Google Daydream: Alle Infos auf einen Blick

2017 hat Google dem View Headset ein Update verpasst.

Mit Daydream hat Google im Jahr 2016 seine eigene Virtual Reality-Plattform für Smartphones eingeführt. Was ihr für Daydream benötigt, wie das Google Daydream View Headset funktioniert und was euch der Play Store VR bietet, erklären wir in unserer Übersicht.

In diesem Artikel sagen wir euch:

  • Wie Google Daydream funktioniert
  • Welche Smartphones kompatibel sind
  • Welche VR-Brillen zukünftig für Daydream geplant sind

Mit dem Daydream View Headset hat Google eine mobile VR-Brille veröffentlicht, die auf den ersten Blick vor allem durch ihr elegantes Design überzeugt: Das Headset lädt geradezu zum auf die Nase setzen ein. Inzwischen findet sich in der VR-Version des Play Store zudem eine große Auswahl an spannenden Spielen und Apps. In unserer Übersicht erklären wir zudem, warum die Daydream-Plattform auch abseits der Google-eigenen Brille zukünftig an Relevanz gewinnt.

Letztes Update: März 2018 durch Benjamin Hillmann

Was ist Google Daydream?

Grundlegend handelt es sich bei Google Daydream um eine VR-Plattform innerhalb des Android-Betriebssystems, die auf bestimmten Android-Smartphones läuft. Auf eurem Smartphone kommt Daydream als App daher, über die ihr Daydream-zertifizierte Apps kaufen und starten könnt. Zertifiziert bedeutet, dass Entwickler spezielle Richtlinien in ihren VR-Apps erfüllen müssen, um Teil des Play Store VR zu werden.

Daydream beschreibt übergreifend auch Googles VR-Ökosystem. Das besteht neben dem gesonderten Play Store VR aus Daydream-kompatiblen Smartphones und dem von Google selbst entwickelten VR-Headset Daydream View. Zukünftig werden außerdem auch autarke VR-Brillen anderer Hersteller wie die Lenovo Mirage Solo auf die Daydream-Plattform zurückgreifen.

Das Headset zieht ihr wie eine Skibrille über den Kopf und die Fernbedienung funktioniert wie ein Laserpointer. / © Google

Das View Headset zieht ihr wie eine Skibrille über den Kopf und die Fernbedienung funktioniert wie ein Laserpointer. © Google

Gibt es verschiedene Varianten des Daydream View Headsets?

Die ursprüngliche Version des Google Daydream View Headsets ist Ende 2016 für rund 70 Euro erschienen. 2017 hat Google allerdings eine überarbeitete Version des Headsets veröffentlicht, das mit rund 110 Euro ein gutes Stück teurer ausfällt, als die erste Version. Dafür bietet das aktualisierte Headset mehr Tragekomfort dank überarbeitetem Design und neuer Linsen, die das Sichtfeld von 90 auf 100 Grad erweitern. Ein neues Kopfband bietet zudem zusätzlichen Halt und soll verhindern, dass die Brille verrutscht. Das auch als Daydream 2.0 bezeichnete Geräte-Update kommt außerdem in verschiedenen Farben.

Die aktualisierte Daydream-Brille kommt in verschiedenen Farben und mit überarbeitetem Design daher. © Google

Die aktualisierte Daydream-Brille kommt in verschiedenen Farben und mit überarbeitetem Design daher. © Google

Was benötige ich für Google Daydream?

Zum einen benötigt ihr ein Smartphone, das Daydream-ready ist. Dieses Siegel besitzt inzwischen eine Reihe leistungsstarker Smartphones. Wer auf den Daydream-Zug aufspringen möchte, kann beispielsweise zur Google-eigenen Pixel-Reihe oder der Moto Z-Reihe von Motorola greifen. Ebenso unterstützen das Samsung Galaxy S8 bzw. Note 8, Huawei Mate 9 Pro bzw. Porsche Design Mate 9, ZTE Axon 7 (2. Generation), LG V30 sowie Asus ZenFone AR und Asus ZenFone 3 Deluxe die Daydream View. Das Asus ZenFone AR unterstützt darüber hinaus das Augmented Reality-System Google Tango. Wir gehen fest davon aus, dass sich die Liste Daydream-kompatibler Mobiltelefone in Zukunft noch erweitern wird.

Zum anderen müsst ihr euch natürlich das VR-Headset Daydream View von Google zulegen. Für rund 110 Euro bekommt ihr die aktuelle Variante des bequemen Headsets inklusive kleiner, bewegungssensitiver Fernbedienung.

Lenovo Mirage Solo: Autarke VR-Brille für Daydream

Wie bereits weiter oben erwähnt, nutzen auch andere VR-Brillen-Hersteller die VR-Plattform Daydream als Basis für ihre Headsets. Lenovo plant am 5. Mai 2018 die autarke VR-Brille Mirage Solo zu veröffentlichen, die über einen eigenen Prozessor und ein eigenes Display verfügt – und deshalb ohne zusätzliche Hardware wie ein Smartphone auskommt. Das Display der Mirage Solo kommt mit einer Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln, einer Bildwiederholfrequenz von 75 Hz und einem Sichtwinkel (FOV) von 110 Grad daher. Die Brille liefert eine klare Optik fast ohne Fliegengitter- und Mura-Effekt (uneinheitliche Pixel-Helligkeit).

Das mobile VR-Headset Mirage Solo von Lenovo unterstützt die Google Daydream-Plattform.

Das mobile VR-Headset Mirage Solo von Lenovo unterstützt die Google Daydream-Plattform.

Dank Inside-Out-Tracking ist mit dem Headset volle Bewegungsfreiheit bei 6DoF (Six Degrees of Freedom) ohne externe Sensoren möglich. Das limitierte Tracking (3DoF) der mitgelieferten Daydream Wireless-Bewegungs-Controller soll allerdings laut Erfahrungsberichten das VR-Erlebnis schmälern. Die ohne Zweifel leistungsstarke Daydream-Brille von Lenovo stößt zudem in Sachen Preisgestaltung mit 400 Dollar bereits in die Preisregionen von High End-PC-Brillen wie der Oculus Rift vor.

Mehr Infos zu der Daydream-Brille von Lenovo liefern erste Hands-On-Berichte.

Wie funktioniert die Google Daydream-App?

Startbildschirm der Google Daydream App im Waldsetting mit verschiedenen Auswahlmöglichkeiten.

Die Daydream-App begrüßt euch mit einem aufgeräumten Interface in einer friedlichen Waldumgebung. © Google

Wenn ihr euer Smartphone zum ersten Mal in das View-Headset legt, erkennen sich die beiden Geräte über NFC und Android fordert euch auf, die Daydream-App herunterzuladen und zu installieren. Nach dem Einloggen in euren Google-Account bekommt ihr noch einige Hinweise für den Umgang mit dem Headset gezeigt. Dann beginnt ein Tutorial, das euch die Funktionsweise der Fernbedienung anhand einiger Übungen näherbringt.

Die komplette Daydream-App besteht aus einem 360°-Waldsetting, in dem ihr euch frei umsehen könnt. Der Homescreen zeigt euch eure zuletzt benutzten Apps und einige neue Vorschläge aus dem Play Store. Neben eurer App-Bibliothek kommt ihr vom Homescreen ebenfalls zur VR-Version des Play Store, die ausschließlich aus Daydream-kompatiblen Apps besteht. Inzwischen bietet der Store mehr als 250 VR-Apps an.

Wie funktioniert die Fernbedienung des Daydream View?

Mit der kleinen Fernbedienung klickt ihr euch durch jede Umgebung. ©Google

Mit der kleinen Fernbedienung klickt ihr euch durch jede Umgebung. ©Google

Die mitgelieferte Fernbedienung funktioniert wie ein Laserpointer und verbindet sich automatisch beim Start der Daydream-App über Bluetooth mit eurem Smartphone. Auf der Oberseite besitzt die Fernbedienung zwei Knöpfe für »Zurück« und »Home« und einen touchsensitiven Bereich, der gleichzeitig ein Auswahlknopf ist. Mit diesen Knöpfen könnt ihr jede Daydream-kompatibel App problemlos steuern und virtuelle Umgebungen erforschen.

Schlau: Durch langes Drücken des »Home«-Buttons richtet ihr euer Sichtfeld und die Fernbedienung neu aus. Das hilft euch, falls ihr mal die Orientierung verlieren solltet oder eure Fernbedienung in der virtuellen Welt in eine andere Richtung zeigt, als sie sollte. Der eingebaute Akku der Fernbedienung wird über den USB-C Anschluss an der Unterseite der Fernbedienung geladen. Ein Ladegerät liegt dem Headset nicht bei.

Wie ist die Qualität des Daydream View?

Euer Smartphone wird vorne in das View Headset geklemmt. © Google

Euer Smartphone wird vorne in das View Headset geklemmt. Hier im Bild die 2016er-Version. © Google

Google liefert mit dem Daydream View ein sehr gut verarbeitetes Headset ab. Hauptsächlich aus Plastik und Stoff gefertigt, bietet das Headset eine feste Seite, in die das Smartphone gesteckt wird, sowie eine weiche Seite, die sich gut der Gesichtsform anpasst und somit kein Licht durchlässt. Lediglich bei Brillenträgern kommt es zum Lichteinfall, da die Brillenbügel an den Schläfen das Headset etwas nach außen drücken. Trotzdem stellt es kein Problem dar, das Daydream View mit normal großen Brillen zu verwenden.

Die verwendeten Linsen sind qualitativ hochwertig, aber etwas zu klein. Somit seht ihr links und rechts die halbrunden Fassungen der Linsen, was zu einem »Fernrohr«-Effekt führt, der eure Präsenz in der virtuellen Welt etwas stört. Das überarbeitete Daydream View Headset von 2017 sorgt gegenüber dem Original dank neuer Linsen und breiterem Sichtfeld allerdings für ein besseres Mittendrin-Gefühl.

Kleine gummierte Noppen halten das Smartphone selbst bei schnellen Bewegung sicher im Headset und eine kleine Ausbuchtung samt Gummizug in der Frontklappe bietet einen sicheren Platz für die Fernbedienung. Für sicheren und angenehmen Halt am Kopf sorgt ein breites und stabiles Kopfband, dass sich problemlos in der Größe verstellen lässt. Grundsätzlich trägt sich das Daydream View Headset wie eine etwas schwerere Skibrille.

Was passiert mit meinen Cardboard VR-Apps?

© Magic Cardboard

Für eure lieb gewonnenen Cardboard VR-Apps gibt es nur bedingt Hoffnung. Grundsätzlich sind sie nicht mit Daydream kompatibel, da das View-Headset keinen Knopf besitzt und die Cardboard Apps die Daydream Fernbedienung nicht unterstützen. Das Google Cardboard-Team hat zwar bereits vor einiger Zeit bekannt gegeben, daran zu arbeiten, alle Cardboard Apps für das Daydream View-Headset anzupassen. Konkrete Taten sind auf diese Worte bis jetzt allerdings nicht gefolgt.

Wie ihr eure Cardboard VR-Apps mit einigen Kniffen trotzdem auf Daydream zum Laufen bekommt, erklären wir euch in diesem ausführlichen Guide.

Was passiert, wenn ich angerufen werde oder eine Nachricht bekomme?

In der Daydream-App könnt ihr das Verhalten bei eingehenden Anrufen, Nachrichten, Erinnerungen und Kalendereinträgen einstellen. Dabei gibt es die üblichen Optionen: Ihr könnt festlegen, ob jedermann, alle Kontakte, nur favorisierte Kontakte oder einfach niemand euch in eurem VR-Erlebnis stören darf. Eine besondere Dringlichkeits-Option erlaubt es, dass Anrufer, die innerhalb von 15 Minuten ein zweites Mal anrufen, angezeigt werden.

Funktioniert Google Daydream auch mit meinem iPhone?

Kurz gesagt: Nein.
Ihr könnt zwar euer iPhone in das Daydream View-Headset legen, aber aufgrund der fehlenden Kompatibilität und der lediglich für Android erhältlichen Daydream-App beschränkt ihr euch auf die in Apples App Store erhältlichen Cardboard VR-Apps, die dann wie weiter oben beschrieben funktionieren. Mit Google Cardboard könnt ihr allerdings iPhones nutzen.

Wie sieht die Zukunft von Daydream aus?

Seit Anfang 2017 hat Google die Daydream-Plattform für alle Entwickler geöffnet. Das heißt, dass seitdem jeder Entwickler, der sich an Googles Richtlinien hält, Spiele und andere Anwendungen für Daydream produzieren und über den Play Store VR anbieten kann. Entsprechend ist die Anzahl an verfügbaren Apps seitdem in die Höhe geschossen. Neben der auf ein Smartphone angewiesenen Daydream View-Brille wird die Daydream-Plattform ab 2018 auch autarken VR-Brillen anderer Hersteller als Grundlage dienen. So etwa die oben bereits vorgestellte Mirage Solo von Lenovo, die im zweiten Quartal 2018 erscheint. Es sollte also sichergestellt sein, dass auch zukünftig neue Spiele und Apps für die Daydream-Plattform erscheinen, wie beispielsweise das für die Mirage Solo angekündigte Sci-Fi-Abenteuer Blade Runner: Revelations.

Google selbst hat nach dem Geräte-Update 2017 bis jetzt noch keine neue Version des eigenen Daydream View Headsets für 2018 angekündigt. Dass es andere Hersteller Lenovo gleich tun und den Daydream-Standard als Basis für weitere neue Brillen-Modelle verwenden, ist allerdings gut möglich.

Die gepolsterte Innenseite lässt sich problemlos herausnehmen. © Google

Die gepolsterte Innenseite lässt sich problemlos herausnehmen. © Google

Zum Schluss noch ein paar Tipps:

  • Zur schnellen und einfachen Reinigung der Linsen lohnt es sich, immer ein trockenes Microfasertuch dabei zu haben.
  • Das Schaumstoffinlay des View-Headsets lässt sich von Hand im lauwarmen Wasser reinigen und recht einfach von Schuppen, Haaren und Schminke befreien.
  • Wenn ihr die Daydream VR-Erlebnisse im Stehen verwendet, dann sucht euch eine Teppichkante oder ähnliches, damit ihr beim Drehen nicht wahllos durch den Raum mäandert.

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