Downward Spiral: Prologue

HTC Vive Oculus Rift Spiele
6

VR-World Rating

7.1

VR-User

Appetithäppchen in der Schwerelosigkeit

Die erste Episode der neuen VR-Spieleserie Downward Spiral verspricht „innovative neue Bewegungsmuster in VR, die keine Motion Sickness auslösen“. Aber was taugt das Spiel an sich?

Weltraum und Science-Fiction eignen sich gut als Setting für VR-Erfahrungen und -Spiele. Die endlose Weite erzeugt ein beeindruckendes Panorama, gleichzeitig sorgt es aber auch für ein Gefühl der Verlorenheit. Adrift hat das – abgesehen von der suboptimalen Steuerung – eindrucksvoll bewiesen. Auch das actiongeladene Homebound überzeugte uns im Test durch den spannenden Kampf ums Überleben im Erd-Orbit.

Abstoßen, Schweben, Abbremsen

Downward Spiral setzt allerdings weniger auf die endlose Weite des Weltraums, zumindest nicht im Prolog. Nur ganz zu Beginn bekommen wir einen eingeschränkten Blick auf den blauen Planeten: Offenbar befinden wir uns auf einer Raumstation in der Umlaufbahn der Erde. Gleich zu Beginn zeigt sich die Besonderheit von Downward Spiral.  Dabei handelt es sich um die Fortbewegung: In der Schwerelosigkeit kommen wir – ziemlich realistisch – durch festhalten und abstoßen vorwärts.

Diese Röhre wirkt in VR extrem heiß: Die grafische Umsetzung ist sehr gut gelungen. © 3rd Eye Studios Oy

Diese Röhre wirkt in VR extrem heiß: Die grafische Umsetzung ist sehr gut gelungen. © 3rd Eye Studios Oy

Auf diese Weise bewegen wir uns durch Räume und Gänge und betätigen Schalter und Hebel, um beispielsweise die Stromversorgung wieder in Gang zu setzen, Türen zu öffnen oder Waffenschränke auszuräumen. Ein simples Inventar beherbergt einen Leuchtstab und Waffen (bis zu zwei Pistolen können wir aufsammeln).

Während das grundsätzliche Prinzip der Bewegung (abstoßen, schweben und abbremsen an Wänden oder anderen Strukturen) wirklich gut durchdacht ist und meistens funktioniert, ist die Steuerung nicht ausreichend gut umgesetzt worden. Wenn wir uns an einer massiven Konsole festhalten und uns hin und her bewegen, fühlt es sich an, als wäre die Konsole aus Pappe und wir könnten damit herumwedeln. Eigentlich sollten wir das Gefühl haben, wir bewegen unseren Körper daran entlang, stattdessen wirkt es oft, als bewegten wir das Level und nicht uns selbst.

Zur Abwechslung schießen

Haben wir uns an daran gewöhnt, kommt der Realismus allerdings sehr gut zum Vorschein: Abstoßen, Schweben und Abbremsen vermitteln stark das Gefühl, in einer Raumstation zu sein. Motion Sickness (lest dazu auch unseren ausführlichen Artikel) oder andere Formen von Unwohlsein konnten wir nicht feststellen. Allerdings bleiben wir immer mal wieder hängen oder das Abstoßen reagiert nicht richtig. Hier ist noch mehr Feinschliff nötig.

Kleine fliegende Roboter wollen uns grillen - wir wehren uns mit Waffengewalt. © 3rd Eye Studios Oy

Kleine fliegende Roboter wollen uns grillen – wir wehren uns mit Waffengewalt. © 3rd Eye Studios Oy

Ein bisschen Kampf gibt’s auch: Kleine, runde Roboterkugeln greifen uns mit elektrischen Attacken auf dem Weg zum Kern des Levels an. Dafür haben wir Knarren. Das Schießen funktioniert recht solide, solange wir nicht versuchen, die Bewegungscontroller (HTC Vive) zum Zielen über Kimme und Korn zu nahe an das Headset zu bewegen. Dann verzieht sich die Position der Waffe und zielen wird unmöglich. Mit der Oculus Rift und den Oculus Touch Controllern passiert das nicht, offenbar scheint es hier noch Probleme bei der Integration der Vive-Controller zu geben.

Guter Start, aber mit Schwächen

Die Stärke des mit rund 15-20 Minuten sehr kurzen Spiels liegt vor allem in einigen sehr beeindruckenden Momenten, die wir nicht spoilern wollen. Außerdem kann Downward Spiral im Koop-Modus gespielt werden. Einen Kollegen in der virtuellen Realität vor uns herumschweben zu sehen, während er/sie über Voice-Chat mit uns kommuniziert, ist schon ein ganz besonderer Immersions-Grad.

Wenn die Steuerung nicht manchmal herumzicken würde, könnte das Gefühl der Schwerelosigkeit nahezu perfekt sein. © 3rd Eye Studios Oy

Wenn die Steuerung nicht manchmal herumzicken würde, könnte das Gefühl der Schwerelosigkeit nahezu perfekt sein. © 3rd Eye Studios Oy

Grafisch macht Downward Spiral alles richtig: Die Texturen sind scharf, die Effekte sehr gut. Vor allem der große Knalleffekt am Schluss hat es in sich. Sound und Musik überzeugen auf ganzer Linie. Die beiden großen Probleme des Spiels liegen in den Steuerungsmacken und im dünnen Umfang, der einen Preis von rund 10 Euro nicht angemessen erscheinen lässt. Auch der Deathmatch-Modus mit bis zu acht Spielern ändert daran nichts.

Wen das nicht stört, der bekommt mit Downward Spiral: Prologue ein ordentliches Appetithäppchen. Allerdings muss mit der nächsten Episode mehr Inhalt kommen – und vor allem eine Story, denn die existiert bisher überhaupt nicht.

Downward Spiral: Prologue bekommt ihr im Steam Store.

Das ist gut

  • sehr gute Grafik
  • guter Sound
  • realistische Fortbewegung

Das geht besser

  • sehr geringer Umfang
  • diverse Steuerungsmacken

Fazit

Gelungenes Spiel, das besonders im Koop viel Spaß macht. Steuerungsmacken und der ziemlich dünne Umfang verhindern aber eine höhere Wertung.
6

VR-World Rating

Gameplay: 6
Grafik: 8
Sound: 8
Steuerung: 5
Immersion: 8
Wow-Faktor: 8
Umfang: 2

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