Doom VFR (PlayStation VR)

PlayStation VR Spiele
8

VR-World Rating

8.6

VR-User

Doom VFR im PSVR-Test: Was für ein Höllenritt!

Direkt zum Fazit

Wo Doom draufsteht, ist puristisches und doch treffsicheres Gameplay drin. Perfekt für Virtual Reality, oder? Doom VFR für die PlayStation VR im Test.

Hinweis: Doom VFR für die HTC Vive haben wir in einem eigenen Testartikel behandelt, gehen dort aber hauptsächlich auf die Unterschiede ein. Wer das ganze Bild will, der liest beide Artikel.

Wer sich einen aktuellen Shooter gönnt, erhofft sich eine ganze Packung an fesselnder Spielerfahrung. Innovatives Gameplay, eine spannende Story. Nun, Doom VFR für PlayStation VR und HTC Vive pfeift auf all das. Und funktioniert trotzdem. Mal wieder steht das Höllentor sperrangelweit offen. Und was da an Dämonen herauskommt, sollte schleunigst wieder dahin zurückgeballert werden. Wer schuld am Schlamassel ist? Egal, der Industrial-Metal-Soundtrack treibt mit dem halsbrecherischen Spieltempo dermaßen, dass jegliche rationale Überlegung reinen Überlebensinstinkten weicht.

Die Widersacher wirken in Doom VFR noch viel fieser als im normalen Doom.

Die Widersacher wirken in Doom VFR noch viel fieser als im normalen Doom.

Das F steht für „Fucking“

Allerdings: Wir haben es hier nicht mit einem Port vom 2016er Doom zu tun, sondern mit einem eigens entwickelten VR-Shooter für HTC Vive und PlayStation VR. Statt den Doom-Marine spielen wir hier den Wissenschaftler Dr. Peters, der direkt zu Spielbeginn ablebt. Gut, dass Doom VFR in der Zukunft spielt und Bewusstseins-Transplantationen möglich sind. Also wird der Geist unseres Docs in einen Security-Bot transferiert und die Dämonenjagd kann losgehen. Peters kommentiert übrigens alles in guter Vertonung auf Deutsch – das ist heutzutage nicht selbstverständlich und deshalb ein klarer Pluspunkt.

Auch wenn die Kampagne eine andere ist und sich wie ein Remix der normalen Doom-Handlung anfühlt: Gravierende Unterschiede sollte man trotzdem nicht erwarten, denn Spielprinzip, Artdesign und Levelaufbau bleiben gleich. Unsere Missionen können wir in einem hübschen, übersichtlichen Menü aufrufen, die 3D-Karte macht die Orientierung leicht. Darüber hinaus ist Doom VFR eine spielgewordene Tötungsorgie, die den Purismus zelebriert und so tut, als hätte es die Shooter-Evolution der letzten zehn Jahre nicht gegeben. Und das funktioniert erstaunlich gut in Virtual Reality.

Die Umgebungen sind schön detailliert und die Gegner wirken in VR sehr viel bedrohlicher und opulenter als im normalen Doom. Vor allem, wenn die Viecher von hinten angreifen, ist das nichts für schwache Nerven (Tipp: Wenn ihr die Helligkeit anpasst, ist es weniger gruselig!). Dazu kommt der Affenzahn, den das Spiel drauf hat. Die Kombination ergibt eine klasse Immersion, die die volle Packung Doom-Feeling bringt und erstaunlicherweise trotzdem keine Motion Sickness verursacht.

Bei derartigen Dämonen-Brocken muss auch mal eine Granate herhalten.

Höllische Steuerung

Mit der Wahl der Steuerungsart solltet ihr euch lieber beeilen. Zu einem Zeitpunkt, an dem andere Spiele noch gemächlich Figuren einführen, drückt Doom uns nämlich schon die Knarre in die Hand und lässt uns das erste Dutzend Dämonen erschießen – was exemplarisch für die gesamte Handlung steht, die keine Verschnaufpausen zulässt. Eigentlich super. Wäre da nicht einmal mehr das PlayStation-VR-Steuerungs-Dilemma.

Auf PSVR zur Verfügung stehen: Move, Aim-Controller und Dualshock 4. Die Move-Steuerung erfordert mal wieder die meiste Einarbeitungszeit und bietet keine freie Bewegung. Stattdessen: Teleportation. Mit dem linken Move-Controller visiert ihr einen Punkt an und teleportiert euch dorthin. Während ihr das tut, setzt eine Slow-Motion-Phase ein, die ihr zu eurem taktischen Vorteil nutzen könnt. Mit dem rechten Move-Controller haltet ihr drauf.

Insgesamt geht die Move-Steuerung nach kurzer Einarbeitung ganz gut von der Hand, da ihr beispielsweise per Knopfdruck auch eine 180-Grad-Drehung hinlegen oder Ausweichschritte vornehmen könnt. Tatsächlich taugen diese ebenfalls, um sich in kleinen, aber schnellen Schritten durch die Spielwelt zu bewegen. Tracking-Probleme sorgen aber zuverlässig dafür, dass man die Move-Knüppel am liebsten dem nächsten Dämon an den knochigen Schädel werfen möchte. Hier stinkt die PSVR nach wie vor extrem gegen das Roomscale-VR von HTC Vive und Oculus Rift ab.

Steht in Flammen - der Posessed Engineer hätte den Benzintank lieber abgeschnallt.

Steht in Flammen: Der Posessed Engineer hätte den Benzintank mal besser abgeschnallt.

Smooth gegen den Teufel

Wollt ihr den Höllenritt lieber „smooth“ statt schrittweise erleben (Achtung: hier könnten manche Spieler an Motion Sickness leiden), müsst ihr mit Aim- oder Dualshock-4-Controller Vorlieb nehmen. Beide Varianten bieten Teleportation, geschmeidige Bewegungsabläufe und sogar beides zusammen.

Bethesda wirft die Glory-Kills aus dem Original über Bord, Finishing-Moves gibt’s aber trotzdem. Nur visiert ihr die Gegner jetzt an, sobald sie leuchten, fegt per Tastendruck durch sie hindurch und zerlegt sie so in ihre Einzelteile. Das nennt sich dann Telefrag. Kimme-und-Korn-Zielen ist nicht drin, das würde den Spielfluss aber ohnehin nur stören.

Wer sich nicht permanent mit aufgrund von Tracking-Aussetzern herumflirrenden Waffen herumärgern will, dem bleibt eigentlich nur die Dualshock-Steuerung. Was insofern einmal mehr schade ist, als dass die Immersion dadurch natürlich ein Stück weit auf der Strecke bleibt.

Kurzer Höllentrip

Immerhin fegt ihr nach kurzer Eingewöhnung wie die Wilden durch die Hölle und entwickelt dabei einen Groove, der sich nicht mal bei der klassischen Doom-Version einstellt. Dazu trägt auch bei, dass Entwickler id Software die Levels VR-tauglich arrangiert und den Spielfluss optimiert. Wir sammeln neue Waffen und Munition ein, weichen den Geschossen der fetten Höllenkreaturen aus und löschen sie mit richtig gut modellierten Waffen einfach aus.

Sehr cool: Neben Skillverbesserungen (beispielsweise Gesundheit oder Verlängerung der Zeitlupe beim Telefragging) finden wir auch Mods, die unsere Waffen mit besonderen Angriffen aufrüsten und die an der Waffe zu sehen und animiert sind. Das – und das krasse Effektgewitter – sorgt für ein schlicht großartiges Doom-Gefühl!

Nach ca. vier Stunden (auf dem härtesten der drei Schwierigkeitsgrade) ist der spaßige Höllentrip dann auch schon wieder vorbei. das ist uns dann doch etwas arg kurz geraten, auch wenn Doom VFR einen hohen Wiederspielwert mit sich bringt. Allein schon, weil Bethesda mit Toxic Refinery und Nuclear Plant zwei Karten aus dem Original-Doom implementiert, die sich nach dem ersten Durchspielen freischalten lassen.

Mit großer Portion-Retro-Charme, aber höher aufgelösten Umgebungen und Gegnern, versteht sich. Wir hoffen allerdings, dass id Software noch einen Multiplayer-Modus per Patch nachreicht – der fehlt uns nämlich ganz besonders.

Das Virtual Reality-Spiel Doom VFR für PlayStation VR erhaltet ihr im PlayStation Store.

Das ist gut

  • Coole VR-Action
  • Klasse Doom-Feeling
  • Vollwertige Kampagne...

Das geht besser

  • ...die etwas zu kurz geraten ist
  • Schwache Move-Steuerung
  • Kein Multiplayer

Fazit

Doom und Virtual Reality? Ich muss mich ja schon zusammenreißen, dass mir beim 2016er Ableger nicht schwindelig wird! Die Kombination funktioniert in der Praxis allerdings dermaßen beschwerdefrei, dass ich nach dem ersten Durchgang direkt noch einen zweiten hätte einlegen können. Die kurze Spielzeit von rund vier Stunden lässt das auch zu. Für meinen Geschmack hätte es allerdings trotzdem gerne etwas länger sein dürfen. Die Move-Steuerung ist leider mal wieder für die Tonne, weshalb ich mich schnell beim Dualshock-4 eingependelt und den Immersionsverlust zähneknirschend in Kauf genommen habe.
8

VR-World Rating

Grafik: 8
Sound: 9
Gameplay: 9
Immersion: 8
Umfang: 4
Steuerung: 6
Komfort: 9
Zum Anfang

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