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CES 2018: Was bedeutet Sonys Schweigen bezüglich PlayStation VR?

© Sony Interactive Entertainment / PlayStation VR

Sonys überaus erfolgreiche VR-Brille PlayStation VR für die Playstation 4 (Pro) glänzte auf der diesjährigen CES überraschenderweise gänzlich durch Abwesenheit. Was bedeutet das für die Zukunft von Sonys Virtual Reality-Bestrebungen?

In diesem Artikel will ich folgendes behandeln:

  • Warum PSVR perfekt auf die CES gepasst hätte
  • Mögliche Gründe dafür, dass Sony sich dagegen entschieden hat
  • Die Anzeichen dafür, dass Sony auch in Zukunft auf PlayStation VR setzen wird

Auf Sonys diesjähriger CES-Pressekonferenz hatte CEO Kazuo Hirai zwar allerlei Neuigkeiten parat – nur nicht zu PlayStation VR. Das verwundert einerseits aus mehreren Gründen, ist andererseits aber durchaus verständlich. Ich möchte das Fehlen der PSVR auf der CES 2018 einordnen.

PSVR auf der CES 2018: Verpasste Chance?

Kaz Hirai begann seine Präsentation direkt mit der Einführung eines Schlagworts, das zu allen vorgestellten Produkten passen sollte: „Kando“. Da wir im Westen mit diesem Begriff herzlich wenig anfangen können, füllte der Sony-CEO das geflügelte japanische Wort auch gleich mit Inhalt. Kando sei die Fähigkeit, Menschen emotional zu berühren, und genau das wolle man mit den hauseigenen Produkten erreichen: Technologie für „Wow-Momente“ erschaffen, das sei das Ziel.

Wo geht die Reise Hin für PlayStation VR?

Wo geht die Reise Hin für PlayStation VR?

Okay, dachte ich, dann wird er wohl auch ein paar Takte zu PlayStation VR sagen, schließlich passt Virtual Reality perfekt in dieses Schema. Allerdings wurde ich enttäuscht. Es ging um Kameras, Bildschirme, Autos. Und dann war die Konferenz auch schon wieder vorbei. Meine erste Reaktion war ungläubiges Staunen – warum nutzte der Sony-Boss die Steilvorlage, die er sich selbst gab, nicht? Ist VR plötzlich nicht mehr interessant für den Unterhaltungsriesen aus Fernost?

Sony & VR: Keine Panik!

Später versuchte ich, das (nicht) Gehörte erneut einzuordnen und kam zu dem Schluss: So schlimm ist das Ganze nicht, und zwar aus verschiedenen Gründen. Erstens: PlayStation VR ist selbst im Vergleich mit der Konkurrenz von HTC und Oculus sehr erfolgreichÜber 2 Millionen verkaufte Einheiten (Stand Dezember 2017) sprechen da eine klare Sprache. Sony wird einen Teufel tun und VR links liegen lassen.

Zweitens: Sony ist ein großes Technologieunternehmen mit einem breiten Warenangebot. Die gesamte CES-Pressekonferenz dauerte zudem in etwa gerade einmal so lang, wie sich der Intel-CEO Zeit für seinen ebenso überraschenden wie spektakulären VR-Rundumschlag nahm.

Es ist also gut möglich, dass Sony den Fokus bei der CES bewusst auf andere Themen setzte – die großen Spielemessen kommen schließlich noch, und dort würde PSVR thematisch einfach besser hinpassen. Die nächste für eine Ankündigung potentielle interessante Messe ist die Game Developers Conference (GDC) in San Francisco, die am 18. März 2018 beginnt. Vielleicht erfahren wir dort bereits mehr?

PlayStation VR: Weiterentwicklung im Stillen

Hinzu kommt, dass Sony PSVR durchaus weiterentwickelt, die Japaner hängen das aber nicht an die große Glocke. Mittlerweile hat der Konzern nämlich eine überarbeitete Version des VR-Headsets in den Verkauf gebracht. Das Gerät mit der Modellnummer CUH-ZVR2 ist seit November auf dem Markt und bringt einige kleine Verbesserungen gegenüber dem alten Design.

Mittlerweile ist eine überarbeitete Version von PlayStation VR im Handel.

Mittlerweile ist eine leicht überarbeitete Version von PlayStation VR im Handel.

Allein das zeigt, dass Sony kontinuierlich an der PSVR weiterarbeitet. Dass der Konzern bislang noch keine PlayStation VR 2 angekündigt hat, ist zudem nicht wirklich verwunderlich. Schließlich ist das Headset das „neueste“ Gerät unter den drei großen VR-Brillen. HTC Vive und Oculus Rift sind schon deutlich länger zu haben. HTC – der Hersteller mit dem „ältesten“ Headset – läutete jetzt auf der CES mit der HTC Vive Pro als erster des Trios den nächsten Schritt in Richtung nächster VR-Generation ein.

Es würde uns trotzdem nicht wundern, wenn Sony sich noch Zeit lässt. Schließlich verkauft sich PlayStation VR auch in der aktuellen Variante hervorragend. Solang die Japaner möglichst viel aus unserer Wunschliste für einen Nachfolger berücksichtigen, dürfen sie von uns aus gern noch eine Weile an einer neuen Brillen-Version werkeln.

2018: VR-Spiele im Fokus

Wahrscheinlicher als eine Ankündigung der PSVR 2 sehen wir mittelfristig eher eine Preissenkung für das aktuelle Modell. Damit könnte Sony auch die Kunden ins VR-Boot holen, denen 399 Euro für zusätzliche Hardware zu viel sind.

PlayStation VR 2018: Mehr Software statt neuer Hardware.

PlayStation VR 2018: Mehr Software statt neuer Hardware.

Noch etwas spricht meiner Meinung nach dafür, dass Sony weiterhin mit Virtual Reality plant. Das Hauptaugenmerk des Konzerns scheint nämlich für 2018 nicht auf der Hardware, sondern im Softwarebereich zu liegen. Ganz oben auf der Liste steht dabei ein Ausbau der VR-Spiele-Bibliothek.

Aus den aktuell etwa 150 verfügbaren Titeln sollen im Verlauf dieses Jahres satte 280 werden – ein Zuwachs von 86%. Aufgrund dieser Inhalts-Offensive dürfen sich PlayStation VR-Freunde in den kommenden Monaten über eine Fülle potentieller Toptitel freuen. PlayStation VR ist also alles andere als tot – CES-Flaute hin oder her.

Wie steht ihr zu den spärlichen News rund um einen PSVR-Nachfolger? Freut ihr euch auf die neuen Spiele für 2018 oder würdet ihr lieber eine PlayStation VR 2 sehen? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!

6 Kommentare

  1. Ohne Playstation 5 macht eine psvr 2 überhaupt keinen Sinn, oder besser eine Playstation 6?
    Aktuell ist es nicht mal möglich GTSport Psvr zu einem Multiplayer Event zu machen, sondern nur zu einem Singleplayer-Erlebnis.Es gibt kein Project Cars2 psvr, es gibt kein Formel 1 Psvr, es gibt kein Assetto Corsa psvr und es soll auch nichts kommen. Ganz schön deprimierend für all die Racingsim-Fans, die sich im Vorfeld schon so darauf gefreut haben und in Ps4 pro + psvr + Lenkrad investiert haben.
    Gerade zu lächerlich, wie der Sony Boss Deutschland ( Uwe Bassendowski) auf einer Messe noch prahlte, das GT Sport komplett in PSVR spielbar sei.
    Ich vermute es wird bereits für Ps5 und psvr2 in diesem Genre entwickelt, wobei ich erst frühestens Ende 2019 mit einer neuen Hardware rechne. Wann dann wohl ein GtSport Nachfolger kommt? Vermutlich werden einige auf den PC umsteigen, nur wegen Rennsimulation, nicht wegen der restlichen Software für psvr, die ist ja nicht schlecht.
    Gruß

    Antworten
    • Benjamin Danneberg

      Das ist ja interessant, die Rennsimulationen kommen gar nicht für PSVR? Naja, der Grund könnte wirklich die Leistung der PS4 (Pro) sein. An der Kundenbasis wird es definitiv nicht liegen.

      Antworten
  2. Ein verbessertes Trackingsystem wäre nicht schlecht, da es sehr schnell passiert, dass man aus recht geringem radius der PS-Kamera hinaustapt = Movecontroller

    Antworten
  3. Ich als SimRacer wünsche mir ganz klar eine PSVR 2 mit Project Cars X, sonst muss wohl doch ein PC her.

    Antworten
    • Oliver Schmiedchen

      Stimmt, eine vollwertige Track-Rennsimulation fehlt PSVR definitiv noch (DriveClub ist ja eher ein Arcade-Racer)!

      Antworten

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