Farpoint kaufen

Farpoint

PlayStation VR Spiele
8

VR-World Rating

8.7

VR-User

Fuchtel-Action für Shooter-Fans

Farpoint ist das Debüt für den VR Aim Controller der PlayStation VR und schickt uns in den Kampf gegen Aliens auf einem weit, weit entfernten Planeten. Für wen sich die Anschaffung lohnt, klären wir im Test.

Ein wenig ähnelt die zerklüftete Wüstenlandschaft dem Grand Canyon, doch ein Detail lässt erahnen, dass man sich nicht in den Vereinigten Staaten von Amerika befindet.

Denn hinter den Felsformationen ist ein riesiger Planet zu sehen, der kaum Ähnlichkeit mit dem Mond der Erde hat. Es ist eine wahrlich unwirtliche Umgebung, mit der sich die Spieler des First Person-Shooters Farpoint konfrontiert sehen, der am 17. Mai 2017 exklusiv für Sonys PlayStation VR auf den Markt kam.

Dank virtueller Realität schlüpfen Spieler unmittelbar in die Rolle eines Menschen. Dieser sollten eigentlich nur zwei Wissenschaftler im Weltraum aufgabeln. Eine seltsame Anomalie jedoch sog alle drei ein und sie stürzten auf einem unbekannten Planeten ab.

Diesen Beginn von Farpoint inszenieren die Macher extrem mitreißend und als sich die Raumkapsel des Helden öffnet, bietet sich euch ein beeindruckend beklemmendes Bild. Der an den Mars erinnernde Planet wird von Stürmen heimgesucht, Sand peitscht euch um die Ohren, überall seht ihr Feuer und Trümmer des Absturzes. Von den beiden Wissenschaftlern fehlt jede Spur.

Die Geschichte von Farpoint dreht sich ab diesem Moment darum, dass ihr den Planeten erkundet und die zwei Verschollenen findet. Viel mehr Inhalt erwartet euch nicht, da wir aber auch nicht zu viel vom Ende des Action-Trips verraten möchten.

Lineare Levels mit immenser Immersion

Ihr bewegt euch durch das Ödland voller Gefahren, das die Entwickler sehr linear entworfen haben. Verlaufen könnt ihr euch hier nicht, da die einzelnen Gebiete im Grunde nur Schläuche oder kleine Räume sind, die ihr entlang lauft oder durchquert, auch wenn die Kulisse eine weitläufige Planetenoberfläche vorgaukelt.

Und die ist, wenn man genau hinschaut und ehrlich ist, grafisch nicht sonderlich brillant entworfen. Wäre Farpoint ein regulärer Shooter, der ohne VR und den Aim Controller daher käme, es stünden Sony etliche Verrisse ins Haus. Doch die Kombination von PlayStation VR, grandioser Soundkulisse und dem speziellen Eingabegerät machen Farpoint zu einem beeindruckenden Erlebnis – vorausgesetzt, ihr verkraftet es.

Bild des Playstation VR-Ziel-Controllers

Der Playstation VR-Ziel-Controller erscheint im Bundle mit dem SciFi-Shooter Farpoint.

Ein Graus für Arachnophobiker

Farpoint sorgt nämlich nicht durch Motion Sickness für Unbehagen. Hier haben die Entwickler ordentliche Arbeit geleistet und ermöglichen verschiedene Steuerungsoptionen. Zum einen könnt ihr euch mit den beiden Analog-Sticks des Aim-Controllers wie in jedem regulären Shooter bewegen. Einer dient dabei die Figur zu bewegen, der andere, die Blickrichtung zu verändern. Das geht ziemlich geschmeidig von der Hand.

Zum anderen gibt es aber auch die Option, dass der „Kamerastick“ die Blickrichtung nur Schrittweise verschiebt. Wem also mit der freien, aber deutlich reaktionsfreudigeren Steuerung einen flauen Magen bekommt, der kann dieses Problem leicht beheben. Dazu bewegt sich euer Held auch relativ langsam vorwärts, selbst wenn ihr sprintet, sodass auch hier keine Probleme auftreten.

Die spinnenartigen Gegner auf dem öden Planeten, dürften hier für manchen Spieler eher ein Problem darstellen. Die Standardgegner sind hierbei nämlich tatsächlich so dimensioniert wie große Vogelspinnen oder ähnliches. Dazu sind die Biester ziemlich flink und springen euch am liebsten mit vollem Karacho ins Gesicht.Daneben gibt es natürlich auch größere Biester, von denen welche mal mit Giftkugeln um sich spucken, andere sich in den Boden eingraben und später kommen sogar unter anderem humanoide Aliens dazu.

Das führt in VR ganz instinktiv dazu, dass ihr euch duckt, zurückschreckt, ekelt. Farpoint ist daher eine durchaus körperlich anstrengende Erfahrung.

Eintöniger Spielverlauf

Die rund vier bis sechs Stunden, die ihr in Farpoint über den seltsamen Planeten stapft, gestalten sich actionreich und aus VR-Sicht durchaus beeindruckend. Der eigentliche Spielverlauf ist dagegen etwas dröge.

Im Grunde schlendert ihr – der Charakter ist nicht allzu gut zu Fuß – umher, immer von einem Punkt zum nächsten. Dort scannt ihr zum Beispiel Datenfragmente, die euch erklären, was aus den beiden Wissenschaftlern geworden ist. Zwischensequenzen im eigentlichen Sinne gibt es nicht.

Auf dem Weg trefft ihr unentwegt auf feindliche Lebensformen, denen ihr die blauen Bohnen der verschiedenen Knarren um die Ohren sausen lasst, ab und an sammelt ihr mal Spezialmunition auf und das war es auch schon. Rätseleinlagen oder andere Abwechslung sucht ihr vergebens.

Immerhin fällt die Waffenauswahl zwar nicht innovativ, aber dafür groß genug aus. Sturmgewehre, Plasmakanonen, Scharfschützengewehr, Granaten und Co. lassen keine Wünsche offen.

© Sony Interactive Entertainment

Der Aim Controller sorgt für den Spaß

Und hier kommt dann der Aim Controller ins Spiel. Nach wenigen Minuten habt ihr euch an das Ding gewöhnt und denkt gar nicht mehr darüber nach, wie Farpoint gesteuert werden soll.

Die Plastikknarre gaukelt einem die Waffen im Spiel perfekt vor und sogar das Zielen über Kimme und Korn geht zügig in Fleisch und Blut über. Um die Ballersimulation nämlich perfekt zu machen, gibt es keine Bildschirmanzeigen, kein Fadenkreuz, das in der Mitte des Bildes prangt. Stattdessen könnt ihr aus der Hüfte wahllos um euch ballern oder gezielt über das Visier eure Gegner ins Jenseits schicken.

Munitionsanzeige und ähnliches ist auch direkt am Gewehr angebracht, sodass ich die Waffe mit dem Aim-Controller drehen müsst oder vielleicht näher ans Gesicht heben müsst, um die Informationen abzulesen – eben ganz so, als ob ihr die Waffe tatsächlich in der Hand hättet.

Und deshalb geht die Empfehlung auch eindeutig dahin, Farpoint mit dem Aim-Controller zu spielen. Zwar ist die Steuerung auch mit dem regulären DualShock4-Controller möglich, allerdings verschenkt ihr dann viel Potenzial, was den Shooter eigentlich erst gut macht.

Und genau diese Art der Immersion hat sich jeder Shooter-Fan sicherlich vorgestellt, als er sich ein Call of Duty oder vergleichbares Spiel in VR gewünscht hat. Sony und Entwickler Impulse Gear haben somit mit Farpoint einen beeindruckenden ersten „echten“ Ego-Shooter abgeliefert, der zeigt, wo die Reise hingehen könnte. Jetzt müsste nur am eigentlichen Gameplay noch ein wenig gefeilt werden.

Farpoint findest du hier:

  • PlayStation VR (inklusive Aim-Controller): bei MediaMarkt
  • PlayStation VR (ohne Aim-Controller): bei MediaMarkt

Das ist gut

  • Dank Aim-Controller ein beeindruckendes Erlebnis
  • Verschiedene Steuerungsoptionen, um Motion Sickness vorzubeugen
  • Tolle Klangkulisse
  • Herausfordernde KI

Das geht besser

  • Sehr dünne Story
  • Eintöniger Spielverlauf
  • Nur ein Schwierigkeitsgrad

Fazit

Farpoint würden böse Zungen vermutlich als umfangreiche Demo für Sonys Aim Controller abstempeln - womit sie auch nicht ganz unrecht hätten. Der Ego-Shooter lebt letztlich davon, dass man ihn mit diesem speziellen Eingabegerät durchlebt. Denn dann übersieht man schnell, dass Farpoint im Grunde nur ein eintöniges und ziemlich simples Ballerspiel ist, das eine recht dünne Geschichte erzählt und nicht allzu viel Umfang bietet. Mit dem Aim Controller allerdings sieht man über all diese Kritikpunkte innerhalb von wenigen Minuten hinweg, denn man fühlt sich derart mittendrin auf dem unwirtlichen Planeten und im Kampf gegen die ekligen Alien-Biester und alles andere vergisst. Man schlägt sich durch die Kämpfe, merkt richtig, wie einem der Puls in die Höhe schnell und der Schweiß sich unter der VR-Brille sammelt, weil die Action sich viel realer anfühlt als mit einem Gamepad in der Hand. Wem das dennoch zu mau ist oder wer die Investition in ein abseits dessen noch wenig nutzbares Peripherie-Gerät scheut, der sollte eher einen Bogen um Farpoint machen.
8

VR-World Rating

Gameplay: 7
Steuerung: 9
Immersion: 10
WOW-Faktor: 9
Story: 6
Grafik: 7
Sound: 8
Umfang: 7
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