Echo Arena

Oculus Rift Spiele
9

VR-World Rating

9.2

VR-User

Die Zukunft des eSports?

Echo Arena ist die Multiplayer-Auskopplung des Weltraumabenteuers Lone Echo und erscheint exklusiv für Oculus Rift. Warum es sich dabei um die Zukunft des eSports handeln könnte, klären wir im Test. 

Lone Echo konnte uns im Test bereits von seinen Vorzügen überzeugen, als kostenlosen Bonus erhalten die Spieler zudem den Multiplayer-Ableger Echo Arena hinzu. Zusätzlich ist Echo Arena aber auch einzeln erhältlich und zwar für die ersten drei Monate sogar kostenlos. Möglich wird das durch Sponsoring von Intel, die Echo Arena zu einer Disziplin der jüngst gestarteten VR-Challenger League auserkoren haben.

Sieht so die Zukunft des eSports aus?

Ultimate Frisbee in der Schwerelosigkeit

In Echo Arena schließen wir uns zu einem Team von bis zu 5 Spielern zusammen und treten gegen eine andere Mannschaft zu einer Runde futuristischem Ultimate Frisbee an.

Das Ziel ist denkbar einfach: Wir müssen die Kontrolle über eine Wurfscheibe erringen, den Attacken des anderen Teams ausweichen und die Frisbee an etlichen Hindernissen vorbei ins gegnerische Tor schleudern. Doch was sich auf dem Papier recht simpel anhört, wird aber in der virtuellen Schwerelosigkeit zu einer echten Herausforderung.

Ähnlich wie im exklusiv für PlayStation VR erscheinenden Sparc  ist voller Körpereinsatz gefragt, und so stoßen wir uns mittels Oculus Touch von den Hindernissen ab, schweben durch die Arena, verteilen Kopfnüsse, die unsere Gegner kurzzeitig lähmen, und versuchen stets, mit gekonnten Würfen einen Punkt zu erzielen.

In Echo Arena geht es drunter und drüber.

Wie in den meisten VR-Spielen mit Wurfmechanik gestaltet sich diese auch in Echo Arena recht abstrakt: Wir bekommen beim Wurf nie soviel Momentum, wie wir das in der Realität erwarten würden (ganz ähnlich wie in Superhot VR). Im Gegensatz zur glaubwürdigen Fortbewegung durch die Schwerelosigkeit dürfen wir hier also keinen Realismus erwarten. Das führt dazu, dass sich das Werfen der Frisbee anfangs wenig intuitiv anfühlt und viel Fingerspitzengefühl erfordert. Hat man sich aber einmal daran gewöhnt, fällt es kaum noch ins Gewicht.

Zwar ist die Lernkurve aufgrund der Navigation im schwerelosen Raum anfangs etwas steil, doch die elegante Steuerung geht wie auch schon in Lone Echo mit etwas Übung wortwörtlich leicht von der Hand.

Das Flache muss am Eckigen vorbei ins Runde.

So muss soziale Interaktion

Vor Beginn einer jeden Runde finden wir uns in einer virtuellen Lobby ein. Hier können wir das Aussehen unseres Avatars anpassen und mit den anderen Spielern (ebenso wie im Match selbst) per Voice over IP quatschen. Langweilige Chatfenster sind passé.

Aufgrund der Tatsache, dass es sich bei Echo Arena derzeit noch um einen Free-2-Play-Titel handelt, hatten wir zu keiner Zeit Probleme, genügend Spieler zusammen zu bekommen. Aufgrund der noch recht überschaubaren Community ist das für ein VR-Spiel keine Selbstverständlichkeit. Mal sehen, ob es in drei Monaten noch genauso aussieht.

Bevor es dann richtig losgeht, haben wir kurz Zeit, uns als Team eine Taktik zu überlegen, woraufhin wir in einer Röhre ins eigentliche Spielfeld geschossen werden. Insgesamt weisen die Matches einen nahezu perfekten Spielfluss auf, die Arena hat genau die richtige Größe, die Hindernisse sind überlegt platziert und jeder Spieler kann sich ins Geschehen einbringen.

Die Server von Echo Arena sind gut besucht

Auch die soziale Komponente kommt in Echo Arena nicht zu kurz. Nur, wer sich sinnvoll positioniert, den Diskus mit einem geschickten Pass an die Mitspieler abgibt und mit diesen kommuniziert, hat eine Chance auf den Sieg. Dabei kommen uns die ausgefeilten Interaktionsmöglichkeiten der Oculus Touch-Controller zugute, sodass wir beispielsweise per Fingerzeig einen bevorstehenden Wurf andeuten oder mit erhobenen Händen auf unsere freie Position aufmerksam machen können.

Allerdings sind solche Spielzüge nur mit dem richtigen Team zu bewerkstelligen, weshalb es schade ist, dass Echo Arena über keine Match-Making-Mechanik verfügt. Sollte sich unsere Mannschaft als zu albern oder wenig kommunikativ erweisen, bleibt uns nichts anderes übrig, als den Server zu wechseln.

Ohne Teamwork sind wir in Echo Arena aufgeschmissen.

Virtueller Vollkontakt

Die physische Präsenz ist dank der hervorragenden Fortbewegungsmethode unerreicht und das Tracking funktioniert größtenteils problemlos. Allerdings profitiert Echo Arena stark von Room Scale VR, weshalb wir insbesondere für professionelle eSportler die Verwendung von mindestens drei Sensoren empfehlen. Andernfalls habt ihr gegen Spieler, die sich frei in 360 Grad bewegen können, einen klaren Nachteil.

Obgleich wir uns in Echo Arena teils ziemlich hektisch im schwerelosen Raum bewegen, kam selbst bei längeren Spielesessions keine Motion Sickness auf. Sollten wir im Gewusel doch einmal die Orientierung verlieren, können wir uns mithilfe des Thumbsticks neu ausrichten. Das Sichtfeld (FOV) hätte aber ruhig etwas höher ausfallen können, um auch Bewegungen im peripheren Sichtfeld besser mitzubekommen.

Obendrein kann es nicht schaden, die Spielfläche von jeglichen Gegenständen freizuräumen und gegebenenfalls auch die Guardian-Begrenzungen eures Setups zu reduzieren, denn Echo Arena setzt auf vollen Körpereinsatz. Sonst besteht womöglich das Risiko, dass ihr im Eifer des Gefechts zu wild um euch schleudert und entweder eure Oculus Touch oder euren Monitor zerschrottet.

Voller Körpereinsatz ist gefragt.

Weniger ist manchmal mehr

Die grafische Qualität kann mit den detailreich gestalteten Umgebungen von Lone Echo zwar nicht konkurrieren, doch kommt der Tron-eske Look letztlich dem Gameplay zugute. Das minimalistisch texturierte Spielfeld und die Neonfarben erleichtern nämlich die Orientierung.

Klanglich hinterlässt Echo Arena ebenfalls einen guten Eindruck, wobei vor allem die exzellente räumliche Verortung der Kommentare unserer Mitspieler hervorzuheben ist. So wissen wir jederzeit, wo sie sich befinden. Die Musik kann mit dem genialen Soundtrack eines Robo Recall zwar nicht mithalten, weiß aber dennoch zu gefallen.

Jedes Match von Echo Arena steckt voller Dynamik.

Unterm Strich bietet Echo Arena unzählige Stunden Spielspaß und ist nicht nur Freunden kompetitiver Multiplayer-Spiele zu empfehlen, zumindest, so lange es noch kostenlos ist.

Echo Arena für Oculus Rift und Oculus Touch gibt es im Oculus Store.

Das ist gut

  • Perfekter Spielfluss
  • Unerreichte Bewegungsfreiheit
  • Hohe Langzeitmotivation

Das geht besser

  • Abstrakte Wurfmechanik
  • Kein Match-Making-System

Fazit

Echo Arena ist ohne Zweifel die beste Multiplayer-Erfahrung, die ich bisher für Virtual Reality ausprobieren durfte. Die Matches bieten das perfekte Pacing, die Steuerung erlaubt volle Kontrolle und das koordinierte Teamplay dank Voice over IP motiviert für lange Zeit.
9

VR-World Rating

Gameplay: 10
Steuerung: 10
Immersion: 10
WOW-Faktor: 8
Grafik: 8
Sound: 8
Umfang: 7

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