Wir nehmen den Schutz Ihrer persönlichen Daten ernst! Das Video und somit die Verbindung zu YouTube werden erst nach einem Klick auf "Video aktivieren" freigeschaltet. Beim Aktivieren werden Daten an YouTube bzw. Google gesendet und dort unter Umständen gespeichert. Details entnehmen Sie bitten den Datenschutzbestimmungen von Google unter https://policies.google.com/privacy

Electronauts im Test

HTC Vive Oculus Rift PlayStation VR Spiele VR-Reviews

Electronauts im Test: VR-Musik in unseren Ohren

Direkt zum Fazit

Electronauts ist der neuste Vertreter des beliebten VR-Musikspielgenres. Ob das innovative Spielkonzept den Takt trifft oder sich im Ton vergreift, klären wir in unserem Test.

Eins können wir als Spieler Survios nicht vorwerfen: Mangelnde Kreativität oder Risikobereitschaft. Kaum ein anderer Entwickler versucht sich an so vielen unterschiedlichen VR-Videospielkonzepten.

Nach dem Shooter Raw Data und der Sprint-Spielshow Sprint Vector – beides sehr gute Spiele – kommt nun mit Electronauts eine VR-Live-Remix-Musiksimulation. Was verbirgt sich dahinter und hat Survios hier den nächsten Hit am Start?

Musizieren für jeden

Virtual Reality und Musik  – das scheint eine Kombination zu sein, die gut funktioniert. Zuletzt bewies das der Hype um Beat Saber, das ziemlich viel Spaß macht und sich verkauft wie das sprichwörtliche geschnittene Brot. Während es aber bei Beat Saber vor allem auf ein gutes Rhythmusgefühl ankommt, steht bei Electronauts klar die Kreativität im Vordergrund.

Survios‘ VR-Musikspiel ist auch weniger als Workout geeignet, sondern stellt vielmehr eine Art Musikbaukasten dar. Wir können hier nämlich Songs verschiedener Künstler in Echtzeit auseinandernehmen und Live neu einspielen.

Das wirklich Coole daran: Um das zu tun, brauchen wir nicht die geringsten Vorkenntnisse im Bereich der Musikproduktion. Genauso wenig ist ein besonderes Rhythmusgefühl oder die Kenntnis verschiedener Instrumente vonnöten. Kurzum: Auch, wer in der Schule im Musikunterricht immer nur die Triangel spielen darf/durfte, kann mit Electronauts jede Menge Spaß haben.

Spielziel: Spaß an der Musik

Verantwortlich dafür ist die sogenannte Music Reality Engine (MRE), die Survios eigens für Electronauts entwickelt hat. Sie liefert einerseits den technischen Unterbau dafür, die insgesamt 40 verfügbaren Tracks  in ihre Einzelteile zu zerlegen. Auf der anderen Seite sorgt sie dafür, dass das, was wir mit diesen Einzelteilen anstellen, sich gut anhört.

Durch die automatische Quantisierung wird nämlich alles, was wir tun so ausgespielt, dass es perfekt auf den Takt passt. Profis können diese Funktion auch deaktivieren (wir haben es versucht – offensichtlich sind wir keine Profis).

Electronauts lässt uns bekannte Songs Live in VR remixen. © Survios

Electronauts lässt uns bekannte Songs Live in VR remixen. © Survios

Was Electronauts ebenfalls besonders macht, ist, dass es im Prinzip ein Spiel ohne Ziel ist. Es gibt keine Gegner, keinen Highscore, keine Bestenlisten. Es geht einzig darum, Musik zu machen, sei es für sich selbst oder für Zuschauer (dazu später mehr). Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen, entfaltet Survios‘ DJ-Simulation eine wahrlich einzigartige Faszination.

Innovatives Gameplay…

Das Spielprinzip von Electronauts ist gleichermaßen simpel wie genial: Wir wählen vor dem Spielstart ein Musikstück zum Remixen aus, und schon geht es los. Wenige Sekunden später finden wir uns hinter einem virtuellen DJ-Pult in einem futuristisch anmutenden Tunnel wieder, durch den wir uns auf einer Art Plattform hindurchbewegen.

Unser Pult bietet drei verschiedene Stationen,  an denen wir verschiedene Bestandteile des zu remixenden Tracks in Echtzeit bearbeiten oder wie ein echtes Instrument nutzen können. Die Bestandteile variieren je nach Song.

Insgesamt stehen uns bis zu zehn verschiedene Werkzeuge vom Sphären-Xylophon über die Vocal-Ampulle und den 3D-Effektwürfel bis hin zur Soundbyte-Granate zur Verfügung. Diese Tools können wir per Drag & Drop nach eigenem Gusto in unsere drei „Unter-Pults“ platzieren.

…mit Erklärungsbedarf

Klingt kompliziert? Ist es aber nicht – eigentlich. Die Basisfunktionen des Gameplays bekommen wir in einem kurzen interaktiven Tutorial erklärt. Das ist zwar schön und gut, allerdings handelt es sich dabei wirklich um die absolut rudimentären Grundlagen. Die reichen zwar bereits aus, um mächtig Spaß mit Electronauts zu haben, jedoch bietet das Spiel noch wesentlich mehr.

Leider versäumt es Survios, die Feinheiten des Spiels innerhalb des Spieluniversums zu erklären. Es gibt zwar eine Serie von Youtube-Videos, die einige der erweiterten Funktionen anschaulich erklärt. Warum die Entwickler diese aber nicht ins Spiel eingebaut haben, erschließt sich uns wirklich nicht.

Oculus Rift-Besitzer haben zumindest die Möglichkeit, sich die Video-Tutorials über Oculus Dash ins Sichtfeld einzubinden, was aber mit Zusatzaufwand verbunden ist. Hier hätten wir uns mehr Benutzerfreundlichkeit gewünscht. Aber: Selbst das Ausprobieren einzelner Funktionen nach dem Trial-and-Error-Prinzip macht mächtig Laune. Wer sich ein wenig Zeit nimmt, kann sich die Feinheiten der Steuerung durchaus auch selbst erschließen.

Audiovisueller Trip der Extraklasse

Die Möglichkeiten, die uns Electronauts bietet, sind dabei äußerst umfangreich. Wir können einzelne in den Songs vorhandenen Tonfolgen mit unseren über Bewegungscontroller gesteuerten virtuellen Drumsticks wie ein Xylophon bespielen, Loops aufnehmen, Vocals pitchen, zerstückeln und neu anordnen und vieles mehr.

Das heißt: Dafür, wie der Sound  ist, sind wir weitgehend selbst verantwortlich. Wie eingangs bereits erwähnt, sorgt aber die Music Reality Engine dafür, dass wir uns unabhängig von der eigenen Musikalität schnell wie ein professioneller DJ fühlen.

Sehr cool ist auch die visuelle Umsetzung. Survios hat jedem enthaltenen Song  seine eigene optische Umgebung im Digital-Look à la Tron spendiert. Das spannende daran ist aber, dass die Umgebung auf unsere Aktionen reagiert: Sie pulsiert zum Takt der von uns ausgewählten Drums, blitzt zu den übers Orb-Xylophon eingespielten Sounds und so weiter. Hier erinnert Electronauts ein wenig an Chroma Lab, bei dem wir ebenfalls mit Musik interagieren.

Musizieren für Zuschauer

Aber was wäre ein Live-Remix-Gig ohne Zuschauer? Während es natürlich Laune macht, sich selbst in der Musik zu verlieren, hat Survios auch an die Streamer gedacht. Electronauts verfügt über ein Feature, mit dem Streamer ihre Performance bequem aus verschiedenen Kamerapespektiven verbreiten können. Darunter befindet sich neben einem Selfie Stick eine schwebende Kamera, die an Daft Punk-Performances erinnert.

Auch Back-to-Back-Sets sind dank Koop-Modus möglich. © Survios

Auch Back-to-Back-Sets sind dank Koop-Modus möglich. © Survios

wer nicht streamen möchte, muss nicht zwingend allein bleiben: Es gibt auch einen Koop-Modus, in dem wir zu zweit gleichzeitig an einem Track schrauben können. Apropos Tracks: Wie viel Abwechslung und Spielzeit bietet uns Electronauts eigentlich?

Großer Umfang, wenig Abwechslung

Die Antwort ist paradox: Survios‘ DJ-Simulation  bietet zahllose Stunden Unterhaltung und ist doch auf eine gewisse Weise ziemlich beschränkt. Wie kann das sein? Electronauts bietet zum Release 40 verschiedene Songs, die wir remixen dürfen. Das klingt erst einmal nicht nach sonderlich viel – ist es aber. Denn wie lang der einzelne Song ist, ist völlig unerheblich.

Wir dürfen uns nämlich so lang an einem Track abarbeiten, wie wir Lust haben. Dadurch wird aus einem eigentlich 4-minütigen Song schnell ein einstündiges DJ-Set. Es gibt einfach so unglaublich viele Möglichkeiten, dass die Zeit wie im Flug vergeht.

Der limitierende Faktor ist allerdings die Genre-Auswahl: Zwar unterteilt Electronauts die Songs in ziemlich viele Genres, das ist ehrlicherweise aber nichts als Augenwischerei. Beispielsweise sind acht Songs als Hip Hop deklariert, diese Klassifizierung ist allerdings mehr als fragwürdig. Im Endeffekt handelt es sich bei allen 40 Tracks um EDM (Electronic Dance Music)-Songs von Szenegrößen wie Steve Aoki.

Wer sich nun direkt mit Grausen abwendet, sei beruhigt: Electronauts lässt uns die Songs so granular auseinandernehmen, das vom Original kaum etwas übrig bleibt. Nur wer wirklich überhaupt nichts mit jeglicher Ausprägung elektronischer Musik anfangen kann und z.B. ausschließlich französische Chansons oder Klassik hört, wird vielleicht mit Electronauts keinen Spaß haben. Und das ist ein wirklich großes „Vielleicht“!

Unsere Wertung

Fazit:

Bevor ich Electronauts spielte, war ich eher skeptisch: Eine VR-Live-DJ-Remix-Simulation? Vollgepackt mit EDM-Tracks, einem Musikstil, den ich gern als „Karstadt-Techno“ bezeichne und mit dem ich nichts anfangen kann? Doch wieder einmal hat mich die virtuelle Realität eines besseren belehrt: Dieses Spiel macht einfach richtig Spaß. Ich kann hier aus jedem der 40 verfügbaren Lieder etwas Eigenes erschaffen, das auch mir gefällt – schon nach wenigen Minuten hatte ich dabei ein fettes Grinsen im Gesicht. Electronauts macht seine Songs zu Legobausätzen, die ich auseinandernehmen und zu etwas Neuem zusammensetzen kann, das mir besser gefällt als das Original. Ich kann nur jedem, der schon immer einmal Musik machen wollte, (aber vielleicht wie ich in dieser Hinsicht bestenfalls mäßig talentiert ist), empfehlen, Electronauts eine Chance zu geben.

Electronauts ist definitiv das richtige Spiel für euch, wenn…

  • ihr euch schon immer einmal wie ein DJ fühlen wolltet.
  • ihr musikalisch nicht sonderlich begabt seid, aber trotzdem coole Musik machen wollt.
  • euch elektronische Musik gefällt.
  • euch Beat Saber, Chroma Lab oder BOXVR gefallen.

Electronauts ist eher nichts für euch, wenn…

  • ihr Musik generell abgrundtief hasst.
  • Kreativität eher nicht euer Ding ist.
  • ihr nach einem Spiel sucht, das euch ein klares Ziel vorgibt.

Die VR-Musiksimulation Electronauts bekommt ihr für…

Verfasse eine Antwort

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*

Teilen Sie Inhalte mit Freunden

Beim Aktivieren dieser Funktion akzeptieren Sie, dass Ihre personenbezogenen Daten (z.B. IP-Adresse, URL der besuchten Webseite, Datum und Uhrzeit Ihres Seitenbesuches) an Facebook, Google, Twitter, Pinterest, LinkedIn, Reddit oder Tumblr in ein Land außerhalb Deutschlands (z.B. USA) übermittelt und dort unter Umständen gespeichert werden. Ihr Webseitenbesuch kann so Ihrem Account in diesen Sozialen Netzwerken zugeordnet und dadurch Ihr Surfverhalten beobachtet sowie Profile erstellt werden.
X