ANZEIGE

CES 2018: Intel bekennt sich klar zu Virtual Reality

CES 2018: Intel bekennt sich klar zu Virtual Reality

Intel überrascht auf der diesjährigen CES mit einem klaren Bekenntnis zu Virtual Reality. Der Chiphersteller glänzt zudem mit einer ganzen Reihe an beeindruckenden VR-Projekten. Wir haben alle Infos für euch gesammelt.

Wow! Mit diesem intensiven Fokus auf Virtual Reality seitens Intel haben wir nun wirklich nicht gerechnet. Schließlich hatte Intel vor nicht allzu langer Zeit sein vielversprechendes Headset-Projekt Alloy sang- und klanglos eingestampft. Auf der CES 2018 widmete widmete Intel-CEO Brian Krzanich eine komplette Stunde seiner Keynote allein den zahlreichen VR-Projekten des Chipherstellers. Nachdem weder LG, noch Samsung und nicht einmal Sony ein Wort zu VR oder AR verloren hatten, kam nun mit Intel der „Informations-Overflow“.

Intel True View

Gleich der erste Punkt auf Krzanichs Tagesordnung lautete „Immersive Media“. Unter diesem Begriff stellte er direkt zu Beginn seiner Präsentation ein Technologie-Tandem vor, das nicht weniger leisten soll, als Fernsehübertragungen und das Medium Film zu revolutionieren.

Am Beispiel eines NFL-Footballspiels demonstrierte Krzanich die Funktionsweise von Intel True View. Das Kamerasystem ist für die Aufnahme des Bildmaterials zuständig. Rund um das Spielfeld werden mehrere 5K-True View-Kameras installiert, die das Geschehen auf und jenseits des Spielfelds mit jeweils mehreren Kameralinsen aufnehmen. Durch die Kombination der Bilder aller Kameras entsteht ein 3D-Voxel-Abbild des Geschehens. Voxel sind im Prinzip dreidimensionale Bildpunkte, während wir Pixel aus der 2D-Grafik kennen.

Intels True View-Kameras erlauben ganze neue Perspektiven.

Intels True View-Kameras erlauben ganze neue Perspektiven.

Der Clou an der Sache: Der Zuschauer kann das Geschehen nicht nur aus einer oder mehreren vorgegebenen Perspektiven verfolgen, sondern von jedem beliebigen Voxel aus, der im Sichtbereich der Kameras liegt – egal ob auf dem Rasen, an der Seitenlinie, auf den Rängen oder aus der Position eines beliebigen Spielers. Die Technologie ist allerdings äußerst rechenintensiv: Pro aufgenommener Minute müssen 3 Terabyte Daten verarbeitet werden. Keine Angst: Diese Datenmasse wird nicht durch eure Internetleitung gepresst.

Olympia 2018 und andere Sportevents in Intel True VR

Optimal nutzen lassen sich True View-Aufnahmen in Kombination Virtual Reality-Headsets, mit denen ihr euch von einem beliebigen Punkt aus ins Spielgeschehen begeben könnt. Zu diesem Zweck hat Intel die Intel True VR-Plattform ins Leben gerufen. Bereits seit Juni 2017 werden ausgewählte Sportevents der NBA, MLB, PGA Tour und NFL mit Intel True VR übertragen – allerdings bisher ausschließlich über Apps für Samsung Gear VR und Google Daydream. Der CES-Präsentation nach zu schließen wird das in Zukunft aber auch mit stationären Headsets wie Oculus Rift und HTC Vive möglich sein.

Intel überträgt erstmals Olympia in VR.

Intel überträgt erstmals Olympia in VR.

Intel hat sich zudem bereits im vergangenen Sommer für sieben Jahre die Rechte für die VR-Übertragung der olympischen Spiele gesichert. Los geht es in wenigen Wochen mit den Winterspielen im südkoreanischen PyeonChang. Intel wird 30 ausgewählte Events in True VR übertragen, eine Hälfte davon Live, die andere On Demand. Unter anderem werden Biathlon, Eiskunstlauf und Ski-Abfahrtsrennen gezeigt.

Intel Studio: Die Zukunft des Films

Das ist aber nicht alles: Der Intel-CEO gab auf der CES außerdem bekannt, dass Intel im vergangenen Herbst den Bau eines kompletten VR-Filmstudio abgeschlossen hat. Er nannte auch ein paar Eckdaten: Das Studio ist mit 100 True VR-Kameras ausgestattet, es wurden über 5 Meilen Highspeed-Kabel verlegt, die Datenspeicherkapazität der Anlage beträgt 10 Petabyte (10.000 Terabyte). Brian Krzanich verriet natürlich auch, wozu die Investition in den Hightech-Komplex dienen soll:

Das ist der Beginn eines neuen Zeitalters der Filmproduktion.

Ein digitales Modell des neuen Intel Studio.

Ein digitales Modell des neuen Intel Studio.

Ein zweifelsohne vollmundiges Versprechen, dem Krzanich aber direkt eine Demonstration folgen ließ. Gezeigt wurde ein im neuen Studio gedrehter Videoclip zu einem Western. Auch hier kann der Zuschauer jeden beliebigen Blickwinkel einnehmen und sich sogar durch die Szene hindurchbewegen. Krzanich wählt zu Demonstrationszwecken die Perspektive eines Pferds – eine Hommage an „The Horse in Motion“, das als erste Filmaufnahme aller Zeiten gilt. Ein nicht zufällig gewähltes Symbol.

Eine weitere beeindruckende Information: Dank der True View-Technologie ist es für diese Möglichkeiten nicht nötig, eine Szene mehrmals zu drehen – eine Aufnahme genügt. Im Anschluss verkündete der CEO noch eine Kooperation mit Paramount Pictures. Das renommierte Filmstudio wird die neue Technologie zuerst für Filmprojekte nutzen.

CES 2018 mit SANSAR in VR erleben

Den Abschluss des „Immersive Media“-Parts der Intel Keynote markierte die offizielle Virtual Reality-Erfahrung von Intel zur CES 2018. VR-Nutzer können nämlich eine virtuelle Version des Intel-Stands besuchen. Krzanich nennt das nicht ohne Grund eine „Live Social Experience“. Man durchstreift den Messeauftritt des Silicon Valley-Konzerns nämlich nicht allein, sondern gemeinsam mit den Avataren anderer User. Auch virtuelles  Messepersonal, dem Fragen gestellt werden können, ist anwesend. Dabei handelt es sich nicht um „NPCs“, sondern um echte Mitarbeiter, die VR-User von Kalifornien aus betreuen.

Intel stellt VR-Nutzern eine digitale Version des CES-Messestands zur Verfügung.

Intel stellt VR-Nutzern eine digitale Version des CES-Messestands zur Verfügung.

Den technischen Unterbau des virtuellen Messestands bildet die auf soziale VR-Erfahrungen ausgerichtete SANSAR-Technologie. Intel belässt es aber nicht bei einer schnöden Reproduktion des CES-Auftritts: Als kleines Gimmick für VR-User haben die Entwickler ein paar Easter Eggs eingebaut, zum Beispiel einen komplett begehbaren Nachbau eines Sets aus Steven Spielbergs kommendem Blockbuster Ready Player One.

Keine VR-Brillen von Intel

Intel hat mit der diesjährigen CES-Keynote den VR-Hypetrain mal eben auf Höchstgeschwindigkeit beschleunigt. Und das, ohne eigene Endnutzer-VR-Hardware vorzustellen. Denn eine – wenn auch unausgesprochene – Information können wir mit hoher Wahrscheinlichkeit aus der Konferenz noch ableiten: Vorerst wird es keine VR-Brille von Intel geben. Warum?

Dass Intel bald ein eigenes VR-Headset herausbringt, ist unwahrscheinlich.

Dass Intel bald ein eigenes VR-Headset herausbringt, ist unwahrscheinlich.

Nun, zum einen wurde die Entwicklung des Project Alloy-Headsets – wie eingangs bereits erwähnt – abgebrochen. Zum anderen wurden sämtliche VR-Demonstrationen während der Keynote mit Konkurrenzprodukten durchgeführt. Zu sehen waren sowohl Samsung Gear VR als auch Oculus Rift und HTC Vive – bei letzterer verwies man noch darauf, das im neuen Modell HTC Vive Pro auch ein Intel-Chipsatz seinen Dienst verrichtet.

Gute Nachrichten für VR-Fans

Aber ganz ehrlich: Bei der Fülle an VR-Projekten, die Intel heute angekündigt hat, freuen wir uns auch ohne Intel-Headset auf die Zukunft. Intel lässt sich sein VR-Engagement einiges kosten – weder der Olympia-Deal noch das Intel Studio werden ein Schnäppchen gewesen sein. Das zeigt, dass Intel an die Technologie glaubt und bereit ist, finanzielle Risiken einzugehen, um sich einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz zu erarbeiten.

Was sich nach der diesjährigen CES-Keynote mit Sicherheit sagen lässt, ist das Intel für die Zukunft voll auf VR setzt. Und dass ein Gigant der Techbranche sich derart deutlich zu Virtual Reality bekennt, ist eine fantastische Nachricht für alle VR-Enthusiasten.

4 Kommentare

  1. MEGA!
    Applaus Intel ?

    Antworten
    • Benjamin Danneberg

      Ja, sehe ich ähnlich. Ich habe immer schon gesagt (und ich sollte es hier vielleicht auch mal schreiben^^): Der Durchbruch für VR wird kein Spiel, sondern ein Film. Deshalb freut mich das noch mehr als die neue Vive. Ich drücke Intel alle Daumen und großen Zehen. 😉

      Antworten
  2. 10 Petabyte sind 10 000 Terrabyte. Vermutlich beziehst du dich beim einem Peta auf 1000, wer es nicht kennt wird es missverstehen und wer es weiß braucht den Vergleich nicht.

    Aber schön von den ganzen Projekten zu hören 🙂

    Grüße

    Antworten
    • Oliver Schmiedchen

      Hi Roman! Tatsache, danke für den Hinweis – ist korrigiert. Ja, ich bin auch sehr gespannt, wie sich Intels VR-Projekte entwickeln!

      Antworten

Verfasse eine Antwort

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*

Enter Captcha Here : *

Reload Image

Teilen Sie Inhalte mit Freunden

Beim Aktivieren dieser Funktion akzeptieren Sie, dass Ihre personenbezogenen Daten (z.B. IP-Adresse, URL der besuchten Webseite, Datum und Uhrzeit Ihres Seitenbesuches) an Facebook, Google, Twitter, Pinterest, LinkedIn, Reddit oder Tumblr in ein Land außerhalb Deutschlands (z.B. USA) übermittelt und dort unter Umständen gespeichert werden. Ihr Webseitenbesuch kann so Ihrem Account in diesen Sozialen Netzwerken zugeordnet und dadurch Ihr Surfverhalten beobachtet sowie Profile erstellt werden.
X