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Déraciné im Test

PlayStation VR Spiele VR-Reviews

Déraciné im VR-Test: Stimmungsvoller Feenzauber

Direkt zum Fazit

Mit dem ungewöhnlichen VR-Adventure Déraciné feiert Dark Souls-Entwickler Form Software sein Virtual Reality-Debüt. Was erwartet PlayStation VR-Besitzer auf der virtuellen Zeitreise?

Es gibt VR-Ankündigungen, die sorgen auch außerhalb der Virtual Realiy-Welt für Aufsehen. So zum Beispiel geschehen auf der diesjährigen E3, in deren Rahmen Sony und Dark Souls-Entwickler From Software das PSVR-exklusive Adventure Déraciné ankündigten.

Aber Déraciné ist alles andere als ein Souls-Game für die virtuelle Realität geworden. Anstatt schweißtreibender Kämpfe mit bissigem Schwierigkeitsgrad steht hier nämlich Atmosphäre und Präsenzgefühl im Vordergrund. Form Softwares VR-Debüt versteht sich nämlich vor allem als erfahrbare 3D-Welt.

Ein Adventure an einem aus der Zeit gefallenen Ort

Das unter der Leitung von Dark Souls-Schöpfer Hidetaka Miyazaki entstandene Spiel versetzt uns in ein abgelegenes Internat zu einer Zeit, die an das Europa des 19. Jahrhunderts erinnert. Wann und wo die Handlung genau spielt, wird nicht erwähnt und generell liegt über der ganzen Spielwelt eine surreale, traumgleiche Atmosphäre.

In Déraciné spielen wir eine Fee in einem Internat. © From Software

In Déraciné lernen wir nach und nach mehr über die Bewohner eines Internats. © From Software

In Déraciné schlüpfen wir in die Rolle einer Fee, die die Gänge und Hallen des Internats auf friedliche Weise heimsucht. Aufgrund unseres magischen Daseins nehmen wir die Zeit allerdings anders war, als die menschlichen Bewohner des Heims. Konkret bedeutet dies, das über weite Teile des Spiels die Zeit für uns komplett still steht.

Trotz dieser Barriere versuchen die Kinder des Internats mit uns auf verschiedene Arten zu interagieren und durch bestimmte Objekte können wir uns ähnlich wie ein gutmütiger Poltergeist bemerkbar machen. Unter anderem helfen wir den Kindern so dabei, verlorene Gegenstände wiederzufinden und bewahren sogar ein Mädchen vor einem schlimmen Unfall. Ihre Rettung hat allerdings unerwartete Konsequenzen auf die weitere Zeitlinie der Handlung.

Gewöhnungsbedürftige Move-Controller-Steuerung

Wer nicht über zwei Move-Controller verfügt, kann sich die Interaktion mit den virtuellen Mädchen und Jungen allerdings gleich sparen. Déraciné setzt nämlich unausweichlich auf Sonys zusätzliche Hardware-Peripherie. Wie in vielen anderen VR-Adventures bewegen wir dabei mit den beiden Controllern unsere virtuellen Hände und greifen mit den Triggern nach Objekten.

Hinweise für den weiteren Spielverlauf gibt es auch in Form von geschriebenen Nachrichten. © From Software

Durch das im Gegensatz zu PC-Brillen eingeschränkte Bewegungs-Tracking der PlayStation Kamera können wir allerdings nur in einem sehr kleinen Umfeld mit Gegenständen interagieren. Deswegen teleportieren wir uns per Tastendruck auch immer erst an ein zu untersuchenden Bereich heran und müssen dann manchmal noch mit der X- oder O-Taste am jeweiligen Ort herum rotieren, um wirklich alles in den Griff zu bekommen.

Das Spiel versucht hier natürlich so viel wie möglich aus der nun einmal Hardware-technisch begrenzten Steuerung herauszuholen. Umständlich spielt es sich dadurch aber hin und wieder trotzdem. Zumal noch Tasten für unser virtuelles Inventar, eine Taschenuhr, die uns unsere Ziele anzeigt, und zum Untersuchen von Objekten hinzukommen.

Dafür, dass sich Déraciné vor allem als interaktive Geschichte mit simplen Gameplay-Mechaniken gibt, brauchen wir eine ganze Weile, bis uns die Steuerung wirklich in Fleisch und Blut übergeht. Das zerrt zu Beginn des Spiels natürlich an der Immersion.

Simple Rätsel und virtuelle Zeitreisen mit Potential

Die Rätsel beschränken sich im Normalfall darauf, dass wir irgendwo im Internat ein bestimmtes Item ein- und an anderer Stelle wieder auspacken müssen. Tipps dazu gibt es immer wieder in Form von Erinnerungen der Kinder, die wir uns in Dialogform anhören.

Oft trägt eines der Kinder das benötigte Objekt auch selber am Körper. Dann müssen wir ihm oder ihr zum Beispiel einen Schlüssel aus der Hosentasche ziehen, was nicht weiter schwer ist, da ja über weite Teile des Spiels die Zeit sowieso still steht.

Nur in einigen Schlüsselmomente bewegt sich die Fluss der Zeit weiter und wir erleben die Kinder kurz in Bewegung. Leider macht das Spiel von seiner Zeitreise-Thematik allerdings spielerisch kaum Gebrauch. Jeder Sprung in der Zeit ist fest vorgegeben und nur vereinzelt spielt Zeit in den Rätseln selbst eine Rolle.

Nur ab und zu kommt unsere Kraft zum Einsatz, Dingen die "Lebenszeit" zu entziehen. © From Software

Nur ab und zu kommt unsere Kraft zum Einsatz, Dingen die „Lebenszeit“ zu entziehen. © From Software

Zu Beginn müssen wir beispielsweise einen Zweig Trauben in unsere Hand nehmen, um diesen die Zeit (sprich Lebensenergie) zu entziehen. An anderer Stelle lassen wir mit der aufgenommen Energie dann eine verwelkte Blume aufblühen und signalisieren so einem Mädchen, das wir anwesend sind. Leider kommt diese – auch erzählerisch interessante – Mechanik viel zu selten zum Einsatz.

Einprägsame Spielwelt…

Die Dark Souls-Reihe wird neben ihrem unerbittlichem Schwierigkeitsgrad ja bekanntlich auch für ihre dichten Spielwelten gefeiert. Bei ihnen handelt es sich um virtuelle Orte, die selber eine Erzählung darstellen, anstatt nur bloße Bühne für eine Handlung zu sein.

Auch im Falle von Déraciné ist die Spielwelt das eigentliche Highlight der gesamten VR-Erfahrung. Unter der VR-Brille werden wir an einen idyllischen, aber irgendwie auch melancholischen Ort transportiert. Die Räumlichkeiten des virtuellen Internats blieben mir dabei auch nach dem Spielen in Erinnerung – ein bisschen so, als hätte ich das virtuellen Internat tatsächlich besucht.

Der erzählerische Kniff, als „gute Fee“ nur minimal mit der Welt und ihren Bewohnern interagieren zu können, schafft zudem eine narrativ sinnvolle Grundlage für das Gefühl, eben doch nie ganz da zu sein in der virtuellen Realität. Ein Effekt, den Miyazaki bewusst eingesetzt hat.

Die liebevoll gestalteten Räumlichkeiten sind eindeutig das Highlight des VR-Spiels. © From Software

Die liebevoll gestalteten Räumlichkeiten sind eindeutig das Highlight des VR-Spiels. © From Software

Obwohl ich einerseits das Gefühl habe, den jungen Internatsbewohnern direkt in die emotiven Augen blicken zu können, bleiben sie eben doch immer ein Stück von mir entfernt, so als wäre eine unsichtbare Wand zwischen uns – was ja auch der Wahrheit entspricht, denn nichts anderes ist letztendlich das Display des VR-Headsets.

Déraciné nutzt diese widersprüchliche Mischung aus „sich als Teil der Welt fühlen“ und einem Eindruck ständiger Isolation, um so eine ganz eigene Atmosphäre zu erzeugen.

…trifft auf langatmige Handlung

Leider fällt die eigentliche Handlung gegenüber der stimmungsvollen Inszenierung deutlich ab. Ich persönliche brauche nicht an jeder Ecke Cliffhanger und unerwartete Wendungen, um bei einer Erzählung am Ball zu bleiben, aber ein Mindestmaß an Intrige sollte dann doch vorhanden sein. In dieser Hinsicht blieb Déraciné leider hinter meinen Erwartungen zurück.

Auch die Gärten außerhalb des Internats laden zum Erkunden ein. © From Software

Auch nach anderthalb Stunden im virtuellen Internat will die Erzählung einfach nicht richtig in Gang kommen. Zwar habe ich zu diesem Zeitpunkt bereits die verschiedenen Figuren besser kennengelernt, aber finde keine so interessant, dass ich unbedingt wissen will, wie es mit ihr weitergeht.

Am Ende wirkt der erste VR-Titel von From Software deshalb vor allem wie eine Fingerübung für das neue Medium – eine Fingerübung, die Verbesserungspotential aufweist, aber eben auch Lust auf mehr macht.

Unsere Wertung

Fazit:

Déraciné ist ein eigenwilliges Spiel und trifft daher sicherlich nicht jedermanns Geschmack. Die Handlung kommt nur langsam in Gang und plätschert eher unaufgeregt im Hintergrund vor sich hin, die Rätsel beschränken sich meistens auf reine Suchaufgaben. Trotzdem entfaltet das verwunschene Internat eine starke Anziehungskraft, bei der wieder einmal From Softwares Talent für das Erschaffen einnehmender Welten zur Geltung kommt. Wer nach VR-Unterhaltung außerhalb ausgetretener Genre-Klischees sucht, kommt hier womöglich auf seine Kosten.

Ihr solltet Déraciné eine Chance geben, wenn ihr:

  • gerne auf virtuelle Entdeckungstour geht
  • auf atmosphärische VR-Erfahrungen steht
  • euch Mittendringefühl und Stimmung wichtiger sind als der Plot
  • ihr Dark Souls vor allem wegen dem gelungenen Worldbuilding mögt

Das erste VR-Spiel von From Software ist eher nichts für euch, wenn ihr:

  • keine PlayStation Move-Controller besitzt
  • der eigenwilligen Spielwelt nichts abgewinnen könnt
  • euch eine fesselnde, wendungsreiche Geschichte wünscht
  • ein waschechtes Puzzle-Adventure mit fordernden Rätseln erwartet

Hier erhaltet ihr das VR-Adventure Déraciné:

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