wollt ihr noch mehr VR? Dann empfehlen wir euch wärmstens unseren Facebook-Kanal, sowie den VR-World-Newsletter (Anmeldung weiter unten auf dieser Seite).

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