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Borderlands 2 VR: Frisches Blut für Virtual Reality

Borderlands 2 VR erscheint noch 2018. © Gearbox Software

Letzte Woche kündigte Gearbox Software ganz überraschend Borderlands 2 VR an. Das ist nicht nur eine gute Nachricht für PlayStation VR-Besitzer, sondern für das gesamte Medium Virtual Reality, findet unser Redakteur Oliver Schmiedchen.

Während eingefleischte Fans der Reihe seit einer gefühlten Ewigkeit auf Borderlands 3 warten, kommen die Entwickler stattdessen erst einmal mit Borderlands 2 VR um die vielzitierte Ecke. Noch im Dezember 2018 soll das Spiel auf den Markt kommen – wenn auch vorerst nur für PlayStation VR.

Die Ankündigung kommt in einer Zeit, in der Virtual Reality vor allem eins braucht: Echte System-Seller. Borderlands 2 VR hat das Zeug dazu, ein solcher zu werden – und vielleicht ist die Veröffentlichung des Titels ja sogar ein Hinweis darauf, wohin die Reise bei Borderlands 3 gehen könnte.

Das VR-Contentproblem: Blockbuster, die niemand kennt

An anderer Stelle haben wir uns bereits damit beschäftigt, warum derzeit kaum jemand VR-Brillen kauft und der Markt für entsprechende Hardware derzeit merklich an Fahrt verliert. Ein wichtiger Grund ist das Softwareangebot.

Nun ist es ja nicht so, dass es keine guten VR-Spiele gäbe – nur gehören Titel wie Moss, Astro Bot: Rescue Mission, Sairento VR, The Last Day Defense oder Budget Cuts eben keiner auch nicht-VR-Spielern bekannten Spielereihe an.

Selbiges gilt auch für hervorragende Big Budget-Produktionen wie die Oculus-exklusiven Lone Echo, Echo Arena oder Brass Tactics. Alle vorgenannten (und noch zahlreiche weitere) Spiele zeigen eindrucksvoll die Möglichkeiten, die VR schon jetzt für das Gaming-Erlebnis der Zukunft bietet. Das alles bringt aber herzlich wenig, wenn Gamer ohne VR-Headset nichts davon mitbekommen.

VR braucht mehr große IPs

Ich persönlich kannte jedenfalls zum Beispiel keinen einzigen großen VR-only-Titel, bevor ich anfing, mich für VR-Brillen zu interessieren. Stein des Anstoßes waren für mich zwei Spiele, die mir schon am Bildschirm mächtig Spaß machten: Elite: Dangerous und Dirt Rally. Sowohl Frontier Games als auch Codemasters waren seinerzeit Vorreiter, was zusätzlichen VR-Support anbetraf.

Der einzige große Publisher, der derzeit fleißig die hauseigenen, starken IPs in die virtuelle Realität bringt, ist Bethesda: Sowohl Skyrim VR als auch Doom VfR und Fallout 4 VR sind mehr als gelungene VR-Portierungen. Mit Wolfenstein: Cyberpilot sowie einem VR-Spinoff zu Prey und Elder Scrolls: Blades wollen die US-Amerikaner in Zukunft nachlegen.

Ab dem 14. Dezember 2018 mischt nun also auch Gearbox Software im Virtual Reality-Konzert ordentlich mit. Borderlands 2 VR hat auf dem Papier das Zeug dazu, viele neue Spieler in die virtuelle Realität zu locken. Der RPG-Loot-Shooter gilt nicht ohne Grund noch heute als echter Genre-Meilenstein und Klassiker – ein anderer Umstand rund um die Release-Ankündigung ist aber fast noch wichtiger.

Borderlands 2 VR: Ein streitbares Spiel

Denn: Dass Gearbox die VR-Umsetzung des zweiten Borderlands-Teils angekündigt hat, sorgt in den Weiten des Internets für lebhafte Diskussionen, und das weitaus mehr als bei Rockstars – ebenfalls sehr guten – VR-Umsetzung von LA Noire.

Der Grund ist simpel: Wie eingangs bereits erwähnt, warten Fans der Reihe seit Jahren auf eine offizielle Ankündigung von Borderlands 3. Dass Gearbox nun stattdessen erst einmal Borderlands 2 VR auf den Markt bringen wird, sorgt unter der Spielerschaft für eine Kontroverse.

Was bedeutet Borderlands 2 VR für Borderlands 3? © Gearbox Software

Was bedeutet Borderlands 2 VR für Borderlands 3? © Gearbox Software

Die einen freuen sich darauf, Pandora bald in immersivem VR erkunden zu dürfen, den anderen stößt der VR-Port sauer auf. Gearbox solle gefälligst endlich mit Infos zu Borderlands 3 herausrücken, anstatt Zeit für einen VR-Port von Teil 2 zu „verschwenden“, so der Tenor bei letzteren. Für VR als Medium ist das aber gar nicht so negativ, wie es erst einmal klingt.

Virtual Reality bekommt nämlich auf diese Weise eine Menge zusätzlicher Publicity – und die ist dringend nötig. Der ein oder andere Borderlands-Fan, dem VR bisher noch kein Begriff war, wird sich jetzt sicherlich über das Medium informieren – und vielleicht am Ende sogar ein PlayStation VRHeadset zulegen.

Testlauf für Borderlands 3?

Wenn Borderlands 2 VR erscheint, wird es sich vom Basisspiel in einigen Punkten unterscheiden. Als Bewegungsmethode kommt Teleportation zum Einsatz, zusätzlich werden die PlayStation Move-Bewegungscontroller unterstützt.

Außerdem kommt das Spiel zum Leidwesen vieler Fans ohne kooperativen Mehrspielermodus, wir werden Pandora also nur allein bereisen können. Dafür bauen die Entwickler aber einige neue Features wie zum Beispiel einen Zeitlupenmodus ein.

Borderlands 2 VR kommt mit PlayStation Move-Unterstützung. © Gearbox Software

Borderlands 2 VR kommt mit PlayStation Move-Unterstützung. © Gearbox Software

Ob Borderlands 2 VR den Charme des 2D-Originals wird einfangen können, wird die Zukunft zeigen. Mindestens genauso wichtig ist aber die Frage: Warum hat sich Gearbox dazu entschlossen, dieses Spiel überhaupt herauszubringen?

Denkbar wäre, dass das Studio herausfinden will, wie gut die VR-Umsetzung in der Community ankommt, um vielleicht Borderlands 3 mit integriertem VR-Modus auf den Markt zu bringen. Dass Gearbox am dritten Teil der Reihe arbeitet, wurde immer wieder angeteasert – lediglich die offizielle Ankündigung lässt nach wie vor auf sich warten.

Borderlands 2 VR: Adrenalinspritze für VR

Das Medium VR wird derzeit mit schöner Regelmäßigkeit immer wieder totgesagt. Fakt ist, dass der erste Hype vorbei ist und Virtual Reality mehr neue Impulse braucht als die Ankündigung von Standalone-Headsets wie der Oculus Quest. Wichtig sind Inhalte für die bestehenden VR-Systeme rund um PlayStation VR, Oculus Rift, HTC Vive und Windows Mixed Reality.

Sollte Borderlands 2 VR eine würdige und gut realisierte Umsetzung des Shooter-Klassikers werden und sich gut verkaufen, könnte das eine wichtige Signalwirkung für andere große Studios haben. Nach wie vor birgt die Entwicklung VR-exklusiver Titel große Risiken, vor allem finanzieller Natur.

Nicht jeder Entwickler oder Publisher hat schließlich die Ressourcen, die etwa Facebook der Konzerntochter Oculus für den Exklusivtitel Stormland zur Verfügung stellt. Das birgt auf der anderen Seite aber auch Chancen für kleinere Entwickler sich auf dem Markt zu etablieren, wie wir an anderer Stelle bereits diskutiert haben.

Paradebeispiele für den Erfolg von Indie-Studios sind etwa Beat Saber oder die VR-Variante von Hellblade. Nichtsdestotrotz: Die ganz große Strahlkraft geht nach wie vor von bekannten IPs der Marke Doom, Fallout oder eben auch Borderlands aus – und von denen kann VR nicht genug bekommen.

Wie bewertet ihr die Ankündigung von Borderlands 2 VR? Schreibt uns in den Kommentaren!

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2 Kommentare

  1. Ich sehe das Problem ebenfalls dabei, dass sich die Entwickler zu sehr auf Hardware konzentriert als auf Inhalte. Wenn ständig neue Brillen von verschiedenen Anbietern veröffentlicht werden, dann wartet der Konsument eher ab. Schließlich könnte ja nächsten Monat schon wieder was besseres da sein! Dadurch wird der Mark gehemmt.

    Im Endeffekt wird sich das System durchsetzen, dass die besten Inhalte liefert und preislich einsteigerfreundlich ist. Da hängt gerade die PSVR, trotz schlechterer Hardware, alle ab.
    Erinnern wir uns an den Krieg der Videokassetten der 80er Jahre. Dort hat auch VHS gesiegt, obwohl es nicht das beste System war.
    Ich hatte das auch mal in meinem Blog analysiert: https://geekkultur.com/playstation-vr-die-vhs-kassette-des-vr-krieges/

    Just my 2 cents 🙂

    Antworten

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