Gravity Pull

Google Cardboard Google Daydream Spiele
7

VR-World Rating

Auf der Stelle treten

Gravity Pull bietet ein solides Gameplay-Gerüst, das im Laufe des Puzzle-Spiels behutsam ausgebaut wird und uns nicht mit seiner Komplexität erschlägt. Das ist auch gut so, denn der Puzzler wartet mit einer ganz anderen Besonderheit auf euch.

Gravity Pull erwartet von euch Bewegung. Damit ihr euch durch die einzelnen Level rätseln könnt, müsst ihr auf der Stelle laufen, um virtuell von A nach B zu kommen. Das klingt nicht nur etwas komisch, sondern fühlt sich  auch so an. Gravity Pull bemerkt durch eure Kopfbewegung beim Laufen, dass ihr lauft und verwendet diese Bewegung als Eingabe zum virtuellen Laufen.

Erinnert an Portal

Damit wäre das Alleinstellungsmerkmal von Gravity Pull schon erklärt. Der Rest beziehungsweise der Hauptteil des Spiels besteht aus einer recht simplen Puzzlemechanik. In jedem der 16 Level gilt es Schalterrätsel zu lösen, in dem ihr Kisten mit eurer Gravitationskraft auf Schalter legt. Eure Anziehungskraft aktiviert ihr über die Fernbedienung von Google Daydream oder dem Knopf der Google Cardboard-Headsets (zweite Version). Damit öffnet ihr die Tür zum nächsten Level. Dabei erinnert das Gameplay und der minimalistische Grafikstil an Valves Puzzleklassiker Portal.

Screenshot Gravity Pull

In jeden Raum aktiviert ihr einen bestimmten Schalter, um die gelbe Tür zum nächsten Raum zu öffnen.

Die 16 Level bewältigt ihr locker in weniger als einer halben Stunde. Damit wirkt Gravity Pull wie ein Tutorial zu einem ausgewachsenen Spiel, das es leider (noch) nicht gibt. Diese halbe Stunde haben die Entwickler allerdings großartig gestaltet. Dadurch, dass der Fokus auf der ungewöhnlichen Fortbewegungsmethode liegt, hieß die Devise beim Leveldesign wohl: simpel und ohne Ablenkung. Jedes neue Gameplay-Element wird behutsam und in einem eigenen Raum eingeführt und dann im folgenden Abschnitt mit den bereits bekannten Elementen zusammengeführt und verwoben.

Kopfnicker

Ein solch ablenkungsfreies Puzzledesign braucht es auch, da die Fortbewegungsmethode mehr Aufmerksamkeit braucht als ihr eventuell denkt. Das Laufen auf der Stelle funktioniert nur stellenweise gut. In der Regel entfernt ihr euch ungewollt mit jedem Schritt ein wenig von der Stelle auf der ihr eigentlich laufen wolltet. Daher braucht ihr für Gravity Pull einen sicheren Ort an dem ihr nicht von zerbrechlichen Vasen oder ähnlichem umgeben seid.

Alternativ setzt ihr euch einfach auf einen Drehstuhl und nickt zur Fortbewegung fleißig mit dem Kopf. Dadurch wird euch aber schneller schummrig als euch wahrscheinlich lieb ist. Ein ebenfalls flaues Gefühl in der Magengrube erzeugt die Fortbewegungsmethode, wenn ihr nicht die vorgesehenen Treppen in den Leveln nutzt, sondern die schnelle Überbrückung großer Höhenunterschiede verwendet.

Vorsicht! Frisch gewischt

Eine weitere, kleine Ungereimtheit der Fortbewegung von Gravity Pull ist der Moment, in dem ihr aufhört zu laufen. Anstatt direkt stehen zu bleiben, gleitet ihr noch ein wenig über den Boden bis ihr zum virtuellen Stillstand kommt.  Der Effekt: Verunsicherung.

Screenshot Gravity Pull

Manche Schalter, die ihr über mit Hilfe der in den Leveln verteilten Boxen betätigt, aktivieren Treppen oder Fahrstuhlplattformen.

Das Problem daran ist nicht nur der Unterschied von eurer physischen Bewegung zum virtuellen Pendant, sondern auch die Diskrepanz zwischen eurer geplanten Bewegung und dem endgültigen Resultat eurer Bewegung. Wenn ihr zum Beispiel auf eine Tür zulauft und physisch aufhört zu laufen, um den richtigen Abstand zur Tür zu bekommen, eure Spielfigur aber noch ein wenig  weiterrutscht und ihr dann näher als gedacht vor der Tür steht, führt das zu ungewollten Ergebnissen. Gravity Pull bietet zwar eine Möglichkeit, rückwärts zu laufen, die aber etwas umständlich daherkommt, da ihr nach oben schauend auf der Stelle laufen müsst, und deswegen nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann.

Hier findet ihr Gravity Pull:

Das ist gut

  • Gute Basis für ein vollwertiges Puzzlespiel
  • Sehr gutes (Tutorial-)Leveldesign
  • Ungewöhnliche, aber teils gut funktionierende Fortbewegungsmethode

Das geht besser

  • „Nachlaufen“ beim Stehenbleiben

Fazit

Im Kern ist Gravity Pull eine Demo-Version für die VR-Step getaufte Technologie der Entwickler. Dafür eignet sich das Spiel wunderbar. Nach den 16 Leveln habe ich nun eine gute Vorstellung davon, wie die Fortbewegung auf der Stelle für mobile VR-Anwendungen funktioniert. Ausgereift ist das Ganze noch nicht, aber schon recht nahe dran. Viel interessanter finde ich aber die Auswirkungen der Fortbewegungstechnologie auf das Design des Puzzlespiels. Die Einfachheit der Puzzle und die behutsame Einführung neuer Spielelemente haben die Entwickler tadellos umgesetzt. Die 16 Level sind prinzipiell nur ein Tutorial, fühlen sich aber nicht so an und genau das macht Gravity Pull abseits der ungewöhnlich Bewegungeingabe so großartig. Davon könnten sich andere Entwickler für ihre Tutorials eine Scheibe abschneiden.
7

VR-World Rating

Gameplay: 8
Steuerung: 5
Grafik: 7
Sound: 6
Immersion: 6
Umfang: 7

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